JOYEUSE, François de, Kardinal (* 24.6. 1562, + 1615). Kardinal
François von Joyeuse stammt aus einer aus Vivarais kommenden Familie
(Joyeuse ist heute Kreisstadt vom Département Ardèche), die seit dem Anfang des XVI. Jahrhunderts infolge einer reichen Eheschließung,
die ihre Lehenherrschaften von Couiza, Puivert, Arques (im jetztigen
Département Aude) mitbrachten, in Languedoc niedergelassen ist. 1560
heiratet Wilhelm Vizegraf von Joyeuse Marie von Batarnay, die Tochter
von René de Batarnay, Lehensherr von Bouchage, und von Isabelle von
Savoyen, die Schwester der Herzogin von Montmorency. Der Herzog Anne
von Montmorency war damals Kronfeldherr von Frankreich und Gouverneur
von Languedoc. Ihm verdankt Wilhelm wahrscheinlich, am 4. Mai 1561
zum Generalstatthalter bei der Regierung dieser Provinz ernannt worden
zu sein. Aus der Ehe von Wilhelm von Joyeuse und Marie von Batarnay
stammen sieben Söhne: Anne 1. Herzog von Joyeuse (1561-1587), François
(Franz) Kardinal und 4. Herzog v. Joyeuse (1562-1615), Heinrich Kapuziner,
3. Herzog v. Joyeuse (1563-1608), Antoine-Scipion, Malteserritter
und Großprior von Toulouse und 2. Herzog v. Joyeuse (1565-1592), Georges,
Baron von Saint-Didier (1567-1584); Claude, Lehensherr von Saint-Sauveur
(1569-1587) und Honorat (jung gestorben). Der älteste, Anne, wurde
ab 1577 der Günstling des Königs (= einer seiner Mignons) von Frankreich,
Heinrich des III., der ihm zum Herzog, Pair (1581) und Admiral von
Frankreich (1582) machte und ihn seine Schwägerin Marguerite von Lothringen
(1581) heiraten ließ. Die königliche Gunst erstreckte sich über die
anderen Söhne von Wilhelm v. Joyeuse, angefangen mit Franz, dem 2.
Sohn, der nach dem Brauch für die geistliche Laufbahn bestimmt war.
Franz v. Joyeuse wurde am 24. Juni 1562 in Carcassonne geboren und
studierte in Toulouse, dann in Paris, im Collège de Navarre und an
der Universität von Orléans, wo er zum Doctor in utroque jure promovierte.
Am 20. Oktober 1581 wurde er zum Erzbischof von Narbonne ernannt.
Er wurde von Gregor XIII. zum Kardinal im Kardinalskollegium des 12.
Dezember 1583 ernannt, kurz nachdem er einen Aufenthalt am päpstlichen
Hof mit seinem älteren Bruder, dem Herzog, gemacht hatte. Nach dem
Tod des Papstes (10. April 1585) ging er wieder nach Rom, kam aber
zu spät an, um bei der Wahl von Sixtus V. mitzustimmen. Der letztere
verlieh ihm im Mai 1585 die letzten Attribute der Kardinalswürde und
wies ihm den Titel von Saint-Sylvestre in capite zu (später entschied
sich J. jeweils für die Titel von la Trinité-des-Monts, am 11. Dezember
1587 und Saint-Pierre-aux-Liens, am 27. April 1594, bevor er in den
Orden der Kardinalsbischöfe hineinging, indem er am 24. März 1604
Bischof von Sabine wurde). Nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er
am 23. August 1585 zum Ehrenrat beim Pariser Parlament; er wurde am
16. Februar 1587 von Heinrich III. zum Schutzherrn für französische
Angelegenheiten am Hof von Rom ernannt. Dieses Amt wurde frei nach
dem Tod von Louis d'Este. Er ging wieder nach Italien, wo er sich
in der »ewigen« Stadt niederließ. - Dort erfuhr er von den tragischen
Ereignissen der Jahre 1587-1588, vom Tod seiner Brüder Anne und Claude
bei der Schlacht von Coutras (20. Oktober 1587), von den revolutionären
Tagen im Mai 1588 und von der Flucht Heinrich III. und schließlich
vom Mord in Blois an dem Herzog und Kardinal von Guise (23./24. Dezember
1588). In dieser schwierigen Lage blieb J., der gerade zum Erzbischof
von Toulouse (4. November 1588) ernannt worden war, dem König treu
und übernahm seine Verteidigung beim Papst. Nach seinem Rat bat Heinrich
III. im März 1589 um die Absolution von Sixtus V., da er ein Mitglied
des Kardinalskollegiums umbringen lassen hat. Aber nach der Versöhnung
des Königs mit Heinrich von Navarra in Plessis-lès-Tours (30. April
1589) veröffentlichte der Papst, trotz der Bemühungen des Kardinals,
ein Monitorium (24. Mai 1589), das Heinrich III. mit einer Exkommunizierung
drohte, wenn er nicht innerhalb von 10 Tagen den Kardinal von Bourbon
und den Erzbischof von Lyon, beide gefangen, wieder freiließ, und
wenn er selbst oder in procura nicht innerhalb von 60 Tagen in Rom
vor Gericht erscheine. Der Kardinal von J. verließ sofort Rom (30.
