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Band III (1992) Spalten 777-778 Autor: Bernard Barbiche

JOYEUSE, François de, Kardinal (* 24.6. 1562, + 1615). Kardinal François von Joyeuse stammt aus einer aus Vivarais kommenden Familie (Joyeuse ist heute Kreisstadt vom Département Ardèche), die seit dem Anfang des XVI. Jahrhunderts infolge einer reichen Eheschließung, die ihre Lehenherrschaften von Couiza, Puivert, Arques (im jetztigen Département Aude) mitbrachten, in Languedoc niedergelassen ist. 1560 heiratet Wilhelm Vizegraf von Joyeuse Marie von Batarnay, die Tochter von René de Batarnay, Lehensherr von Bouchage, und von Isabelle von Savoyen, die Schwester der Herzogin von Montmorency. Der Herzog Anne von Montmorency war damals Kronfeldherr von Frankreich und Gouverneur von Languedoc. Ihm verdankt Wilhelm wahrscheinlich, am 4. Mai 1561 zum Generalstatthalter bei der Regierung dieser Provinz ernannt worden zu sein. Aus der Ehe von Wilhelm von Joyeuse und Marie von Batarnay stammen sieben Söhne: Anne 1. Herzog von Joyeuse (1561-1587), François (Franz) Kardinal und 4. Herzog v. Joyeuse (1562-1615), Heinrich Kapuziner, 3. Herzog v. Joyeuse (1563-1608), Antoine-Scipion, Malteserritter und Großprior von Toulouse und 2. Herzog v. Joyeuse (1565-1592), Georges, Baron von Saint-Didier (1567-1584); Claude, Lehensherr von Saint-Sauveur (1569-1587) und Honorat (jung gestorben). Der älteste, Anne, wurde ab 1577 der Günstling des Königs (= einer seiner Mignons) von Frankreich, Heinrich des III., der ihm zum Herzog, Pair (1581) und Admiral von Frankreich (1582) machte und ihn seine Schwägerin Marguerite von Lothringen (1581) heiraten ließ. Die königliche Gunst erstreckte sich über die anderen Söhne von Wilhelm v. Joyeuse, angefangen mit Franz, dem 2. Sohn, der nach dem Brauch für die geistliche Laufbahn bestimmt war. Franz v. Joyeuse wurde am 24. Juni 1562 in Carcassonne geboren und studierte in Toulouse, dann in Paris, im Collège de Navarre und an der Universität von Orléans, wo er zum Doctor in utroque jure promovierte. Am 20. Oktober 1581 wurde er zum Erzbischof von Narbonne ernannt. Er wurde von Gregor XIII. zum Kardinal im Kardinalskollegium des 12. Dezember 1583 ernannt, kurz nachdem er einen Aufenthalt am päpstlichen Hof mit seinem älteren Bruder, dem Herzog, gemacht hatte. Nach dem Tod des Papstes (10. April 1585) ging er wieder nach Rom, kam aber zu spät an, um bei der Wahl von Sixtus V. mitzustimmen. Der letztere verlieh ihm im Mai 1585 die letzten Attribute der Kardinalswürde und wies ihm den Titel von Saint-Sylvestre in capite zu (später entschied sich J. jeweils für die Titel von la Trinité-des-Monts, am 11. Dezember 1587 und Saint-Pierre-aux-Liens, am 27. April 1594, bevor er in den Orden der Kardinalsbischöfe hineinging, indem er am 24. März 1604 Bischof von Sabine wurde). Nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er am 23. August 1585 zum Ehrenrat beim Pariser Parlament; er wurde am 16. Februar 1587 von Heinrich III. zum Schutzherrn für französische Angelegenheiten am Hof von Rom ernannt. Dieses Amt wurde frei nach dem Tod von Louis d'Este. Er ging wieder nach Italien, wo er sich in der »ewigen« Stadt niederließ. - Dort erfuhr er von den tragischen Ereignissen der Jahre 1587-1588, vom Tod seiner Brüder Anne und Claude bei der Schlacht von Coutras (20. Oktober 