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Band XXXI (2010) Spalten 683-685 Autor: Richard Albrecht

HUNTINGTON, Samuel P. , * 18. April 1927 in New York City, † 24. Dezember 2008 in Martha´s Vineyard). - H. war ein prominenter US-amerikanischer Politikwissenschaftler, Politik- und Regierungsberater, Zeitschriftenherausgeber und Autor. Er war Vorsitzender der Academy for International & Area Studies und Albert J. Weatherhead III Professor an der Harvard University in Cambridge (Mass.). H. veröffentlichte als Autor, Mitautor und Herausgeber siebzehn Bücher und zahlreiche Zeitschriftenbeiträge. H.s Forschungsschwerpunkte lagen in den Bereichen: US-Regierungshandeln und nationale Identität, Demokratisierungsprozesse und politikökonomische Entwicklung unterentwickelter Gesellschaften, Militärpolitik und nationale Sicherheit, globalpolitische Zeitdiagnosen und kulturelle Einflußfaktoren. H.´s bekanntestes Buch war "The Clash of Civilizations" (1996). Es erschien in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Kampf der Kulturen" (1996) und erfuhr seitdem zahlreiche Lizenz- und Taschenbuchauflagen (zuletzt 2006). Hier vertritt H. seine These, dass zukünftige Konflikte nicht nur zwischen Staaten, sondern zunehmend in kultureller und religiöser Feldern auftreten würden. - H.s bestand sein erstes akademisches Examen 1945 an der Yale University mit Auszeichnung, leistete dann seinen Wehrdienst ab und promovierte anschließend zum PhD. an der Harvard University. An dieser renommierten US-Universität begann H. auch 1950 seine akademische Laufbahn als Dozent am Department of Government. 1953 wurde H. dort Assistenzprofessor. 1959-1962 war H. Associate Professor of Government an der Columbia University (New York). 1962 übernahm er den Lehrstuhl für Internationale Beziehungen an der Harvard University und arbeitete seit 1963 am "Centre for International Affairs" der Universität Harvard. 1978-1989 leitete er dieses Institut. 1977/78 beriet H. US-Präsident Jimmy Carter (Democratic Party) als Koordinator für Sicherheitsplanung des Nationalen Sicherheitsrates. H. arbeitete auch am "Institute for War and Peace Studies" der Columbia University in New York. - Nach mehr als fünfzigjähriger Lehr- und Forschungstätigkeit zog sich H., der als gebildet-konservativer US-Ostküstenintellektueller und streitbar-humorvoller öffentlicher Redner galt, 2007 ins Privatleben zurück.

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Werke: H.s in Buchform veröffentlichte Hauptwerke sind: "The Soldier and the State: The Theory and Politics of Civil-Military Relations" (1957); "The Common Defense: Strategic Programs in National Politics" (1961); "Political Order in Changing Societies" (1968); [et.al.] "The Crisis of Democracy" (1975: http://www.trilateral.org/library/crisis_of_democracy.pdf); "American Politics: The Promise of Disharmony" (1981); "The Third Wave: Democratization in the Late Twentieth Century" (1991); "The Clash of Civilizations and Remaking of World Order" (1996); "Who Are We? The Challenges to America's National Identity" (2004). Zwei von H.´s vieldiskutierten und politisch umstrittenen Grundtexten sind im Netz zugänglich: "The Clash of Civilizations?" (Foreign Affairs 1993: http://history. club.fatih.edu.tr/ 103%20Huntington%20Clash%20of% 20 Civilizations%20full%20text.htm); "Dead Souls: The Denationalization of the American Elite" (The National Interest, 2004: http://www.nationalinterest.org/General.aspx? id=92 &id2=10938).

Lit.: Nachrufe sowohl in US-amerikanischen als auch in deut(schsprachig)en Tageszeitungen: New York Times 27.12.2008, Los Angeles Times 30.12.2008; NZZ am Sonntag 28.12.2008, SZ, FR, FAZ, taz jeweils 29.12.2008. In der deutschen Nationalbibliothek (dnb) sind dreizehn Buchveröffentlichungen Samuel P. Huntingtons verzeichnet (http://d-nb.info/gnd/119541807).

Richard Albrecht

Literaturergänzung:

2009

Christina Seddig, Die Welt im Chaos oder als Einheit? H.s umstrittene Zivilisationstheorie im Lichte d. Weltordnungsdebatte. Berlin 2009.

Letzte Änderung: 09.04.2011