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Band XVII (2000)Spalten 587-614 Autor: Albert Portmann-Tinguely

HALLER, Karl Ludwig von; als der »Restaurator« bekannt gewordener Schweizer konservativer Staatstheoretiker und Publizist; * 1.8. 1768 Bern, † 20.5. 1854 Solothurn. - Der Enkel des »großen« Albrecht von Haller (1708-1777), dem die bernische Patrizierfamilie Ruhm und Ansehen verdankte, und zweitälteste Sohn des Staatsmannes, Historikers, Numismatikers und Herausgebers der »Bibliothek des Schweizergeschichte«, Gottlieb Emanuel von Haller (1735-1786), besuchte in seiner Heimatstadt Bern die Akademie. Die finanzielle Lage und der frühe Tod seines Vaters ließen den Besuch einer Universität nicht zu, so daß er in wissenschaftlicher Hinsicht wesentlich Autodidakt geblieben ist. Mit kaum 16 Jahren trat er in den Dienst der stolzen Republik Bern, des damals größten Stadtstaates nördlich der Alpen, kam in seiner Karriere dank seines Namens und seiner Fähigkeiten rasch voran und konnte sich berechtigte Hoffnungen auf höchste Ämter machen. Als Zwanzigjähriger war er bereits Kommissionssekretär, wirkte in verschiedensten politischen Angelegenheiten mit und veröffentlichte eigenständige Denkschriften. Im Juli 1790 lernte er auf einer Reise nach Paris die Französische Revolution aus eigener Anschauung kennen. Einem guten Dutzend Kommissionen und Gesellschaften gehörte er als umtriebiger Sekretär oder aktives Mitglied an, hielt vielbeachtete Reden und verfaßte unzählige Abhandlungen, Memoranda, Zeitschriften- und Zeitungsartikel. Als Legationssekretär beteiligte er sich aktiv, auch mit eigenen Schriften, an der bernischen Außenpolitik. So begleitete er diplomatische Missionen nach Genf (1792), Ulm (1795), Norditalien (wo er Napoleon begegnete) und Paris (1797), auf den Kongreß von Rastatt (1797/98) und schließlich auch nach Payerne (1798), wo mit Brune, dem General der in die Eidgenossenschaft einrückenden französischen Truppen, verhandelt wurde. Die Reformversuche des bernischen Regiments, in deren Rahmen H.s an sich zukunftsweisendes, liberales »Projekt einer Constitution für die Schweizerische Republik Bern (März 1798) entstand, kamen zu spät. Am 6. März 1798 zogen die Franzosen in Bern ein: das Ende des alten Bern und der alten Schweiz, die nun als »Helvetische Republik« ein französischer Satellitenstaat wurde. Aus dem Staatsdienst gedrängt, bekämpfte er das revolutionäre System mit seiner Zeitschrift »Helvetische Annalen«, sorgte damit für einen handfesten Presseskandal und entzog sich der bereits angeordneten Verhaftung durch die Flucht nach Süddeutschland, wo er sich zunächst den Schweizer Emigranten um Nikolaus Friedrich von Steiger, den letzten Schultheißen des souveränen Bern, anschloß. Die Kriegswirren ließen ihn nie lange am gleichen Ort bleiben, umso bemerkenswerter ist seine damalige literarische und propagandistische Produktivität. Im März 1799 fand er Beschäftigung in der Kriegskanzlei im Hauptquartier von Erzherzog Karl in Friedberg, mit dessen Armee er im Juni die erste, siegreiche Schlacht von Zürich miterlebte, nach der verlorenen zweiten Schlacht von Zürich aber den Rückzug antreten mußte, sich wieder bei den Schweizer Emigranten aufhielt, bis er im Juni 1801 als Hofkriegskonzipist in der Präsidialkanzlei des Erzherzogs Karl in Wien angestellt wurde. Der 1803 zum Hofkriegssekretär beförderte Flüchtling wurde - nach der Wiederherstellung der Kantonssouveränität unter der Mediations-Verfassung - 1805 als Professor des Staatsrechts an die neu gegründete Akademie nach Bern berufen, mußte aber vor den angreifenden französischen Truppen zunächst nach Agram (Kroatien) fliehen, bevor er nach seinem Ausscheiden aus dem österreichischen Staatsdienst Ende Februar 1806 endlich in Bern ankam und seine Stelle antreten konnte. Im gleichen Jahr verheiratete er sich mit der Patrizierstochter Katharina von Wattenwyl und wurde - neben zahlreichen anderen neuen Ämtern - Zensor und Prorektor der Akademie in Bern. Er trat dieses letzte Amt mit einer Inaugurationsrede »Über die Notwendigkeit einer andern obersten Begründung des allgemeinen Staatsrechts« an und hielt im folgenden Jahr eine Rede »Über den wahren Sinn des Naturgesetzes, daß der Mächtige herrsche«. 1808 veröffentlichte er sein »Handbuch der allgemeinen Staatenkunde«, die Grundlage für seine Vorlesungen, das seine Gedanken über den Staat, besonders über Wesen und Entstehung der staatlichen Gemeinschaft, zum erstenmal systematisch zusammenfaßte und als Vorläufer der »Restauration der Staatswissenschaft« angesehen werden kann. Das Werk trug ihm Bekanntheit und Anerkennung, aber auch Ablehnung und Feindschaft ein. In Schwierigkeiten brachte den, besonders im Vergleich zu seinem hauptsächlichen Konkurrenten Samuel Schnell, erfolglosen Hochschullehrer auch seine skandalös eigennützige Interpretation des Amts als Zensor, das er 1809 wieder abgeben mußte. Er wurde trotzdem weiter mit Ämtern überhäuft (u.a. Mitglied des Großen Stadtrats von Bern 1810, Wahl in den kleinen Stadtrat 1811). In seiner bemerkenswerten Schrift »Politische Religion oder biblische Lehre über die Staaten« (1811) versuchte er den Nachweis zu erbringen, daß sich seine neuen staatspolitischen Ideen mit den Lehren der Bibel vollständig deckten. Immer wieder und scheinbar unermüdlich war H. aktiv als politischer Wühler, Intrigant und Denunziant, so bei der durch seine perfide anonyme Rezension in den »Göttingischen gelehrten Anzeigen« gegen Pestalozzis Lebenswerk angestifteten Hetze, so im Kreis der Berner Unbedingten, wohl auch in noch ungeklärter Rolle im »Waldshuter Komitee«, unzweifelhaft auch bei den Unruhen in Nidwalden, wofür er zu Arrest verurteilt, schließlich begnadigt , aber doch vom Präsidenten des Kleinen Rates zurechtgewiesen wurde. Dem von H. bejubelten Durchzug der Alliierten in Bern (23. Dez. 1813) und der durch Staatsstreich gestürzten Mediationsregierung folgte die Restaurationsregierung. Als Propagandaschriften für seine Wahl in den Großen oder Souveränen Rat der Republik Bern (12. Jan. 1814) hatte er zwei programmatische Broschüren »Was sind Untertanenverhältnisse?« und »Was ist die alte Ordnung?« veröffentlicht. Er war Koautor der neuen Berner Verfassung von 1815 und Mitglied der Kommission für die wegen des Anschlusses des Juras nötig gewordene Verfassungsrevision. 1816 wurde er in den Berner Geheimen Rat gewählt, wo er allerdings mit seinen reaktionären Vorschlägen nicht durchzudringen vermochte. Am 3. Jahrestag der Schlacht bei Leipzig (Vorrede datiert vom 18. Okt. 1816) beendete er den ersten Band seines epochemachenden (und der Epoche ihren Namen gebenden) Hauptwerks: Restauration der Staatswissenschaft, das am 18. Okt. 1817 auf dem Wartburgfest, mit einem angehefteten Zettel: »Der Gesell will, daß Deutschland keine Verfassung habe.«, ins Feuer geworfen werden sollte. Die weiteren Bände dieses monumentalen Werks (2: 1817; 3: 1818; 4: 1820; 5: 1834; 6: 1825) erreichten allerdings bei weitem nicht mehr die Resonanz des ersten, auch wenn der 1817 »in allen Ehren« von seiner Berner Professur zurückgetretene, immer noch in wichtigen Staatsämtern tätige H. kurz darauf wieder negativ in die Schlagzeilen geriet. Seine Schrift »Über die Constitution der spanischen Cortes«, in welcher er die königlichen Rechte leidenschaftlich gegen das usurpatorische Regiment der Cortes-Verfassung verteidigte, wurde von dem mit ihm befreundeten Zensor durchgelassen, durch Beschluß des Kleinen Rats von Bern aber verboten. H., »cet extravagant«, machte sich zunehmend unbeliebter. Das enfant terrible der bernischen Politik galt damals, verstärkt noch durch sein Wirken in der sogenannten »Olry-Hallerschen Clique«, nicht nur in Bern, sondern in der ganzen Schweiz als Ultrareaktionär. Der größte Skandal, der das Faß zum Überlaufen brachte, stand noch bevor. Am 17. Oktober 1820 legte der protestantische Berner Patrizier, der später bekannte, im Herzen schon seit 1808 katholisch gewesen zu sein, auf dem Landgut der Familie de Boccard in Jetschwil bei Freiburg i.