1587), von den revolutionären Tagen im Mai 1588 und von der Flucht Heinrich III. und schließlich vom Mord in Blois an dem Herzog und Kardinal von Guise (23./24. Dezember 1588). In dieser schwierigen Lage blieb J., der gerade zum Erzbischof von Toulouse (4. November 1588) ernannt worden war, dem König treu und übernahm seine Verteidigung beim Papst. Nach seinem Rat bat Heinrich III. im März 1589 um die Absolution von Sixtus V., da er ein Mitglied des Kardinalskollegiums umbringen lassen hat. Aber nach der Versöhnung des Königs mit Heinrich von Navarra in Plessis-lès-Tours (30. April 1589) veröffentlichte der Papst, trotz der Bemühungen des Kardinals, ein Monitorium (24. Mai 1589), das Heinrich III. mit einer Exkommunizierung drohte, wenn er nicht innerhalb von 10 Tagen den Kardinal von Bourbon und den Erzbischof von Lyon, beide gefangen, wieder freiließ, und wenn er selbst oder in procura nicht innerhalb von 60 Tagen in Rom vor Gericht erscheine. Der Kardinal von J. verließ sofort Rom (30. Mai 1589) und zog sich nach Venedig zu den Hieronymiten im Kloster von Sainte-Marie des Grâces zurück. - Nach der Ermordung von Heinrich III. durch Jacques Clément (1. August 1589) und der Thronbesteigung des Protestanten Heinrich von Navarra-Heinrich IV. schloß er sich der katholischen Liga an und ging nach Languedoc zu seinem Bruder Antoine-Scipion, der nach dem Tod des älteren Bruders Anne Herzog von Joyeuse geworden war. Diese Provinz war politisch geteilt und unterstand 2 Obrigkeiten: das Nieder-Languedoc (Bas-Languedoc) - Gegend von Montpellier - war der Autorität des Herzogs von Montmorency-Damville unterstellt, dieser war Gouverneur der Provinz und dem König treu. Das Ober-Languedoc (Haut-Languedoc) - die Gegend von Toulouse - lag in den Händen des alten Marschalls Wilhelm von Joyeuse (zu dieser Würde 1582 erhoben) und dessen Sohn Antoine-Scipion, die jeweils von der Liga zum Gouverneur bzw. Generalstatthalter der Provinz ernannt worden waren. Mit seiner Ankunft in Narbonne im November 1589 brachte der Kardinal v. Joyeuse seinem Bruder seine Unterstützung durch seine Autorität und seine Geltung, die sein Titel des Erzbischofs von Toulouse ihm verschaffte. Er präsidierte im März 1590 in Lavaur und dann in Toulouse die Provinzialstände der Liga, die dem Marschall von Joyeuse und seinem Sohn das Rekrutieren erlaubten, und beschlossen dafür gedachte erhebliche Zuschüsse und entschieden sich dafür, den König aus Spanien um personelle und finanzielle Unterstützung zu bitten. Im Januar 1591 präsidierte er den Provinzialständen in Castelnaudary. Im gleichen Jahr begab er sich via das katalanische Sanktuarium von Notre-Dame de Montserrat nach Rom und nahm an den Konklaven teil, die den Papst Innocenz IX. am 29. Oktober 1591 und dann den Papst Clemenz VIII. am 30. Januar 1592 wählten und kehrte danach nach Languedoc zurück. Da sein Vater, der Marschall von Joyeuse, Anfang 1592 verstorben war, ernannte der Herzog von Mayenne, der Generalstatthalter des königlichen Staates und der französischen Krone und Ligachef, am 17. März Antoine-Scipion von Joyeuse zum Gouverneur des Languedocs und Marschall von Frankreich. Aber dieser wurde von den königlichen Kräften bei der Belagerung von Villemur geschlagen und ertrank am 20. Oktober 1592 im Tarn beim Fluchtversuch. Das Parlament von Toulouse ernannte darauf den