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Band III (1992) Spalten 305-326 Autor: Karl Heinz Uthemann

JOHANNES Chrysostomus, * 344/354 in Antiochien am Orontes, 397-404 Patriarch von Konstantinopel, 14.9. 407 in Komana im Pontos, seit dem 6. Jahrhundert Chrysostomos, d. h. Goldmund, genannt. - Über seine Jugend sind wir schlecht unterrichtet. J. selbst kommt nur an vier Stellen seines umfangreichen Werkes auf Umstände bzw. Ereignisse dieser Zeit zu sprechen. Sein Vater war früh verstorben, so daß er von seiner Mutter Anthusa erzogen wurde. Deren freie Wahl, das damals gewiß harte Schicksal einer Witwe auf sich zu nehmen (dazu Anthusa selbst: De sacerdotio I,2, 37-61.67-74 ed. A.-M. Malingrey [CPG 4316]), findet in der Bewunderung eines Lehrers von J. einen eindrucksvollen Widerhall (Ad uidam iuniorem, 2, 95-104 ed. G. H. Ettlinger/B. Grillet [CPG 4314]). Daß dieser Lehrer, wie oft behauptet, Antiochiens berühmter Rhetor Libanios gewesen sei, läßt sich nicht beweisen (P. Petit). Damit ist nicht in Abrede gestellt, daß J. eine gründliche Schulbildung im Sinn der hellenistischen Tradition besaß. Wie seine Mutter blieb er der Gemeinde des Meletios verbunden und ließ sich im Jahre 369 taufen; 375 hat er das Amt eines Lektors (Anagnosten) übernommen. In dieser Zeit gewinnt er seine Vertrautheit mit der antiochenischen Exegese in der Schule Diodors von Tarsos. Nach einigem Zögern (Ad Demetrium de compunctione 6: PG 47, 403 [CPG 4308]) wird J. gegen den Willen seiner Mutter (De sacerdotio I, 2, 32.75-96 ed. A.-M. Malingrey [CPG 4316]) Mönch. »Sehr wahrscheinlich« verfaßte er »schon in dieser Zeit« (Ch. Baur, I, S. 91) zwei seiner spirituell-monastischen Schriften: (a) eine Apologie: »Gegen die Feinde des Mönchtums« (CPG 4307); (b) eine Paränese: »An den abtrünnigen Theodor«, der das Leben als Mönch aufgegeben und geheiratet hatte (CPG 4305). Eine dritte Schrift, literarisch gesehen ein christliches Progymnasma, das man in diesem Zusammenhang zu nennen pflegt, die »Comparatio regis et monachi« (CPG 4500), wird in ihrer Authentizität angezweifelt (J. A. de Aldama, Repertorium, n. 327). - Nach vier Jahren als Eremit kehrte J., in seiner Gesundheit angeschlagen, »in die Welt« zurück. Im Jahre 381 wurde er Diakon des betagten Bischofs Meletios von Antiochien und 386 durch dessen Nachfolger Flavianos zum Priester geweiht. Dem caritativen Wirken, insbesondere der Armenpflege, sollte er sich sein Leben lang verbunden fühlen; seine Erfahrungen spiegeln sich in den lebensnahen Exempeln seiner späteren Predigten wider. Noch als Diakon schrieb J. zwei Trostschriften: (a) anläßlich eines Falles von »Besessenheit« verfaßte er drei Bücher über die Geduld im Leiden: »Ad Stagirium« (CPG 4310), und, (b) als eine junge Frau nach fünfjähriger Ehe ihren Mann verlor, die sogenannten »Trostworte an eine junge Witwe« (CPG 4314). Ferner handelte er (c) in zwei Schriften über den Sinn und die Notwendigkeit der Buße (CPG 4308. 4309). In einer Abhandlung (d) über die Jungfräulichkeit sucht er deren soteriologischen Wert gegen die Absolutsetzung der Manichäer und gnostischer Kreise zu bestimmen, wobei er die Ehe relativiert, wenn auch nicht verurteilt (CPG 4313). In diese Zeit fällt auch seine Warnung an Witwen, ein zweites Mal zu heiraten (CPG 4315). Hinzugefügt seien hier seine beiden Schriften gegen das Syneisaktentum, die wahrscheinlich in die Zeit seines Diakonats (vor 384, sofern Hieronymus sie damals schon zu kennen scheint) fallen (CPG 4311. 4312). - Mit seiner Priesterweihe beginnt für J. jene Predigttätigkeit, die ihm den Namen »Goldmund« einbringen sollte. Als Ende Februar 387 Kaiser Theodosios I. eine neue Steuer einforderte, kam es in Antiochien zu Unruhen, bei denen u. a. auf dem Marktplatz die Standbilder des Kaisers und von einigen seiner Familienangehörigen von ihren Sockeln heruntergerissen und durch die Straßen der Stadt geschleift wurden. Das kaiserliche Strafgericht schien unabwendbar; schon ließ der Stadtpräfekt, ein Heide, foltern und zum Tode verurteilen sowie Vermögen konfiszieren. Nach dem Aufstande hatten sich die Menschen nicht mehr auf die Straßen gewagt, wie J. berichtet, und auch trotz Fastenzeit nicht mehr in die Kirche getraut. Da beauftragte Flavianos, da er selbst eiligst nach Konstantinopel aufbrach, um beim Kaiser um Gnade für seine Stadt zu bitten, J. damit, trotz allem die Fastenpredigten zu beginnen: Es werden die berühmten sogenannten Säulenpredigten des Ch. (CPG 4330). Andere Predigtzyklen aus dieser Zeit sind z. B. die acht, nicht unmittelbar hintereinander gehaltenen Predigten gegen judaisierende Christen, »Aduersus Iudaeos« genannt (CPG 4327), in denen u. a. die Attraktivität der jüdischen Feste für die überwiegend christliche Bevölkerung der Stadt greifbar wird, ferner jene gegen Eunomios von Kyzikos und dessen Anhänger gerichteten neun Homilien »Über die Unbegreiflichkeit Gottes und die Wesenseinheit des Sohnes mit dem Vater« (CPG 4318. 4320-4323), die J. seit Oktober 386 vorgetragen hat und die erst B. de Montfaucon mit drei Predigten der Konstantinopler Zeit zu einer Predigtreihe verbunden hat. Unter den Gelegenheitspredigten dieser Zeit verdienen vor allem die Panegyrikoi auf Heilige der antiochenischen Kirche Erwähnung: auf Ignatios, den Ruhm ihrer Frühzeit (CPG 4351), auf den heiligen Babylas, der im 3. Jahrhundert Bischof von Antiochien war (CPG 4347), auf die heilige Märtyrerin Pelagia (CPG 4350), nicht zu verwechseln mit der heiligen Sünderin gleichen Namens aus Antiochien (Homilia 67 in Matthaeum: CPG 4424), auf Märtyrer wie die heiligen Iuventinus und Maximus (CPG 4349) usw. (vgl. Werke: 3.b.bb.). Von den sieben Festreden auf den Apostel Paulus (CPG 4344) sind die erste, zweite und vierte sicher, die übrigen aber höchst wahrscheinlich, wie ihr Herausgeber, A. Piédagnel, meint, in Antiochien gehalten worden, ebenso wie z. B. die drei Predigten auf die Makkabäer (CPG 4354) oder die fünf Homilien auf Samuels Mutter Anna (CPG 4411). Enkomia trug er auch auf Zeitgenossen vor, so auf den Bischof seiner Jugendtage, Meletios (CPG 4348), auf seinen Lehrer Diodor von Tarsos (CPG 4406) oder auf den Heiligen der anderen, nicht seiner eigenen nikänischen Gemeinde in Antiochien, nämlich den Bischof Eustathios (CPG 4352). In diese Zeit seiner Tätigkeit als Priester gehören auch die bedeutendsten Predigtzyklen zu bestimmten Büchern des Alten und Neuen Testaments, in denen J. seine Exegese vor allem für eine ethisch-praktische Bewußtseinsbildung seiner Zuhörer zu aktualisieren weiß und dogmatische Fragen kaum berührt werden, sieht man z. B. von den 88 im Jahre 391 gehaltenen Homilien zum J.evangelium ab, bei denen sich eine Auseinandersetzung mit den Eunomianern, d. h., vereinfacht gesagt, mit den strengen Arianern der zweiten Generation, nicht umgehen ließ (CPG 4425). Der große Zyklus von 67 Homilien zum Buche Genesis (CPG 4409) dürfte in der Fastenzeit des Jahres 388 gehalten worden sein; in welchem Verhältnis sie zu den sogenannten Sermones in Genesim (CPG 4410) stehen, die gewiß auch in der Fastenzeit entstanden sind, bedarf trotz der Beobachtungen von Ch. Baur und W. A. Markowicz noch einer Klärung. Hier sind besonders die 90 Predigten zum Matthäusevangelium (CPG 4424) aus dem Jahre 390 sowie die 32 Homilien zum Römerbrief (CPG 4427) zu nennen, die »unmittelbar nach« der Predigtreihe zu J. (CPG 4425) gehalten wurden (Ch. Baur, I, S. 248). Der überwiegende Teil seiner »exegetischen« Predigten zu Paulus stammt aus den Antiochener Jahren. Einzig seine m. W. nicht weiter datierbare Auslegung des Galaterbriefes (CPG 4430) hat die Form eines fortlaufenden Kommentars, eine Form, die J. selten gebrauchte (vgl. Werke: 4.). Aus dem Jahre 388 (389 nach M. von Bondsdorff) stammen auch die sieben Reden auf Lazarus (CPG 4329), ferner jeweils vier Homilien über den Beginn der Apostelgeschichte (CPG 4371) und über den Namenswechsel bei biblischen Gestalten (CPG 4372), jeweils eine Predigt zum »Gründonnerstag« (Verrat des Judas: CPG 4436.1: PG 49, 373-382), Karfreitag (CPG 4338) und Ostern (CPG 4340), schließlich nach B. de Montfaucon auch die Homilien über den König Ozias, sieht man von der vierten ab (CPG 4417), doch dürften die zweite und dritte sowie fünfte und sechste der letztgenannten, die einen zusammengehörigen Zyklus formen, nach ihrem Herausgeber J. Dumortier schon früher gehalten worden sein, und die erste setzt eine politische Situation voraus, die eher in den Jahren 395-398 gegeben war. Ein anderer Predigtzyklus der Antiochener Epoche liegt in den von A. Wenger im Codex Athonensis Stauronikita 6 entdeckten acht Katechesen vor: Zwei richten sich ebenso wie die beiden von B. de Montfaucon zu Unrecht als zusammengehörig herausgegebenen Katechesen (CPG 4460. 4464) an Taufbewerber (CPG 4465. 4466), die übrigen an Neugetaufte, sei es in einer Osternacht (CPG 4467), sei es in der darauf folgenden Osterwoche (CPG 4468-4472). Bezüglich der beiden genannten, von B. de Montfaucon edierten Katechesen ist anzumerken, daß die zweite in der handschriftlichen Überlieferung fast unwidersprochen im Anschluß an die oben erwähnten Säulenreden aus der Fastenzeit des Jahres 387 erscheint, während die erste, wie A. Papadopoulos-Kerameus entdeckt hatte, als erste mit drei weiteren Taufkatechesen (CPG 4461-4463) überliefert wird; deren letzte aber ist mit der dritten der von A. Wenger herausgegebenen (CPG 4467) identisch. Schließlich muß ein Thema genannt werden, das J. immer wieder beschäftigt hat, nämlich das Verhältnis des göttlichen Vorherwissens zur menschlichen Willensfreiheit. Auf dieses Thema konzentrieren sich vor allem drei Antiochener Predigten: (a) eine Homilie über die bei Jeremias 10,23 stehende Aussage: »Nicht in der Macht des Menschen liegt sein Lebensweg« (CPG 4419) sowie (b) zwei Reden über die Frage, warum die Propheten des Alten Testaments über Christus, die Berufung der Heiden und die Verwerfung der Juden so dunkel und undeutlich geweissagt haben, daß sie in Israel keinen Glauben fanden (CPG 4420). J. war der geborene passionierte Redner; in dieser Rolle konnte er voll aufgehen. In einer wahrscheinlich in Antiochien gehaltenen Homilie bekennt er, nachdem er längere Zeit wegen seiner Abwesenheit von der Gemeinde nicht hatte predigen können: »Ich habe euch nie vergessen können ... Ob ich saß oder stand, ob ich ging oder ruhte, heimkam oder ausging, immer habe ich mich mit euch beschäftigt, und selbst im Traum ließ mich der Gedanke an euch, meine Lieben, nicht los. Denn nicht bloß am hellen Tag, nein, auch in der Nacht habe ich in solchen Vorstellungen geschwelgt. Mir ging es wie Salomon, der da sagt: 'Ich schlafe, aber mein Herz wacht' (Cant. 5,2). Die Macht des Schlafes hat mir die Augen geschlossen; aber die Gewalt meiner Liebe hat mir die Augen meiner Seele geöffnet. Und oft glaubte ich im Traum, auf dem Ambo zu stehen und zu euch zu sprechen.