Mai 1589) und zog sich nach Venedig zu den Hieronymiten im Kloster
von Sainte-Marie des Grâces zurück. - Nach der Ermordung von Heinrich
III. durch Jacques Clément (1. August 1589) und der Thronbesteigung
des Protestanten Heinrich von Navarra-Heinrich IV. schloß er sich
der katholischen Liga an und ging nach Languedoc zu seinem Bruder
Antoine-Scipion, der nach dem Tod des älteren Bruders Anne Herzog
von Joyeuse geworden war. Diese Provinz war politisch geteilt und
unterstand 2 Obrigkeiten: das Nieder-Languedoc (Bas-Languedoc) - Gegend
von Montpellier - war der Autorität des Herzogs von Montmorency-Damville
unterstellt, dieser war Gouverneur der Provinz und dem König treu.
Das Ober-Languedoc (Haut-Languedoc) - die Gegend von Toulouse - lag
in den Händen des alten Marschalls Wilhelm von Joyeuse (zu dieser
Würde 1582 erhoben) und dessen Sohn Antoine-Scipion, die jeweils von
der Liga zum Gouverneur bzw. Generalstatthalter der Provinz ernannt
worden waren. Mit seiner Ankunft in Narbonne im November 1589 brachte
der Kardinal v. Joyeuse seinem Bruder seine Unterstützung durch seine
Autorität und seine Geltung, die sein Titel des Erzbischofs von Toulouse
ihm verschaffte. Er präsidierte im März 1590 in Lavaur und dann in
Toulouse die Provinzialstände der Liga, die dem Marschall von Joyeuse
und seinem Sohn das Rekrutieren erlaubten, und beschlossen dafür gedachte
erhebliche Zuschüsse und entschieden sich dafür, den König aus Spanien
um personelle und finanzielle Unterstützung zu bitten. Im Januar 1591
präsidierte er den Provinzialständen in Castelnaudary. Im gleichen
Jahr begab er sich via das katalanische Sanktuarium von Notre-Dame
de Montserrat nach Rom und nahm an den Konklaven teil, die den Papst
Innocenz IX. am 29. Oktober 1591 und dann den Papst Clemenz VIII.
am 30. Januar 1592 wählten und kehrte danach nach Languedoc zurück.
Da sein Vater, der Marschall von Joyeuse, Anfang 1592 verstorben war,
ernannte der Herzog von Mayenne, der Generalstatthalter des königlichen
Staates und der französischen Krone und Ligachef, am 17. März Antoine-Scipion
von Joyeuse zum Gouverneur des Languedocs und Marschall von Frankreich.
Aber dieser wurde von den königlichen Kräften bei der Belagerung von
Villemur geschlagen und ertrank am 20. Oktober 1592 im Tarn beim Fluchtversuch.
Das Parlament von Toulouse ernannte darauf den Kardinal von Joyeuse
zum Stadt- und Landgouverneur. Aber da der Kardinal erklärt hatte,
er akzeptiere dieses Amt aufgrund seiner Unerfahrenheit auf dem Gebiet
des Militärischen nur vorläufig, riefen die Provinzialautoritäten
seinen jüngeren Bruder Heinrich Pater Ange, Kapuziner. Franz und Heinrich
wurden zu Gouverneur bzw. Generalstatthalter von Languedoc ernannt.
