HEROLD, Balthasar, Glocken und Stückgießer, * 1625 in Nürnberg, † August 1687 in Wien, Sohn des Nürnberger Glockengießers Georg Herold. Balthasar Herold erlernte das Handwerk wahrscheinlich bei seinem Stiefvater Leonhard Löw (bei K. Walter als Glockengießer in Wien mit einer Gl. 1649 in der Diözese St. Pölten erwähnt) und war danach einige Jahre als Stückgießer in Warschau tätig. Im Jahre 1650 übersiedelte er nach Wien und war danach über drei Jahrzehnte als Glockengießer und kaiserlicher Stückgießer tätig. Von Balthasar Herold sind zwischen 1654 und 1682 23 Glocken belegt. Seine wohl größte Glocke goß er 1672 für das Schloß in Eisenstadt (Dm: 147 cm; Gewicht: ca. 2000 kg.). Eine von ihm gegossene Kanone auf der Festung Belgrad trug nach Karl Walter die Inschrift <\>>Balthasar Herold goß mich in Wien 1657<\<>.
Lit.: Walter, Karl, Glockenkunde, Regensburg 1913; - Weisenbäck, Andreas / Pfunder, Karl, Tönendes Erz, Die abendländische Glocke als Toninstrument und die historischen Glocken in Österreich, Graz-Köln 1961.
Bernhard Hemmerle
Letzte Änderung: 09.04.2011