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Verlag Traugott Bautz
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JUNG, Johann Heinrich wurde am 12. September 1740 in Grund bei Hilchenbach im Siegerland geboren und starb am 2. April 1817. J.s Mutter starb, als der Knabe noch nicht zwei Jahre alt war. Sein Vater, Johann Helmann Jung (1716-1802), ein selbständig arbeitender Schneider, der gelegentlich auch als Dorfschullehrer tätig war und zeitweise seinem Bruder Johann Heinrich Jung (1711-1786) (Über ihn vgl. G. Merk: Oberbergmeister Johann Heinrich Jung. Ein Lebensbild. Kreuztal 1989.) bei Landvermessungsarbeiten half, verfiel nach dem frühen Tode seiner Frau in Schwermut, so daß die Erziehung des Sohnes von den Großeltern übernommen werden mußte, dem Landwirt und Köhler Eberhard Jung (1680-1751) und seiner Frau Margarethe geb. Helmes (1686-1765). Im Hause Jung leben zu diesem Zeitpunkt neben den genannten Personen noch vier unverheiratete Töchter. Alle kümmern sich rührend um den mutterlosen kleinen Knaben. Bleibenden Eindruck aber hinterläßt vor allem der Großvater, ein tief gläubiger reformierter Christ, der auch das Amt eines auf Lebenszeit gewählten Kirchenältesten versieht. Seine Frömmigkeit ist von zupackender Geradheit. Dem gelegentlich herrisch auftretenden Dorfpfarrer steht er kritisch gegenüber, aber das bedeutet keine grundsätzlich kirchenkritische Einstellung. Der Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes ist in der Familie Jung eine Selbstverständlichkeit. Der Großvater weiß die Aufmerksamkeit des Kleinen mit allerhand Erzählungen und Belustigungen zu fesseln. Später nimmt er ihn mit in den Wald zu den Kohlenmeilern, in denen er Holzkohle für die Siegerländer Eisenindustrie herstellt. Durch dies alles »gewann der Knabe eine Liebe zu seinem Grosvater, die über alles gieng; und daher hatten denn die Begriffe, die er ihm beibringen wollte, Eingang bei ihm. Was ihm sein Grosvater sagte, das glaubte er ohne weiteres Nachdenken.« (Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe mit Anmerkungen hg.v. G.A.Benrath. Darmstadt 1976,S.40. Im Folgenden zitiert LG = Lebensgeschichte.) Nachdem der Vater die tiefe Trauer über den Verlust seiner Frau überwunden hatte und sich seiner Umwelt wieder zu öffnen begann, besuchte ihn ein separatistischer Prediger, der die Stoffe verkaufte, die die Mitglieder seiner Gemeinschaft in einem wenige Stunden Fußweg von Grund entfernt liegenden ehemals gräflichen Anwesen herstellten. Die Lebensgeschichte nennt diesen Separatisten Niclas, mit dem der amtsentsetzte Theologe Victor Christoph Tuchtfeld gemeint sein dürfte. (Zu Tuchtfeld vgl. R. Vinke: Jung-Stilling und die Aufklärung. Die polemischen Schriften J.H. Jung-Stillings gegen Friedrich Nicolai (1775/76). VIEG Bd. 129, Stuttgart 1987, 32-39.) Tuchtfeld verweist den Vater von Jung-Stilling auf den Weg der Abtötung aller Begierden, die der natürliche Mensch auszuleben versucht und empfiehlt die Lehre Jesu Christi, den er »dieser göttliche Gesetzgeber« (LG., 43) nennt, als Mittel, dieses Ziel zu erreichen. Die Rückfrage, wie sich dieses Verständnis zu der Erlösung der Menschen durch den Kreuzestod Jesu Christi verhält, bringt Tuchtfeld in nicht geringe Schwierigkeiten. Letztlich kann er die Spannung, die zwischen beidem entsteht, nicht auflösen. Aber trotzdem hat er bei Johann Helmann einen Eindruck hinterlassen, der lange nachwirken und auf die Erziehung seines Sohnes Einfluß haben wird. Zu seiner reformierten Kirche wird er möglicherweise innerlich in eine