Kardinal von Joyeuse zum Stadt- und Landgouverneur. Aber da der Kardinal erklärt hatte, er akzeptiere dieses Amt aufgrund seiner Unerfahrenheit auf dem Gebiet des Militärischen nur vorläufig, riefen die Provinzialautoritäten seinen jüngeren Bruder Heinrich Pater Ange, Kapuziner. Franz und Heinrich wurden zu Gouverneur bzw. Generalstatthalter von Languedoc ernannt. Diese Nominierungen wurden von den in Carcassonne versammelten Ständen am 14. November 1592 ratifiziert und vom Herzog von Mayenne am 26. November 1592 bestätigt. - Ende 1593 ging der J. nach Rom. Aber die allgemeine politische Lage hatte sich geändert: Heinrich IV. hatte in Saint-Denis am 25. Juli 1593 seinem Glauben abgeschworen, er wurde in Chartres am 27. Februar 1594 gekrönt und marschierte am 22. März 1594 in Paris ein. Ende 1594 verkehrte J. schriftlich mit dem König. 1595 bemühte er sich gemeinsam mit Arnaud d'Ossat, seinem ehemaligem Sekretär, und mit Jacques Davy du Perron, dem Bischof von Evreux, um bei Clemenz VIII. die Absolution des Königs von Frankreich zu erhalten, der immer noch unter den 1585 gegen ihn von Sixtus V. gerichteten Zensuren stand. Durch die am 17. September 1595 feierlich ausgesprochene päpstliche Absolution gewann der König zahlreiche Ligisten, u.a. die aus Languedoc, die mit ihm am 24. Januar 1596 den Frieden von Folembray unterzeichneten. - Anfang 1596 kam der Kardinal von J., um Heinrich IV. seine Treue zu versichern und sah sich sofort in seinem Amt als Schutzherr der französischen Angelegenheiten in Rom bestätigt. Er verbrachte anschließend einen langen Aufenthalt im Reich. April 1598 segnete er in Angers die Verlobung von Caesar Herzog von Vendôme, dem unehelichen Kind von Heinrich IV. und von Gabrielle d'Estrées, mit Françoise von Lothringen. Im September 1598 schickte Heinrich IV. ihn in den päpstlichen Hof zurück, wo er ihn beauftragte, die Annulierung seiner 1572 geschlossenen Ehe mit Marguerite von Valois zu verhandeln. Am 13. Februar 1599 kam er in Rom an und wurde vom Papst Clemenz VIII. zusammen mit dem Erzbischof von Arles Orazio del Monte und dem Nuntius in Frankreich Gasparo Silingardi, dem Bischof von Modène, beauftragt, den vom König gestellten Annulierungsantrag zu bearbeiten und das Urteil zu fällen. Der Kardinal kam im Sommer 1599 nach Frankreich, und am 17. Dezember erklärten die 3 päpstlichen Bevollmächtigten die königliche Ehe für nichtig. Am 9. November 1600 empfing der Kardinal die neue Königin Marie von Medicis bei ihrer Ankunft in Marseille. - Im August 1603 ging J. wieder nach Rom, und dies auf Befehl von Heinrich IV., der sich wünschte, daß die französischen Kardinäle sich so lange wie möglich am päpstlichen Hof aufhielten, damit der Einfluß Frankreichs wiederhergestellt wurde. Er kam am 13. Oktober 1603 in Rom an und bleibt 6 Monate. Zurück in Frankreich im Juli 1604, wurde er zum Erzbischof von Rouen ernannt. Er ging schon Anfang November wieder weg und nahm im Frühling 1605 an den 2 Konklaven teil, die den Kardinal von Florenz (Alexander von Medicis) am 1. April unter dem Namen Leo XI. zum Papst wählten - er war unverholen den Franzosen geneigt - starb aber nach 27 Tagen Pontifikat. Dann wählten sie am 16. Mai Kardinal Camillo Borghese, der den Namen Paul V. annahm. Die 2 Wahlen, bei denen J. einer der Hauptfiguren war, bestätigen den französischen Einfluß in