JAKOBUS der Jüngere, Apostel. - Als Sohn des Alphäus ist er nur
in den Apostellisten (Mt 10,3; Mk 3,18; Lk 6,15 und Apg 1,13) und
nirgends sonst im Neuen Testament genannt. Er darf nach heutiger Forschung
weder mit dem Zöllner Levi, dem Sohn auch eines Alphäus (Lk 2,14),
noch mit Jakobus, dem Bruder Jesu, dem Kleinen (Mk 15,40) gleichgesetzt
werden. Sein Beiname erklärt sich am ehesten aus der Tatsache, daß
er erst nach dem anderen Jakobus, dem Jakobus dem Älteren, von Jesus
berufen wurde (vgl. Mk 1,19). Dieser ist demnach der im Rang Höherstehende,
der überdies zu den drei besonderen Vertrauten Jesu gehörte, die er
bei wichtigen Gelegenheiten getrennt mit sich nahm (Totenerweckung
Mk 5,37; Verklärung Mt 17,1; Todesangst Mk 14,33). Daß J. zu den in
Mk 9,33 ff. genannten Jüngern gehörte, die untereinander Rangstreitigkeiten
austragen, kann wohl ebenso angenommen werden, wie daß er auch zu
den Eifersüchtigen zählte, als die beiden Zebedäussöhne Jakobus der
Ältere und Johannes mit ihrer Mutter Salome bei Jesus um besondere
Ehrenplätze in seinem Reich anfragten (vgl. Mk 10,33). Seine Mutter
war eine Maria (?), die unter den Frauen genannt wird, die bei der
Kreuzigung Jesu zugegen waren und die in der Erzählung am Ostermorgen
zum Grabe gingen, um Jesus zu salben. Sein Fest wird heute am 3. Mai
gefeiert, bei den Griechen am 9. Oktober. Reliquien dieses Apostels
werden verehrt in Santiago de Compostela (zusammen mit Reliquien von
Jakobus dem Älteren), auf der Insel Camargue (Rhonedelta, Südfrankreich),
in Forli (südlich von Ravenna), in Ancona, in der Benediktiner-Abtei
Gemblour bei Namur (Belgien), in der Apostelbasilika zu Rom, in Toulouse,
Langres und Antwerpen (Jesuitenkirche). Verehrt wird er als Patron
der Hutmacher, Krämer und Walker. Dargestellt wird er mit der Keule
oder Tuchwalkerstange, weil er nach der Legende von der Zinne des
Tempels gestürzt und mit einer Keule oder Tuchwalkerstange erschlagen
wurde.
Lit.: LThK V, 834; - H. Mertens, Handb. der Bibelkunde,
Düsseldorf 1984, 322; - Lexikon der Namen und Hll., Innsbruck-Wien
1988, 498; - Im weiteren siehe unter Jakobus, der Bruder Jesu.
Karl Mühlek
Literaturergänzung:
2009
Luis Ángel Montes Peral, A la búsqueda de identidades. Santiago el Zebedeo, Santiago el de Alfeo, Santiago de Nazaret, in: EstB 67.2009, S. 111-160.