gewisse Distanz getreten sein, aber getrennt von ihr hat er sich nicht. - Nach dem Gespräch mit Tuchtfeld übernimmt er die Erziehung seines Sohnes selbst. Das erklärte Ziel ist, den sündigen Eigenwillen des Knaben zu brechen und ihn ganz auf den Weg Jesu Christi zu verweisen. Schon früh lehrt er ihn Lesen und Schreiben, bringt ihm nach und nach den Heidelberger Katechismus bei, verweist ihn auf Bücher erbaulichen Inhalts, erlaubt ihm aber auch die Lektüre profaner Sagen und Märchen. Der streng geregelte und peinlich genau eingehaltene Tagesablauf sieht am Nachmittag gar eine Stunde Spiel in dem abgegrenzten Bezirk des häuslichen Hofes vor. Mit anderen Kindern Umgang zu haben oder gar mit ihnen zu spielen, ist ihm aber absolut verboten. So wächst der Kleine ziemlich isoliert auf. Sein Geist wird durch die Lektüre ungemein angeregt, er wird etwas vorwitzig und altklug, aber hinterläßt bei allen, die ihn kennenlernen, einen nachhaltigen Eindruck. Selbst Johann Seelbach (1687-1768), der orthodox-reformierte und gelegentlich wegen seines überzogenen Amtsbewußtseins herrisch auftretende Ortspfarrer ist beeindruckt. Er fordert den Vater auf: »fahret fort, ihn wohl unter der Ruthe zu halten; der Junge wird ein großer Mann in der Welt.« (LG., 51) - Die strenge Erziehung hat aber auch negative Folgen. Um körperlicher Züchtigung zu entgehen, beginnt der Kleine zu lügen und allerhand Kunstgriffe zu erfinden, um die Lügen wahrscheinlicher zu machen. Er dankt Gott, wenn er damit Erfolg gehabt hat, aber ist umso enttäuschter, wenn es mißlingt. Der Vater verdoppelt die Strenge, wenn er seinen Sohn bei einer Lüge ertappt hat. Erst eine Intervention des klugen Großvaters mindert die Härte der Erziehung. Aber die Folgen bleiben bis in J.-S.s Alter. Gegen den inneren Zwang zum Lügen, um irgendwelchen Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen, muß er ständig kämpfen. - Nach dem Besuch der Dorfschulen in Grund und Allenbach absolviert J.-S. von September 1750 bis März 1755 die Lateinschule in Hilchenbach. Ostern 1755 wird er von Pfr. Seelbach in Hilchenbach konfirmiert und anschließend im Nachbarort Lützel zum Schullehrer ernannt. Hier jedoch arbeitet der junge und unerfahrene Fünfzehnjährige unglücklich. Bis zum Weggang aus seiner Heimat im Jahre 1762 sind es vier Dorfschullehrer- und zwei Hauslehrerstellen, die er innehat und in denen er scheitert. Auch wenn andere Gründe gelegentlich vorgeschoben werden, um ihn zu entlassen, der eigentliche Grund ist jedesmal, daß er sich während des Unterrichts zu viel mit eigener Lektüre beschäftigt und sich zu wenig um die ihm anvertrauten Kinder kümmert. Die einzige Anstellung, die er freiwillig verläßt, ist die in Kredenbach (1756-1757), weil er dort nach Schulschluß auf dem bäuerlichen Anwesen seiner Stiefmutter arbeiten muß, die sein Vater am 1. März 1756 geheiratet hatte. Nach jedem Scheitern hat er seinem Vater beim Schneiderhandwerk zu helfen, was ihm genauso wenig behagt wie die Feldarbeit. Mit dem Lohn von 25 Reichstalern jährlich kommt er niemals aus, da er sich oftmals Bücher oder andere Dinge kauft, um seinen Wissensdurst zu befriedigen. So hat er keine Mittel, um sich anständig zu kleiden. Sein Vater ist unglücklich über den vermeintlich ungeratenen Sohn. Nachdem es im Herbst 1761 zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen ihnen gekommen ist, beschließt J.