Verlag Traugott Bautz |
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HISKIA (Ezechias), hrb.: [je] hizqijjahu = Jahwe ist meine Stärke, König von Juda, Sohn des Achaz und der Abi, Regierungszeit 725-697 v. Christi. - Obwohl H. relativ häufig in drei Schriften des Alten Testaments erwähnt wird, läßt sich sein Leben bisher nur rekonstruieren, als historisch zuverlässige Quellen können sowohl die Stellen in 2 Kön 18, 2 Kön 20, Jes 36-39 und 2 Chr 29-32 nicht gewertet werden. So läßt sich selbst seine 29jährige Regierungszeit nicht exakt beweisen. Auch die bisher erschlossenen assyrischen Texte messen H. nicht allzu große Bedeutung bei. - H.s Wirken war bestimmt durch den Schock, den der Fall des Nordreiches in Juda ausgelöst hatte. Das erste Dezennium seiner Regierungszeit kennzeichnet eine strikte Neutralität, H. erkannte die Oberhoheit Assyriens an bis hin zu einer nicht sonderlich genau präzisierten Vasallität. Erst als sich der Phiisterstaat Asdod gegen Sargon erhob, scheint sich H. mit dem Ziel einer völligen Unabhängigkeit dieser Bewegung angeschlossen, sie aber rechtzeitig wieder verlasssen zu haben, denn die assyrische Strafexpedition richtete sich allein gegen den Philisterstaat, der in eine assyrische Provinz umgewandelt wurde (711). Als nach Sargons Tod 705 sich Babylon vom assyrischen Reich löste, stellte H. seine Tributzahlungen ein, ja er scheint in Palästina der Initiator eines allgemeinen Aufstandes gewesen zu sein, dem sich zwei Philisterstaaten anschlossen. Im Bewußtsein einer möglichen Belagerung Jerusalems ließ er die Stadt stärker befestigen und den Siloahteich und -tunnel anlegen, der im Notfall die alles entscheidende Wasserversorgung sichern sollte. Verhandlungen mit Merodak-Baladan von Babylon blieben ohne Erfolg, ob mit Ägypten ein Bündnis zustandekam, ist unklar, es wird daraus erschlossen, daß Sargons Nachfolger Sanherib 701 zunächst ein ägyptisches Heer bei Elteko schlug und erst dann Juda angriff. Nach der Einnahme von 46 befestigten Städten belagerte der König Jerusalem. Er brach sie ab aus zwei Gründen, die unterschiedlich gewertet werden: Zum einen grassierte in seinem Heerdie Pest und zudem bot ihm H. die erneute Unterwerfung und die Zahlung eines hohen Tributs an. Jesajas Darstellung, die Stadt sei nur durch ein wunderbares Eingreifen Jahwes selbst gerettet worden, dürfte eher legendenhaften Charakter haben. Dabei unterschätzt Jesaja die Belastung, die das eigentliche Juda zu tragen hatte: Sanherib verteilte dessen Gebiet an die Philisterstaaten. H. blieb lediglich Stadtkönig von Jerusalem, die seit David bestehende Personalunion zwischen dem Staat Juda und dem Stadtstaat Jerusalem war somit aufgelöst. - Dennoch blieb H. der unbestrittene geistige Führer der Juden. Dies äußerte sich zu Beginn seiner Regierungszeit schon darin, daß er sich entschieden gegen die von seinem Vater Ahas geduldeten assyrischen Riten wandte. Im weiteren Verlauf ließ er alle heidnischen Altäre und die Ascheren beseitigen, das Götzenbild der ehernen Schlange, der weite Kreise abgöttische Verehrung zollten, wurde zerschlagen. H. selbst formulierte geistliche Lieder, Is 38, 10-20 bietet einen seiner, allerdings stark verstümmelten Texte. Darüber hinaus hielt H. die Priesterschaft zu einem vorbildlichen Leben an. Der Tempel mußte von allen nichttraditionellen israelitischen Kultgegenständen gereinigt werden, der Tempeldienst und die Einkünfte der Priester wurden neu festgelegt. Spr 25,1 erwähnt, daß H. seine Leute zum Sammeln salomonischer Sprüche anhielt, diese sollten zur eingehenden Belehrung des Volkes dienen. Nach der Belagerung Jerusalems durch Sanherib mußte H. allerdings wieder den assyrischen Staatskult in seiner Stadt dulden, sein Nachfolger Manasse (s.d.), der vermutlich das Gebiet von Juda zurückerlangte, stellte während seiner langen Regierungszeit die Rückkehr zur ursprünglichen israelitischen Religion hintan.
Literaturergänzung:
1986
Ernst Vogt, Der Aufstand Hiskias u.d. Belagerung Jerusalems 701 v. Chr. Rome 1986; -
1987
Lawrence T. Geraty, Archaeology and the Bible at Hezekiah's Lachish, in: AUSS 25.1987, S. 27-37; -
1992
Marco Nobile, La pasqua del re Ezechia (2 Cr 30), in: Antonianum 67.1992, S. 177-197; -
1996
Giuseppe Marocco, Studi storici e letterari aull'epoca di Ezechia, in: ATT 2.1996, S. 254-266; -
2005
Hee-Sook Bae, Vereinte Suche nach JHWH. D. Hiskianische u. Josianische Reform in d. Chronik. Berlin 2005; - Raik Heckl, Die Errettung d. Königs durch seinen Gott. Die literar. Quelle d. Gebete H.s im Kontext von 2 Kön 19f. (par.) u. ihre Rolle bei d. Ausformulierung d. Monotheismusbekenntnisses, in: Mensch u. König. Freiburg/Br. 2008, S. 157-170; -
2008
Diana V. Edelman, Hezekiah's alleged cultic centralization, in: JSOT 32.2008, S. 395-434.
Letzte Änderung: 09.04.2011