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Verlag Traugott Bautz
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HLOND, August Josef, Kardinal und Primas von Polen, Gründer der Gesellschaft Christi, Diener Gottes. * 5. Juli 1881 † 22. Oktober 1948. - H. wurde in Brzeczkowice, einem kleinen Ort Oberschlesiens, der damals zu Preußen gehörte, als zweites von elf Kindern geboren, von denen vier Salesianer Don Boscos wurden. Sein Vater Johann war Bahnarbeiter und seine Mutter Maria Imiela Hausfrau. Die Eltern vermittelten ihm einen tiefen Bezug zu den christlichen Werten. Sie pflegten eine besondere Verehrung der Gottesmutter und eine gesunde Anhänglichkeit an die polnischen Traditionen. - 1. Nachdem August Josef die Volksschule in Zawodzie (Kattowitz) beendet hatte, besuchte er das Gymnasium von Myslowice (Kattowitz). Im Alter von 12 Jahren unterbrach, er das Gymnasium: Er folgte dem Rufe Don Boscos und ging mit seinem Bruder Ignaz nach Italien. Dort wurde er im Oktober 1893 im Kolleg von Turin-Valsalice aufgenommen, wo er seine Gymnasialstudien fortsetzen konnte. Gemeinsam mit anderen jungen Polen gründete er dort die Vereinigung vom Hl. Stanislaus Kostka. Ein Jahr danach übersiedelte er in das Salesianer-Institut von Lombriasco (Turin), wo er seine Studien fortsetzte. Während dieser Gymnasialstudien in den salesianischen Kollegs reifte sein Wunsch, in die Salesianische Gesellschaft einzutreten. Im Oktober 1896 wurde er in das Salesianer-Noviziat von Foglizzo Canavese (Turin) aufgenommen und empfing dort am 12. November den Talar aus den Händen des Generalobern Don Michael Rua. Dieser nahm ein Jahr darauf, am 3. Oktober, auch seine ewigen Gelübde entgegen. Seine intellektuellen und menschlichen Begabungen veranlassten die Obern, ihn für die Gregoriana-Universität in Rom zu bestimmen, in der er u. a. die Vorlesungen der Patres G. Starace, F. Fratalli, A. Ferretti, A. Müller und V. Remer besuchte. Seine römischen Studien krönte er am 10. Juli 1900 mit dem Doktorat in Philosophie. Die damalige Personalnot im einzigen Salesianer-Kolleg in Polen, in Oswiecim (Galizien), erlaubte es ihm nicht, die Theologie-Studien in Rom zu beginnen. In diesen Jahren seines Aufenthaltes in Italien lernte er Klarinette und Klavier spielen und erwarb dank der Bekanntschaft mit dem berühmten Salesianer-Musiker R. Antolisei (1872-1950), die ersten Grundkenntnisse der Kompositionskunst. - 2. Seine Praktikantentätigkeit in Oswiecim umfasste verschiedene Aufgaben: Lehrer, Erzieher, Dirigent des Chores und des Blasorchesters und Sekretär des Direktors. Er sollte zur gleichen Zeit nach den vorgeschriebenen Studienplänen individuell Theologie studieren und die Maturaprüfung ablegen. Seine Kreativität in der Anwendung des Präventivsystems Don Boscos, vereint mit der außergewöhnlichen Hingabe an die Jugendlichen sowie der Liebenswürdigkeit im Umgang mit ihnen sicherten ihm einen enormen Einfluss. Dennoch war die anspruchsvollere apostolische Aufgabe, die ihm 1901 anvertraut wurde, die des Verantwortlichen für die Redaktion der polnischen Ausgabe des "Bollettino Salesiano" ("Wiadomosci Salezyanskie"). Dank seines Fleißes führte er die polnische Ausgabe des "Bollettino Salesiano" aus einer schweren Krise und steigerte 1907 ihre Auflage auf 34.000 Stück. Als Redakteur arbeitete er bis zu seiner Versetzung nach Wien im Sommer 1909. - 3. Am 23. September 1905 wurde er in der Kirche der "Schwestern der Visitation" in Krakau von Bischof A. Nowak zum Priester geweiht. Unmittelbar danach vertraute ihm der Provinzial der österreichisch-ungarischen Provinz, E. Manassero, die geistliche Leitung im "Refugium Prinz Alexander Lubomirski" in Krakau an. Dort wurden Jungen im Alter von 8 bis 15 Jahren aufgenommen. Mit diesem Dienst im Refugium wurde der Anfang der salesianischen Präsenz in Krakau gemacht. Der Verdienst des Apostolates von P. Hlond in Krakau bestand darin, das Erziehungssystem Don Boscos angewendet zu haben. In dieser Zeit schrieb er sich an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Jagellonica-Universität ein, um polnische und deutsche Literatur zu studieren. Vom 18. bis 20 März 1907 nahm er am 1. Österreichischen Kinderschutzkongress teil. - 4. 