-S., in die Fremde zu gehen. Ein halbes Jahr später (12. April 1762) verwirklicht er seine Absicht. - Eine Menge Wissensstoff hat er sich angelesen: Homer, Paracelsus (1403-1541), Jacob Böhme (1576-1624) und andere naturphilosophische Schriftsteller ebenso wie die erbaulich frommen Traktate und Schriften aus dem väterlichen Bücherschrank. Bibel und Katechismus dürften ihm durch den orthodox-reformierten Konfirmandenunterricht vertraut gewesen sein. Das Christentum wie sein Vater es nach dem Gespräch mit Tuchtfeld pflegte, wird eine mystisch-spiritualistische Prägung gehabt haben. Der so autodidaktisch gebildete junge Mann sucht nun in der Fremde eine angemessene Beschäftigung. - Drei Tage nach seinem Weggang aus der siegerländer Heimat findet er eine Anstellung als Schneidergeselle in Solingen. In diese Zeit fällt ein Erweckungserlebnis. Er fühlte »eine unüberwindliche Neigung, ganz für die Ehre Gottes und das Wohl seiner Mitmenschen zu leben und zu sterben... Auf der Stelle machte er einen vesten und unwiderruflichen Bund mit Gott, sich hinführo lediglich Seiner Führung zu überlassen, und keine eitle Wünsche mehr zu hegen, sondern wenn es Gott gefallen würde, daß er Lebenslang ein Handwerksmann bleiben sollte, willig und mit Freuden damit zufrieden zu seyn.« (LG., 198) Es gilt zu beachten, daß dies nicht den Bekehrungserlebnissen entspricht, wie sie aus der Zeit des älteren Pietismus überliefert sind. Von Sündenerkenntnis und Gnadendurchbruch ist bei J.-S. nicht die Rede. Aber »die Rührung und Erweckung«, die er hier erfährt, hinterließ, wie er noch als 60jähriger Professor bemerkt, einen bleibenden Eindruck, die vorherigen Rührungen, die er von Jugend auf gelegentlich empfand, »hatten nur kurze Zeit gedauert« (LG., 685) - Der im Gefolge dieses Erlebnisses geschlossene Bund mit Gott ist allerdings nicht stark genug, um der erneuten Versuchung, als Schulmeister zu arbeiten, nicht zu erliegen. Als er wieder einmal kläglich gescheitert ist (1762/63), muß er den Bund folglich auch erneuern. Nach einer weiteren mehrwöchigen Tätigkeit als Schneider in Radevormwald (1763), wo er mit Anhängern des im benachbarten Mühlheim beheimateten G. Tersteegen (1697-1769) zusammenkommt, übernimmt er nach langem Zögern und unter intensivem Zureden seiner pietistischen Freunde erneut eine Stelle als Hauslehrer und diesmal auch als Handlungsgehilfe bei Johann Peter Flender, einem Eisenwarenproduzenten und Landgutbesitzer aus Krähwinklerbrücke (heute Teil der Stadt Remscheid). Hier sind ihm sieben Jahre kontinuierlichen Arbeitens in guter familiärer Atmosphäre vergönnt. Neben der Unterrichtung der sieben Kinder (LG., 219. Als J.-S. seinen Dienst antrat, war die älteste Tochter 16 und die jüngste ein Jahr alt. Insgesamt waren es drei Söhne und vier Töchter. Wegen des großen Altersunterschiedes dürfte J.-S. wohl nicht alle sieben Kinder zur selben Zeit unterrichtet haben.) und der Mithilfe bei der Verwaltung von Gütern und Fabriken bleibt J.-S. genügend Zeit, um Griechisch und Hebräisch zu lernen, sich mit erbaulicher Lektüre zu beschäftigen sowie philosophische Werke der Aufklärung zu lesen. (LG., 231) Von deren formal-logischer Seite ist er fasziniert, inhaltlich aber empfindet er »doch eine Leere bey sich und ein Mistrauen gegen diese Systeme«, denn sie ersticken »alle kindliche Erfindung gegen Gott« (LG., 232) - J.-S. hat sich mit diesen autodidaktischen Studien, ohne es zielbewußt angestrebt zu haben, auf ein akademisches Studium vorbereitet. Der Wunsch, Pastor zu werden, den er als Kind einmal gehegt hatte, besteht nicht mehr. J.