Üe. im Geheimen das katholische Glaubensbekenntnis ab. Während eines Aufenthalts in Paris wurde seine Konversion bekanntgemacht. Sofort trat H. die Flucht nach vorne an und veröffentlichte unter dem Titel »Brief an seine Familie, worin er ihr seinen Uebertritt zu der katholischen Religion anzeigt« eine Rechtfertigungsschrift, die in über 70 Auflagen und zahlreichen Übersetzungen verbreitet wurde und eine Flut von Schriften pro und contra auslöste. Die Ereignisse erregten ungeheures Aufsehen und verursachten einen Sturm in der europäischen Presse. Auf Antrag des Kleinen Rats und nach stürmischen Debatten suspendierte der Große Rat von Bern H. mit überwältigender Mehrheit von allen seinen Ämtern und schloß ihn - verfassungsmäßig zumindest fragwürdig - für alle Zeit aus dem Großen Rat aus. H. war damit in Bern zum zweiten Mal - und diesmal endgültig - erledigt. Nach vergeblichen Versuchen, in österreichische, preußische oder spanische Dienste aufgenommen zu werden, machte er seine Abschiedsbesuche in Freiburg, Bern, Genf und Erlach und zog im Mai 1822 mit seiner Familie (ohne die beiden Söhne, die bis 1823 ihr Studium in Gottstadt fortsetzten) nach Paris, wo er im Kreis von Gesinnungsgenossen (Bonald, Lamennais u.a.) gut aufgenommen wurde, Beiträge zu ultraroyalistischen französischen und konservativen deutschen Blättern lieferte und im Juli 1824, nach dem Rücktritt Chateaubriands, eine Stelle als Publiciste attaché au Ministère des Affaires étrangères antreten konnte. In Paris fand er auch Zeit, seine Familie auf unglaubliche Art so zu bearbeiten, daß der Reihe nach seine Tochter Cäcilie, die im Haushalt lebende Julie Mathilde von Erlach, der zweite Sohn Albrecht (später Weihbischof von Chur), der erste Sohn Carl Ludwig (später Publizist und Politiker in Solothurn) und schließlich auch seine Ehefrau zum Katholizismus übertraten. Bereits 1828 kaufte H. in Solothurn das heutige bischöfliche Palais, erwarb 1829 das Solothurner Bürgerrecht und zog kurz nach der Julirevolution endgültig von Paris nach Solothurn. Hier stellte er sich an die Spitze der Ultrakonservativen und war 1834 bis 1837 (nicht wiedergewählt) Mitglied des Großen Rates. In fieberhafter Tätigkeit und rascher Folge ließ der schon im Pensionsalter stehende Pamphletist seine Kampfschriften gegen die unheilvollen Bewegungen seiner Zeit an die Öffentlichkeit treten. 1833 entwarf er das Programm eines »Bundes der Getreuen zum Schutz der Religion, der Gerechtigkeit, und der wahren Freyheit«, der eine internationale Kampftruppe gegen den Liberalismus, die Freimaurerei und das »revolutionäre System überhaupt« werden sollte. In »Satan und die Revolution« (1834) legte er die aus dem Bösen schöpfenden Kräfte der Revolution bloß. In der »Geschichte der kirchlichen Revolution oder protestantischen Reform« (1836) entlarvte er die Reformation als zweiten Sündenfall, als soziomentalen Umsturz und damit als tiefere Ursache und Vorläuferin der Großen Revolution. Die Schriften gegen die Freimaurerei (1840/1) sollten die »Wurzel-Lüge«, aus der die falschen Lehren und Grundsätze der verderblichen »Sekte« hervorgingen, in ihrer Nacktheit darstellen und Heilmittel zu ihrer Bekämpfung angeben. Hinter allen revolutionären Strömungen in der Schweiz witterte er die Geheimgesellschaft mit ihren Ideen der Gleichmacherei, der »Indifferenz gegen alle Religion«, »ausschließendem Haß gegen die katholische Religion und Kirche«, »Abschaffung jeder Oberherrschaft« und »Befreyung von jeder höheren Macht«. Dem Kampf gegen die Revolution, der bei ihm ausschließliche und obsessive Züge annahm, dienten auch unzählige journalistische Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften wie den »Historisch-politischen Blättern«, der »Schweizerischen Kirchenzeitung«, dem »Waldstätter Boten«, dem »Echo von Solothurn«, der »Freiburger Union«, dem Regensburger »Herold«, der Kölner »Volkshalle«, dem »Berliner politischen Wochenblatt« oder der Berliner »Kreuzzeitung«. Er unternahm auch mehrere Reisen (1840 Süddeutschland, bes. München; Freiburg i.Ue., Luzern, Schwyz, Kienzheim im Elsaß) und pflegte dabei persönliche Kontakte, durch seine ausgedehnte Korrespondenz auch briefliche Beziehungen zu allem, was in Europa Rang und Namen hatte unter den Katholiken, Konvertiten, Ultramontanen, Konservativen und Reaktionären. Die u.a. von den Jesuiten und noch mehr von H.s Werk genährte, von Antiprotestantismus, Traditionalismus und Legitimismus bestimmte politische Kultur gab in der Schweiz den Nährboden für eine religiös-politische Ausrichtung weiter Kreise, welche die Spannungen im Vorfeld des Sonderbundskriegs von 1847 entscheidend verschärfte. Die Niederlage der katholisch-konservativen, überwiegend ländlichen Kantone gegen die protestantisch-liberalen Stadtkantone und die europäische Revolution von 1848 erlebte der greise Kämpfer als persönliche Niederlage und als völlige Entwertung seines Lebenswerks. Im gleichen Jahr starb H.s seit Jahren leidende Frau, er selber erlag am 20. Mai 1854 einer Lungenentzündung und wurde drei Tage später auf dem Friedhof St. Katharina in Solothurn beigesetzt. Der Friedhof wurde unter dem radikalen Regime eingeebnet, so daß dort nichts blieb, was an den unerbittlichen Kämpfer erinnert, der sein ganzes Lebenswerk gegen seine eigene Zeit gerichtet hatte. - Erfüllt von prophetischem Sendungs- und Selbstbewußtsein, der Schlange des Jakobinismus den Kopf zu zerschmettern, entwickelte H. seine restaurative, »natürlich-gesellige« Staatstheorie als Gegensatz zu Rousseaus »künstlich-bürgerlicher« Lehre vom Gesellschaftsvertrag. Der rein spekulativen »Chimäre« wollte er die aus Schöpfung und Offenbarung gewonnene, wissenschaftlich untermauerte, ein für allemal und absolut gültige Wahrheit entgegensetzen. - H. sieht den Ursprung des geselligen Verhältnisses im Naturgesetz, daß der Stärkere herrsche, der Schwächere diene: »Der Mächtige herrschet, ob er will oder nicht, wie der Schwache dient, ob er will oder nicht.« Gegen die »konstruierte«, gleichmacherische Philosophie der Revolution setzt er die von ihm neu »gefundenen« Grundsätze der »ewigen unveränderlichen Ordnung Gottes«: Ungleichheit, »wohltätige Verschiedenheit« der »Kräfte und Bedürfnisse«, Überlegenheit der Stärke. Macht und Herrschaft beruhen auf ineinsgesetztem natürlichem, göttlichem und positivem Recht zugleich. H.s Doktrin wurde deshalb als »brutal, materialistisch und utilitaristisch« hingestellt, da sie den »Triumph des Starken über den Schwachen feiere und auf die Verherrlichung der Gewalt, vielleicht sogar des `Übermenschen' hinauslaufe« oder - konsequent weitergedacht - zur Anarchie führe. - Der Staat ist für ihn eine ins Unendliche erweiterte Familie, ein großes Hauswesen, eine Summe übereinandergeordneter Herrschaftsverhältnisse rein privatrechtlichen Charakters, die »höchste Gradation der natürlichen Dienst- und Sozietatsverhältnisse«: Das Staatsrecht wird durch ein »Aggregat unendlich verschiedener freyer Privat-Verträge« ersetzt, bzw. Staatsrecht und Privatrecht sind identisch. Folglich existiert im Staat auch »kein gemeinschaftlicher Zweck, sondern nur eine Menge sehr verschiedener Privat-Zwecke«. Der Staat dient damit ausschließlich der Erhaltung des gottgewollten bestehenden Zustandes und garantiert nach H. die wahre Freiheit, die Freiheit der Vorrechte, die natürliche Ungleichheit. Diese individualistische, letztlich den Staat in seine Atome auflösende Auffassung steht in direktem Gegensatz