Diese Nominierungen wurden von den in Carcassonne versammelten Ständen
am 14. November 1592 ratifiziert und vom Herzog von Mayenne am 26.
November 1592 bestätigt. - Ende 1593 ging der J. nach Rom. Aber
die allgemeine politische Lage hatte sich geändert: Heinrich IV. hatte
in Saint-Denis am 25. Juli 1593 seinem Glauben abgeschworen, er wurde
in Chartres am 27. Februar 1594 gekrönt und marschierte am 22. März
1594 in Paris ein. Ende 1594 verkehrte J. schriftlich mit dem König.
1595 bemühte er sich gemeinsam mit Arnaud d'Ossat, seinem ehemaligem
Sekretär, und mit Jacques Davy du Perron, dem Bischof von Evreux,
um bei Clemenz VIII. die Absolution des Königs von Frankreich zu erhalten,
der immer noch unter den 1585 gegen ihn von Sixtus V. gerichteten
Zensuren stand. Durch die am 17. September 1595 feierlich ausgesprochene
päpstliche Absolution gewann der König zahlreiche Ligisten, u.a. die
aus Languedoc, die mit ihm am 24. Januar 1596 den Frieden von Folembray
unterzeichneten. - Anfang 1596 kam der Kardinal von J., um Heinrich
IV. seine Treue zu versichern und sah sich sofort in seinem Amt als
Schutzherr der französischen Angelegenheiten in Rom bestätigt. Er
verbrachte anschließend einen langen Aufenthalt im Reich. April 1598
segnete er in Angers die Verlobung von Caesar Herzog von Vendôme,
dem unehelichen Kind von Heinrich IV. und von Gabrielle d'Estrées,
mit Françoise von Lothringen. Im September 1598 schickte Heinrich
IV. ihn in den päpstlichen Hof zurück, wo er ihn beauftragte, die
Annulierung seiner 1572 geschlossenen Ehe mit Marguerite von Valois
zu verhandeln. Am 13. Februar 1599 kam er in Rom an und wurde vom
Papst Clemenz VIII. zusammen mit dem Erzbischof von Arles Orazio del
Monte und dem Nuntius in Frankreich Gasparo Silingardi, dem Bischof
von Modène, beauftragt, den vom König gestellten Annulierungsantrag
zu bearbeiten und das Urteil zu fällen. Der Kardinal kam im Sommer
1599 nach Frankreich, und am 17. Dezember erklärten die 3 päpstlichen
Bevollmächtigten die königliche Ehe für nichtig. Am 9. November 1600
empfing der Kardinal die neue Königin Marie von Medicis bei ihrer
Ankunft in Marseille. - Im August 1603 ging J. wieder nach Rom,
und dies auf Befehl von Heinrich IV., der sich wünschte, daß die französischen
Kardinäle sich so lange wie möglich am päpstlichen Hof aufhielten,
damit der Einfluß Frankreichs wiederhergestellt wurde. Er kam am 13.
Oktober 1603 in Rom an und bleibt 6 Monate. Zurück in Frankreich im
Juli 1604, wurde er zum Erzbischof von Rouen ernannt. Er ging schon
Anfang November wieder weg und nahm im Frühling 1605 an den 2 Konklaven
teil, die den Kardinal von Florenz (Alexander von Medicis) am 1. April
unter dem Namen Leo XI. zum Papst wählten - er war unverholen den
Franzosen geneigt - starb aber nach 27 Tagen Pontifikat. Dann wählten
sie am 16. Mai Kardinal Camillo Borghese, der den Namen Paul V. annahm.
Die 2 Wahlen, bei denen J. einer der Hauptfiguren war, bestätigen
den französischen Einfluß in Rom. - Im Juni 1605 erlaubte der
König J., nach Frankreich zurückzukehren. Anfang 1606 ernannte ihn
Paul V. zum Schutzherrn des Kapuzinerordens. Am 17. Juli 1606 wurde
er zum Legat a latere, um den Papst bei der Taufe des Thronfolgers
zu vertreten; die Zeremonie fand am 14. September 1606 in Fontainebleau
statt. Aber schon ab November des gleichen Jahres mußte er nach Italien
zurückkehren, um einen Streit zwischen dem Papst und Venedig zu schlichten
und um zu vermitteln. - Paul V. hatte schon zu Anfang seines Pontifikats
die Republik Venedig darum gebeten, mehrere Gesetze, die die Güter
der Kirche und die Immunitätsverletzung der Kirche betrafen, aufzuheben
und auch zwei wegen Straftaten festgenommene Kleriker den kirchlichen
Richtern zu übergeben. Da die Regierung von Venedig ablehnte, exkommunizierte
er am 17. April 1606 den Senat, falls er widerstände, was passierte.