« (De poenitentia, homilia 1: 1, PG 49, 277-278 [CPG 4333]). Aus dem Stegreif sprach J. selten. Doch, obwohl er seine Texte vorbereitete, trug er sie frei vor, und zwar, wie sein Biograph Georg von Alexandrien vermerkt, zum Erstaunen der Antiochener ohne ein Blatt oder Buch in der Hand zu halten (Vita Chrysostomi, 17, ed. F. Halkin, Douze récits [vgl. unten Quellen], S. 115 [CPG 7979]). J. war imstande, eine, ja eineinhalb Stunden im Rhythmus der Kunstprosa (E. Norden) vorzutragen. P. Maas, dem man ein gutes Urteil zuschreiben kann, hat J. mit Libanios verglichen und kommt zu dem Ergebnis, ersterer verstehe sich meisterlich auf Rhetorik, doch »er überrascht nie, er reißt nie fort, er ist kurzatmig. J. dagegen ist ein Redner von Gottes Gnaden, er spricht mühelos, kommt sofort in Schwung und läßt sich von seinen eigenen Worten weitertreiben.« (Zitiert nach Ch. Baur, I, 185.) - In Antiochien hat J. auch seinen Dialog mit Basileios von Kaisareia über das Priestertum geschrieben (ed. A.-M. Malingrey [CPG 4316]); er wird 392 schon von Hieronymus erwähnt. Die Frühdatierung (vor 386) ist heute aufgegeben: die Herausgeberin schlägt »trotz vieler Unsicherheiten« das Jahr 390 vor. Auffällig sind die Beziehungen dieser sechs Bücher »De sacerdotio« zu der an Weihnachten des Jahres 362 von Gregor von Nazianz gehaltenen Verteidigungsrede, in der er der Gemeinde seines Vaters verständlich machen will, warum er sich nach seiner Priesterweihe in die Einsamkeit zurückgezogen hat, also nicht der übernommenen Verpflichtung nachgekommen ist (Apologia de fuga: ed. J. Bernardi [Sources Chrétiennes 247], Paris, 1978, 84-240 [CPG 3010]). Neben diesem Dialog und den vielen Predigten hat J. in dieser Zeit einerseits eine Apologie des Christentums gegen die kulturbewußte intellektuelle Elite des »ausgehenden Heidentums« (De sancto Babyla contra Iulianum et gentiles [CPG 4348]), andererseits eine Art christlicher Pädagogik, äußerlich im Stil einer Predigt, geschrieben: sein »Büchlein über Hoffart und Kindererziehung« (CPG 4455), wie S. Haidacher in seinem gleichnamigen Werk (S. 20-23; vgl. Literatur) nachgewiesen hat und von der Herausgeberin mit einigen Einschränkungen wiederholt wird (A.-M. Malingrey, S. 41-47). - Im Jahre 397 wurde nach dem Tode von Nektarios der Bischofssitz von Konstantinopel vakant. Der Patriarch von Alexandrien, Theophilos, versuchte, einen ihm ergebenen Kandidaten, den Presbyter Isidor, zu inthronisieren. Er scheiterte an dem Einfluß des damals mächtigsten Mannes im Reich, dem praepositus sacri cubiculi Eutropios; und damit betritt J. Ch. jene Bühne, auf der damals die große Politik spielte. Ende November 397 wird er von dem in Antiochien residierenden Comes Orientis gebeten, sich mit ihm bei den Martyrien vor dem Romanesischen Tor, also auf der Seite des Orontes, zu treffen. Dort wird J. schlichtweg vom genannten Statthalter entführt und bei der Poststation Pagrae kaiserlichen Boten übergeben, die ihn nach Konstantinopel bringen. Er sei, wie sie ihm mitteilten, zum Bischof der Hauptstadt auserkoren (Sozomenos, Historia ecclesiastica, 8,2; Palladius, Dialogus, 5). Theophilos selbst mußte ihn - laut Synaxar der Stadt am 15. Dez. 397 - weihen, und am 26. Febr. 398 wurde er inthronisiert. Wie sich im folgenden schon bald zeigte, war er dem Intrigenspiel bei Hof und unter Bischöfen nicht gewachsen. Schwierig gestaltete sich sein Verhältnis zur Kaiserin Eudoxia, Tochter eines fränkischen Generals, deren Heirat mit Arkadios im Jahre 395 der schon genannte Eutropios unter Umständen vermittelt hatte, die den Sturz des damaligen Leiters der kaiserlichen Politik, Rufinus, und damit eine Entwicklung einleiteten (K. G. Holum, Theodosian Empresses, S. 52 f.), die Ende 395 mit dessen Ermordung durch Soldaten des Goten Gainas und der »Machtergreifung« des Eutropios endete. Zunächst scheint die Kaiserin dem neuen Bischof mit großem Wohlwollen begegnet zu sein; und dieser wußte ihr dies zu danken. Deutliche Zeugnisse dafür finden sich in J.'s Predigten, die er in Anwesenheit der Kaiserin z. B. bei der Übertragung der Reliquien des heiligen Phokas nach Konstantinopel (CPG 4364) oder jener des heiligen Thomas nach dem Vorort Drypia (CPG 4441.1) gehalten hat: Er preist ihren Glauben, ihre Bescheidenheit, ihre Demut. Daß J. es aber wagte, gegen Eutropios anzutreten, Personen, die durch ihn verfolgt wurden, wie z.B. Pentadia, die Witwe des Generals Timasios, in Schutz zu nehmen, ja ihm sogar, wie er später in einer Rede andeutete, seine unmenschlichen Taten vorhielt und dabei auch auf die Rechte der Kirche abhob (In Eutropium 1.4.5: PG 52, 392 [CPG 4392]), mußte ihn auf die Dauer nicht nur die Feindschaft des Eutropios einhandeln, sondern auch in einen Gegensatz mit der Kaiserin verwickeln. Letzteres kam all jenen zu gute, gegenüber denen er auf eine christliche Lebensführung drängte und Kritik anzubringen wagte. Auch nach dem Gotenaufstand im Jahre 399 und dem dabei erfolgten Sturz des Eutropios, den nebenbei zuerst die Kaiserin fallen ließ (bes. Philostorgios: Historia ecclesiastica 11, 6, ed. J. Bidez, S. 136; vgl. auch K. G. Holum, a.a.O., 62 f.), hat sich kein besseres Verhältnis zur Kaiserin entwickelt, vielleicht gerade deshalb, weil J. mit seiner oben schon erwähnten Rede dem in seine Kirche geflüchteten Eutropios zunächst das Leben gerettet hat. Daß dies nicht nach Wunsch von oben verlaufen war, zeigt die Tatsache, daß Eutropios, kaum an seinem Verbannungsort in Zypern angekommen, nach der Hauptstadt zurückgebracht und in Chalkedon durch den neuen Vertrauensmann der Kaiserin, Aurelianos, als Majetätsverbrecher verurteilt und hingerichtet wird. - Aus der Konstantinopler Zeit sind bedeutend weniger Predigten erhalten geblieben als aus den Antiochener Jahren. Aus den Jahren 398-400 stammt eine Reihe von fünfzehn Homilien, von denen B. de Montfaucon schon elf veröffentlicht hat; die übrigen wurden von A. Wenger entdeckt; eine kritische Edition dieser homiliae nouae (CPG 4441) ist ein echtes Desiderat. Eine von ihnen, die neunte, hielt J., »nachdem die Goten ihre Lesung gehört hatten und ein gotischer Presbyter gepredigt hatte« (A. Wenger, La tradition, 39 f.), und ist somit jenen Zeugnissen hinzuzufügen, die des J.'s seelsorgerisches Bemühen um diese weitgehend gräzisierten Barbaren zeigt. - In den folgenden eineinhalb Jahren wird die Position des J. immer schwieriger. Das offene Zerwürfnis mit der Kaiserin zeigt sich, als Bischof Porphyrios von Gaza J. bittet, für ihn beim Kaiser vorstellig zu werden, um die heidnischen Tempel in Gaza schließen zu lassen. J. antwortet ihm, er könne leider für ihn beim Kaiser nichts erreichen, da er bei der Kaiserin in Ungnade gefallen sei; er habe ihr Vorhaltungen wegen eines unrechtmäßig erworbenen Gutes gemacht (Marcus Diaconus, Vita Porphyrii 37, 12-15 ed. H. Grégoire/M.-A. Kugener). Ob man nun mit den Herausgebern der Quelle annimmt, dieses Gespräch habe im Oktober des Jahres 400 stattgefunden (man vgl. die kritischen Bemerkungen von Ch. Baur, II, 155-160), oder aber ein späteres Datum kurz nach Ostern des Jahres 401 voraussetzt, für das m. E. vor allem das Geburtsdatum und die Taufe von Theodosios II. sprechen (vgl. unten), eines steht fest, Eudoxia war zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Am 9. Jan. 400 hatte sie den Rang einer Augusta erhalten, was sie »verfassungsrechtlich« (im Sinn von H.-G. Becks Sprachgebrauch) auf eine Weise aufwertete, die außerhalb der theodosianischen Dynastie kein Analogon findet: Sie war wie der Kaiser a Deo coronata (K. G. Holum, a.a.O., 65-67.69); und nachdem Gainas im Juni 400 die Stadt verlassen und die anti-gotische Partei unter Führung von Aurelianos die Herrschaft für sich gesichert hatte, war die Macht von Augustus und Augusta in der Stadt ungebrochen. Daß Eudoxia dem Kaiser am 10. April 401 (H. Grégoire/M.-A. Kugener, Quand est né l'empereur Théodose II?, in: Byzantion 4 (1927/28), 337-348) nach drei Töchtern einen Sohn gebar, dürfte angesichts der oben angesprochenen dynastischen Gefühle in der Familie der Theodosianer (mochten diese auch im Prinzip der ungeschriebenen Verfassungswirklichkeit des Reiches zuwiderlaufen) ihre Stellung noch gestärkt haben. Mitte Januar 401 war Ch. nach Ephesos gereist, wie es heißt, auf Bitten der Bischöfe und Kleriker von Asia, um insbesondere gegen Simonisten ordnend einzugreifen. Von dort kehrte er erst nach Ostern, d. h. nach dem 14. April 401, zurück. Als seinen Vertreter im Predigtamt hatte er vor seiner Abreise einen Bischof, Severian von Gabala, und als Sachwalter über die wirtschaftlichen Belange einen Diakon, Serapion, eingesetzt. Ersterer fühlte sich eines Tages durch den Diakon nicht hinreichend in seiner Würde beachtet, als dieser sich vor ihm, dem Bischof, nicht, wie es üblich war, von seinem Sitz erhob, um ihn vorbeigehen zu lassen. Serapion behauptete, Severian nicht bemerkt zu haben; doch dieser wies jede Entschuldigung zurück und forderte von J., als dieser wieder in der Stadt war, Serapion abzusetzen. Es kam zu einem gespannten Verhältnis zwischen Severian und J.; Severian aber besaß das Vertrauen der Kaiserin (so Sozomenos, Historia ecclesiastica 8, 10). Er hatte in Abwesenheit des J. den neugeborenen Theodosios II. getauft (vgl. Gennadius, De uiris illustribus 21). Mochte auch der Streit zwischen beiden Bischöfen, nachdem die Kaiserin und einige Hofdamen zugunsten Severians eingegriffen hatten (Socrates, Historia ecclesiastica 6, 11), zu einem in der Öffentlichkeit durch Predigten demonstrierten Friedensschluß führen (vgl. J.'s Predigt »De recipiendo Seueriano« [CPG 4395] und Severians Antwort, die Predigt De pace [CPG 4214; vgl. unten Quellen], die im allgemeinen zu den echten Severiana gerechnet wird, wenn auch die im Kontext schwer situierbaren Ausführungen über wütende, gedemütigte Häretiker zur Vorsicht mahnen sollten), unter der Oberfläche schwelte es weiter (vgl. die Zusammenfassung bei M. Aubineau, Un traité, 12-15). Und da manches auch in die Öffentlichkeit gedrungen war, wie J. in der soeben genannten Predigt bezeugt, kam es in der Stadt zu ersten Parteibildungen. Gefährlich wurde für J. vor allem ein Kreis ihm feindlich gesinnter Bischöfe, die in der Hauptstadt weilten und ihrer Residenzpflicht in der Provinz nicht nachkamen, wohl aber gute Kontakte zum Hof besaßen, wie z. B. Akakios von Beröa und Antiochos von Ptolemais. Unter den Damen aus dem Gefolge der Eudoxia besaß J. nicht wenige erbitterte Feindinnen (Palladius, Dialogus, 4); zu ihnen gehörten z. B. Marsa, eine Gotin und Witwe des Generals Promotus, deren Ziehkind die Kaiserin nach dem Tode ihres Vaters Bauto gewesen ist. J. hatte dem Bischof von Gaza selbst mitgeteilt, daß das Zerwürfnis zwischen ihm und der Kaiserin damit zusammenhänge, daß er ihr Vorwürfe wegen einer unrechtmäßigen Aneignung