-S., der seit seiner Jugend fest glaubt, daß Gottes Vorsehung einen ganz bestimmten Plan mit seinem Leben verfolgt, meint, hier nicht seinem möglicherweise sündigen Eigenwillen folgen zu dürfen, sondern abwarten zu müssen, bis sich ein Wink der Vorsehung zeigt. Diesen erkennt er in dem Vorschlag seines Dienstherrn Flender, Medizin zu studieren und den Doktorgrad zu erwerben. Mit vollem Eifer stürzt er sich in die Vorbereitungen auf das neue Ziel. Als Bestätigung empfindet er das Anerbieten des katholischen Pfarrers und Augenheilkundigen J.B. Molitor (+ 1768), ihm ein Manuskript mit Heilungsanweisungen für Augenkranke zur Abschrift zu überlassen, allerdings müsse er versprechen, arme Patienten umsonst zu behandeln. Mit Freuden willigt er ein, fest entschlossen, Arzt zu werden, weil dies augenscheinlich dem Willen Gottes entspricht. Deswegen gefällt ihm der Vorschlag Flenders, lediglich autodidaktisch zu studieren, um dann an einer nahegelegenen Universität nur dem Namen nach Doktor der Medizin zu werden, gar nicht. Höchstwahrscheinlich verfolgte Flender das Ziel, den freundlichen und begabten Siegerländer Hauslehrer damit zu einem standesgemäßen Schwiegersohn zu machen. (Diesen Nachweis versuche ich zu führen in: J.-S. bei Flender (1763-1770). ThZ 41 (1985) 359-390) Offensichtlich hat sich Flender gegenüber J.-S. nicht deutlich genug geäußert. Jedenfalls ist der davon überzeugt, daß dieser Weg nicht dem Willen Gottes entspricht. - Februar 1770 verlobt er sich mit der kranken Christine Heyder, der Tochter eines Fabrikanten aus Ronsdorf, heute ein Stadtteil von Wuppertal. Herbst 1770 kündigt er seine Stellung bei Flender, weil er meint, es entspräche Gottes Willen, wenn er in Straßburg, der damals berühmtesten medizinischen Fakultät, studiere. Er selbst ist völlig mittellos. Sein künftiger Schwiegervater und ein hilfreicher Freund (In der Lebensgeschichte nennt er ihn Liebmann, LG., 261. Die Identifizierung ist bisher noch nicht gelungen.) leihen ihm die erste finanzielle Starthilfe, die jedoch bald aufgebraucht ist. Später bürgt Heyder für einen hinreichenden Kredit, der allerdings erst im Jahre 1801 durch das großzügige Geldgeschenk einer Schweizer Patientin zurückgezahlt werden konnte. (LG., 692, Eintrag zum 15.4. 1801) In nur ein und einem halben Jahr gelingt es J.-S., das Studium der Medizin zu absolvieren. Unterbrochen wurde diese Zeit durch einen sechswöchigen Aufenthalt in Ronsdorf, (14.5.-1.7. 1770), um seine kranke Verlobte Christine Heyder zu heiraten (17.6. 1770). Während seiner Straßburger Zeit (vgl. dazu meine oben genannte Arbeit 87-101) hatte er so bedeutende Leute wie Goethe, Herder und Lenz kennengelernt, ein Gerät zur Landvermessung erfunden, Kontakte zur pfälzischen Akademie der Wissenschaften in Mannheim geknüpft, sich mit Chemie und Metallurgie beschäftigt und eine private philosophische Vorlesung gehalten. Ebenfalls hatte er in dieser Zeit von keinem Geringeren als Goethe die Anregung erhalten, seine Lebensgeschichte zu schreiben. Er verwirklicht sein Versprechen und schickt nach und nach die Geschichte seiner Jugend handschriftlich unter dem Titel »Heinrich Stillings Lebensgeschichte in Vorlesungen« nach Straßburg, vor allem in der Absicht, damit den schwankenden »Glaubensgrund« seiner ehemaligen Kommilitonen zu befestigen. (LG., 655) Einige von ihnen hatten J.-S. mit philosophischen Einwänden gegen seine Art des Christentums schwer zugesetzt, so daß er keine andere Möglichkeit der Vergewisserung mehr zu erkennen meinte als die »Glaubensproben, deren er in seiner Führung so viel erfahren« (LG., 268) Er erhebt damit seine Erfahrungen zum Gottesbeweis und wird diese Art der Vergewisserung beibehalten auch als er später glaubte, mit Hilfe der Philosophie Kants einen Ausweg aus seinen denkerischen Schwierigkeiten gefunden zu haben. Am 1. Mai 1772 gründet er eine Arztpraxis und einen eigenen Hausstand in Elberfeld, heute ein Stadtteil von Wuppertal. J.