1907 erhielt er die Leitung des neuen Hauses in Przemysl (Galizien). Aus diesem Grund wechselte er an die Universität Jan Kazimierz von Lemberg. Der Bischof J. S. Pelczar bot der Salesianischen Gesellschaft auf ewig ein Grundstück mit einem bescheidenen Gebäude im Arbeiterviertel Zasanie an. Dank der Tätigkeit P. Hlonds konnte dort die typisch oratorianische Aktivität der Salesianer begonnen werden. Die Annahme des Erziehungsangebotes für die Jugendlichen des Viertels und der Stadt war so groß, dass Hlond sich gezwungen sah, eine weitere Räumlichkeit zu mieten. Bald entwickelte er den Plan, ein Gebäude für das Oratorium zu bauen, das verschiedene erzieherische, bildungsorientierte und religiöse Aktivitäten anbieten könnte, sowie ebenso eine Kirche, die es im Viertel nicht gab. Don Manassero, sein Provinzial, drückte nach einem Besuch bei ihm in einem vertraulichen Schreiben an die Obern in Turin seine Zufriedenheit mit der Arbeit P. Hlonds so aus: "Er ist ein Schatz." Wie die anderen Salesianer bot sich Hlond im Rahmen seiner Möglichkeiten gern für die verschiedenen pastoralen Dienste in den Kirchen des Ortes an. Er verfasste das Statut des "Katholischen Lehrlingsvereins", das von der kaiserlich-königlichen Verwaltung am 31. Dezember 1908 approbiert wurde. In dieser Zeit machte ihm ein schmerzhaftes Augenleiden zu schaffen, eine Folge übermäßiger Arbeit, auch in den Nachtstunden. - 5. Im Sommer 1909 wurde er zum Direktor des neuen Hauses in Wien bestimmt, das im dritten Bezirk, in "Erdberg" gelegen ist, einem Volksviertel schlechthin. Das Apostolat war vom Kardinal Anton J. Gruscha (1820-1911) gewollt und wurde tatkräftig von seinen Nachfolgern Kardinal Franz X. Nagl (1855-1913) und Kardinal Friedrich G. Piffl (1864-1932) unterstützt. Am 22. März 1910 erhielt Hlond von den öffentlichen schulischen Autoritäten die offizielle Erlaubnis für die Eröffnung eines Erziehungsinstitutes. Innerhalb dieses Zentrums ließ er schrittweise drei Abteilungen entstehen. Die erste, genannt "Knabenheim - Salesianum", wurde im Juli desselben Jahres für Jungen bis zum Alter von 14 Jahren eröffnet. Am 29. Oktober 1911 weihte er die zweite Abteilung ein: "Jugendheim Don Bosco" für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren. Die dritte Abteilung "Jugendverein Johannes Bosco" wurde am 21. November 1915 für junge Erwachsene über 17 Jahre gegründet. 1919 besuchten regelmäßig 646 Jugendliche die drei Abteilungen des Oratoriums. 1912 eröffnete er das Unterstufengymnasium (mit Öffentlichkeitsrecht). 1913 ließ er die Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter/innen bei den zivilen und kirchlichen Behörden registrieren, wobei er die Idee hatte, in jedem Viertel von Wien eine selbständige Gruppe zu gründen. Er rief die Marianische Kongregation ins Leben. Gemeinsam mit einer Gruppe der Wiener, die mit dem Werk Don Boscos sympathisierten, richtete er 1913 die Vereinigung "Wiener Jugendrettungsverein Don Bosco" ein. 1915 wurde er Redakteur des Bollettino Salesiano in deutscher Sprache "Mitteilungen aus den deutschen Don Bosco-Anstalten". Er entfaltete, zusammen mit den Mitgliedern der salesianischen Gemeinschaft, während der Kriegsjahre zugunsten der Buben des Viertels eine großzügige humanitäre Aktivität. Dieser Dienst wurde mit großer Bewunderung von Seiten der Zivilbehörden gesehen Schon 1916 wurde die Speiseaktion vom kaiserlichen Prinz und Erzherzog Franz Salvator gewürdigt. Zur weiteren Verbreitung der salesianischen Presse in den deutschsprachigen Ländern errichtete er 1911 das Verlagshaus "Verlag der Salesianer Don Boscos" im Salesianerinstitut. Er unterhielt gute Beziehungen sowohl mit den Zivilbehörden als auch mit