zu der sich gerade damals durchsetzenden Idee des Staates und der Nation. - Natürliches Fundament von Herrschaft und Macht ist Grundbesitz. Der Landesherr ist nichts anderes als »der größte dieser Eigentümer«, der Staat sein »patrimonium«. In diesem »Patrimonialstaat« (eine Erfindung und Wortschöpfung H.s) - ein ständischer Obrigkeitsstaat - ist der Fürst einzig Gott verantwortlich und seine Gewalt wird nur durch Vertrag und Recht, Eigentum und Autonomie der Untertanen und das naturgegebene moralische Gesetz (Gerechtigkeit, die das Böse verhindert, und Liebe, die das Gute befördert) beschränkt. Die konkrete Freiheit jedes Menschen ist bestimmt durch die in Abstufungen relative Macht, die jedem an seinem jeweiligen sozialen Ort in Herrschaft und Dienstbarkeit zukommt. Unabhängigkeit ohne Dienstbarkeit ist die Souveränität des Fürsten und höchste Stufe menschlichen Glücks, die diesen zu Gerechtigkeit und Güte verpflichtet. Die als selbstverständlich hingenommen Ansicht, daß nur der Schwache seine Macht mißbrauche, hat H. den Vorwurf der »moralischen Naivität« eingetragen. - H.s ehrgeiziges Vorhaben einer »Totalerklärung der gesamten Wirklichkeit« ist der Versuch einer nachträglichen, verspäteten und - trotz Bemühen der religiösen und kirchlichen Autorität als Bollwerk gegen die Revolution - rationalistischen Legitimation des Ancien Régime, das mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln untermauerte, fundamentalistische Programm der Gegenrevolution und eine Kampfansage an die Moderne. - Trotz der starren Systematik, der offenkundigen Realitätsfremdheit und des schon zu seiner Zeit empfundenen Anachronismus hat H.s politische Theologie, wenn auch nur für kurze Zeit, eine gewaltige Ausstrahlungskraft besessen. Die z.T. geradezu gläubige Verehrung H.s (z.B. durch den jungen Achim von Arnim) löste in Deutschland die Autorität von Adam Müllers »Elementen der Staatskunst« ab und beeinflußte - neben Bonald und de Maistre - auch die Staatslehre des politischen Katholizismus. Das unhistorische, rationalistische Staatsbild des »Restaurators« wurde in den Kreisen des preußischen Junkertums begeistert aufgenommen und wirkte stark auf die Konservativen im spätromantischen Berlin, vor allem auf den Christlich-germanischen Kreis um die Brüder Gerlach und auf den »Romantiker auf dem Königsthron«, Friedrich Wilhelm IV., denen H.s Idee vom ständischen Patrimonialstaat auf religiöser Grundlage bis in die fünfziger Jahre als zu verwirklichendes Vorbild erschien. H.s Einfluß auf den preußischen Konservativismus wurde erst durch Stahl überwunden. H.s »Restauration« stieß auch in Wien auf lebhafte Zustimmung. In der Schweiz blieb sein Einfluß eher gering, wenn auch einzelne Anhänger in seinem Sinne weiterwirkten. In Frankreich, den Niederlanden, in Italien (besonders im Kirchenstaat) und in Spanien bekannten sich führende Persönlichkeiten des geistigen und politischen Lebens zu H.s System, was sich nicht nur durch zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, sondern auch durch die an ihn verliehenen Orden und Auszeichnungen und aus seinem ausgedehnten Briefwechsel belegen läßt. - Die Wirkung von H.s Versuch, die geistigen Voraussetzungen der Revolution durch eine Antitheorie in den Wurzeln zu treffen und das Rad der Zeit zurückzudrehen, war von kurzer Dauer. Die demokratischen, liberalen und nationalen Kräfte schritten bald rücksichtslos über H. hinweg. »Restauration« wurde vom Kampfruf zum Schimpfwort, der »Restaurator« ideologisch isoliert und als Verlierer der Geschichte weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis gestrichen. Nichtsdestotrotz bleibt der einst ebenso leidenschaftlich als »politischer Luther« und »Bonald helvétique« gefeierte wie als schlimmster der »Renegaten des Protestantismus« bekämpfte Berner eine schweizerische Persönlichkeit von europäischem Format, einer der bedeutendsten und eigenständigsten konservativen Köpfe seiner Zeit, von dem »starke und wichtige Anregungen auf fast alle der führenden konservativen Politiker, Denker und Publizisten seiner Epoche« ausgingen.

Werke: Statuten der Bernischen Lesegesellschaft. [Bern, Jan./Febr. 1791]. In: Hans A. Michel: Die ersten Statuten der Bernischen Lesegesellschaft von 1791. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 43 (1981) H. 2, 76-80; Gutachten über ein einzuführendes Getraid-Polizey-System (samt einer merkwürdigen historischen Tabelle von allen in Betreff des Getraidhandels ergangenen ältern und neuern Bernischen Verordnungen). (Auf Befehl der Regierung von Bern gedruckt.) Bern 1791; Abhandlung über den freyen Kauf und Verkauf der Butter im Canton Bern. Bern 1791; ebenfalls in: Neueste Sammlung von Abhandlungen und Beobachtungen, hrsg. von der Ökonomischen Gesellschaft in Bern, Bd. 1, Bern 1796, 265-296; Über den Patriotismus, eine vor dem äußeren Stand in Bern am 13ten März 1794 gehaltene Rede von Carl Ludwig Haller, ... Bern 1794; ebenfalls in: Friedenspräliminarien (Hrsg. von Ludwig Ferdinand Huber), Berlin 1794; Schreiben an den Herrn Leopold, Grafen von Stolberg als Widerlegung und Berichtigung der von ihm in seiner Reisebeschreibung durch die Schweiz und Italien über jenes Institut gefällte(n) nachtheiligen Urtheil(e), in: Sammlung der zwischen dem Hochlbl. Aeussern Stand in Bern und dem Herrn Grafen von Stolberg gewechselten Schriften. o.O. (Bern) 1796, 7-8; Antwort des äussern Standes in Bern an Hrn. Grafen von Stolberg über die in seiner Reisebeschreibung durch die Schweitz und Italien gegen dieses Institut enthaltenen Aeusserungen; auf Befehl des letzten gedruckt. Bern 1796, ebd. 9ff., - Gutachten Mrhghhrn. [= Meiner hochgeehrtesten Herren] der Committierten über die Verbesserung der hiesigen Criminal-Prozeßform. Bern 1797; (An.): Exposé historique des faits concernants la neutralité de la Suisse envers la France. o.O. [Stuttgart] 1797 [Dez.]; [Auszüge:] in: Europäische Annalen [Red. Ernst Ludwig Posselt] 1798, I, 158-165; Deutsch in Häberlin's Staatsarchiv H. 14, 204-222; Project einer Constitution für die Schweizerische Republik Bern. Abgefasst im Merz 1798, auf die Voraussetzung, dass solche einstweilen Platz haben könne, von C. L. v. Haller. Bern 1798; mit längerer Einleitung von Carl Hilty: Die Haller'sche Konstitution für Bern vom 19. März 1798. In: Politisches Jahrbuch der Schweizerischen Eidgenossenschaft 10 (1896) 187-355; Helvetische Annalen. [Hrsg. von K. L. v. Haller]. Erstes Stück, Bern, den 5ten April 1798, bis Vier und sechszigstes und letztes Stück. Bern, den 10ten Wintermonat [Nov.] 1798; Auszüge aus den `Helvetischen Annalen' (62tes Stück, Seite 347-351). Von einem wahrheitliebenden und rühmlichst bekannten schweizerischen Schriftsteller verfasst und publiziert. Bern, den 3ten Winterm. 1798; (An.): Darstellung des feindlichen Überfalls der Franzosen. Mit Beylagen und Bemerkungen. o.O. u. o.J. [dat. 7. März 1799]; Exposé de l'invasion des Français en Allemagne le 1. Mars 1799. Avec des Pièces justificatives et des notes. 1799; Erklärung der zu[r] Herstellung ihres Vaterlandes vereinigten Schweizer bey ihrem Wiedereintritt in die Schweiz. (dt. u. frz., unterz. von Schultheiss von Steiger) [Donaueschingen 1799]; andere Ausgaben: St. Gallen, Zürich, Nürnberg, Bern, Wien; ebenfalls in Posselt's Europäischen Annalen; (An.): Kurze Bemerkungen über den authentischen Bericht, die Ermordung der französischen Gesandtschaft vorwärts Rastadt betreffend. o.O. 1799; dass. frz. u. ital.; (An.): Betrachtungen über die Darstellung und die Wirkung des Rastadter-Vorfalls in Paris. o.O. May 1799; Politisch-Militärische Nachrichten. 