irgendeines Besitzes gemacht hat: um was es sich handelt, wird nicht gesagt, und auch nicht, wer der Vorbesitzer gewesen ist. In späteren Quellen wird daraus die Geschichte vom Weinberg der Witwe des Theognostos. Die Vermutung liegt nahe, daß im Zusammenhang mit dieser Version die von Palladius (Dialogus, 8) überlieferte Anklage der Eichensynode (vgl. unten) steht, J. habe Eudoxia eine Jezabel genannt; wie es zu einer solchen Anklage kommen konnte, bleibt auf Grund der Quellenlage letztlich undurchsichtig. Doch sollte man hier einerseits die Berichte nicht vergessen, Severian von Gabala und seine Freunde hätten die Predigten des J. nach Anklagemöglichkeiten durchsucht, ja sie hätten einige ver- oder gefälscht, um zu beweisen J. habe die Kaiserin und andere Personen vom Hof verspotten wollen (Palladius, Dialogus, 6; vgl. auch Socrates, Historia ecclesiastica, 6, 15; Sozomenos, Historia ecclesiastica, 8, 16). Andererseits hat Eudoxia sicher kein offenes Ohr für kritische Worte an ihrer Lebensführung gehabt, und J. war gewiß jemand, der offen seine Abneigung gegen weibliche Eitelkeiten in seinen Predigten zeigte. Die neuerdings vertretene These - bei K. G. Holum, a.a.O., 71.72 mit der wichtigsten Literatur wiederholt -, bei dem Besitz, den die Kaiserin für sich zu vereinnahmen suchte, habe es sich um Güter der Diakonissin Olympias gehandelt, mit der sich J. stets besonders verbunden fühlte, findet in den Quellen keinen Anhalt. - Kirchenpolitische Dimensionen bekam das Zerwürfnis, als J. im Jahre 402 in den durch Epiphanios von Salamis (Zypern) angezettelten und vor allem durch Hieronymus entfachten ersten Origenistenstreit hineingezogen wurde. Der Alexandriner Patriarch Theophilos hatte kräftig in diesen eingegriffen und dadurch eine Handhabe gefunden, um seine Macht in die nitrische Wüste auszudehnen; als nun von dort geflohene Mönche, die vier sogenannten Langen Brüder und ihr Anhang, in Konstantinopel eintrafen und bei J. Klage gegen Theophilos zu erheben suchten, bei ihm aber angesichts der kirchenrechtlichen Situation nichts erreichten (Palladius, Dialogus, 6-7) und sodann im Martyrium des Johannes des Täufers auf dem Hebdomon der Kaiserin, vermutlich am 24. Juni 402, ihre Klageschriften übergeben hatten und der Kaiser Theophilos nach Konstantinopel vorladen ließ (Palladius, Dialogus, 8), da fand sich J. in einen Konflikt verwickelt, in dem er letztlich scheitern mußte, weil er bei Hof keinen Rückhalt besaß. Er wurde durch den Kaiser, ohne daß er sich jemals damit einverstanden erklärt hatte (vgl. seinen auch bei Palladius, Dialogus, 2, überlieferten Brief an Papst Innozenz [CPG 4402]), zum Richter des Alexandriner Patriarchen bestellt, der nun geschickt mit Verzögerungstaktik antwortete. Als erstes erscheint nämlich als Theophilos Vorhut in der Kaiserstadt der gerade genannte Epiphanios von Salamis, bei aller Bildung ein frommer, naiver Ketzerjäger, wie sie öfter in der Kirchengeschichte begegnen; er sucht unter den Gläubigen Unmut gegen Origenes Lehre und so gegen die Langen Brüder und J. zu schüren; doch verließ er die Stadt, da ihm wegen des durch J. deutlich ausgeübten Gegendruckes Erfolg nicht beschieden schien; der Kirchenhistoriker Sozomenos (8, 15) meint, daß ihn ein Gespräch mit den Langen Brüdern milder gestimmt und zum Abbruch seiner Aktion bewegt habe; wie dem auch sei, er fuhr ab und starb auf hoher See am 12. Mai 403. Als zweites ließ Theophilos eine Verleumdungskampagne gegen J. inszenieren, um die Kaiserin so unversöhnlich zu stimmen, daß sich der gegen ihn anstehende Prozeß zu seinen Gunsten und zum Nachteil seines Richters wenden lassen sollte. Dazu gebraucht er eine im Wortlaut nicht mehr erhaltene Predigt des J. gegen die weibliche Putzsucht und jene schon genannten Bischöfe wie Severian von Gabala, die der Kaiserin den Inhalt der Predigt hinterbrachten und als eine gegen ihre Person gerichtete Spitze des J. interpretierten (Palladius, Dialogus, 6; Socrates, Historia ecclesiastica, 6, 15; Sozomenos, Historia ecclesiastica, 8, 16). Erst im August 403 traf Theophilos ein, und zwar in Chalkedon, gegenüber der Hauptstadt. Der dortige Bischof Kyrinos war Ägypter, Freund des Severian von Gabala und offener Feind des J. Bei diesem versammelte Theophilos seinen Anhang, die Gegensynode, um, wie er sagte, J. abzusetzen. Dann erst ließ er zu einem Palast der Eudoxia übersetzen, wo er drei Wochen verblieb, ohne Kontakt zu J., wohl aber zu dessen Feinden zu suchen (Palladius, Dialogus, 8). Es kam somit zur sogenannten Eichensynode, benannt nach jenem Landgut in der Nähe von Chalkedon, wo sie im Herbst 403 stattfand. Daß sie tagen konnte, setzte das Einverständnis des Hofes voraus; angesichts der Tatsache, daß der Kaiser selbst J. nach der Ankunft des Theophilos in Chalkedon aufgefordert hatte, »hinüberzufahren« und den Prozeß gegen den Alexandriner zu beginnen (Palladius, Dialogus, 2), zeigt sich mit der Eichensynode die faktische Macht der Kaiserin. Alle Feinde des J. waren hier versammelt; die Anklagepunkte sind uns im Codex 59 der sogenannten Bibliothek des Photios überliefert. J. weigert sich, vor der Synode zu erscheinen und wird offenbar, da dies von seinen Feinden später stets betont wird, abgesetzt. Der Kaiser läßt ihn verbannen; doch kaum aus der Stadt, wird er wieder zurückgeholt. Die Gründe bleiben für die Nachwelt undurchsichtig. Socrates und Sozomenos sprechen allgemein vom Volkszorn, der die Kaiserin erschreckt habe; Palladius deutet eine Fehlgeburt der Eudoxia an. Ihren Niederschlag haben diese Vorgänge um die erste Verbannung des J. in einigen Predigten gefunden; die überlieferten Texte (CPG 4396-4399) sind zumindest teilweise bezüglich ihrer Authentizität umstritten. Kaum heimgekehrt, sah sich J. neuen Intrigen ausgesetzt. Als im November 403 der Stadtpräfekt Simplikios auf dem Augusteion genannten Platz gegenüber Bischofskirche und -palast das berühmte Silberstandbild der Eudoxia errichten ließ und die damit verbundenen Volksbelustigungen den Gottesdienst störten, soll J. eine unglückliche Bemerkung gemacht haben, die der Kaiserin hinterbracht wurde (Socrates, Historia ecclesiastica, 8, 20). Als er dann den Kaiser bat, eine Synode einzuberufen, um vor ihr seine Unschuld zu beweisen (Palladius, Dialogus, 2), als er drittens, wie Socrates und Sozomenos a.a.O. berichten, im Winter 403/404 auf dem Hebdomon beim Martyrion des Johannes Baptista eine Predigt mit den Worten beginnen ließ: »Wiederum rast die Herodias, wiederum gerät sie außer sich, wiederum tanzt sie, wiederum verlangt sie danach, das Haupt des J. auf einer Schüssel serviert zu bekommen!« (wahrscheinlich der historische Kern für die pseudo-chrysostomische Predigt CPG 4570), da dürfte bei der Kaiserin der Entschluß klar gewesen sein, J. endgültig aus der Stadt zu entfernen. Eine »Synode« wurde inszeniert; da der Kaiser aber eine Vertretung beider Parteien verlangte (Palladius, Dialogus, 9), kamen auch die Anhänger des J. zu Wort; doch zu einer Entscheidung des Kaisers kam es über Monate nicht. Die Folge war, daß sich die Parteiung in der Bevölkerung deutlicher herausschälte. Erst kurz vor dem Osterfest des Jahres 404 erließ der Kaiser ein an J. gerichtetes Edikt: Ohne ihn abzusetzen, befahl er ihm, seine Kirche zu verlassen. J. antwortete, er werde nur offener Gewalt weichen. Daraufhin wurde er durch ein kaiserliches Schreiben abgesetzt, durfte aber laut Schreiben, da man sich offenbar nicht zu irgendeiner gewaltsamen Maßnahme gezwungen sehen wollte, in seinem Palast bleiben. Ostern nahte; in diesem Jahr fiel es auf den 17. April. Und mit Ostern kam die Taufe der Katechumen; im Jahre 404 sollen es über 3000 gewesen sein, und die Gegner des J. versuchten alles, um zu verhindern, daß diese durch einen Anhänger des »Gefangenen im Bischofspalast« getauft würden. Selbst Militär setzten sie ein. Es wurde eine blutige Osternacht; und in den folgenden Wochen kam es zur Verfolgung der »Johanniten«. Unter diesen Umständen gab Ch. nach und ließ sich am 8. Juni 404, ohne sich von seiner versammelten Gemeinde verabschiedet zu haben, aus der Stadt bringen: Seine zweite Verbannung hatte begonnen. Als er vom Schiff aus auf Konstantinopel zurückblickte, sah er seine Bischofskirche, in der seine Gemeinde vergeblich auf ihn gewartet hatte, in Flammen aufgehen. Was den Brand verursacht hat, ist nie geklärt worden; viele Anhänger des J. wurden als Brandstifter verurteilt, unter ihnen Olympias, die oben erwähnte Vorsteherin der Diakonissinen (Sozomenos, Historia ecclesiastica, 8, 24); sie wurde nach Nikomedien verbannt, wohin ihr J. aus dem Exil siebzehn Briefe schickte (CPG 4405). - Die ersten Jahre seiner Verbannung verbrachte J. im östlichen Kappadokien, der damaligen Provinz Armenia Secunda, in Kukusus bzw., wenn die Gegend durch isaurische Räuberbanden verunsichert wurde, in der befestigten Stadt Anabissos, dem heutigen Yarpuz. Von dort schrieb er unermüdlich an seine verlassene Gemeinde; wir besitzen noch über 200 von diesen Briefen (CPG 4405). In zwei »Traktaten«, die damals entstanden sind, beschäftigt er sich in apologetischer Absicht mit dem Thema der göttlichen Vorsehung. Der erste, von Frau A.-M. Malingrey leider als »Lettre d'exil« herausgegeben, allgemein benannt nach seiner paradox formulierten Leitthese »Quod nemo laeditur nisi a seipso« (CPG 4400), ist seinem genus litterarium nach eine Diatribe, die sich von den kynisch-stoischen Diatriben der zweiten Sophistik nur durch die biblischen Beispiele unterscheidet (M. A. Schatkin, S. 82-105). Der zweite »Traktat«, von J. selbst ein λογός genannt, der zum Vor- oder lauten Lesen bestimmt ist (Ep. ad Olympiadem 17,4; PG 52,384 [CPG 4405]), stellt keine rein theoretische Abhandlung über die Vorsehung dar und ist in diesem Sinn kein Traktat, sondern eine durch die persönliche Erfahrung eingefärbte Apologie oder Verteidigungsschrift für die göttliche Vorsehung, die sich an jene Menschen richtet, die angesichts der Verbannung des J. und der Zustände ihrer Kirche Anstoß nehmen und leiden (M. A. Schatkin, S. 105-158). Es geht J. hier darum, Leiden auf Grund eines umfassenderen Sinnverständnisses annehmbar erscheinen zu lassen. - Da sich die kirchliche Situation in Konstantinopel nicht beruhigen konnte, solange J. in so intensivem Kontakt mit seinen Anhängern stand, wie es durch die genannten Briefe und Schriften bezeugt wird, beschloß der Kaiser im Frühjahr 407, J. an einen einsameren Ort, nach Pityus am Schwarzen Meer, deportieren zu lassen. Nach Palladius (Dialogus, 11) stellte man dem die Order ausführenden Offizier eine Beförderung in Aussicht, falls J. unterwegs, wie es dann tatsächlich geschah, an den Entbehrungen dieses langen Fußmarsches sterben sollte. Im Hochsommer brach man von Anabissos auf; J. starb vor Erschöpfung am 14. September im pontischen Komana. Die Kirche gedenkt seiner am 27. Januar.

