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Band II (1990)Spalte 1262 Autor: Michael Tilly

IHMELS, Ludwig, evangelischer Theologe, erster Landesbischof von Sachsen, * 29.6. 1858 in Middels/Ostfriesland als Sohn des Pastors Hieronymus I. und dessen Frau Henriette, † 7.6. 1933 in Leipzig. - Im Jahre 1878 inscribierte sich I. als Student der evangelischen Theologie an der Leipziger Universität. Er setzte sein Studium in Erlangen und Göttingen fort, und wurde 1883 nach bestandenen Examina nacheinander Pfarrer auf Baltrum, in Nesse und Dethern. Elf Jahre darauf wurde I. Studiendirektor des Predigerseminars in Loccum. Im Jahre 1898 nahm er als Nachfolger Franz Hermann Reinhold Franke dessen Lehrstuhl für systematische Theologie in Erlangen ein, 1902 kam er einem Ruf an die Leipziger Universität nach. I. war ein Vertreter der sogenannten "Offenbarungstheologie". Seine existentielle Begründung der Glaubensgewißheit in Inkarnation und Passion, in Kreuz und Auferstehung Christi als Tatoffenbarung Gottes bildet den Kern seines systematischen Entwurfs. Im Jahre 1907 wurde I. zum Vorsitzenden der Allgemeinen evangelisch-lutherischen Konferenz berufen, 1922 erfolgte seine Wahl zum Landesbischof von Sachsen. Der Neulutheraner I. trug zur Ausgestaltung der sächsischen Kirchenverfassung von 1922 bei und begründete mit dem Studiendirektor Martin Doerne 1927 das Predigerseminar Lückendorf.

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Werke: Die Rechtfertigung des Sünders vor Gott, Braunschweig 1881; Die christl. Wahrheitsgewissheit. Leipzig 1901; Die Selbständigkeit der Dogmatik gegenüber der Religionsphilosophie. ebd. 1901; Theonomie und Autonomie im Lichte der christl. Ethik, ebd. 1902; Wer war Jesus - was wollte Jesus?. ebd. 1905; Die Auferstehung Jesu Christi. Leipzig. Erlangen 1906; Centralfragen der Dogmatik in der Gegenwart, Leipzig 1910; Der Krieg im Lichte der christl. Ethik. ebd. 1914; Der Krieg und die Jünger Jesu, aus der Kirche, ihrem Lehren und Leben, ebd. 1914; Der Katechismus als Lebensbuch, 1915; Das Evangelium von Jesus Christus in schwerer Zeit. Berlin 1916; Welche Aufgabe hat die Bekenntniskirche für die Erziehung ihrer getauften Glieder?. 1919; Weshalb und wie ist in den gegenwärtigen Wirren am Bekenntnis der Kirche festzuhalten?. 1919; Ich glaube an eine heilige christl. Kirche, 1921; Aus der Zeit für die Ewigkeit, 1922; Selbstbiogr. in: Erich Stange (hrsg.), Die Religionswissenschaft der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Bd. I. Leipzig (1925).

Lit.: L. J. Morehead, Bischof I., ev-luth. Kirchenführer, in: Eiche 21 (1915); - Robert Jelke (Hrsg.), Das Erbe Martin Luthers und die gegenwärtige theol. Forschung, FS Ludwig I., Leipzig 1928, Bibliogr. der Schriften I.s. 451-463; - A. Leidhold, I., Gottesmann und Bischof, 1938; - Diethardt Roth, Der Prediger Ludwig I., Diss. Göttingen 1972; - NDB X, 127; - RGG3 V, 1273 ff.

Michael Tilly

Letzte Änderung: 09.04.2011