GRASSMAYR, Johann: Glockengießer, * 16.5. 1801 in Habichen bei Ötz/Tirol, † 4.4. 1883 in Wilten/Innsbruck. - Sein Vater Bartlmä G. gründete 1599 im Hof seines Vaters, dem "Heidenhaus" in Habichen die Glockengießerei. Sohn Johann trat ganz in die Fußstapfen des Vaters und verschrieb sich der Glockengießerei, die zugleich einen hervorragenden Dienst am kirchlichen Leben darstellte. Er ging in die Lehre bei seinem Onkel Jakob in Feldkirch in Vorarlberg und dann auf Wanderschaft durch viele Länder. Er brachte seine Werkstätte zu großer Blüte und goß nicht nur z. T. berühmte Glocken, sondern auch Häfen und Statuen. 1836 verlegte er den Sitz der Werkstätte nach Wilten/Innsbruck in den Ansitz Straßfried. Dort findet sich noch heute die berühmte Gießerei. Zu den berühmtesten Glocken von Gr. gehört die große Domglocke in St. Jakob zu Innsbruck aus dem Jahre l846 wie die sog. Schützenglocke in der Jesuitenkirche zu Innsbruck aus dem Jahre 1959. - Aus dem Geschlechte der Gr. stammen weiter die großen Glocken in Feldkirch von 1857 und in der Abteikirche von Fiecht bei Schwaz im Unterinntal aus dem Jahre 1929. - Schließlich werden immer wieder erwähnt die Glocken in Zell am Ziller von 1744, in Vill von 1750, in St. Johann in Tirol von 1773 und in Oetz von 1777.