GRAMMLICH, Johann Andreas, Erbauungsschriftsteller und Liederdichter, * 1. 7. 1689 in Stuttgart als Sohn eines Kanzlisten beim Konsistorium und Kirchenrat, † daselbst 7.4. 1728. - G. besuchte die Klosterschulen in Blaubeuren und Bebenhausen und studierte in Tübingen. Eine Zeitlang war er Präzeptoratsverweser in Bebenhausen. G. wurde 1716 Hofkaplan in Stuttgart, hatte aber wie auch Samuel Urlsperger (s. d.) keinen leichten Stand am Hof des Herzogs Eberhard Ludwig. Er wirkte im Geist des früheren Hofpredigers Johann Reinhard Hedinger (s. d.), durch dessen Predigten er schon in seiner Jugend erweckt worden war. - Einige seiner Lieder zu seinen Passionsbetrachtungen hat Johann Jakob Rambach (s. d.) in sein »Geistreiches Hausgesangbuch«, Frankfurt und Leipzig 1735, aufgenommen, haben aber sonst keine weitere Verbreitung gefunden.
Werke: 40 Betrachtungen v. Christi Leiden u. Tod auf die 40
Tage in den Fasten, Tübingen 1722 (ohne Lieder; 1727
2 zu jeder
Betrachtung ein Lied, auch von anderen Dichtern; neu hrsg. v.
A. Koppen, Marburg 1859); Erbaul. Betrachtungen auf alle Tage
des ganzen J., Stuttgart 1724 (neu hrsg. v. Böde, Breslau 1853).
Lit.: Koch V, 66 ff.
Friedrich Wilhelm Bautz
Letzte Änderung: 09.04.2011