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Band II (1990)Spalten 833-834 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

HILARIUS von Arles, Bischof, * 401, † 449 in Arles. - H. wurde von seinem Onkel Honoratus (s.d.) zum Christentum bekehrt und trat nach dem Verkauf seines väterlichen Erbes in das von Honoratus geleitete, streng asketische Kloster von Lerinum ein. Als Bischof von Arles empfahl Honoratus H. wegen seines Lebenswandels und seiner geistigen Fähigkeiten zum Nachfolger. Mit erst 29 Jahren wurde H. in dieses Amt gewählt und war als ein Prediger, der sich eines einfachen Stils befleißigte, als Seelsorger und als Beförderer guter Werke unermüdlich für das Kirchenvolk tätig. Gleichzeitig förderte er den asketischen Geist im Klerus und suchte den Primat des ärelatensischen Bischofssitzes in der südgallischen Provinz durchzusetzen. Diesem Bestreben widersetzte sich Papst Leo I., indem er einen von H. abgesetzten Bischof rehabilitierte und dem sich weiterhin widersetzenden H. 445 die Metropolitangewalt entzog. Später scheint es zu einem Ausgleich zwischen den beiden Männern gekommen zu sein. Im Sinne des Semipelagianismus, den er als Mönch in Lerinum kennengelernt hatte, bekämpfte H. die augustinische Prädestinationslehre, wie Prosper von Aquitanien (s.d.) in einem Brief an Augustin berichtet.

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Werke: Sermo de vita S. Honorati; Briefe an Eucherius v. Lyon; 4 Verse auf die brennende Qu. v. St. Barthelemy (Fundort u. weitere Werke s. CPL 500-509); MPL 50, 1213-1246; Suppl., hrsg. v. A. Hamman, III; Marie Denise Valentin, H. Arelatis Sermo de Vita Honorati. Edition, traduction, commentaires, Paris 1977 (Bibliogr.).

Lit.: Louis Duchesne, Histoire ancienne de l'Eglise III, 1911, 590 ff.; - Benedikt Kolon, Die Vita Hilarii Arelatensis. Eine eidograph. Stud., Paderborn o. J. (1925); - D. Franses, Paus Leo de Gr.en S. H. v. A. Hertogenbosch 1948; - S. Cavallin, Vitae SS. Honorati et Hilarii, Lund 1952 (13 ff.; Echtheitsfragen); - P. Grosjean, Notes d'hagiographie celtique, in: AnBoll LXXV, 1957, 183-185; - Lennart Hakanson, Some critical notes on the Vitae Honorati et Hilarii, in: VigChr 31, 1977, 55-59; - Bardenhewer IV, 571 f.; - Schanz IV/2. 528 f. 565; - Altaner 455 f.; - BS VII, 713 ff.; - Kl. Pauly II, 1146; - NBG XXIV, 663 ff.; - Thursten-Attwater II, 236 ff.; - LThK V, 335 f.; - RE VIII, 56 f.; - RGG III, 317.

Friedrich Wilhelm Bautz

Werkeergänzung:

2006

Vie de Saint Honorat. Introd., texte crit., trad. et notes par Marie-Denise Valentin. Retirage. Paris 2006.

Literaturergänzung:

1984

Jean-Pierre Weiss, Honorat héros antique et saint chrétien. Étude du mot "gratia" dans la "Vie de saint Honorat" d'Hilaire d'Arles, in: Augustinianum 24.1984, S. 265-280; -

1995

Mireille Labrousse, Saint Honorat, fondateur de Lérins et éveque d'Arles. Étude et trad. de textes d'Hilaire d'Arles, Fauste de Riez et Césaire d'Arles. Begrolle-en-Mauges 1995.

Letzte Änderung: 09.04.2011