1799 - 1800; 1799, Nr. 15-54 (63-234 inkl.) und 1800, Nr. 1-23 (1ff.) (Kriegsbulletin des österr. Hauptquartiers; von Haller »im Auftrag der Reichskriegskanzlei herausgegeben); (An.): Über die Wichtigkeit der Besitznahme der Schweiz in politischer und militairischer Hinsicht. Als eine kurze Einleitung zu einer vollständigen Ausführung, welche in kurzer Zeit erscheinen wird. o.O. [Mai] 1799; (An.): Aufruf eines rechtschaffenen Schweizers an seine noch nicht befreyten Mitbürger. o.O. [Zürich] im Juny 1799; ebenfalls in: Der aufrichtige Bote aus Schwaben (Hrsg. von Johann Michael Armbruster), (Günzburg) Beylage zu Nro. XIII, Den 5ten August 1799, 109-116; Reglement über die Einrichtung der schwäbischen Landmiliz. (Rothweill) 1800; Ideen über die Einrichtung und die Befugnisse eines allgemeinen Eidgenössischen Bundes-Raths; oder über die Befestigung des Schweizerischen Staatenbundes - abgefaßt zu Zürich im Aug. 1799. In: K. L. von Haller: Geschichte der Wirkungen und Folgen des Östreichischen Feldzugs in der Schweiz. Weimar 1801, 553-584, Beilage Nr. IV.; dass. in ASHR 4 (1892) 1268-1281; (An.): Geist und Gang der le[t]zten Pariser Revolution oder: Was ist von derselben für den Frieden zu hoffen oder zu fürchten? Deutschland [Schaffhausen] [Jan.] 1800; (An.): Etwas über Krieg und Frieden an die Fürsten, Herren, Bürger und Bauern Deutschlands. Mit Noten zum Anfange des Jahres 1800. Freistadt o. J. [Schaffhausen 1800]; (An.): Was ist besser: Krieg oder Frieden mit den Franzosen? Nebst einigen Betrachtungen über die letzten vermuthlichen Friedens-Präliminarien. o.O. [Nürnberg?] [Okt.] 1800; andere Ausgaben Wien, Linz; ebenfalls in ungar. u. engl. Übersetzung; Geschichte der Wirkungen und Folgen des Östreichischen Feldzugs in der Schweiz; ein Historisches Gemälde der Schweiz vor, während und nach ihrer versuchten Wiederbefreyung; mit mancherley unbekannten Aufschlüssen über die Ereignisse dieser Zeit von Carl Ludwig von Haller, vormals Staats-Sekretär des täglichen Raths der Stadt und ehemaligen Republik Bern. 2 Theile [in 1 Bd.], Weimar 1801, 2. Aufl. 1802; Denkmal der Wahrheit auf Johann Caspar Lavater. Weimar 1801; Lavater als Menschenfreund. Ein Nachtrag zum Denkmal der Wahrheit auf Johann Kaspar Lavater. Weimar 1801; (An.): Précis de la nouvelle méthode d'éducation de M. Pestalozzi ...: Publiée par M*** de H***. Suivis de quelques considérations sur cette méthode, par Amaury Duval. Paris, An XII-1804; Wer ist der angreifende Theil, Österreich oder Frankreich? o.O. 1805; mehrere Aufl.; dass. frz.; Litterarisches Archiv der Akademie zu Bern. Hrsg. von C. Ludwig von Haller. Bern 1806-1807; Ueber die Nothwendigkeit einer andern obersten Begründung des allgemeinen Staats-Rechts. Eine Inaugurations-Rede bey Antretung des Prorektorats an der Akademie zu Bern, gehalten am 2. November 1806 von Carl Ludwig von Haller, Professor der Staatskunde und Geschichte. Bern 1807; Separatdruck aus Litterarisches Archiv der Akademie zu Bern I,2 (1807) 113-187; Ueber Domainen und Regalien. Bern 1807; Separatdruck aus Litterarisches Archiv der Akademie zu Bern I,3 (1807) 209-234; Grund-Ideen zu einem allgemeinen philosophischen Kranken-Recht. Allen Aerzten und Wundärzten des Cantons Bern, wie auch der ganzen liebwerthen Eidgenossenschaft freundschaftlich zugeeignet von Carl Ludwig von Haller. Bern 1808; Separatdruck aus Litterarisches Archiv der Akademie zu Bern II,4 (1808) 447-474; dass. frz. [übersetzt von Haller selbst]: De la division des pouvoirs. In: Mélanges de droit public et de haute politique. Par Charles-Louis de Haller. Tome premier. Paris 1839, p. 1-28; Handbuch der allgemeinen Staatenkunde, des darauf gegründeten allgemeinen Staatsrechts und der allgemeinen Staatsklugheit, nach den Gesetzen der Natur. Winterthur 1808; Politische Religion oder biblische Lehre über die Staaten. Zusammengetragen und mit erläuternden Anmerkungen versehen von Carl Ludwig von Haller. Winterthur 1811; Was ist die alte Ordnung? Eine Neujahrs-Rede an Stadt und Land. Bern 1814, 2. Ausg. Bern 1814; ebenfalls in: Teutsche Blätter, hrsg. v. Karl Rotteck, 22. Jan. 1814; Was sind Unterthanen-Verhältnisse? o.O. [Bern] Im August 1814; ebenfalls in Carl Ludwig von Haller. Satan und die Revolution und andere Schriften. Hrsg., eingeleitet und mit einer Bibliographie versehen von Jean-Jacques Langendorf. Wien und Leipzig 1991, 33-40; Berichtigung eines Aufsatzes über die Schweiz im Preußischen Correspondenten. o.O. 1814; Restauration der Staats-Wissenschaft oder Theorie des natürlich-geselligen Zustands; der Chimäre des künstlich-bürgerlichen entgegengesezt von Carl Ludwig von Haller, des souverainen wie auch des geheimen Raths der Republik Bern, der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen correspondierendem Mitglied etc.. 6 Bde. Winterthur 1816-1834; Zweyte vermehrte und verbesserte Auflage, 6 Bde. Winterthur 1820-1834; Neudruck der 2. Aufl. Winterthur 1820-1834. 6 Bde. Aalen 1964; Sonderdruck Bd. 4: Theorie der geistlichen Staaten und Gesellschaften. 2 Bde. Winterthur 1822; Bearbeitung: Revoluzion und Restaurazion der Staatswissenschaft. Historisch und kritisch dargestellt durch Theodor Schaerrer. Luzern u. Augsburg 1842; dass. frz.: Restauration de la Science politique, ou Théorie de l'État social naturel opposée à la fiction d'un État civil factice ... Ouvrage traduit de l'allemand par l'Auteur sur la seconde édition. 6 vol. Lyon, Paris 1824-1875; dass. ital.: Ristaurazione della scienza politica. Ovvero teoria dello stato naturale sociale opposta alla supposizione di uno stato civile fattizio ... Prima traduzione italiana. 8 vol., Napoli 1826-1828 [von P. Gaetano Montforte betreute Fassung]; Ristaurazione della scienza politica ... 1. traduzione italiana sull'originale francese. 2. edizione, 8 vol., Fuligno 1840. [1827-30], Reproduktion der Ausg. Neapel 1826-1828; Ristretto della Teoria dello stato naturale sociale opposta alla supposizione di uno Stato civile fattizio dal celebre barone Carlo Lodovico De-Haller, colla immortale sua opera Ristaurazione della scienza politica. Tradotto in Foligno 1827 da mons. Luigi Ugolini. Fossombrone 1839; Restaurazione della scienza politica. Vol. unico. Napoli 1851; La macrobiotica degli Stati, ovvero la teoria delle ragioni per le quali gli Stati prosperano, mantengonsi o deperiscono. Napoli 1851; Macrobiotica degli stati ovvero teoria delle ragioni per le quali gli stati prosperano, mantengonsi o depersicono, e sua applicazione agli stati patrimoniali a conservazione e solidità di loro indipendenza. Studii tratti dalla grande opera `Della restaurazione della scienza politica'. [A cura di Giuseppe Baraldi] Vol. unico. Napoli 1854; Luigi Ugolini: Catechismo contro-revoluzionario politico, intorno alla origine, natura et scopo dalla società et degli stati, a prosperamente della gioventu. Fossombrone 1836; La restaurazione della scienza politica. A cura di Mario Sancipriano. Torino 1963; Lettres de Messieurs le Professeur [Carl Ludwig] de Haller et Commissaire [Franz Salomon von] Wyss de Berne, à Monsieur [Franz Xaver] Würsch, Landammann de Nid-Walden, Ecrites en 1814 et 1815. ([Avec] l'original allemand en regard. E.). [Publiées par Frédéric-César de La Harpe.] Lausanne 1818; Über die Constitution der Spanischen Cortes. [Winterthur] 1820; andere Ausg. Wien; dass. frz.: De la Constitution des Cortès d'Espagne, par Charles-Louis de Haller. Traduit de l'allemand par lui-même. Modène 1820; De la Constitution des Cortès d'Espagne, par M. de Haller, ... Traduit de l'allemand par lui-même. Paris 1820; dass. ital.: Analisi della costituzione delle Cortes di Spagna. Opera di Carlo Luigi Haller, tradotta dal tedesco da lui medesimo e dal francese in italiano trasportata dal conte Francesco Grimelloni Corradi d'Austria. Modena 1821; Sulla costituzione Spagnuola. Opuscolo di Carlo Luigi Haller, tradotto dal tedesco. Preceduto dalla lettera del medesimo alla sua famiglia in cui le dichiara il suo ritorno alla chiesa cattolica apostolica romana. Traduzione dal francese. Modena 1821; Sulla costituzione spagnola. Opuscolo. Bologna-Modena 1821; Della costituzione della cortes di Spagna ... Traduzione dal tedesco nel francese dello stesso autore ed ora trasportata nell'idioma italiano. Imola 1821; Sulla Costituzione di Spagna. Trad. dal tedesco. 