Werke: Wenn keine modernen Editionen vorliegen, wird im folgenden die Ausgabe von J. P. Migne, Patrologia Graeca, Paris, 1857-1886, Band 47-64 genannt (= PG), die im wesentlichen nichts anderes als eine Wiedergabe der Ausgabe von B. de Montfaucon, S.P.N. Ioannis Chrysostomi opera omnia quae exstant uel eius nomine circum feruntur, tom. 1-13, Parisiis, 1718-1738, darstellt; wenn von einem Text nur die lat. Übers., die wahrscheinlich um 415 von Annianus von Celeda angefertigt wurde, erhalten ist, wird dies ausdrücklich vermerkt. Vgl. dazu A. Wilmart, La collection des 38 homélies latines de saint J. Ch., in: Journal of Theological Studies 19 (1918), 305-327; E. Honigmann, Patristic Studies (Studi e Testi 173), Città del Vaticano, 1973, 54-58; W. Wenk, Zur Sammlung der 38 Homilien des Ch. Latinus, Diss., Wien 1980. Mit dem Sigel PL wird auf den entspr. Band von J. P. Migne, Patrologia Latina, editio prior Parisiis, 1844-1864, verwiesen. - 1. Abhandlungen: a. monastisch-spirituellen Inhalts und Verwandtes: Ad Theodorum lapsum libri 1-2: ed. J. Dumortier, S. J. Ch. A Théodore (Sources chrétiennes 117), Paris, 1966 (CPG 4305); Aduersus oppugnatores uitae monasticae libri 1-3: PG 47, 319-386 (CPG 4307); De uirginitate: ed. H. Musurillo/B. Grillet, J. Ch. La virginité (Sources Chrétiennes 125), Paris, 1966 (CPG 4313). b. pastoralen Inhalts: Ad Demetrium de compunctione liber primus: PG 47, 393-410 (CPG 4308); Ad Stelechium de compunctione liber secundus: PG 47, 411-422 (CPG 4309); Ad Stagirium libri 1-3: PG 47, 423-494 (CPG 4310); Contra eos qui subintroductas habent: ed. J. Dumortier, Saint J. Ch. Les cohabitations suspectes (Les Belles Lettres), Paris 1955, 44-94 (CPG 4311); Quod regulares feminae uiris cohabitare non debeant: ed. J. Dumortier, a.a.O., 95-137 (CPG 4312); Ad uiduam iuniorem: ed. G. H. Ettlinger/B. Grillet, J. Ch. A une jeune veuve. Sur le mariage unique (Sources Chrétiennes 138), Paris 1968 (CPG 4314); De non iterando coniugio: ed. G. H. Ettlinger/B. Grillet, a.a.O., 112-159 (CPG 4315); De inani gloria et de educandis liberis: ed. A.-M. Malingrey, J. Ch. Sur la vaine gloire et l'éducation des enfants (Sources Chrétiennes 188), Paris 1972. c. apologetischen Inhalts: De s. Babyla contra Iulianum et gentiles: ed. M. Schatkin, Critical Edition of, and Introduction to St. John Chrysostom's »De Sancto Babyla, contra Iulianum et Gentiles«, Ann Arbor, Michigan 1968 (CPG 4348); Quod nemo laeditur nisi a seipso: ed. A.-M. Malingrey, J. Ch. Lettre d'exil (Sources Chrétiennes 103), Paris 1964 (CPG 4400); Ad eos qui scandalizati sunt: ed. A.-M. Malingrey, J. Ch. Sur la providence de Dieu (Sources Chrétiennes 79), Paris 1961. - 2. Dialog: De sacerdotio libri sex: ed. A.-M. Malingrey, J. Ch. Sur le sacerdoce (Sources Chrétiennes 272), Paris 1980. - 3. Predigten: a. Predigtzyklen oder -reihen: aa. zur Auslegung einzelner Schriften des AT bzw. NT: 1) Homiliae in Genesim: PG 53, 21-54, 580 (CPG 4409); in welchem Verhältnis zu diesen die neun Sermones in Genesim (PG 54, 581-630: CPG 4410) stehen, bedarf noch einer Klärung (vgl. Ch. Baur, in: Theologische Quartalschrift 108 (1927), 221-232; W. A. Markowicz, in: Theological Studies 24 (Baltimore 1963), 652-664. 2) In Matthaeum homiliae 1-90: PG 57, 13-58, 794 (CPG 4424). 3) In Iohannem homiliae 1-88: PG 59, 23-482 (CPG 4425). 4) In Acta Apostolorum homiliae 1-55: PG 60, 13-384 (CPG 4426). 5) In epistula ad Romanos homiliae 1-32: ed. F. Field, Ioannis Chrysostomi interpretatio omnium epistularum Paulinarum, Oxford 1845-1862: vol. I (CPG 4427). 6) In epistulas I et II ad Corinthos: ed. F. Field, a.a.O., vol. II. III (CPG 4428. 4429). 7) In epistulam ad Ephesios homiliae 1-24; ed. F. Field, a.a.O., vol. IV (CPG 4431). 8-11) In epistulam ad Philippenses, ad Colossenses necnon ad I et II Thessalonicenses: ed. F. Field, a.a.O., vol. V (CPG 4432-4435). 12-15) In epistulam I et II ad Timotheum, ad Titum, ad Philemonem: ed. F. Field, a.a.O., vol. VI (CPG 4436-4439). 16) In epistulam ad Hebraeos homiliae 1-34: ed. F. Field, a.a.O., vol. VII (CPG 4440). bb. sonstige: 1) Ad populum Antiochenum homiliae 21 (sog. Säulenreden): PG 49, 15-222 (CPG 4330). 2) De incomprehensibili dei naturae homiliae Antiochiae habitae (Reden gegen die Eunomianer): hom. 1-5 ed. A.-M. Malingrey, Jean Chrysostome. Sur l'incompréhensibilité de Dieu (Sources Chrétiennes 28bis), Paris 1970 (CPG 4318); hom. 6-9: PG 48, 755-796 (CPG 4320-4323); hier werden gewöhnlich zwei weitere Predigten hinzugefügt: Contra Anomoeos homilia Constantinopoli habita: PG 48, 795-802 und De Christi diuinitate: PG 48, 801-812 (CPG 4324-4325). 3) Aduersos Iudaeos orationes octo: PG 48, 843-942 (CPG 4327). 4) De Lazaro conciones septem: PG 48, 963-1054 (CPG 4329). 5) De Maccabaeis homiliae tres: PG 50, 617-628 (CPG 4354). 6) In principium Actorum homiliae quattuor: PG 51, 65-112 (CPG 4371). 7) De mutatione nominum homiliae quattuor: PG 51, 113-156 (CPG 4372). 8) De Anna sermones quinque: PG 54, 631-676 (CPG 4411). 9) De Dauide et Saule homiliae tres: PG 54, 675-708 (CPG 4412). 10) In Oziam, communiter In illud: Vidi dominum (Is. 6,1-6) homiliae II.III.V.VI: ed. J. Dumortier, Jean Chrysostome. Homélies sur Ozias (Sources Chrétiennes 277), Paris 1981 (CPG 4417). 11) Catecheses ad illuminandis [a] series prima: PG 49, 223-232; A. Papadopoulos-Kerameus, Varia graeca sacra, Petropoli (= St. Petersburg) 1909, 154-183 (CPG 4460-4463); [b] series tertia: ed. A. Wenger, J. Ch. Huit catéchèses baptismales (Sources Chrétiennes 50), Paris 1957 (19702) (CPG 4465-4472). - b. Gelegenheitsreden: aa. handschriftlich zu einer Edition verbunden: Homiliae XV in Constantinopoli habitae (ita dictae nouae homiliae): PG 63, 467-494; 56, 263-270; 63, 493-524; 56, 247-256; 63, 523-530 und zwei unedierte Predigten: A. Wenger, La tradition des oeuvres de saint Jean Chrystome, in: (REB) Revue des tudes Byzantines 14 (1956), 32-43 (CPG 4441). bb. Panegyriken: De beato Philogonio: PG 48, 747-756 (CPG 4319); In sanctum Paulum apostolum homiliae septem: ed. A. Piédagnel, J. Ch. P negyriques de S. Paul (Sources Chrétiennes 300), Paris 1982 (CPG 4344); In sanctum Lucianum martyrem: PG 50, 519-526 (CPG 4346); In Babylam martyrem: PG 50, 527-534 (CPG 4347); In Iuuentinum et Maximum martyres: Ignatium martyrem: PG 50, 587-596 (CPG 4351); In Eustathium Antiochenum: PG 50, 597-606 (CPG 4352); In Romanum martyrem: PG 50, 605-612 (CPG 4353); In s. Bernicem et Prosdocem: ed. W. Vander Meiren, vgl. Analecta Bollandiana 102 (1984) (CPG 4355); In Iulianum martyrem: PG 50, 665-676 (CPG 4360); In Barlaam martyrem: PG 50, 675-682 (CPG 4361); In Drosidem martyrem: PG 50, 683-694 (CPG 4362); In martyres Aegyptios: PG 50, 693-698 (CPG 4363); In Phocam martyrem: PG 50, 699-706 (CPG 4364); In Heliam: PG 51, 337-348 (CPG 4387). Auf vom Prediger zu ihren Lebzeiten noch gekannte Personen: De Meletio Antiocheno: PG 50, 515-520 (CPG 4345); Laus Diodori Tarsensis: PG 52, 761-766 (CPG 4406; vgl. CPG 4407). Zu Epiphanie: De baptismo Christi: PG 49, 363-372 (CPG 4335); vgl. auch die unter ee. genannte Predigt zu Tit. 2,11 (CPG 4456). Zur Auferweckung des Lazarus (in der späteren Liturgie Gedächtnis am Palmsamstag): PG 50, 641-644 (CPG 4356). Zum Karfreitag: De cruce et latrone homiliae: PG 49, 399-418 (CPG 4338. 4339). Zu Ostern: De resurrectione mortuorum: PG 50, 417-432 (CPG 4340);De resurrectione Christi: PG 50, 433-442 (CPG 4341); In sanctum pascha: PG 52, 765-772 (CPG 4408: vielleicht nicht authentisch). Zu Himmelfahrt: In ascensionem Christi: PG 50, 441-452 (CPG 4342). Zu Pfingsten: In sancta pentecoste homiliae: PG 50, 453-470 (CPG 4343). cc. Reden zu bestimmten Ereignissen: Sermo cum presbyter fuit ordinatus: PG 48, 693-700 (CPG 4317); In kalendas, initio anni 388 habita homilia: PG 48, 953-962 (CPG 4328); In diem natalem: PG 49, 351-362 (CPG 4334); De terrae motu: PG 50, 713-716 (CPG 4366); In Eutropium: PG 52, 391-396 (CPG 4392); De Saturnino et Aureliano: PG 52, 413-420 (CPG 4393); De regressu ex Asia: ed. A. Wenger, L'homélie de saint J. Ch. »à son retour d'Asie«, in: REB 19 (1961), 110-123; De recipiendo Seueriani Gabalitensi: PG 52, 423-426 lat. Übers. des Annianus von Celeda (CPG 4395); Sermones cum iret in exilio: PG 52, 427*-432, 435*-438 (CPG 4396. 4397); Sermones post reditum ab exilio: PG 52, 439-442 (lat. Übers. des Annianus von Celeda), 443-448 CPG 4398. 4399). dd. apologetischen Inhalts: Contra Iudaeos et gentiles quod Christus sit deus: ed. N. G. McKendrick, Quod Christus sit Deus, Microfilms, Ann Arbor, Michigan 1966 (CPG 4326); De prophetiarum obscuritate homiliae duae: PG 56, 163-192 (CPG 4420). ee. zu bestimmten Schriftworten: In Ps. 48, 17 homiliae duae: PG 55, 499-518 (CPG 4414); In Is. 45, 7: PG 56, 141-152 (CPG 4418); In Ier. 10, 23: PG 56, 153-162 (CPG 4419); De decem millium talentorum debitore: PG 51, 17*-30 (CPG 4368); In Matth. 26,39: PG 51, 31-40 (CPG 4369); In Rom. 8,28: PG 51, 165-172 (CPG 4374); In Rom. 12,20: PG 51, 171-172 (CPG 4375); In Rom. 16,3 homiliae duae: PG 51, 187-208 (CPG 4376); In I Cor. 7,2: PG 51, 217-226 (CPG 4377); In I Cor. 10,1: PG 51, 241-252 (CPG 4380); In I Cor. 11,19: PG 51, 251-260 (CPG 4381); In II Cor. 4,13 homiliae tres: PG 51, 271-302 (CPG 4383); In II Cor. 11,1: PG 51, 301-310 (CPG 4384); In Gal. 2,11: PG 51, 371-388 (CPG 4391); In I Tim. 5,9: PG 51, 321-338 (CPG 4386); In II Tim. 3,1: PG 56, 271-280 (CPG 4423); In Tit. 2,11: ed. A. Wender, Une homélie inédite de J. Ch. sur l'piphanie, in: REB 29 (1971), 117-135; hinzufügen kann man hier eine Predigt auf den Ps. 145: PG 55, 519-528 (CPG 4415) sowie eine Homilia in poenitentiam Niniuitarum: PG 64, 424-433(CPG 4442). ff. sonstige Gemeindepredigten: De diabolo tentatore homiliae 1-3: PG 49, 241-276 (CPG 4332); De paenitentia homiliae 1-5; PG 49, 277-323 (CPG 4333); De proditione Judae homilia prima: PG 49, 373-382 (CPG 4336); Non esse ad gratiam concionandum: PG 50, 653-662 (CPG 4358); Quales ducendae sint mulieres: PG 51, 225-242 (CPG 4379); De eleemosyna: PG 51, 261-272 (CPG 4382); De futurae uitae deliciis: PG 51, 347-354 (CPG 4388); Peccata fratrum non euulgandum: PG 51, 353-364 (CPG 4389); Non esse desperandum: PG 51, 363-372 (CPG 4390); De coemeterio Constantinopoli habita: PG 49, 393-398 (CPG 4337); allgemein auf Märtyrer: PG 50, 645-654 (CPG 4357); PG 50, 661-666 (CPG 4359); PG 50, 705-712 (CPG 5365); In Oziam, communiter In illud Vidi Dominum (Is 6,1-6) homiliae I et IV: ed. J. Dumortier, Jean Chrysostome. Homélies sur Ozias (Sources Chrétiennes 277), Paris 1981. Keine vollst. Predigten sind die sechs kleinen Texte De fato et prouidentia: PG 50,749-774 (CPG 4367); Fronton du Duc hielt sie für Blütenlesen (»florilegia«), was B. de Montfaucon bezweifelte; wahrsch. handelt es sich um Eklogen (vgl. CPG 4684. 4685), die in der handschriftl. Überlieferung in Verbindung mit zwei ähnlich kurzen Texten älteren Ursprungs auftreten (CPG 4912. 4956).