Rom. - Im Juni 1605 erlaubte der König J., nach Frankreich zurückzukehren. Anfang 1606 ernannte ihn Paul V. zum Schutzherrn des Kapuzinerordens. Am 17. Juli 1606 wurde er zum Legat a latere, um den Papst bei der Taufe des Thronfolgers zu vertreten; die Zeremonie fand am 14. September 1606 in Fontainebleau statt. Aber schon ab November des gleichen Jahres mußte er nach Italien zurückkehren, um einen Streit zwischen dem Papst und Venedig zu schlichten und um zu vermitteln. - Paul V. hatte schon zu Anfang seines Pontifikats die Republik Venedig darum gebeten, mehrere Gesetze, die die Güter der Kirche und die Immunitätsverletzung der Kirche betrafen, aufzuheben und auch zwei wegen Straftaten festgenommene Kleriker den kirchlichen Richtern zu übergeben. Da die Regierung von Venedig ablehnte, exkommunizierte er am 17. April 1606 den Senat, falls er widerstände, was passierte. Ebenso bannte Paul V. das ganze Territorium der Republik. Heinrich IV., traditioneller Verbündeter der Venezianer, vermittelte und schlug J. als Schlichter vor, was der Papst annahm. Im November 1606 reiste J. von Frankreich ab, kam am 14. Februar 1607 in Chiozza an und zog am 16. Februar in Venedig ein. Nach geschickten Verhandlungen erhielt er von Paul V. die Aufhebung des Banns, und nachdem ihm die gefangenen Kleriker von den Venezianern übergeben wurden, veröffentlichte er am 21. April die Aufhebung der päpstlichen Zensuren. Nach der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Venedig und dem Heiligen Stuhl kehrte J. im Frühling 1607 nach Frankreich heim. - Seine Autorität war zu dieser Zeit beträchtlich. Er bekam offizielle Ämter und die ehrenhaftesten Aufgaben anvertraut. Am 13. Mai 1610 krönte J. die Königin Marie de Medicis in Saint-Denis, aber am Tag darauf wurde Heinrich IV. von Ravaillac ermordet. Am folgenden 17. Oktober war J. auch derjenige, der den jungen König Ludwig XIII in Reims krönt, statt des Erzbischofs von Reims, der seine bischöfliche Ordination noch nicht bekommen hatte. 1611 beauftragt ihn M. de Medicis, die Politik des französischen Hofs in Rom zu verteidigen. J. wurde am 17. August 1611 Bischof von Ostie und zum Dekan des Kardinalskollegiums ernannt. Währenddessen verschlechterte sich seine Gesundheit. 1613 erlitt er einen Schlag, von dem er sich nur schlecht erholte. J. konnte trotzdem bei den in Paris im Oktober 1614 im Kloster des Grands Augustins versammelten »Generalständen« erscheinen, wo er in den ersten Sitzungen der Kleruskammer präsidierte. 1615 verließ er erneut Paris, mit der Absicht, über Languedoc nach Rom zurückzukehren. Von Narbonne aus ging er nach N. D. de Montserrat, wo er das Osterfest verbrachte, dann zog er sich im Collège der Jesuiten von Billom in Auvergne zurück und machte eine Badekur in Vic-le-Comte. Er begab sich anschließend nach Joyeuse, wo er sich am 8. August aufhielt, und erreichte Avignon. Dort starb er am 23. August 1615. - J. ist eine der hervorragenden Figuren des französischen Episkopats um die Wende des XVI.