GREGOR V., Papst, * 972 als Sohn des Herzogs Otto von Kärnten und Urenkel Ottos I. (s. d.), † 18.2. 999 in Rom (an der Malaria, nicht an Gift). - Brun von Kärnten wurde am Hof des Bischofs Hildebrand von Worms erzogen und begleitete 996 als königlicher Hofkaplan Otto III. (s. d.) auf seinem ersten Zug nach Rom. In Pavia erfuhr der König, daß Johannes XV. (s. d.), der ihn gegen den Führer des römischen Stadtadels, Johannes Crescentius Nomentanus, zu Hilfe gerufen hatte, Anfang April 996 gestorben sei. Eine Abordnung römischer Adliger verhandelte in Ravenna mit Otto III. über die Wiederbesetzung des Apostolischen Stuhles. Der König bestimmte Brun zum Nachfolger Johannes' XV., und Erzbischof Williges (s. d.) von Mainz und Bischof Hildebald von Worms geleiteten ihn nach Rom. Brun wurde zum Papst gewählt und am 3.5. 996 feierlich als G. V. inthronisiert. Er war der erste deutsche Papst. Am 21.5. 996 krönte der 24jährige Papst seinen 16jährigen Vetter Otto III. zum Kaiser. Crescentius II., der als »Patricius« in Rom unumschränkt geherrscht hatte, unterwarf sich Otto III., der ihn auf Fürsprache G.s begnadigte und in seinen Würden als »Patricius« bestätigte. Nach dem Abzug des Kaisers revoltierte Crescentius II. aufs neue. Er vertrieb Ende 996 G. aus Rom und erhob den Griechen Johannes Philagathos, den Erzbischof von Piacenza und kaiserlichen Gesandten in Konstantinopel, als Johannes XVI (s. d.) auf den päpstlichen Stuhl. Beide wurden gebannt. G. weilte das ganze Jahr 997 in Oberitalien. In dem Streit um das Erzbistum Reims setzte er sich nachdrücklich für den von der Synode in St. Bâle bei Reims abgesetzten Arnulf (s. d.) ein und erkannte den auf jener Synode zum Erzbischof von Reims gewählten Gerbert, den späteren Silvester II. (s. d.), den er als Eindringling bezeichnete, nicht an, obwohl dieser ein Günstling des Kaisers war. Auf der Synode von Pavia im Frühjahr 997 suspendierte G. alle französischen Bischöfe, die sich an der Absetzung Arnulfs beteiligt hatten, und setzte es durch, daß Arnulf vom französischen Hof freigelassen und als Erzbischof von Reims wieder anerkannt wurde. Den König Robert II. von Frankreich, der seine Gemahlin verjagt und Bertha, die Witwe eines Grafen Odo, geheiratet hatte, bedrohte G. wegen seiner konkubinarischen Ehe mit dem Bann. Unter Androhung der Suspension forderte er Gisiler (Giselher) zur Verantwortung nach Rom, weil er als Bischof von Merseburg sein Bistum verlassen, den erzbischöflichen Stuhl von Magdeburg auf unwürdige Weise 981 an sich gebracht und das Bistum Merseburg aufgehoben und aufgeteilt hatte. Ende 998 oder Anfang 999 beschloß eine römische Synode unter dem Vorsitz des Kaisers die Wiederherstellung des Bistums Merseburg. Sie erfolgte aber erst nach dem Tod Gisilers 1004 durch Heinrich II. Otto III. führte G., der Ende Dezember 997 mit ihm in Pavia zusammengetroffen war, im Februar 998 nach Rom zurück, das dem Kaiser bereitwillig die Tore öffnete. Otto III. belagerte die stark befestigte Engelsburg und ließ nach ihrer Erstürmung Crescentius II. mit 12 Genossen enthaupten und aufhängen. Johannes XVI. war auf eine feste Burg fern von Rom geflohen, wurde aber im März 998 ergriffen, der Augen beraubt und an Nase, Ohren und Zunge verstümmelt, nach Heilung
seiner Wunden auf einem Konzil im Lateran abgesetzt, auf einem Esel durch die Straßen der Stadt geführt und von G. in einem römischen Kloster eingekerkert, wo er am 2.4. 1013 starb. Seitdem war G. vom Kaiser stark abhängig. So verlieh er ohne weiteres 998 dem von Otto III. zum Erzbischof von Ravenna erhobenen Gerbert das Pallium.
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