Ebenso bannte Paul V. das ganze Territorium der Republik. Heinrich
IV., traditioneller Verbündeter der Venezianer, vermittelte und schlug
J. als Schlichter vor, was der Papst annahm. Im November 1606 reiste
J. von Frankreich ab, kam am 14. Februar 1607 in Chiozza an und zog
am 16. Februar in Venedig ein. Nach geschickten Verhandlungen erhielt
er von Paul V. die Aufhebung des Banns, und nachdem ihm die gefangenen
Kleriker von den Venezianern übergeben wurden, veröffentlichte er
am 21. April die Aufhebung der päpstlichen Zensuren. Nach der Wiederherstellung
der diplomatischen Beziehungen zwischen Venedig und dem Heiligen Stuhl
kehrte J. im Frühling 1607 nach Frankreich heim. - Seine Autorität war zu dieser Zeit beträchtlich. Er bekam offizielle
Ämter und die ehrenhaftesten Aufgaben anvertraut. Am 13. Mai 1610
krönte J. die Königin Marie de Medicis in Saint-Denis, aber am Tag
darauf wurde Heinrich IV. von Ravaillac ermordet. Am folgenden 17.
Oktober war J. auch derjenige, der den jungen König Ludwig XIII in
Reims krönt, statt des Erzbischofs von Reims, der seine bischöfliche
Ordination noch nicht bekommen hatte. 1611 beauftragt ihn M. de Medicis,
die Politik des französischen Hofs in Rom zu verteidigen. J. wurde
am 17. August 1611 Bischof von Ostie und zum Dekan des Kardinalskollegiums
ernannt. Währenddessen verschlechterte sich seine Gesundheit. 1613
erlitt er einen Schlag, von dem er sich nur schlecht erholte. J. konnte
trotzdem bei den in Paris im Oktober 1614 im Kloster des Grands Augustins
versammelten »Generalständen« erscheinen, wo er in den ersten Sitzungen
der Kleruskammer präsidierte. 1615 verließ er erneut Paris, mit der
Absicht, über Languedoc nach Rom zurückzukehren. Von Narbonne aus
ging er nach N. D. de Montserrat, wo er das Osterfest verbrachte,
dann zog er sich im Collège der Jesuiten von Billom in Auvergne zurück
und machte eine Badekur in Vic-le-Comte. Er begab sich anschließend
nach Joyeuse, wo er sich am 8. August aufhielt, und erreichte Avignon.
Dort starb er am 23. August 1615. - J. ist eine der hervorragenden
Figuren des französischen Episkopats um die Wende des XVI.-XVII. Jahrhunderts.
Erzbischof mit 19 und Kardinal mit 21, hatte er eine glänzende und
schnelle Karriere, die ihn zum Gipfel der geistlichen Hierarchie führte.