den kirchlichen Behörden. Er stand in persönlichem Kontakt mit zahlreichen Persönlichkeiten von Wien, unter anderen auch mit dem berühmten Philosophen und katholischen Theologen E. Commer, einem der Begründer der neuscholastischen Philosophie, dem seligen A. Schwartz, dem Gründer der Christlichen Arbeiter des hl. Josef Kalasanz, der Erzherzogin Maria Josefa ebenso wie mit dem Finanzminister, dem Grafen Zaleski. Er nahm als Delegierter der österreichisch-ungarischen Provinz am XI. Generalkapitel der Salesianischen Gesellschaft teil. Ebenso nahm er am 1. Österreichischen katholischen Fürsorgeerziehungstag teil (13./ 14. Januar 1918 in Wien) und in dessen Rahmen hielt er den Vortrag Ausbildung der beruflichen Fürsorgeerzieher. Von 1910 bis 1919 war er Mitglied des Rates der österreichisch-ungarischen Provinz. Die Provinziale E. Manassero und P. Tirone beauftragten ihn oft damit, Exerzitien zu predigen und während der jährlichen Direktorentagungen Konferenzen zu halten. Nach dem 1. Weltkrieg gründete er die Vereinigung der Ehemaligen des Institutes. Als Direktor leitete er 1919 die Salesianergemeinschaft, die aus 34 Mitbrüdern bestand. - 6. Im Herbst 1919 wurde die Österreichisch-Ungarische Provinz geteilt: in die Polnische Provinz und in die Deutsch-Ungarische Provinz. Der Generalobere D. Albera ernannte P. Hlond mit Dekret vom 1. Dezember 1919 zum ersten Provinzial der Deutsch-Ungarischen Provinz (Titel: zu den hl. Schutzengeln), mit Sitz in Wien. Sein Dienst als Provinzial war gekennzeichnet durch einen Geist von außergewöhnlicher Verfügbarkeit gegenüber den Mitbrüdern und vom festen Willen, in größtem Einvernehmen mit dem Zentrum der Gesellschaft zu handeln, dem er sich immer mit ganzer Seele verbunden wusste. Zur Deutsch-ungarischen Provinz gehörten 151 Mitglieder in zwölf Niederlassungen. Zur Zeit der Amtsübernahme als Provinzial befand sich der Großteil dieser Häuser in der Anfangsphase der Organisation oder es musste überhaupt bei Null begonnen werden. Absoluten Vorrang gab er der Berufungspastoral und der Ausbildung der Mitbrüder. Er legte großes Augenmerk darauf, die Anzahl der Aspiranten zum Priestertum für das Schuljahr 1922/23 zu erhöhen und tatsächlich wurden 395 zugelassen. Sein Engagement für die Förderung der Berufe war vom Bemühen um die Formation der Mitbrüder begleitet. Mittel, die er zu diesem Zweck einsetzte, waren die Exerzitien, die er persönlich predigte und die kanonischen Visitationen, auf die er großen Wert legte. Für die Animation der Direktoren der örtlichen Niederlassungen organisierte er jedes Jahr Versammlungen. Nachdem das Noviziat in Ensdorf (Deutschland) für die deutschsprachigen Kandidaten eröffnet war, bat er die Obern um Erlaubnis, das Noviziat für die Kandidaten aus Ungarn in ihrer Heimat, im Haus von Szentkereszt eröffnen zu dürfen. Im Herbst befanden sich dort 16 ungarische Novizen und 44 deutschsprachige in Ensdorf. Unter verschiedenen Werken gründete er die Häuser von Fulpmes in Tirol, bestimmt für die "Mariensöhne" (Spätberufene zum Priesterstand), das bereits erwähnte Haus von Ensdorf, das Lehrlingsheim in Essen (Rheinland); in Stadlau, zur damaligen Zeit ein Vorort von Wien, kaufte er 1922 ein Grundstück für den Bau der Kirche und zur Erweiterung des Jugendzentrums; In Budapest, erwarb er ein Grundstück, um dort ein Oratorium und eine Berufsschule zu errichten; im Mai 1922 präsentierte er den Obern während eines Besuches in Turin den Vorschlag einer neuen Gründung in Holland und später verhandelte er für die Eröffnung einer weiteren in Berlin. Er bereitete das 1. Provinzkapitel der Deutsch-ungarischen Provinz vor und führte es von 13. bis 15. Dezember 1921 in Fulpmes durch. Vom 23. April bis zum 9. Mai 1922 nahm er am XII. Generalkapitel in Turin teil. - 7. Nach der endgültigen Konstituierung der polnischen Grenzen auf Grund internationaler Verträge verwandelte der Apostolische Stuhl mit Dekret vom 7. November 1922 die Bischöfliche