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Band III (1992) Spalten 210-212 Autor: Georg Kreuzer

JOHANNES XIII., Papst, * in Rom als Sohn des Johannes Episcopus, † 6.9.972 in Rom. - Der ehemalige Bischof von Narni (961-965), der der stadtrömischen Aristokratie entstammte, am Lateranpalast seine Ausbildung erhalten und J. XII. als Gesandter gedient hatte, wurde in Anwesenheit von Gesandten Kaiser Ottos I. (Bischof Otger von Speyer, Liudprand von Cremona) am 1.10. 965 als Nachfolger Leos VIII. durch die Römer zum Papst erhoben. Schon kurze Zeit später (16.12. 965) wurde er von einer Gruppe von Römern unter Führung des Stadtpräfekten Petrus und des Grafen Rotfred von der Campagna verhaftet, mißhandelt, in der Engelsburg inhaftiert und schließlich in die Campagna verbannt. Im Sommer 966 gelang ihm die Flucht. Am 14.11. 966 wurde er von den Römern, die eine Intervention des von ihm zu Hilfe gerufenen Otto I. befürchteten, feierlich in die Stadt eingeholt. In ständigem Einvernehmen mit dem Kaiser ordnete er auf mehreren Synoden vorwiegend italische Angelegenheiten und verlieh Erzbischof Adalbert von Magdeburg das Pallium. Er krönte am Weihnachtsfest des Jahres 967 Otto II., den Sohn Ottos I., zum Kaiser. Am 14.4.972 krönte er auch die byzantinische Prinzessin Theophanu und vermählte sie mit Otto II. Wegen der auffälligen Förderung der Crescentier durch J. XIII. wurde auch behauptet, er habe dieser Familie angehört. Auf eigenen Wunsch wurde J. XIII. in San Paolo fuori le mura bestattet.

Werke: Quellen: Jaffé I, 470-477 (Nr. 3710-3766); LibPont II, 252-254; Böhmer/Zimmermann, Nr. 386-506; Papsturkunden 896-1046, bearb. von Harald Zimmermann, Bd. 1: 896-996, 1984, Nr. 170-220.

Lit.: Carlo Cecchelli, Note sulle famiglie Romane fra il IX e il XII secolo, II: La famiglia di Giovanni XIII e le prime fortune dei Crescenzi, in: Archivio della società Romana di storia patria 58, 1935, 72-97; - Harald Zimmermann, Parteiungen und Papstwahlen in Rom zur Zeit Kaiser Ottos des Großen, in: RHM 8/9, 1966, 29-88, vor allem 68 ff. (ergänzter Nachdr. in: Otto der Große, hrsg. v. Harald Zimmermann, 1976, 325-414, vor allem 382 ff.); - Odilo Engels, Die Gründung der Kirchenprovinz Magdeburg und die Ravennater »Synode« von 968, in: AHC 7, 1975, 136-158; - Roland Pauler, Zum Kanzler Ottos des Großen, Petrus von Pavia und einem angeblich gefälschten Papstbrief, in: QFIAB 60, 1980, 507-510; - Gerd Tellenbach, Zur Gesch. der Päpste im 10. und früheren 11. Jh., in: Institutionen, Kultur und Gesellschaft im MA. Festschr. für Josef Fleckenstein zu seinem 65. Geb., hrsg. v. Lutz Fenske u.a., 1984, 171 f.; - Heinz Wolter, Die Synoden im Reichsgebiet und in Reichsitalien von 916-1056, 1988, 88-104; - Haller II, 215-217, 554 f.; - Seppelt II, 372-378; - LexP 72; - Kelly, LexP 145; - Catholicisme VI, 484; - DThC VIII, 1, 628; - EC VI, 587 f.; - LThK V, 990 f.; - NCE VII, 1011 f.; - RGG III, 810.

Georg Kreuzer

Literaturnachtrag

2008

Alberto Papuzzi, Papa Giovanni. La chiesa, il concilio, il dialogo. Roma 2008.

Letzte Änderung: 29.12.2009