JEROBEAM II., 787-747 (782-747 oder auch 784-753), König von Israel
aus der Dynastie des Usurpators Jehu, folgt seinem Vater Joasch von
Israel auf den Thron. Er regiert die außergewöhnlich lange Zeit von
41 Jahren in der Hauptstadt Samaria (2 Kön 14,23). - Obwohl er,
wie schon die Mehrzahl seiner Vorgänger, von den Verfassern der Königsbücher
grundsätzlich negativ gezeichnet wird, weil er an den »Sünden Jerobeams
(I.)« festhielt, kommen sie nicht umhin, die militärischen Erfolge
J.s zu erwähnen. Demnach muß es ihm gelungen sein, die Expansionspolitik
seines Vaters vor allem gegenüber den Aramäern nach deren Schwächung
durch einen Assyrereinfall im Jahre 800 erfolgreich fortzusetzen.
Diese hatten noch wenige Jahre zuvor unter Jehu und dessen Sohn Joahas
das ganze Ostjordanland verwüstet. Die dabei verlorengegangenen Gebiete
eroberten Joasch und J. gemäß einer Prophetie (vgl. 2 Kön 14,25) wieder
zurück. Der betreffende Prophetenspruch des Jona, Sohn des Amittais,
dem das wesentlich später verfaßte Buch Jona zugeschrieben wird, ist
allerdings nirgends überliefert. Indirekte Aussagen über J. sind dem
Propheten Amos zu entnehmen, der während der Regierungszeit des J.
in Bet-El auftritt. Er wird wegen seiner Kritik auf Geheiß J.s des
Landes verwiesen (Am 7,10-17). Amos beschreibt diese Epoche als eine
Zeit der Blüte, des Reichtums und des Luxus (Am 3,12; 6,4-6), mit
florierendem Handel (Am 8,4-6) und reger Bautätigkeit (Am 3,15; 5,11b;
6,8b), von der allerdings primär die reiche Stadtbevölkerung profitiert.
Die einfache Landbevölkerung indes verarmt und gerät zusehends in
Abhängigkeit. In Am 6,13f finden die militärischen Erfolge in einer
kurzen Notiz ihren Niederschlag. Unter J. erreicht das NR, begünstigt
durch eine zeitweilige Schwäche seiner Nachbarn und der Großmacht
Assur, seine letzte Blüte. Ihm folgt sein Sohn Secharja auf den Thron.
Dieser wird allerdings schon nach 6 Monaten von einem Usurpator ermordet.
Damit beginnt der Niedergang des NR.
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Klaus Dorn
Letzte Änderung: 09.04.2011