4. Exegetische Kommentare: Expositiones in psalmos: nur mehr fragmentarisch überliefert, vgl. PG 55, 39-498 (Lit. CPG 4413); Commentarius in Job: H. Sorlin, J. Ch. Commentaire sur Job. I. II (Sources Chrétiennes 346, 348), Paris 1988; aus Katenen stammende Zitate zum Buch Job, die aber nicht nur aus diesem unedierten Traktat, sondern aus dem gesamten Opus des Ch. genommen sind, finden sich in PG 64, 503-656 (CPG 4443. 4444); Commentarius in Prouerbia ineditus: Codex Patmensis 161, ff. 1-62v (10. Jh.) (CPG 4445. 4446); Commentarius in Isaiam: Fragment zu Is. 1-8,10: ed. J. Dumortier, J. Ch. Commentaire zur Isae (Sources Chrétiennes 304), Paris 1983 (CPG 4416); In epistulam ad Galatas commentarius: ed. F. Field, Ioannis Chrysostomi interpretatio omnium epistularum Paulinarum, Oxford 1845-1862, vol. IV, 1-103 (CPG 4430). - 5. Briefe: Epistulae duae ad Innocentium papam: PG 52, 529-536 (CPG 4402-4403); Epistulae 1-17 ad Olympiadem: ed. A.-M. Malingrey, Lettres à Olympias (Sources Chrétiennes 13bis), Paris 1968 (CPG 4405); Epistulae aliae ab exilio missae: PG 52, 623-758, zu vergleichen ist P. G. Nicolopoulos, Aἱ εἰς τόν 'Iωάννην τόν Xρυσόστομον ἐσϕαλμένως ἀποδιδόμεναι ἐπιστολαί, Athens, 1973 (CPG 4405). - Quellen zum Leben des J.: Marcus Diaconus, Vita Porphyrii episcopi Gazensis: ed. H. Grégoire/M. A. Kugener, Marc le Diacre. Vie de Porphyre, évêque de Gaza. Texte établi, traduit et commenté (Collection byzantine de l'Association G. Budé), Paris 1930 (CPG 6722); Palladius, Dialogus de uita Iohannis Chrysostomi: PG 47, 5-82 und P. R. Coleman-Norton, Palladii Dialogus de Vita s. Joannis Chrysostomi, Cambridge 1928 (19582) (CPG 6037); Philostorgius, Historia ecclesiastica, ed. J. Bidez/F. Winkelmann, Philostorgius, Kirchengeschichte (Die griech. christl. Schriftsteller o. N.), Berlin 1972; Seuerianus Gabalitensis, De pace: ed. A. Papadopoulos-Kerameus, I, Petropoli (= St. Petersburg), 1891, 15-26 (CPG 4214); Socrates Scholasticus, Historia ecclesiastica: PG 67, 33-841 (CPG 6028); Photii Bibliothecae codex 59, ed. R. Henry (Collection byzentine de l'Association G. Budé), tome I, Paris 1959, 52-57; Sozomenos, Historia ecclesiastica: ed. J. Bidez/G. C. Hansen, Sozomenus Kirchengeschichte (Die griech. christl. Schriftsteller 50), Berlin 1960 (CPG 6030); Viten des J.: ed. F. Halkin, Douze récits byzantins sur saint J. Ch. (Subsidia Hagiographica 60), Bruxelles 1977; F. van Ommeslaeghe, Une vie acéphale de saint J. Ch. dans le Batopedinus 73, in: Analecta Bollandiana 94 (1976), 331-333. Als Quelle für das Verhältnis von Severian zu Theodosios II. wurde zitiert: Gennadius, De uiris illustribus: ed. E. C. Richardson (Texte und Untersuchungen 14, 1), Leipzig 1896.