Delegation Oberschlesiens in eine Apostolische Administration, deren Leitung Hlond anvertraut wurde. Am 11. November 1922 erhielt er die Würde eines apostolischen Protonotars ad instar participantium und am 17. Dezember 1922 trat er offiziell sein Amt in der Administration an. Zuerst organisierte er die zentralen Büros und die Institutionen der Administration, unter ihnen die Kurie, das Tribunal des Klerus, den Diözesanrat und den Aministrationsrat. Dann erweiterte er das Netz der Dekanate und Pfarreien. und nahm sich des Baues der künftigen Kathedralkirche und jener Gebäude an, die dazu bestimmt waren, Sitz der Kurie und des Diözesanseminars zu werden. Im Hinblick auf eine ordentliche theologische Ausbildung der künftigen Priester der Apostolischen Administration eröffnete er ein eigenes Diözesanseminar in Krakau, damit die Seminaristen auch die Jagellonica-Universität besuchen konnten. Um die Aktivität im sozialen Bereich zu integrieren und zu intensivieren, gründete er den Katholischen Bund, der in seinen formellen Strukturen bereits den künftigen Organisationsstrukturen der Katholischen Aktion entsprach. Er richtete das Wohltätigkeits -sekretariat und das Hilfskomitee Schlesiens zu dem Zweck ein, um den Folgen der Wirtschaftskrise zu begegnen. 1923 gründete er das Verlagshaus "Hl. Hyazinth", die katholische Wochenzeitschrift "Gosc Niedzielny", für die Kinder die Zeitschrift "Maly Gosc Niedzielny" und zwei Jahre später für die deutschsprachigen Katholiken die Wochenzeitung "Sonntagsbote". Ebenso gab er die "Anordnungen der Apostolischen Administration des polnischen Schlesiens" heraus. Auf seine Initiative hin wurden in Schlesien die Katholischen Kongresse in Huta Królewska (1923) und in Kattowitz (1924) abgehalten. Er sorgte für die feierliche Krönung des Wunderbildes der Madonna in Piekary (Schlesien) durch Nuntius L. Lauri. - 8. Nach dem Konkordat zwischen dem Apostolischen Stuhl und der Republik Polen (10. Februar 1925) reorganisierte Papst Pius XI. mit der Bulle Vixdum Ploniae unitas vom 28. Oktober 1925 die Metropolen und Diözesen Polens, indem er, unter anderen, die Diözese Kattowitz, die an ihren Grenzen die Apostolische Administration des polnischen Oberschlesiens und das Generalvikariat des Schlesiens von Cieszyn umfasste, errichtete. Der hl. Vater ernannte Hlond am 14. Dezember 1925 zum ersten Bischof der neu errichteten Diözese und am 3. Jänner erhielt er in der Kathedrale von Kattowitz die Bischofsweihe aus den Händen des Metropoliten von Warschau, Kardinal Alexander Kakowski. Als Ordinarius begründete er am 22. Jänner 1926 das Kathedralkapitel von Kattowitz und die Diözesanzeitung "Diözesane Informationen". - 9. Am 13. Februar 1926 starb der Metropolit von Gnesen und Posen, der polnische Primas Kardinal Edmund Dalbor. Papst Pius XI. ernannte Hlond am 24. Juni 1926 zum Erzbischof von Gnesen und Posen und erhob ihn im Jahr darauf (20. Juni 1927) zur Kardinalswürde mit dem Titel der "Hl. Maria vom Frieden". Kardinal Hlond widmete sich nun einer schrittweisen Reorganisation des kirchlichen Lebens in beiden Diözesen. 1927 schuf er anstelle des Erzbischöflichen Ordinariats von Posen die Kanzlei des Primas. Dank seiner Reformen wurde 1930 die Unabhängigkeit der Diözese von Gnesen wiederhergestellt, die bis zu diesem Zeitpunkt in Wirklichkeit in Personalunion mit der Erzdiözese von Posen verbunden war. Er begründete die wirtschaftliche Unabhängigkeit beider Seminare. Die Studien in den Seminaren organisierte er neu, wobei er auch daran dachte, eine Theologische Akademie in Posen ins Leben zu rufen. In beiden Diözesen führte er eine neue Organisation des kirchlichen Tribunals ein. Er reaktivierte das Kapitel des antiken Kollegiats von Kruszwica. Mit dem Klerus pflegte er sehr enge Kontakte, indem er an den Dekanatsversammlungen teilnahm. Er bereitete eine Provinz- und eine Diözesansynode vor, die jedoch auf Grund des Kriegsausbruches nicht mehr stattfinden konnte. Kardinal Hlond verstärkte das katholische Engagement im sozialen Bereich, indem er die Aktivität der caritativ-sozialen Vereinigungen unterstützte. 