Verlag Traugott Bautz |
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JORDAN(US) von Sachsen, Nachfolger des Hl. Dominikus und zweiter Generalmagister des Dominikanerordens, * Ende des 12. Jh. in Borgeberge bei Dassel (Westfalen) als Sohn wohlhabender adeliger Eltern, † 13.2. 1237 auf der Rückkehr von einer Visitationsreise dominikanischer Klöster in Palästina bei Schiffbruch vor der syrischen Küste, begraben in der Dominikaner-Kirche zu Akkon. - J.v.S. studierte Philosophie und Theologie an der Universitäten von Paris; dort promovierte er 1218 zum Magister artium. Während seiner Studienzeit lernte er Dominikus kennen und schätzen, so daß er 1220 als Diakon und Baccalaureus theol. in den Dominikanerorden eintrat. 1221 bereits wurde er Provinzial der lombardischen Ordensprovinz, und als Dominikus 1222 starb, übernahm J.v.S. dessen Nachfolge als Ordensgeneral. J.v.S. gewann durch seine Predigten unter den Professoren und Studenten der Universität zu Paris, Oxford, Bologna (hier Albertus Magnus), Vercelli und Montpellier viele Ordensberufe; auch der spätere Papst Innocenz V. wurde durch J.v.S. in den Orden aufgenommen. Unter seiner Leitung breitete sich der Orden rasch über ganz Deutschland bis nach Dänemark aus. Ca. 250 Klostergründungen gehen auf ihn zurück und rund 1000 Männer hat er persönlich eingekleidet. J.v.S. zeichnete sich durch ein hervorragendes Organisationstalent und durch Menschenkenntnis aus. Er gab dem Orden eine Verfassung, die seine Volksverbundenheit widerspiegelte. Unter seiner Leitung erhielt der Orden zwei Lehrstühle an der Universität Paris. J.v.S. missionierte bei den Sarazenen und trat später in den Dienst der päpstlichen Kurie. Er legte durch sein Predigertalent, seine Organisationskraft und seine unermüdlichen Visitationsreisen den Grundstein zur großen Ausbreitung des Ordens und damit auch indirekt zu einer neuen Blütezeit des religiösen und kirchlichen Lebens, die sich in Scholastik und Mystik entfaltete. J.v.S. wurde am 10.5. 1826 von Papst Leo XII. seliggesprochen.
Lit.: G. von Frachet (1.Biographie), in: MOP I, 99-146, 325-343; - ActaSS Febr.II (1658), 720-724; - B. Jordanis de Saxonia alterius Praedicatorum magistri Opera ad res ordinis Praedicatorum spectontia quae exstant. coll. ac denuo ed cura J.J. Bertier, Fribourg (Suisse) 1891; - B.M. Reichert (Itinerar des J.v.S.): Festschr. z. 1100jähr. Jubiläum des dt. Campo santo in Rom, Freiburg i.B. 1897, 153 ff; - A. Mortier, Histoire des maîtres généraux de l' ordre des frères prêcheurs I, Paris 1903 ff, 137-274; - J. Meyer, Chronica Brevis Ordinis Praedicatorum, Leipzig 1933; - H.C. Scheeben, Jordan der Sachse, Vechta 1937; - ders., Beiträge z. Geschichte des J.v.S., Vechta 1938; - H.C. Scheeben, Die Konstitutionen des Predigerordens unter J.v.S., Köln 1939; - R. Arbesmann/W. Hümpfer (Hg.), Liber vitas fratrum, New York 1943; - W. Stammler/K. Langosch (Hg.), Deutsche Literatur des Mittelalters, Verfasserlexikon V, Berlin-Leipzig 1955, 480-485; - A. Duval, Jourdain de Saxe, in: DSAM VTII, Páris 1974, 1429-1423; - LThK V, 1120-1121; - RGG III, 857.
Ernst Pulsfort
Literaturergänzung:
1996
Franco Morenzoni, Les sermons de J. de Saxe, successeur de Saint Dominique, in: AFP 66.1996, S. 201-244; -
2006
J.v.S., Ordensgeneral OP († 1237), in: Dirspir 2006, Februar, S. 22f.; -
2010
Maria Pia Alberzoni, J. of S. and the monastery of St. Agnese in Bologna, in: FrSt 68.2010, S. 1-19
Letzte Änderung: 09.04.2011