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Verlag Traugott Bautz
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GUSTAV I., Gustav Erikson Vasa, König von Schweden, Gründer des modernen schwedischen Staates * 12. Mai 1496 oder 3. Mai 1497 Rydboholm, † 29. September 1560 Stockholm. - G. I. wuchs als naher Verwandter des Reichsverwesers Sten Sture d.J. an dessen Hof auf und wurde 1518 mit anderen vornehmen Schweden von Christian II. als Geisel nach Dänemark verschleppt. 1519 gelang ihm in Verkleidung eines Ochsentreibers die Flucht nach Lübeck, von wo aus er 1520 nach Schweden zurückkehrte. In Schweden erfuhr G. I. vom »Stockholmer Blutbad« durch Christian II., dem die Mehrheit seiner Verwandten zum Opfer gefallen waren. G. I. sann nach Rache und stellte sich 1521 in Dalarna an die Spitze eines Bauernaufstandes gegen die dänische Herrschaft. Im August 1521 zum Reichsverweser gewählt, gelang ihm mit Unterstützung Lübecks schließlich 1523 die nationale Unabhängigkeit Schwedens wiederherzustellen. G. I. wurde am 6. Juni 1523 in der Bischofsstadt Strängnäs zum König gewählt und zog feierlich in der Nacht zum 24. Juni 1523 in Stockholm ein. Die finanzielle Situation Schwedens war aber schlecht und wurde durch die Schuldabzahlung an Lübeck zusätzlich belastet. Auch bahnte sich ein Konflikt mit der Kirche an, da Erzbischof Gustav Trolle von Uppsala als Mitschuldiger am »Stockholmer Blutbad« galt. Dies alles bewog G. I. wohl, sich der Reformation zuzuwenden und zunächst vorsichtig die Tätigkeit der schwedischen Reformatoren zu unterstützen. Auf dem Reichstag zu Västeras (16. Juni 1527) kam es schließlich zum Bruch mit der katholischen Kirche; das Kirchengut wurde eingezogen, die Beziehungen zu Rom abgebrochen und die Einführung der Reformation nach deutschem Vorbild beschlossen. Die Kirchenplünderungen riefen mehrere Aufstandsbewegungen hervor, die G. I. aber mit aller Härte unterdrückte. Mit den eingezogenen Klöster- und Kirchengütern gelang es G. I., seine Schulden bei Lübeck zu tilgen und eine Kriegsflotte zu bauen. Im Bund mit Dänemark (seit 1524) nahm er an der Grafenfehde teil und konnte so Schweden endgültig von der Macht Lübecks und der Hanse befreien. Auf dem Reichstag zu Västeras 1544 machte G. I. Schweden zur Erbmonarchie der Vasas. G. I. ordnete die Staatsverwaltung neu, unterstellte die Kirche dem König und schuf so die Grundlagen des modernen schwedischen Staates. Nach seinem Tode wurde er 1560 im Dom zu Uppsala beigesetzt.
Quellen: Kronung Gustaf I.s registratur, 29 Bde., Stockholm 1861-1916; N. Edén, Brev an Gustav Vasa, Stockholm 1917; Svenska riksdagsakter 1521-1598, Stockholm 1887-1932; P. Swart, Kronung Gustav I.s krönika, Stockholm 1912.
Lit.: A. Aberg, Gustav Vasa, Stockholm 1996; - H. Almquist, Reformationstidens och stormaktistidens forra skede, in: Svenska folkets historia, Bd. 2, Lund 1922; - K. Kumlien, Sverige och hanseaterna, Lund 1953; - S. Lilja, Kalmar under Gustav Vasa och hans söner, Karlshamm 1983; - S. Lundqvist, Gustav Vasa och Europa, Stockholm 1956; - A. Norlin, Gustav Vasa och hans äventyr, Stockholm 1996; - M. Roberts, The early Vasas, Cambridge 1968; - G. Schwaiger, Die Reformation in den nordischen Ländern, München 1962; - L. Sjödin, Kalmarunionens slutskede. Gustav Vasas befrielsekrig, 2 Bde., Uppsala 1943-47; - I. Svalenius, Gustav Vasa, Stockholm 1950, 21963; - S. Wikberg, Gustav Vasa, 2 Bde., 1944-5; - G. Yrwing, Gustav Vasa, kröningsfragan och Västeras riksdag 1527, Lund 1956.
Sven Christian Puissant
Literaturergänzung:
Lars Olof Larsson, Arvet efter G.V. 2005.
Letzte Änderung: 22.04.2006