1927 organisierte er in Posen die Katholisch-Soziale Schule, die 1933 in ein Katholisches Erziehungsinstitut und 1938 in die Katholische Schule für Krankenpfleger/innen umgewandelt wurde. 1938 richtete er dort das Höhere Institut für Religiöse Kultur ein. 1930 gründete er in Posen das Erzbischöfliche Institut der Katholischen Aktion und zwei Jahre später richtete er bei der Kanzlei des Primas ein Sekretariat für Exerzitien ein, mit der Aufgabe, die Idee und die Bewegung der "geschlossenen" Exerzitien zu verbreiten. In den Jahren der Wirtschaftskri rief er das Hilfskomitee für die Arbeitslosen ins Leben. Er hielt Radioansprachen und -vorträge anlässlich der Woche der Barmherzigkeit und des Weihnachtsfestes und sensibilisierte dabei die öffentliche Meinung für das Schicksal der Ärmsten, besonders der Kinder. Er ordnete und normalisierte alle Bereiche der Administration der erzbischöflichen Güter, indem er 1935 die "Ordnung der Administration der kirchlichen Güter" publizierte. Er unterstützte die Organisation der zahlreichen katholischen Kongresse und engagierte sich persönlich in Posen für die Vorbereitung nationaler und internationaler Kongresse: Internationaler Missionarischer Kongress der Universitäten (1927), X. Nationaler Katholischer Kongress (1929), Nationaler Eucharistischer Kongress (1930), Internationaler Kongress über den Thomismus (1934). Darüber hinaus nahm er an verschiedenen Kongressen teil, unter ihnen am Internationalen Eucharistischen Kongress in Cartagine (1930), am Kongress der Religiösen Gesellschaften in Rom (1931), am Internationalen Eucharistischen Kongress in Dublin (1932), am Internationalen Eucharistischen Kongress in Buenos Aires, Argentinien (1934), am Katholischen Kongress in Malines, Belgien (1936) und am Internationalen Eucharistischen Kongress in Budapest (1938); des weiteren eröffnete er in seiner Funktion als Delegierter des Heiligen Vaters - Pius XI. - den Nationalen Eucharistischen Kongress in Laibach, Slowenien (1935); als päpstlicher Legat begleitete er den Internationalen Kongress Christ-König in Posen (1937) und den in Laibach (Slowenien) (1939). Er nahm an der Heiligsprechung des hl. Johannes Bosco in Rom (1934) und in Turin teil und hielt dabei im Rahmen der zu diesem Anlass organisierten Feierlichkeiten den Vortrag Don Bosco kehrt zurück: Lehrer der Spiritualität und des Apostolates. - Auf besondere Weise setzte er sich dafür ein, die polnischen Bischöfe untereinander, mit dem Nuntius und dem Apostolischen Stuhl als Einheit zu halten. Er suchte auch die Politik aus dem kirchlichen Leben herauszuhalten. Er organisierte die Polnische Katholische Aktion (1929-1930), für die er persönlich die Statuten und Ausführungsbestimmungen redigierte; ebenso gründete er das "Generalinstitut der Katholischen Aktion" wie auch das Zentrum für die Katholische Union der weiblichen und männlichen Jugend mit Sitz in Posen. 1933 rief er den Sozialrat ins Leben, der die sozialen Probleme im Licht der Katholischen Lehre analysieren und die katholischen Sozialprinzipien verbreiten sollte. Ein Ereignis von historischer Bedeutung war die Vorbereitung und die Einberufung der ersten Polnischen Plenarsynode, die unter dem Vorsitz des päpstlichen Legaten Kardinal F. Marmaggi im Heiligtum der Schwarzen Madonna von Jasna Góra vom 25. auf den 26. August 1936 abgehalten wurde. Hlond war Bevollmächtiger des Apostolischen Stuhls für die Verwirklichung der Konkordatsbeschlüsse und erreichte als solcher die Übereinstimmung mit der polnischen Regierung in schwierigen Fragen. Ein persönliches Kapitel seiner Aktivität als Primat von Polen stellte die pastorale Sorge für die polnischen Emigranten dar. Am 26. Mai 1931 wurde er von Papst Pius XI. zum Protektor der polnischen Emigration auf der ganzen Welt ernannt. Um eine beständige