-XVII. Jahrhunderts. Erzbischof mit 19 und Kardinal mit 21, hatte er eine glänzende und schnelle Karriere, die ihn zum Gipfel der geistlichen Hierarchie führte. Er war mit dem König von Frankreich und dem Heiligen Stuhl durch eine doppelte Treue verbunden, er hatte es geschafft und gewußt, wie man eine mäßigende Rolle spielt, was wesentlich war in dieser Epoche der Religionskriege des XVI. Jahrhunderts; und nachdem der bürgerliche Frieden wiederhergestellt wurde, spielte er weiter eine diplomatische Hauptrolle und erwarb ein großes Prestige auf der internationalen Szene. Die Unterschiedlichkeit seiner Ämter und Aufgaben, die ihm anvertraut wurden, zwangen ihn zu vielen Reisen. Gleichzeitig Kardinal der Kurie und Amtskardinal hatte er seine Existenz zwischen seinem römischen Palast in Monte Giordano und seinen erzbischöflichen Residenzen (u.a. nach 1604, im wunderschönen Palast von Gaillon, der Residenz der Erzbischöfe von Rouen) und am Hof von Frankreich. J. war zu bestimmten Zeiten ständig auf Reisen. - Er war ein diplomatischer und ein politischer Prälat und auch einer der reichsten Geistlichen seiner Zeit. Außer seinen drei Erzbischofstümern hatte er verschiedene Geld einbringende Pfründe als Kommende, u.a. die Abteien von Marmoutier und Saint-Florent-lès-Saumur (die er 1604 gegen das Erzbischofstum von Rouen mit Charles de Bourbon tauschte), von le Mont-Saint-Michel, von Saint-Sernin in Toulouse, von Chambons, von Grandselve und von Saint-Michel in Pontoise. Er wirkte intensiv mit bei Reformen der katholischen Kirche, und er war ein Bischof, der sich um seine Aufgaben als Seelenhirt kümmerte. Er rief 1590 ein Provinzialkonzil in Toulouse zusammen, veröffentlichte verschiedene Synodalbeschlüsse u. Synodalerlässe (Toulouse 1596 und 1597, Rouen 1606) sowie »Einleitungen« für den Klerus der Diözese von Rouen = für die Erzdiakone und die Visitatoren, die Geistlichen, die Priester und andere Kleriker in der Ausübung ihres Amtes (1607-1613). Er stattete persönlich mehrere priesterliche Besuche in seinen Diözesen von Toulouse (1590, 1592, 1595, 1596, 1597, 1602) und von Rouen (1609) ab. Er war der Gründer mehrerer Stiftungen: eines Klosters in Narbonne, eines Priesterseminars in Pontoise, den Jesuiten anvertraut, nachher nach Rouen verlegt; einer Erziehungsanstalt für Mädchen auch in Pontoise; einer Anstalt für die Oratorianer in Dieppe. Schließlich hatte er zahlreiche Bischöfe in Rom sowie in Frankreich, u. a. Jérôme Hennequin - Bischof von Soissons (in Rom August 1587), Pierre de Donnaud - Bischof von Mirepoix (in Rom 27. September 1587); Pierre Saulnier - Bischof von Autun (in Rom 17. Juli 1588); Cyr de Thyard - Bischof von Chalon (in Rom 20. Februar 1594); Honoré de Lascaris - Bischof von Aoste (in Rom 2. April 1594); Jacques Davy du Perron - Bischof von Evreux (in Rom 27. Dez. 1595); François de Donadieu - Bischof von Auxerre (in Rom 1. August 1599); Léger de Plas - Bischof v. Lectoure (in Paris 19. Dez. 1599); François d'Escoubleau de Sourdis - Erzbischof v. Bordeaux (in Paris, 21. Dez. 1599); Gaspard Dinet - Bischof v. Mâcon (in Paris, 6. Jan. 1600); Louis de Vervins - Erzbischof v. Narbonne (in Lyon 8. Dez. 1600); Jean Raymond - Bischof v. Saint-Papoul (in Toulouse 13. Okt. 1602); Gabriel de L'Aubespine Bischof v. Orléans und Antoine de Cous Koadjutor v. Condom (in Rom 28. März 1604); Guillaume Le Gouverneur - Bischof v. Saint-Malo (in Paris 20. Februar 1611); François de Harlay de Champvallon Koadjutor v. Rouen (in Paris 2. März 1604). Als Ältester der französischen Kardinäle (nach dem Tod von Kardinal von Pellevé, 24. März 1594) hatte er während mehr als 20 Jahren die Rolle des Chefs der französischen Kirche inne.