2. edizione italiana. Torino 1821; Della costituzione delle cortes di Spagna ... Traduzione dal tedesco nel francese ed ora trasportata nell'idioma italiano da G. A. P. Napoli 1822; Sulla costituzione spagnola. Opuscolo tradotto dal tedesco. Venezia 1822; dass. katalanisch: De la Constitución de las Cortes de España. Gerona 1823; dass. spanisch (kastilisch): Anßlisis de la Constitución española, obra escrita en alemßn y traducida al francés por Mr. Haller y a la lengua castellana por un amante de su Rey. 1823; Anàlisis de la Constitucion de las Cortes de España. Obra escrita en aleman y en frances por Mr. Haller, y traducida al español. Madrid 1823; Lettre de M. Charles-Louis de Haller, membre du Conseil souverain de Berne, à sa famille, pour lui déclarer son retour à l'Eglise catholique, apostolique et romaine. Paris, Lyon 1821; davon mind. 20 frz. Ausgaben (6 Paris/Lyon, 3 Genève, 2 Fribourg, je 1 o.O., Metz, Avignon, Toulouse, Turin, Anvers, Louvain, Tournay, Lyon); mind. 22 dt. Ausgaben (4 Mainz, 3 Leipzig, 3 Bern, 2 Luzern, 2 Reutlingen, 2 Stuttgart, 2 Wien, je 1 Freiburg i.Üe., Zug, Rottweil und Strassburg); mind. 15 ital. Ausgaben (6 Milano, 2 Modena, 2 Bologna, je 1 Imola, Napoli, Genova, Pisa, Roma); mind. 8 engl. Ausgaben (5 London, 2 Dublin, 1 Washington); 3 katalanische, 2 spanische (kastilische), 1 polnische, 1 flämische und 1 holländische Ausgabe; De quelques dénominations de partis, pour servir à l'intelligence des journaux et de plusieurs autres écrits modernes. Genève 1822; ebenfalls in Mélanges de droit public et de haute politique. Par Charles-Louis de Haller. Tome premier. Paris 1839, p. 149-184; ebenfalls in Carl Ludwig von Haller. Satan und die Revolution und andere Schriften. Herausgegeben, eingeleitet und mit einer Bibliographie versehen von Jean-Jacques Langendorf. Wien und Leipzig 1991, 76-100; dass. ital.: Di alcune denominazioni di partito. Memoria. Milano 1822; weitere 4 ital. Ausgaben;.(An.): Schutzrede für Herrn Emmanuel Fellenberg, oder Ursprung und Veranlassung seiner Ansichten über den fremden Kriegs-Dienst. 1831; (An.): Entwurf eines Bundes der Getreuen zum Schutz der Religion, der Gerechtigkeit und der wahren Freyheit. o. O. (Schweiz) 1833; dass. Winterthur 1833; Statuten der `Katholischen Gesellschaft des Kantons Solothurn'. [Flugblatt, 1832]; Révélations sur les causes qui ont amené la révolution suisse en 1830 et 1831. s.l. 1833 (Separatdruck aus Berliner politisches Wochenblatt No. 23, 8. Juni 1833 - No. 30, 27. Juli 1833); leicht verändert ebenfalls in Mélanges de droit public et de haute politique. Par Charles-Louis de Haller. [2 tomes en 1 vol.] Tome 2, Paris 1839, p. 335-402; Satan und die Revolution. Ein Gegenstück zu den Paroles d'un croyant. Luzern 1834; 1834/35 weitere 3 Aufl.; ebenfalls in: Carl Ludwig von Haller. Satan und die Revolution und andere Schriften. Herausgegeben, eingeleitet und mit einer Bibliographie versehen von Jean-Jacques Langendorf. Wien und Leipzig 1991, 106-117; dass. ital.: Satanasso e la rivoluzione contrapposto alle Parole d'un Credente. Modena 1835; dass. franz.: Satan et la Révolution.; Geschichte der kirchlichen Revolution oder protestantischen Reform des Kantons Bern und umliegender Gegenden. Luzern 1836; zuerst Teilabdr. In SKZ (Luzern) No. 28, 12. Juli 1834 - 11. Juli 1835; 2. Aufl. Luzern/Augsburg 1837; dass. frz.: Histoire de la Révolution religieuse, ou de la Réforme protestante dans la Suisse occidentale ... Paris 1837, weitere 3 Aufl. Paris 1838-39; Mélanges de droit public et de haute politique. [2 tomes en 1 vol.] Paris 1839; korrigierte Neuaufl.: Etudes historiques sur les révolutions d'Espagne et de Portugal. 2 vol. Paris 1840; Die Freymaurerey und ihr Einfluß in der Schweiz. Dargestellt und historisch nachgewiesen. [Nebst:] Nachtrag. Schaffhausen: 1840; dass. ital.: La frammassonneria e sua influenza sulla Svizzera, esposta e dimostrata istoricamente da Carlo Ludovico de Haller. Tradotto in lingua italiana da un amico del popolo e del progresso. Lucerna 1847; Nachtrag zur Freymaurerey und ihrem Einfluß in der Schweiz, von dem nemlichen Verfasser. Schaffhausen 1841; Staatsrechtliche Prüfung des vereinigten preußischen Landtags nebst redlichem Rath an den König zur Behauptung seines guten Rechts. Schaffhausen 1847; Die wahren Ursachen und die einzig wirksamen Abhülfsmittel der allgemeinen Verarmung und Verdienstlosigkeit. Schaffhausen 1850.

Lit.: (inkl. posthum veröffentlichte, kommentierte Erstdrucke von Haller-Schriften und -Briefen): Das Pestalozzische Institut an das Publikum. Ein Wort der Vertheidigung gegen einen verläumderischen Angriff in den göttingischen gelehrten Anzeigen, und zugleich ein vorläufiger Beitrag zur Berichtigung der in dem schweizerischen Kommissionsberichte an die Tagsatzung enthaltenen Thatsachen [von Johannes Niederer]. Yferten 1811; - Bemerkungen über die Pestalozzi in den gelehrten Göttingischen Anzeigen gemachten Beschuldigungen und Anklagen. Von E[lias] Mieg zu Frankfurt a. M. In: Neue Bibliothek für Pädagogik (von GutsMuths) 1811, III, 3-65; - [Johannes Niederer:] Pestalozzi's Erziehungsunternehmung im Verhältniß zur Zeitkultur. Ein historisch kritischer Beitrag zur Kenntniß und Berichtigung der öffentlichen Beurtheilung dieses Gegenstands. In zwei Abtheilungen. Erste Abtheilung. Enthaltend die Beleuchtung des Berichts der Untersuchungskommission an die schweizerische Tagsatzung, veranlaßt durch die Rezension desselben in den göttingischen gelehrten Anzeigen. Iferten und Tübingen. 1812; - Adam Müller: Sendschreiben an Herrn Carl Ludwig von Haller des souverainen, wie auch des geheimen Rathes der Republik Bern Mitglied. In: Deutsche Staats-Anzeigen (Leipzig) 2 (1817) H. 8, 147-167; - Zweites Sendschreiben des Herausgebers an Herrn Karl Ludwig v. Haller. In: Deutsche Staats-Anzeigen (Leipzig) 2 (1817) H. 11, Nr. 4, 4.11.1817, 502-511; - Wilhelm Traugott Krug: Die Staatswissenschaft im Restaurazionsprozesse der Herren von Haller, Adam Müller und Konsorten betrachtet von Wilhelm Traugott Krug. Leipzig 1817; - Ludwig Achim von Arnim: Frau von Stael und Herr von Haller. In: Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz, hrsg. von Friedrich Wilhelm Gubitz (Berlin) 1818, Nr. 184, 734-735, Nr. 185, 737-738; - Etwas über den deutschen Adel, über Ritter-Sinn und Militair-Ehre in Briefen von Friedrich Baron de la Motte Fouqué und Friedrich Perthes. Nebst Beilagen aus Möser's, F. [sic] L. von Haller's und Rehberg's Schriften. Hamburg 1819; - Heinrich Steffens: Caricaturen des Heiligsten. Teil 1, Leipzig 1819; - Correspondance entre M. le Vicomte [Louis-Gabriel-Ambroise] de Bonald, membre de la Chambre des députés, et M. [Emanuel Friedrich] Fischer, membre du Conseil souverain de Berne, au sujet de la conversion de M. C.-L. de Haller, ci-devant membre du même Conseil. Genève 1821; - dass.: Briefwechsel zwischen Herrn Vicomte [Louis-Gabriel-Ambroise] de B[onald], Mitglied der Deputirten-Kammer und Herrn [Emanuel Friedrich] F[ischer], Mitglied des souverainen Raths von Bern, über die Religionsänderung des Herrn C[arl] L[udwig] v[on] Haller, ehemaligen Mitgliedes des nämlichen Raths. Bern 1821; - Heinrich Escher: Ueber die Philosophie des Staatsrechts, mit besonderer Beziehung auf die Haller'sche Restauration und einem Vorwort über Hrn. C. L. von Haller's Uebertritt zur Röm.