Lit.: 1. Instrumenta: Ch. Baur, S. J. Ch. et ses oeuvres dans l'histoire littéraire, Paris/Louvain 1907; - M. Geerard, Clauis Patrum Graecorum, Vol. II, Turnhout, 1974 (= CPG); - J. A. de Aldama, Repertorium Pseudochrysostomicum (Documents, tudes et Répertoires publiés par l'Institut de Recherche et d'Histoire des Textes, X), Paris 1965; - Codices Chrysostomici Graeci (Documents, tudes et Répertoires publiés par l'Institut de Recherche et d'Histoire des textes) (= CCG); I: Codices Britanniae et Hiberniae descripsit M. Aubineau, Paris 1968; - II: Codices Germaniae, descripsit R. E. Carter, Paris 1968; - III: Codices Americae et Europae occidentalis, descripsit R. E. Carter, Paris 1970; - IV: Codices Austriae, descripsit W. Lackner, Paris 1981; - V: Codicum Italiae partem priorem descripsit R. E. Carter, Paris 1983; - A.-M. Malingrey, Indices Chrysostomici, I: Ad Olympiadem. Ab exilio epistula. De provindentia Dei, Hildesheim/New York 1978; - II: De Sacerdotio, Hildesheim/New York 1989; - D. C. Burger, A Complete Bibliography of the Scholarship on the Life and Works of Saint John Chrysostom, Evanston, Illinois 1964.