geistliche Assistenz zu gewährleisten, gründete er, von Pius XI. ermutigt, am 8. September 1932 die Kongregation der Gesellschaft Christi für die emigrierten Polen. - 10. Der Gang nach Rom nach der deutschen Invasion in Polen im September 1939 erfolgte aufgrund wiederholter Gespräche mit den Mitgliedern der polnischen Regierung und dem Nuntius F. Cortesi sowie auf Grund deren intensiven Drängens. Er reiste mit dem festen Wunsch ab, sofort zurückzukehren. Während der Reise jedoch erreichte ihn die Nachricht von der Aggression gegen Polen seitens der Sowjetunion am 17. September. Das hätte den Versuch, in die Heimat zurückzukehren, noch problematischer gemacht. Man kann bestätigen, dass diese Abreise, im Licht dessen, was danach geschah, den Beginn seiner persönlichen Tragödie als Hirte der Kirche darstellte. Nachdem er vom Heiligen Vater Pius XII. väterlich aufgenommen worden war, legte er diesem die dramatische Situation Polens dar und zeigte der Welt die von den Deutschen verübten Grausamkeiten auf. Pius XII. sprach, dank dieser Intervention, in seiner ersten Enzyklika vom Martyrium und vom Recht Polens auf seine Freiheit. Der Papst bat die deutsche Regierung vergeblich um die Erlaubnis der Rückkehr Hlonds in das besetzte Polen. Während seines Aufenthaltes in Rom (19.09.1939 - 9.06. 1940), in Lourdes (11.06.1940 - 6.04.1943) und in Hautecombe (6.04.1943 - 3.02.1944) tat er alles, um seinen Landsleuten in der besetzten Heimat nützlich zu sein, indem er die Falschheit und die Irrtümer der Hitler-Propaganda aufdeckte und die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die wahre Natur und die wahren Zwecke des deutschen Nationalsozialismus lenkte. Am 3. Februar 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet, doch verweigerte er kategorisch jedes Angebot der Zusammenarbeit mit den Aggressoren. Befreit wurde er am 1. April 1945 von den Soldaten der IX. amerikanischen Armee aus dem Konvent von Wiedenbrück (Westfalen). - 11. Am 24. April 1945 gelangte er über Paris nach Rom. Im Einverständnis mit Mons. Domenico Tardini, dem Sekretär der Kongregation für außerordentliche Angelegenheiten der Kirche und Leiter der ersten Sektion des Staatssekretariates, auf der Basis der die Situation von Polen betreffenden Informationen, die er in Paris und Rom gesammelt hatte, bereitete er eine Serie von Vorschlägen hinsichtlich des Wiederaufbaus des kirchlichen und religiösen Lebens in seiner Heimat vor. Mit einem Schreiben vom 28. Juni 1945 sandte er an Mons. Tardini unter anderem Vorschläge, um die Frage der kirchlichen Übergangsregierung in den polnischen Gebieten zu lösen. Mit Rücksicht auf die Beschlüsse bezüglich der neuen polnischen Grenzen, die während der Konferenz von Jalta (4.-11. Februar 1945) gefasst und dann in Potsdam (17. Juli - 2. August) bestätigt worden waren, schlug er Lösungen für die polnischen Ex-Territorien im Osten vor, wie auch für die neuen polnischen Gebiete im Westen. Es handelte sich um die Diözesen des römisch-katholischen und des griechisch-katholischen Ritus. Am 3. Juli wurden die Vorschläge Papst Pius XII. präsentiert, der diese am 8. Juli bestätigte und Kardinal Hlond sehr spezielle Befugnisse erteilte. - Am 11. Juli reiste er von Rom ab. In Posen informierte er sich in kurzer Zeit - ab dem 20. Juli - hinsichtlich der gesellschaftspolitischen und religiösen Situation des Landes. Das drängendste Problem war das der Organisation der kirchlichen Administration in den deutschen Gebieten, die Polen angegliedert worden waren. In diese Territorien kamen Polen aus Zentralpolen und von den Gebieten östlich der Linie Curzon, die an die Sowjetunion gefallen waren. Die staatlichen kommunistischen Autoritäten jedoch, die sich als Herren jener Gebiete fühlten und die deutschen Diözesanautoritäten und ihre Jurisdiktion nicht berücksichtigten, verwalteten die ehemals deutschen kirchlichen Güter auf völlig unabhängige Weise. Der Primat wurde sich sofort des Ernstes