-Kath. Kirche und dessen Ausschliessung von den öffentlichen Aemtern der Stadt und Republik Bern. Zürich 1821; - Franz Geiger: Apologie des Herrn Karl Ludwig von Haller ... Brig und Solothurn 1821; - Ders.: Des Herrn Professors [Wilhelm Traugott] Krug Prüfung des Briefes des Herrn von Haller. Nebst einem Anhange gegen die Bemerkungen des Hrn. Prof. S(amuel) Studer in Bern, und einer Nachschrift gegen Paulus in Heidelberg. Luzern 1822; - Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundriße. Berlin 1821; dass. Mit den von Gans redigierten Zusätzen aus Hegels Vorlesungen neu hrsg. von Georg Lasson. Leipzig 1911, 198-201; - (Wilhelm Traugott) Krug: Sendschreiben des Herrn von Haller an seine Familie, betreffend seinen Uebertritt zur katholischen Kirche. [Leipzig] 1821 (versch. Ausgaben); - Ders.: Examen de la Lettre de M. de Haller à sa famille, concernant son changement de religion. Traduit de l'allemand. Genève 1821 (andere Ausg. Paris-Strasbourg); - Ders.: Apologie der protestantischen Kirche gegen die Verunglimpfungen des Herrn von Haller in dessen Sendschreiben an seine Familie. Vom Professor Krug in Leipzig. Leipzig 1821; - Marquis de Langalerie: Réponse à la lettre de M. Charles-Louis de Haller, au sujet de son changement de religion, par Feu M. [Philippe de Gentil] le Marquis de Langalerie. Genève 1821; - dass.: Antwort des sel. Hrn. (Philippe de Gentil) Marquis de Langalerie auf das Sendschreiben des Hrn. C. L. v. Haller, betreffend dessen Abfall vom evangelisch-reformirten Glauben. Aus dem Französischen übersetzt. Bern 1821 (versch. Ausgaben); - L(ouis) Manuel: Observations adressées à M. Charles-Louis de Haller, sur la lettre par laquelle il annonce à sa famille son retour à l'Eglise de Rome. Lausanne 1821; - Ders. [Ludwig Manuel]: Bemerkungen an Herrn von Haller über das Sendschreiben, in welchem er seiner Familie seine Rückkehr zur römischen Kirche ankündiget. Aus dem Französischen. St. Gallen, 1822; - Heinrich Eberhard Gottlob Paulus: Carl Ludwig von Hallers, gewesenen Mitgliedes des souverainen Raths zu Bern Schreiben an seine Familie, zur Erklärung seiner Rückkehr in die katholische, apostolische, römische Kirche. Französisch und Teutsch nach der 4. Ausg. Paris und Lyon 1821. Stuttgart 1821 (versch. Ausgaben); - J[ohann] G[ottlieb] Rätze: Die Constitutionsscheu des Hrn. v. Haller, oder dessen inspirirte Ansichten vom Staate und von der Kirche. Leipzig 1821; - Samuel Studer: Herrn C. L. v. Haller's Brief an seine Familie, worinn er derselben seinen Übertritt zu der katholischen Religion anzeigt. Aus einer sorgfältig gemachten Abschrift des ursprünglichen Originals neu übersetzt, mit allen von dem Verfasser in der Pariserausgabe späterhin beygefügten Zusätzen und Veränderungen. Das Ganze mit theils berichtigenden, theils widerlegenden Anmerkungen auch einigen Beylagen begleitet. Bern 1821; - H[einrich] G[ottlieb] Tzschirner: Der Uebertritt des Herrn von Haller zur katholischen Kirche (Leipzig) 1821; - Ders.: Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpunkte der Politik betrachtet. Leipzig 1822, 18222; - dass.: Le Catholicisme et le Protestantisme considérés sous le point de vue politique. Strasbourg 1823; - B[ernhard] Van den Wyenbergh: Apologie des Herrn Karl Ludwig von Haller, oder freymüthige und kritische Beleuchtung mehrerer gegen denselben bey Gelegenheit seines Uebertritts zur katholischen Religion in Zeitungen, periodischen Blättern und Flugschriften gerichteten Ausfälle und Invektiven, in Briefen, begleitet von einer historisch-philosophisch-religiösen Vorrede über die Hauptbegebenheiten der jüngsten Zeit, besonders in religiöser Hinsicht, und über den gegenwärtigen Zustand der Dinge. Zwei Lieferungen. Brig und Solothurn, Wien, Mainz 1821-22; - Ders.: Observations en réponse à celles adressées par M. Manuel, ... à M. Ch. L.s de Haller ... Fribourg 1822; - Caroli Frid.[erici] Christ.[iani] Wenck Oratio de iuris naturae in studio iuris civilis usu nunc sine ratione spreto. Habita d. XXIV. mens. Martii anno MDCCXIX. Nunc excursibus quibusdam aucta. Leipzig 1821; - Lettre à Mr. Guers, libraire, éditeur d'une réimpression de la Lettre de Mr. Ls. Haller de Berne, par X. Genève 1821; - Jrenius Eupistinus [Ps. für Andreas Räss?]: Haller und Tzschirner, oder der von Hrn. Dr. Tzschirner beleuchtete Uibertritt [sic] des Hrn. v. Haller zur katholischen Kirche.. Mainz 1822; - A.[ndreas] Räß und N.[ikolaus] Weis: Prüfung der Prüfung oder Bemerkungen über die Krug'sche Prüfung des v. Haller'schen Sendschreibens. Mainz 1822; - [Georg Friedrich Daniel Göss]: Replik auf die neue Beleuchtung des Dr. Irenius Eupistinus, in Sachen des Herrn Dr. Tzschirner, contra Herrn von Haller. [Ulm 1823]; - Difesa invincibile della conversione del signor Carlo Luigi De Haller di Berna. Venezia 1823; - Emanuel Friedrich Fuchs: Polemisch-religiöser, Licht und Wahrheit verbreitender Federkampf, entstanden zwischen dem römisch-kathol. Hrn. Chorherrn Geiger, gew. Professor der Theologie in Luzern, und dem reformierten Emanuel Friedrich Fuchs, Handels-Commiß in Bern, bei Anlass des Uebertritts des Herrn Carl Ludwig von Haller von Bern zur römischen Kirche. Reutlingen 1823; 18252; - August Wilhelm Rehberg: Politisch-historische kleine Schriften. [= Sämmtliche Schriften von A. W. Rehberg, Vierter Bd.]. Hannover 1829, 121-162; - Konrad] E[ngelbert] Oelsner in Paris über Personen und Ereignisse seiner Zeit. In: Prometheus. Für Licht und Recht. Zeitschrift in zwanglosen Heften, hrsg. von Heinrich Zschokke und seinen Freunden. Th. 1, Aarau 1832, 205-244; - Johann Weitzel: Geschichte der Staatswissenschaft. Zweiter Theil. Stuttgart und Tübingen 1833, 340-351; - G. Groen van Prinsterer: Beschouwingen over Staats- en Volkerenregt. Leiden 1834; - [Anton Edler von Krauß:] Versuch, die Staatswissenschaft auf eine unwandelbare Grundlage festzustellen. Wien 1835; - [Constantin von Löwenstein-Werthheim:] Beyträge zur Philosophie des Rechtes. Heidelberg 1836; - Luigi Ugolini: Catechismo contro-revoluzionario politico, intorno alla origine, natura et scopo dalla società et degli stati, a preservamento della gioventù. Fossombrone 1836; - Ders.: Institutiones juris socialis natuare ad usum scholarum adversus pseudo-juspublicum philosophicum juxta theoriam status naturalis socialis a celeberrimo viro Carolo Ludovico de Haller oppositam hypothesi status civilis factitii. Pars prima, secunda. Forosempronii 1837/1838; - Ders.: Questione se, ed in qual modo da Dio venga la Sovranità temporale, il potere cioè nel Principe di comandare su tutti gl'individui esistenti nel suo stato, ed il dovere di questi d'obbedire, risoluta da Mons. L. Ugolini Vescovo di Fossombrone, Seconda la teoria dello stato naturale sociale opposta, dall'insegna scrittore Carlo Ludovico de Haller, alla supposizione di uno stato civile fattizio. Fossombrone 1839; - Ders.: Breve esposizione di alcune qualità proprie della Chiesa Cattolica secondo la teoria universale filosofica delle società spirituali o degli Stati ecclesiastici, insegnata dall'egregio scrittore Carlo Ludovico de Haller. Fossombrone 1840; - Ders.: Esame sulle varie opinioni degli scrittori profani e sacri intorno alla questione Se e come venga da dio la Sovranità temporale. Nuova ed. coll'aggiunto dell'opinioni di taluni scrittori viventi, alle quali tutte si contrappone quella del Barone de Haller. Fano 1843; - Leopold August Warnkönig: Rechtsphilosophie als Naturlehre des Rechts. Freiburg im Breisgau, 1839, 159-160; - Entretiens familiers d'un ministre protestant converti avec un de ses anciens correligionnaires, Parl M. l'Abbé [Jean-Georges] Esslinger, ... Lyon-Paris-Fribourg 1840, p. 343-344; dass. dt.: Solothurn 1841, 396-397; - Karl Riedel: Karl Ludwig von Haller's staatsrechtliche