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Band III (1992) Spalten 130-131 Autor: Karl Mühlek

JODOK (= Krieger, kelt.), Heiliger (Jodocus, Joos, Jobst, Jost, Josse), Fest am 13. Dezember, lebte im 7. Jahrhundert. Als Vater wird Jutha‰l, König der Bretagne (Westfrankreich), und als Mutter Prizel (lat. Prithella) genannt. Sein Bruder ist der heilige Judica‰l. - Nach dem Bericht einer anonymen Vita entzog er sich um 640 der Nachfolge auf den bretonischen Fürstenthron. Er wurde für etwa 7 Jahre Priester im Dienst des Grafen Heimo von Ponthieu (Landschaft nordwestlich von Amiens, Nordfrankreich). Als Einsiedler zog er sich dann um 644 nach Brahic (auch Ray) zurück, und zwar für 8 Jahre. Ab 652 wirkte er als Priester an der St. Martinskapelle in Runiac für 13 Jahre. 665 gründete er dann bei Montreuil (südlich von Boulogne, Nordfrankreich) eine Einsiedelei. Aus ihr entwickelte sich später die Benediktinerabtei St. Josse-sur-Mer. Nach einer Romwallfahrt lebte er wieder als Einsiedler in Runiac und an einem anderen nicht genannten Ort. Als wahrscheinliches Todesjahr gilt 669. Anfang des 9. Jahrhunderts kamen seine Reliquien in die Abtei Hyde bei Winchester (England). Angeblich wurden sie dort ein Jahrhundert später gefunden und am 25.7.977 nach St. Josse übertragen. Eine Reliquie ist angeblich auch in der St. Jodok-Kirche in Landshut (Niederbayern), aber nicht nur dort. Seine Verehrung ist seit dem 9. Jahrhundert weit verbreitet, auch in Deutschland, so beispielsweise in den Klöstern Prum und St. Maximin zu Trier. St. Jost (Eifel) besteht heute noch als Wallfahrtsort. Dargestellt wird er als Einsiedler, als Priester und als Pilger. Als Priester hat er eine Krone zu seinen Füßen, die er mit dem Stab in die Erde stößt, woraus eine Quelle entspringt. Als Pilger trägt er das Pilgergewand und den Pilgerstab. Patron ist er für viele Notlagen und Stände, vorab gegen die Pest und für die Pilger sowie Schiffer, ähnlich wie Jakobus der Ältere.

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Lit.: Vita von einem unbekannten Mönch des 9. Jahrhunderts in Mabillon AS II, 566-571; - Bes. Jost Trier, Der heilige Jodocus. Sein Leben und seine Verehrung. Nachdr. der Ausg. Breslau (1924), in Hildesheim 1977 (Vita [19-33], Gesch. des Namens, Kultzentrum, Verbreitung der Verehrung und des Namens, Literaturangaben); - BHL 4505-4511; - AnBoll XXXXIII (1925), 193 f. (kritisch); - Künstle II, 330 f.; - Zimmermann III, 430 f.; - F. Marbach, Innerschweizer. Jb. für Heimatkunde XI-XII (Luzern 1947-48), 137-184; - J. Lestocquoy, Revue du Nord XXX (Lille 1948), 184-196; - LThK V, 1960, 982; - Lex. d. N. u. H., Innsbruck-Wien 19884, 420.

Karl Mühlek

Literaturergänzung:

1983

John Howe, The date of the "Vita Judoci" by Abbot Florentius (BHL 4511), in: AnBoll 101.1983, S. 25-31; -

2008

Jost Trier, Der hl. J. Sein Leben u. seine Verehrung, zugl. ein Beitr. zur Geschichte d. dt. Namengebung. 2. Nachdr. d. Ausg. Breslau, 1924. Hildesheim 2008.

Letzte Änderung: 09.04.2011