der Situation bewusst und wollte daher kategorisch diesen Missbräuchen und dieser enormen Konfusion ein Ende setzen. Er hatte keine offiziellen Kontakte mit den staatlichen kommunistischen Autoritäten in Warschau, dennoch war er informiert über die Anordnungen, die dem polnischen Heer im Juni / Juli 1945 erteilt worden waren und die eine rasche und wirksame Evakuierung der Deutschen in Niederschlesien betrafen. Außerdem konnte er aus der Presse und anderen Quellen klar ableiten, dass die Seelsorge in den an Polen angeschlossenen Gebieten nur von polnischen Priestern wahrgenommen werden durfte. Am 9. August bestimmte er, in Absprache mit Mons. A. Sapieha, die Kandidaten für Apostolische Administratoren: die Priester A. Wronka, T. Bensch, B. Kominek, K. Milik und E. Nowicki. Am 14. desselben Monats überreichte er ihnen die Ernennungsdekrete, datiert mit dem 15. August (Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel) mit der Auflage, das Amt am 1. September anzutreten. Am 10. September vertraute er die Jurisdiktion über den Teil der Erzdiözese Olmütz dem Priester Kominek an, jene über den Teil der Erzdiözese Prag dem Priester Milik. Die Besitzergreifung besagter Jurisdiktionen von Seiten der Administratoren hätte am 1. Oktober erfolgen sollen. Mit den Briefen vom 29. August und vom 22. September informierte er den Apostolischen Stuhl von den vollzogenen Handlungen und von der Situation der Kirche im Nachkriegs-Polen. Natürlich waren die zivilen kommunistischen Autoritäten damit nicht einverstanden. Diese Unzufriedenheit zeigte auch der Präsident B. Bierut, indem er die Bestätigung des Priesters E. Nowicki, des Apostolischen Administrators von Gorzów, der als Erster sich der Regierung vorstellen sollte, verweigerte. Diese Umstände wurden von Kardinal Hlond in seinem ausführlichen Bericht Die fünf Apostolischen Administrationen, geschaffen in Polen im August 1945 vom 24. Oktober 1946 dargestellt. Genau auf diese seine Ausführungen hin verfügte später Papst Paul VI. mit der Bulle Episcoporum Poloniae coetus vom 28. Juni 1972 die definitive kirchliche Organisation in den westlichen und nördlichen Gebieten Polens. Die Entscheidung Hlonds muss zweifelsohne als eine der wichtigsten Weichenstellungen der katholischen Kirche im Nachkriegspolen betrachtet werden. Am 12. Mai 1946 stand er der Weihe des neuen Bischofs Stefan Wyszynski in Jasna Góra (Tschenstochau) vor, der sein Nachfolger werden sollte. Im selben Jahr dankte ihm der Präsident der Amerikanischen Organisation der Juden und der Interreligiösen Vereinigungen, Prof. Mendel Zylberberg für die Hilfe zur Rettung einiger Juden während des II. Weltkrieges. - Seine pastorale Aktivität in der Nachkriegszeit zielte darauf hin, die Wunden zu heilen, die der Kriegssturm der Kirche zugefügt hatte. Er ermutigte unermüdlich den Wiederaufbau des kirchlichen Lebens und die Reaktivierung der kirchlichen Organisationen und Institutionen. Er wünschte intensiv, dass die Gläubigen sich ehrlich bemühten, das Niveau ihres moralischen Lebens zu heben. Auf seine Anregung hin wurden in der ganzen Nation zweiwöchige Pfarrmissionen gehalten. Von besonderer Wichtigkeit war die Weihe der polnischen Nation zuerst an das Unbefleckte Herz Mariens in Jasna Góra (Tschenstochau) am 8. September 1946, im Beisein des ganzen Episkopates und über einer Million von Gläubigen und dann an das Heiligste Herz Jesu. - 12. Im Jahre 1946 wurde auf Grund der Dekrete des Apostolischen Stuhles vom 4. und vom 30. März pro hac vice die Personalunion der Diözesen Gnesen und Posen aufgehoben. Die Erzdiözese Gnesen wurde mit der Erzdiözese Warschau vereint und Hlond wurde deren Ordinarius. Am Fest Christi Himmelfahrt (30. Mai 1946) zog er in der Kathedrale von Warschau ein und am Tag danach übernahm er die Leitung der Erzdiözese. Sofort lud er den Rat des Primaten zum Wiederaufbau der zerstörten Kirchen von Warschau ein . Am 27. Juni 1947 legte er den Grundstein, um die