Werke: Statuts synodaux, ordonnances, instructions. Voir les listes publiées dans A. Artonne, L. Guizard et O. Pontal, Répertoire des statuts synodaux des diocèses de l'ancienne France du XIIIe à la fin du XVIIIe siècle (Paris 1963), p. 381 (pour le diocèse de Rouen) et 443-444 (pour le diocèse de Toulouse). - Briefe: Coppie d'une lettre escrite par feu Mgr l'Illustrissime cardinal de Joyeuse, vivant archevesque de Rouen... à M. Maistre Guillaume Maran ... sur la résolution donnée par ledit sieur Maran à la consultation qui luy fut faite par messieurs du chapitre de Tholose en l'an 1613 contre les prétentions des pères jésuites, avec les responses d'iceluy sieur Maran aux lettres de mondit seigneur le cardinal, s.l. 1621; L. Cimber et F. Danjou, Archives curieuses de l'histoire de France, première série, t. XII (Paris 1836), p. 157-187 [Lettre du cardinal de Joyeuse au roi Henri III, 9 janvier 1589]; A. Dragonetti de Torres, Lettere inedite dei cardinali de Richelieu, de Joyeuse, Bentivoglio, Baronio, Bellarmino, Maurizio di Savoia ed altri ... dirette ai cardinali Ludovico e Cosimo de Torres, Aquila 1929. - Testament: Testament et dernier propos de M. le cardinal de Joyeuse à M. et Mme de Guyse, du 23 aoust 1615, Paris (Melchior Mondière) 1615; - L'adieu et derniers propos de Mgr l'illustrissime et révérendissime cardinal de Joyeuse en voyez à M. et à Mme de Guise, Paris (Jean Millot) 1615.

Lit.: Antoine Aubery, L'histoire du cardinal duc de Joyeuse, Paris (Robert Denain) 1654; - Gallia christiana, Paris 1716-1865, 16 vol; - Antoine Duranthon, Collection des procès-verbaux des assemblées générales du Clergé de France depuis l'année 1560 jusqu'à présent, t. I, Paris 1767; - Dom Claude Devic et dom Jean Vaissète, Histoire générale de Languedoc, t. XI et XII, Toulouse 1889; - Victor Martin, Les négociations du nonce Silingardi, évêque de Modène, relatives à la publication du concile de Trente de France (1599-1601), Paris 1919; - Pierre de Vaissière, Messieurs de Joyeuse, 1560-1615, Paris 1926; - Hierarchia catholica medii et recentioris aevi, t. III et IV, Monasterii 1923-1935; - J. Wodka, Zur Geschichte der nationalen Protektorate der Kardinäle an der römischen Kurie, dans Publikationen des ehemaligen Oesterreichischen historischen Instituts in Rom, t. IV, Innsbruck-Leipzig 1938, p. 1-130; - André Artonne, Louis Guizard et Odette Pontal, Répertoire des statuts synodaux des diocèses de l'ancienne France du XIII e à la fin du XVIIIe siècle, Paris 1963; - Bernard Barbiche, Correspondance du nonce en France Innocenzo del Bufalo, évêque de Camerino (1601-1604), Rome-Paris 1964 (Acta nuntiaturae gallicae, 4); - Bernard Barbiche, L'influence française à la cour pontificale sous le règne de Henri IV, dans Ecole française de Rome. Mélanges d'archéologie et d'histoire, t. 77, 1965, p. 277-299; - Fernand Combaluzier, Sacres épiscopaux à Rome de 1565 à 1662, dans Sacris erudiri, t. 18, 1967-1968, p. 120-305; - Fernand Combaluzier, Sacres épiscopaux à Rome de 1566 à 1602, dans Sacris erudiri, t. 19, 1969-1970, p. 437-477; - André Chapeau et Fernand Combaluzier, Episcopologe français des temps modernes, 1592-1973, Paris 1977 (extr. du Dictionnaire d'histoire et de géographie ecclésiastiques, t. XVIII); - Klaus Jaitner, Die Hauptinstruktionen Clemens' VIII. für die Nuntien und Legaten an den europäischen Fürstenhöfen, 1592-1605, Tübingen 1984, 2 vol. (Instructiones pontificum Romanorum); - Répertoire des visites pastorales de la France. Première série: Anciens diocèses, t. IV, Paris 1985; - Bernard Barbiche et Ségolène de Dainville-Barbiche, Les légats »a latere« en France et leurs facultés aux XVIe et XVIIe siècles, dans Archivum historiae pontificiae, t. 23, 1985, p. 93-165; - Magali Lacousse, Le cardinal François de Joyeuse (1562-1615), dans Ecole nationale des chartes. Positions des thèses ... de 1991, Paris, 1991, S. 139-144.

Bernard Barbiche

Letzte Änderung: 09.06.1998