Grundsätze. Nach dessen Restauration der Staatswissenschaft, bearbeitet und beleuchtet. Darmstadt 1842; - Theodor Schaerrer (= Scherer-Boccard): Revoluzion und Restaurazion der Staatswissenschaft. Historisch und kritisch dargestellt. Luzern, 1842; - Ders.: Erinnerungen am Grabe Karl Ludw. von Haller's, mit besonderer Beziehung auf seine Schrift `Restauration der Staatswissenschaft' und seine Rückkehr zur katholischen Kirche. Solothurn 1854; - La littérature française contemporaine, 1827-1844. Continuation de la France littéraire. Dictionnaire bibliographique ... par Ch. Louandre et Félix Bourquelot, t. 4, Paris 1848, 244-245; - Anton von Tillier: Geschichte der Eidgenossenschaft während der sogenannten Restaurationsepoche. Vom Anfange des Jahres 1814 bis zur Auflösung der ordentlichen Tagsatzung von 1830. Aus den Urquellen dargestellt. Bd.1-3, Bern/Zürich 1848-50; - [Wilhelm] Prisac: Deutsche Geschichtsschreiber, Politiker und Publicisten. II. Artikel. Katholiken. In: Deutsche Volkshalle (Köln) Nr. 227, 27. Aug. 1850, und Nr. 233, 4. Sept. 1850, Feuilleton; . [Todesmeldung und Nekrolog]. In: Gazette de Fribourg No. 64, Lundi, 29 Mai 1854, p. 3: - [Korrespondentenmmeldung vom Tode Hallers und erste Würdigung.] In: Deutsche Volkshalle (Köln) Nr. 123, 31. Mai 1854, 2; - [Héliodore Raemy de Bertigny]: Notice sur la vie de Charles-Louis de Haller, ancien membre du Conseil secret et du Conseil souverain de Berne, chevalier de plusieurs Ordres, décédé à Soleure le 20 Mai 1854. In: Le Chroniqueur. Feuille politique, scientifique et littéraire, paraissant le samedi à Fribourg. Première année, Fribourg 1854, No. 22, 3 Juin 1854, p. 1-3; No. 23, 10 Juin 1854, p. 1-3; No. 24, 17 Juin 1854, p. 1-3; No. 25, 24 Juin 1854, p. 1-3; No. 27, 8 Juillet 1854, p. 1-2; dass. »Avec des adjonctions«. Fribourg 1854; - Erinnerung an Karl Ludwig Haller (gewidmet dem Grafen Johann v. Salis. Geschrieben am Auffahrtstag 1854.) (Mannheim 1854); - Bernhard Zeerleder von Steinegg, Karl Ludwig von Haller. In: Neuer Nekrolog der Deutschen; - J.[ohann] A.[ugust] Moriz Brühl: Geschichte der Katholischen Literatur Deutschlands vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. In kritisch-biographischen Umrissen. Ein vervollständigender Beitrag zur National-Literaturgeschichte. Leipzig 1854, 732-738 und 779-782; Wien-Leipzig 18612 732-738; - Rudolph Gottschall: [Carl Ludwig von Haller]. In: Die deutsche Nationalliteratur inder ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Literarhistorisch und kritisch dargestellt. Bd. 1, Breslau 1855, 359-360; - Cenno biografico intorno a Carlo Luigi Dehaller membro del sovrano Consiglio di Berna in Svizzera, e sua Lettera alla sua Famiglia per dichiararle il motivo del suo ritorno alla Chiesa Cattolica, Apostolica e Romana. Torino 1855; - Karl Ludwig von Haller. In: Die Geschichte und Literatur der Staatswissenschaften. In Monographieen dargestellt von Robert von Mohl. Bd. 2, Erlangen 1856, 529-560; ND 1960; - K.[arl] G.[ustav] König: Karl Ludwig von Haller, zubenannt »der Restaurator«. Nekrolog. In: Kritische Ueberschau der deutschen Gesetzgebung und Rechtswissenschaft, hrsg. von L. Arndts, J. C. Bluntschli und J. Pözl (München) 3 (1856) 89-104; - A.[ntoine]-E.[lysée] Cherbuliez: Etudes sur quelques publicistes militants du XIXe siècle. Louis de Haller. In: Bibliothèque universelle et revue suisse t. XIII, Genève-Lausanne 1862, 191-202; - August Geyer: Geschichte und System der Rechtsphilosophie in Grundzügen. Innsbruck 1863, 87-89; - Johann Caspar Bluntschli: K. L. v. Haller. In: Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Bd. 1: Geschichte des allgemeinen Staatsrechts und der Politik. Seit dem 16. Jh. bis zur Gegenwart. München 1864, 496ff.; - J[akob] Hodler: Geschichte des Schweizervolkes. Neuere Zeit. Erste Periode. Untergang des helvetischen Einheitsstaates und die Zeit der Mediationsverfassung. Bern 1865; - Rosenthal 1. Bd. 1. Abt. Deutschland I, 1866, 271-294; 18712, 348-374; - E[manuel] F[riedrich] von Fischer: Erinnerung an Niklaus Rudolf von Wattenwyl, weil. Schultheiß der Stadt und Republik Bern, gew. Landammann der Schweiz und General über die eigenössischen Aufgebote von 1805, 1809 und 1813 mit Rückblick auf einige Denkwürdigkeiten seiner Zeit. Bern 1867; - Missionen der Berner Regierung nach Genf (1782 [richtig:1792]), Ulm (1795), Mailand, Paris und Rastatt (1797-1798). Mittheilungen aus dem Nachlaß des Herrn K. L. von Haller. In: Berner Taschenbuch 1868 (Bern 1868) 71-106; - Gallerie berühmter Schweizer der Neuzeit. In Bildern von Fr. und H. Hasler. Mit biographischem Text von Alfred Hartmann. Bd. 2, Baden im Aargau 1871, Nr. 78, 4 (eigene Paginierung); ebenfalls in DBA; - August Koberstein: Geschichte der deutschen Nationalliteratur vom zweiten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts bis zu Goethe's Tod. 5. umgearb. Aufl. von Karl Bartsch. 3. Theil, Leipzig 1873, 560; - Egbert Friedrich von Mülinen: Prodromus einer schweizerischen Historiographie. In alphabetischer Reihenfolge die Historiker aller Cantone und aller Jahrhunderte umfassend. Bern 1874, 32; - J. Duperrex: R. de Watteville 1760-1832, F. de Mulinen 1760-1833, Ch.-L. de Haller 1768-1854. In: Galerie Suisse. Biographies nationales publiées avec le concours de plusieurs écrivains suisses par Eugène Secretan. t. 2, Lausanne 1876, 477-493; - Rückkehr in's Vaterhaus. Mit besonderer Rücksicht auf Rosenthal's »Konvertitenbilder«. Von einem St. Gallischen Priester. Ingenbohl, Kt. Schwyz, 1884, 28-33; - Wilhelm Lindemann: Geschichte der Deutschen Litteratur. 6. Aufl., hrsg. von Joseph Seeber. Freiburg i. Br. 1889, 797; - Actensammlung aus der Zeit der Helvetischen Republik (1798-1803). Bearbeitet von Johannes Strickler. IV. Band: April bis September 1799. Bern 1892; - Jakob Waser: Carl Ludwig von Haller und dessen Ahnen. In: Vaterland (Luzern) 15., 17. und 18. Juni 1893; - Huldreich Looser: Entwicklung und System der politischen Anschauungen K. L. von Hallers. Diss. Bern 1896; - Adolf Dock: Revolution und Restauration über die Souveränität. Strassburg 1900; - H. Türler: Zwei Briefe betreffend die Conversion des Restaurators Haller. In: Neues Berner Taschenbuch auf das Jahr 1902 (Bern 1901) 254-262; - Wilhelm Oechsli: Geschichte der Schweiz im Neunzehnten Jahrhundert. 2 Bde. Leipzig 1903/1913; - Ders.: Zwei Denkschriften des Restaurators Karl Ludwig v. Haller über die Schweiz aus den Jahren 1824 und 1825. In: Festgabe für Gerold Meyer von Knonau. Zürich 1913, 413-444; - Robert Durrer: Die Unruhen in Nidwalden nach dem Sturze der Mediationsverfassung und der Übergang Engelbergs an Obwalden. In: Jahrbuch für Schweizerische Geschichte 28 (1903) 87-244; - R. Steck: Ein Konflikt zwischen dem Bernischen äusseren Stand und dem Reichsgrafen Friedrich Leopold zu Stolberg, 1795. In: Neues Berner Taschenbuch auf das Jahr 1906. Bern 1905, 287-317; - Leon Kellner: »Macht ist Recht.« [Über Haller und Carlyle.] In: Die Nation (Berliner Wochenschrift) Nr. 42, 21.7.1906, 666-669; - Hallers Enkel und Carlyle. In: Der Bund (Bern) Abendblätter 8./9. Aug. 1906, und 9./10. Aug. 1906, Feuilleton; - Friedrich Meinecke: Haller und der Kreis Friedrich Wilhelms IV. In: Weltbürgertum und Nationalstaat. Studien zur Genesis des deutschen Nationalstaates. München und Berlin 1907, 216-270; 19112 (u.ö.); dass.: Cosmopolitismo e Stato nazionale. Trad. ital., vol. 1, Perugia-Venezia 1930, p. 212ss.; - Albert Vogt: Charles-Louis de Haller et sa correspondance. In: SZKG 1 (1907) 183-193, 286-294; - Felix Burckhardt: Die schweizerische Emigration 1798-1801. Basel 1908: - C.