Er war mit dem König von Frankreich und dem Heiligen Stuhl durch eine
doppelte Treue verbunden, er hatte es geschafft und gewußt, wie man
eine mäßigende Rolle spielt, was wesentlich war in dieser Epoche der
Religionskriege des XVI. Jahrhunderts; und nachdem der bürgerliche
Frieden wiederhergestellt wurde, spielte er weiter eine diplomatische
Hauptrolle und erwarb ein großes Prestige auf der internationalen
Szene. Die Unterschiedlichkeit seiner Ämter und Aufgaben, die ihm
anvertraut wurden, zwangen ihn zu vielen Reisen. Gleichzeitig Kardinal
der Kurie und Amtskardinal hatte er seine Existenz zwischen seinem
römischen Palast in Monte Giordano und seinen erzbischöflichen Residenzen
(u.a. nach 1604, im wunderschönen Palast von Gaillon, der Residenz
der Erzbischöfe von Rouen) und am Hof von Frankreich. J. war zu bestimmten
Zeiten ständig auf Reisen. - Er war ein diplomatischer und ein
politischer Prälat und auch einer der reichsten Geistlichen seiner
Zeit. Außer seinen drei Erzbischofstümern hatte er verschiedene Geld
einbringende Pfründe als Kommende, u.a. die Abteien von Marmoutier
und Saint-Florent-lès-Saumur (die er 1604 gegen das Erzbischofstum
von Rouen mit Charles de Bourbon tauschte), von le Mont-Saint-Michel,
von Saint-Sernin in Toulouse, von Chambons, von Grandselve und von
Saint-Michel in Pontoise. Er wirkte intensiv mit bei Reformen der
katholischen Kirche, und er war ein Bischof, der sich um seine Aufgaben
als Seelenhirt kümmerte. Er rief 1590 ein Provinzialkonzil in Toulouse
zusammen, veröffentlichte verschiedene Synodalbeschlüsse u. Synodalerlässe
(Toulouse 1596 und 1597, Rouen 1606) sowie »Einleitungen« für den
Klerus der Diözese von Rouen = für die Erzdiakone und die Visitatoren,
die Geistlichen, die Priester und andere Kleriker in der Ausübung
ihres Amtes (1607-1613). Er stattete persönlich mehrere priesterliche
Besuche in seinen Diözesen von Toulouse (1590, 1592, 1595, 1596, 1597,
1602) und von Rouen (1609) ab. Er war der Gründer mehrerer Stiftungen:
eines Klosters in Narbonne, eines Priesterseminars in Pontoise, den
Jesuiten anvertraut, nachher nach Rouen verlegt; einer Erziehungsanstalt
für Mädchen auch in Pontoise; einer Anstalt für die Oratorianer in
Dieppe. Schließlich hatte er zahlreiche Bischöfe in Rom sowie in Frankreich,
u. a. Jérôme Hennequin - Bischof von Soissons (in Rom August 1587),
Pierre de Donnaud - Bischof von Mirepoix (in Rom 27. September 1587);
Pierre Saulnier - Bischof von Autun (in Rom 17. Juli 1588); Cyr de
Thyard - Bischof von Chalon (in Rom 20. Februar 1594); Honoré de Lascaris
- Bischof von Aoste (in Rom 2. April 1594); Jacques Davy du Perron
- Bischof von Evreux (in Rom 27. Dez. 1595); François de Donadieu
- Bischof von Auxerre (in Rom 1. August 1599); Léger de Plas - Bischof
v. Lectoure (in Paris 19. Dez. 1599); François d'Escoubleau de Sourdis
- Erzbischof v. Bordeaux (in Paris, 21. Dez. 1599); Gaspard Dinet
- Bischof v. Mâcon (in Paris, 6. Jan. 1600); Louis de Vervins - Erzbischof
v. Narbonne (in Lyon 8. Dez. 1600); Jean Raymond - Bischof v. Saint-Papoul
(in Toulouse 13. Okt. 1602); Gabriel de L'Aubespine Bischof v. Orléans
und Antoine de Cous Koadjutor v. Condom (in Rom 28. März 1604); Guillaume
Le Gouverneur - Bischof v. Saint-Malo (in Paris 20. Februar 1611);
François de Harlay de Champvallon Koadjutor v. Rouen (in Paris 2.