2. Zu Werk und Biographie: Ch. Baur, J. Ch. und seine Zeit, I.II, München 1929-1930 (engl. Übers. von M. Gonzaga: John Ch. and His Time, I.II, Westminster, Maryland 1959-1960); - M. von Bondsdorff, Zur Predigttätigkeit des J. Ch., biogr.-bibliogr. Studien über seine Homilien zu neutest. Büchern, Diss., Helsingsfors 1922; - H. Lietzmann, J. Ch., in: Pauly-Wissowa, Realenzyklopädie der class. Altertumswissenschaft 9 (1916 Stuttgart) 1811-1828 (= Kl. Schrr. I [Texte und Untersuchungen 67], Berlin 1958, 326-347); - A. Moulard, Saint Chrysostome: sa vie - son oeuvre, Paris 1941; - W. R. W. Stephens, St. Chrysostom: Hif Life and Times, London 1872.

3. Ausgewählte Lit.: A. d'Alès, De incomprehensibili chez J. Ch., in: Recherches de science religieuse 23(1933), 306-320; - Th. E. Ameringer, The Stylistic Influence of the Second Sophistic on the Panegyrical Sermons of St. John Chrysostom: A Study in Greek -Rhetoric (Catholic University of America Patristic Studies, no. 5), Washington, D.C. 1921; - G. Bardy, J. Ch., in: Dictionnaire de théologie catholique, VIII, Paris 1924, 660-690; - Ch. Baur, Ideal der christl. Vollkommenheit nach dem hl. Ch., in: Theologie und Glaube 6 (1914), 564-574; - Ders., Der Weg der christl. Vollkommenheit nach dem hl. Ch., in: Theologie und Glaube 20 (1928), 26-41; - St. Bezdeki, J. Ch. et Plato, in: Ephemeris Dacoromana 1 (1923), 291-337; - E. Boularand, La venue de l'homme à la foi d'après saint J. Ch., Rome 1939; - M. A. Burns, Saint John Chrysostom's Homilies on the Statues, Washington D. C., 1930; - R. E. 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(VIIIe-XIIe s.), in: Eucharisties d'Orient et d'Occident, II (Lex orandi, 47), Paris 1970, 109-138; - G. Wagner, Der Ursprung der Ch.liturgie, Münster 1973; - 5. Weitere hier zitierte Literatur: M. Aubineau, Un traité inédit de christologie de Sévérien de Gabala in centurionem et contra Manichaeos et Apollinaristas (Cahiers d'Orientalisme V), Genève 1983; - H. Grégoire/M.-A. Kugener, Quand est né l'empereur Théodose II?, in: Byzantion 4 (1927-28), 337-348; - K. G. Holum, Theodosian Empresses. Women and Imperial Dominian in Late Antiquity, Berkeley-Los Angeles-London 1982; - E. Norden, Die antike Kunstprosa vom VI. Jh. v. Chr. bis in die Zeit der Renaissance, 1915-183 (Nachdruck Stuttgart 19582); - P. Petit, Libanius et la vie municipale à Antioche au VIe siècle après J.-C., Paris 1955.