[aspar] Decurtins: Eine vergessene Schrift des Carl Ludwig von Haller. In: Monatsschrift für Christliche Sozialreform (Basel) 30 (1908) H. 11, 675-681; - Samuel Markus: Geschichte der schweizerischen Zeitungspresse zur Zeit der Helvetik 1798-1803. Zürich 1910; - Felix Stähelin: Der Restaurator Haller als politischer Denunziant. In: Sonntagsblatt des »Bund« (Bern) Nr. 49, 3. 12. 1911, 774-778; - Ders.: Ein Briefwechsel zwischen Karl Ludwig von Haller und Fürst Hardenberg. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 11 (1912) H. 1, 221-229; - Ewald Reinhard: Karl Ludwig von Haller. In: Der Aar (Regensburg) 3 (1912/13) Juni 1913, 345-352; - Ders.: Solothurner Hallererinnerungen. In: Feuilleton der Kölnischen Volkszeitung Nr. 919, 24. 10. 1913; - Ders.: Hallers `Restauration der Staatswissenschaft'. In: HPBl 152 (1913) 918-931; - Ders.: Präludien zu einer Biographie Karl Ludwigs von Haller unter Benutzung des handschriftlichen Nachlasses Hallers. In: HJ 35 (1914) H. 3, 591-605; - Ders.: Adolf von Kleist an Karl Ludwig von Haller. Aus dem Haller'schen Nachlasse. In: Konservative Monatsschrift 72 (1914) 160-165, 209-215, auch sep. Berlin 1914; - Ders.: Briefe von Ernst Ludwig v. Gerlach an Karl Ludwig v. Haller. In: Beilage zu Nr. 219 der Neuen Preußischen [Kreuz-] Zeitung (Berlin) vom 12. Mai 1914; - Ders.: Karl Ernst Jarcke an Karl Ludwig von Haller. Aus dem Hallerschen Nachlasse herausgegeben. In: HpBll 154 (1914) 402-415; - Ders.: Karl Ludwig von Haller. Ein Lebensbild aus der Zeit der Restauration. Auf Grund der Quellen dargestellt. Köln 1915; - Ders.: Johann Baptist von Pfeilschifter. Ein Redakteur aus dem Vormärz. In: Literarische Beilage der Kölnischen Volkszeitung Nr. 16, 22. Juli 1915, 121-123 (Briefe an Haller); - Ders.: Heinrich Bernhard von Andlaw. Neue Beiträge zu seinem Leben. [Briefe an Haller] In: Literarische Beilage der Kölnischen Volkszeitung Nr. 21, 30. Sept. 1915, 161-163; - Ders.: Zwei Denkschriften Karl Ludwigs von Haller. In: Historisches Jahrbuch 37 (1916) 411-424; - Ders.: Karl Ludwig von Haller und seine Beziehungen zum Kreis um Metternich. In: HPBl 162 (1918) 168-175; - Ders.: Der Züricher Kreis der Hallerfreunde. In: HJ 42 (1922) 29-56; - Ders.: Karl Ludwig von Haller und seine Beziehungen zu Göttingen. In: HPBl 169 (1922) 328-346; - Ders.: Ein Zürcher Kreis der Hallerfreunde. In: Lit. Warte der Neuen Zürcher Nachrichten 1923, Nr.1/2; - Ders.: Aus dem handschriftlichen Briefwechsel des `Restaurators der Staatswissenschaft', Karl Ludwigs von Haller. Drei Briefe von Andreas Räß an Karl Ludwig von Haller. In: Festschrift für Erich Schulz, Dortmund 1924, 51-61; - Ders.: [K. L. v.] Haller und [Friedrich] Hurter. Auf Grund ihres Briefwechsels unter Benützung ungedruckter Quellen. In: Schweizerische Rundschau 24 (1924/25) H. 3, 1-21 [128-149], H. 4, 1-19 [204-222]; - Ders.: Der Restaurator Karl Ludwig von Haller und die Steinersche Verlagsbuchhandlung in Winterthur. In: Jahrbuch der Literarischen Vereinigung Winterthur 1925, 85-98; - Ders.: Karl Ludwig von Haller und Franz Geiger. (Ungedruckte Briefe Geigers an Haller.) In: Schweizerische Rundschau 25 (1925/26) 557-567, 669-677 und 768-777; - Ders.: Karl Ludwig von Haller und Heinrich Zschokke. Ungedruckte Briefe Hallers. In: Gelbe Hefte 4 (1928) 829-847; - Ders.: Bilder aus der geistigen Vergangenheit des Bodensees. Karl Ludwig von Hallers Beziehungen zum Bodenseegebiet. In: Das Bodenseebuch, Konstanz 1932, 20-22; - Ders.: Karl Ludwig von Haller, der »Restaurator der Staatswissenschaft«. Münster i. W. 1933; - Ders.: Westfälische Adelige im Pariser Salon des »Restaurators der Staatswissenschaft«. In: Auf Roter Erde (Beilage des Münsterischen Anzeigers) Jg. 8, Nr. 5, 26. 2. 1933, 39-40; - Ders. (Hrsg.): Briefe Karl Ludwig von Hallers an Anton Freiherrn von Salis-Soglio, kais. königl. Kämmerer. In: Historische Vierteljahrschrift (Dresden) 28 (1933) H. 3, 571-603; - Ders. Aus der Zeit des Wiener Kongresses. Vier Briefe von Karl Ludwig von Hallers an Anton Freiherrn von Salis-Soglio. In: Schweizerische Rundschau 33 (1933/34) H. 10, 881-890; - Ders.: Ein selbstverfasster Lebensabriß des Restaurators Karl Ludwig von Haller. In: Zeitschrift für schweizerische Geschichte 15 (1935) Nr. 4, 369-375; - Ders.: Schweizer Restaurationsanhänger im Verkehr mit badischen Gesinnungsfreunden. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 49 (1936) 288-296; - Ders.: Die Beziehungen des »Restaurators« Karl Ludwig von Haller zum Elsass. In: Archiv für elsässische Kirchengeschichte 12 (1937) 327-338; - Ders.: Karl Ludwig von Haller im Verkehr mit ausländischen Diplomaten. Nach neuen Quellen. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1945, H. 1, 24-33; - Ders.: K. L. von Hallers Freunde in Luzern. In: Der Geschichtsfreund 102 (1949) 99-104; - Ders.: Neuere Literatur über Karl Ludwig von Haller. In: ZSG 30 (1950) 444-446; - Die Résumés der Tagebücher des `Restaurators' Karl Ludwig von Haller [18 Résumés, 1825-1851]. In: Jahrbuch für Solothurnische Geschichte 27 (1954) 137-167; - Ders.: Der Streit um Karl Ludwig von Hallers `Restauration der Staatswissenschaft'. Zum 100. Todestag des `Restaurators'. In: Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft (Tübingen) 111 (1955) H. 1, 115-130; - Ders. u. Adolphine Haasbauer (Hrsg.): Aufzeichnungen Karl Ludwig von Hallers über seine Jugendjahre 1768-1792. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 23 (1961) 27-67; - Attilio Focherini: La teorica dello Stato di Carlo Luigi de Haller. (Saggio-analitico-critico). Carpi-Emilia 1913; - Ein Staatsrechtslehrer. Karl Ludwig von Haller. In: Lebensbilder hervorragender Katholiken des 19. Jahrhunderts. Nach den Quellen bearbeitet und hrsg. von Johann Jakob Hansen. Bd. 8, Paderborn 1914, 134-148; - G. Kurz: Das Professorenkollegium der Berner Akademie um 1814. 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Bearb. von einem Vereine katholischer Gelehrten und hrsg. von Wilhelm Binder. Bd. 9, Regensburg 1848, 51-53; - Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit oder neuestes encyclopädisches Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Gewerbe ... hrsg. von H. A. Pierer. 3. Aufl. (4. Ausg.) Bd. 7, Altenburg 1851, 281; - [Michel Chevalier] in Dictionnaire de l'économie politique contenant l'exposition des principes de la science, l'opinion des écrivains qui ont le plus contribué à sa fondation et à ses progrès, la bibliographie générale de l'économie politique par noms d'auteurs et par ordre de matières avec des notices biographiques et une appréciation raisonnée des principaux ouvrages ... publié sous la direction de Ch. Coquelin et Guillaumin. Tome 1, Paris 1852, 847; dass. Bruxelles-Livourne-Leipzig 1853, 936; - Graf Theodor von Scherer, in Kirchen-Lexikon oder Encyclopädie der katholischen Theologie und ihrer Hilfswissenschaften. Hrsg. v. Heinrich Joseph Wetzer und Benedikt Welte. 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Ristampa aggiornata della seconda edizione interamente rielaborata, vol. 4, Roma 1979; - Literatur Lexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache. Hrsg. von Walther Killy. Bd. 4, Gütersloh 1989, 483-485; - Grote Winkler Prins encyclopedie in 26 delen. Deel 11, Amsterdam-Elsevier-Antwerpen 1991, p. 10; - DHGE t. 23, fasc. 132, 1990, 177-178; - Schweizer Lexikon in sechs Bänden. Bd. 3, Luzern 1992, 311-312; - Deutsches Biographisches Archiv DBA. Microfiche-Edition. München-New York 1982-85, I 465, 33-56; II (NF) 516, 7-49, 135-138; - LThK Bd. 4, 19953, Sp. 1160-1161.

Albert Portmann-Tinguely

Literaturergänzung:

Dijon de Monteton, Charles Philippe: Die Entzauberung des Gesellschaftsvertrags. Ein Vergleich der Anti-Sozial-Kontrakts-Theorien von Carl Ludwig von Haller und Joseph Graf de Maistre im Kontext der politischen Ideengeschichte. Frankfurt am Main et al., 2007, Verlag Peter Lang.

Letzte Änderung: 17.07.2008