Kathedrale von Warschau aus den Trümmern wieder erstehen zu lassen. Er setzte die Kommission für die Heiligsprechungen ein und rief das Kollegium der Konsultoren für die Seelsorge ins Leben. Er unterstützte kulturelle Aktivitäten (z.B. half er in wirtschaftlicher Hinsicht dem Theater "Rapsodyczny" von Krakau) und machte den Mäzen für verschiedene Schriftsteller und Wissenschaftler. Die Katholische Universität von Lublin verleih ihm im Frühjahr 1948 das Ehrendoktorat. Er war Mitglied vatikanischer Kongregationen: der Orientalischen Kirchen, des Konzils, der Riten, der Studienseminare und -universitäten. Die unerwartete Krankheit und der plötzliche Tod am 22. Oktober 1948 setzten dem reichen und prophetischen pastoralen Einsatz Kardinal Hlonds ein Ende. Auf die Nachricht von seinem Tod schrieb Kardinal Bernard Griffin, Erzbischof von Westminster: "Polen hat einen seiner größten Söhne verloren, an den die Geschichte sich erinnert die Welt einen Führer; die Kirche einen treuen Diener und einen großen Priester." Am 26. Oktober 1948 wurde in Warschau das feierliche Begräbnis abgehalten, dem Kardinal Adam Sapieha vorstand. Alle Bischöfe, die Repräsentanten der Kathedral-Kapitel des ganzen Landes und die akkreditierten Botschafter bei der polnischen Regierung nahmen daran teil. Bestattet wurde er in der Krypta der Kapelle des Heiligsten Sakramentes im Dom von Warschau, der noch nicht wiederaufgebaut war. Sein Herz jedoch wurde, seinem Wunsch entsprechend, in der Primatsbasilika von Gnesen aufbewahrt, wo sich auch die anderen Primaten, seine Vorgänger, befinden. Der Seligsprechungsprozess, der von Kardinal Józef Glemp, dem aktuellen Primaten von Polen, am 9. Januar 1992 eingeleitet wurde, wurde am 21. Oktober 1996 abgeschlossen. Die Kongregation für die Heiligsprechungen erließ am 6. März 1998 das Dekret über die Gültigkeit des Diözesanprozesses.
Werke: Szanowny Ksieze Redaktorze, in: Wiadomosci Salezyanskie 1897, 216-218; - Wielebny X. Redaktorze, in: ebd. 1898, 48-50; - Kilka rysów z mlodzienczych lat Ks. Augusta Czartoryskiego, in: ebd. 1908, 32-33; - Przyczynek do zywota s.p. ks. Augusta Czartoryskiego, Salezjanina, in: ebd. 1908, 61-63; - Don Bosco, der Patriarch katholischer Jugendpflege, in: Jugendpflege 3, 1916, 161-167; - Ausbildung der beruflichen Fürsorgeerzieher, in: Bericht über den Ersten österr. kath. Fürsorgeerziehungstag. Wien 1918, Wien [1918], 87-93; - Das Werden des Salesianums bis 1910, in: Don Bosco und sein Werk in Wien, Wien 1921, 4-5; - Don Bosco im Leben der Kirche, in Münchener Katholische Kirchenzeitung, 1934, Nr. 16, 246; - Geschichtliche Sendung des heiligen Don Bosco im Leben der Kirche, in: Die Schildwache 1934/35, Nr. 32, 252; - Die geschichtliche Sendung des heiligen Don Bosco im Leben der Kirche, in: Das große Kirchenblatt (Wien), 18, 1934, Nr. 17, S. 3-4; - Z Prymasowskiej Stolicy, Poznan 1936; - The Persecution of the Catholic Church in German-occupied Poland. Rapports Presented by Cardinal Hlond to Pope Pius XII, Vatican Broadcasts and other Reliable Evidence, New York 1944; - Na strazy sumienia Narodu. Wybór pism i przemówien, New Jork 1951; - Daj mi dusze. Wybór pism i przemówien 1897-1948, Lódz 1980; - Z Chrystusem w zycie. Okruchy myslowe 1922-1948, Lódz 1982; - W sluzbie Boga i Ojczyzny. Wybór pism i przemówien 1922-1948, Warszawa 1988.
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Significatività e portata sociale. Bd. II: Esperienze particolari in Europa, Africa, Asia., hrsg. von F. Motto. Roma 2001, 267-283; - S. Zimniak, "Dusza wybrana". Salezjanski rodowód kardynala A.H. Prymasa Polski, Warszawa-Rzym 2. Aufl. 2003.
Stanislaw Zimniak
Literaturergänzung:
Stanislaw Zimniak, L'incidenza della "profezia" mariana del servo di Dio card. August Hlond nella vita apostolica dei servi di Dio card. Stefan Wyszynski e Giovanni Paolo II, in: Salesianum 70.2008, S. 299-316.
Ein weiterer Beitrag über HLOND, August Josef
Letzte Änderung: 24.07.2008