Karl Heinz Uthemann

Werkeergänzung:

Des J.C. auserwählte Homilieen. Übers. u. mit e. Einl. über J.C., d. Homileten, mit Vorbemerkungen u. Anm. versehen von Philipp Mayer. Nürnberg 1830.

Literaturergänzung:

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Eligius Dekkers, Limites sociales et linguistiques de la pastorale liturgique de saint J.C., in: Augustinianum 20.1980, S. 119-129; -

1981

Florent van Ommeslaeghe, J.C. et le peuple de Constantinople, in: AnBoll 99.1981, S. 329-349;-

1983

Michel van Esbroeck, Une homélie inédite éphrémienne sur le Bon Larron en grec, géorgien et arabe, in: Dass. 101.1983, S. 327-362; -

1985

Giuseppe Ferraro, San G.C. come fonte di San Tommaso. La sua esposizione dei testi pneumatologici nel commento del Quarto Vangelo, in: Angelicum 62.1985, S. 194-244; - Ottorino Pasquato, Eretici e cattolici ad Antiochia in G.C., in: Augustinianum 25.1985, S. 833-852; -

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1988

Ottorino Pasquato, Rapporto tra genitori e figli. Eredità giudaica in G.C., in: Augustinianum 28.1988, S. 391-404; -

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1995

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Ein weiterer Beitrag über Chrysostomus

Letzte Änderung: 26.07.2010