März 1604). Als Ältester der französischen Kardinäle (nach dem Tod
von Kardinal von Pellevé, 24. März 1594) hatte er während mehr als
20 Jahren die Rolle des Chefs der französischen Kirche inne.
Werke: Statuts synodaux, ordonnances, instructions. Voir
les listes publiées dans A. Artonne, L. Guizard et O. Pontal, Répertoire
des statuts synodaux des diocèses de l'ancienne France du XIIIe
à la fin du XVIIIe siècle (Paris 1963), p. 381 (pour le diocèse
de Rouen) et 443-444 (pour le diocèse de Toulouse). - Briefe:
Coppie d'une lettre escrite par feu Mgr l'Illustrissime cardinal de
Joyeuse, vivant archevesque de Rouen... à M. Maistre Guillaume Maran
... sur la résolution donnée par ledit sieur Maran à la consultation
qui luy fut faite par messieurs du chapitre de Tholose en l'an 1613
contre les prétentions des pères jésuites, avec les responses d'iceluy
sieur Maran aux lettres de mondit seigneur le cardinal, s.l. 1621;
L. Cimber et F. Danjou, Archives curieuses de l'histoire de France,
première série, t. XII (Paris 1836), p. 157-187 [Lettre du cardinal
de Joyeuse au roi Henri III, 9 janvier 1589]; A. Dragonetti de Torres,
Lettere inedite dei cardinali de Richelieu, de Joyeuse, Bentivoglio,
Baronio, Bellarmino, Maurizio di Savoia ed altri ... dirette ai cardinali
Ludovico e Cosimo de Torres, Aquila 1929. - Testament: Testament
et dernier propos de M. le cardinal de Joyeuse à M. et Mme de Guyse,
du 23 aoust 1615, Paris (Melchior Mondière) 1615; - L'adieu et
derniers propos de Mgr l'illustrissime et révérendissime cardinal
de Joyeuse en voyez à M. et à Mme de Guise, Paris (Jean Millot)
1615.
Lit.: Antoine Aubery, L'histoire du cardinal duc de Joyeuse,
Paris (Robert Denain) 1654; - Gallia christiana, Paris 1716-1865,
16 vol; - Antoine Duranthon, Collection des procès-verbaux des
assemblées générales du Clergé de France depuis l'année 1560 jusqu'à
présent, t. I, Paris 1767; - Dom Claude Devic et dom Jean Vaissète,
Histoire générale de Languedoc, t. XI et XII, Toulouse 1889; -
Victor Martin, Les négociations du nonce Silingardi, évêque de Modène,
relatives à la publication du concile de Trente de France (1599-1601),
Paris 1919; - Pierre de Vaissière, Messieurs de Joyeuse, 1560-1615,
Paris 1926; - Hierarchia catholica medii et recentioris aevi,
t. III et IV, Monasterii 1923-1935; - J. Wodka, Zur Geschichte
der nationalen Protektorate der Kardinäle an der römischen Kurie,
dans Publikationen des ehemaligen Oesterreichischen historischen Instituts
in Rom, t. IV, Innsbruck-Leipzig 1938, p. 1-130; - André Artonne,
Louis Guizard et Odette Pontal, Répertoire des statuts synodaux des
diocèses de l'ancienne France du XIII e à la fin du XVIIIe
siècle, Paris 1963; - Bernard Barbiche, Correspondance du nonce
en France Innocenzo del Bufalo, évêque de Camerino (1601-1604), Rome-Paris
1964 (Acta nuntiaturae gallicae, 4); - Bernard Barbiche, L'influence
française à la cour pontificale sous le règne de Henri IV, dans Ecole
française de Rome. Mélanges d'archéologie et d'histoire, t. 77, 1965,
p. 277-299; - Fernand Combaluzier, Sacres épiscopaux à Rome de
1565 à 1662, dans Sacris erudiri, t. 18, 1967-1968, p. 120-305; -
Fernand Combaluzier, Sacres épiscopaux à Rome de 1566 à 1602, dans
Sacris erudiri, t. 19, 1969-1970, p. 437-477; - André Chapeau
et Fernand Combaluzier, Episcopologe français des temps modernes,
1592-1973, Paris 1977 (extr. du Dictionnaire d'histoire et de géographie
ecclésiastiques, t. XVIII); - Klaus Jaitner, Die Hauptinstruktionen
Clemens' VIII. für die Nuntien und Legaten an den europäischen Fürstenhöfen,
1592-1605, Tübingen 1984, 2 vol. (Instructiones pontificum Romanorum);
- Répertoire des visites pastorales de la France. Première série:
Anciens diocèses, t. IV, Paris 1985; - Bernard Barbiche et Ségolène
de Dainville-Barbiche, Les légats »a latere« en France et leurs facultés
aux XVIe et XVIIe siècles, dans Archivum historiae pontificiae,
t. 23, 1985, p. 93-165; - Magali Lacousse, Le cardinal François
de Joyeuse (1562-1615), dans Ecole nationale des chartes. Positions
des thèses ... de 1991, Paris, 1991, S. 139-144.