-S. glaubt, an dem ihm von Gott gesetzten Ziel angekommen zu sein und damit eine feste Garantie für den beruflichen Erfolg zu besitzen. Anfangs scheint seine Praxis sich ordentlich angelassen zu haben, nach und nach aber beginnt er eine solche Fülle anderer Aktivitäten, daß die Zahl seiner Patienten zurückgeht. Hinzukommt, daß sowohl er selbst als auch seine Frau Christine nicht zu wirtschaften verstehen. Statt die Studienschulden abzahlen zu können, ist J.-S. gezwungen, neue Schulden zu machen. Geradezu erlösend muß es daher für ihn gewesen sein, daß er im Jahre 1778 einen Ruf als Professor an die Kameral-Hohe-Schule nach Kaiserslautern bekommt. Durch zwei Aufsätze über die Nassau-Siegensche Eisengewinnung, die er 1777 und 1778 in den »Bemerkungen der kurpfälzischen physikalisch-ökonomischen Gesellschaft« veröffentlicht hatte, war man am Mannheimer Hof erneut auf den begabten Elberfelder Arzt aufmerksam geworden, der bereits 1772 seine lateinisch geschriebene Dissertation dem Kurfürsten Karl Theodor gewidmet hatte. - Die Elberfeld Zeit (vgl. dazu meine oben genannte Arbeit 101-135) war für J.-S. höchst unglücklich verlaufen. Obwohl er noch in vielen Punkten mit seinen alten pietistischen Freunden übereinstimmte, glaubte er doch, sich intellektuell über sie hinaus entwickelt zu haben und mied den Umgang mit ihnen. Folglich suchten sie auch seine Hilfe als Arzt nicht. Die reiche Kaufmannschaft versagte ihm, dem Emporkömmling, ihre Anerkennung. Der bedauerliche Fall einer Totgeburt, bei der es J.-S. immerhin gelang, das Leben der Mutter zu retten, wurde zum Anlaß genommen, ihn bei der Medizinalbehörde zu verklagen, die ihn zu einem peinlichen Verhör nach Düsseldorf beorderte. Lediglich mit seinen Staroperationen hat er Erfolg. Die erste führt er im Frühjahr 1773 durch. Zeit seines Lebens wird er annähernd 2000 Blinden das Augenlicht zurückgeben, und zwar, wie er gegenüber Molitor versprochen hatte, ohne Honorar, wenn der Betroffene arm war. 1775 reist er nach Frankfurt, um den blinden Patrizier von Lersner zu operieren, der ihm das fürstliche Gehalt von 1.000 Gulden versprochen hatte. Die Operation gelingt, aber der Wundheilungsprozeß verläuft unglücklich und von Lersner erblindet endgültig. Als er wenige Monate später auf Bitten von Lersners Hausarzt noch einmal nach Frankfurt reist, um seinen unglücklichen Patienten zu sehen, kommt ihm im Hause seines Freundes Goethe der zweite Band von Friedrich Nicolais Roman: »Das Leben und die Meinungen des Herrn Magisters Sebaldus Nothanker« unter die Augen. Er ist über die aufklärerische Art entsetzt, wie hier Kirche und Predigtamt, pietistische Theologie und Frömmigkeit lächerlich gemacht werden und an deren Stelle ein flaches Christentum im Sinne der aufklärerischen Trias von Gott, Tugend und Unsterblichkeit empfohlen wird. Unter dem Titel: »Die Schleuder eines Hirtenknaben« (J.H. Jung, genannt Stilling: Sämmtliche Schriften (im Folgenden SS), Ergänzungs Band, 705-780. Stuttgart 1838. Neudruck Hildesheim, New York 1979.) schrieb er eine höchst polemische Gegenschrift, die er »ohne die Handschrift nur einmal wieder kaltblütig durchzugehen,...siedewarm in die Eichenbergische Buchhandlung« zum Druck gab, »eine Unvorsichtigkeit, die ihn oft gereuet und ihm viel Verdruß gemacht hat«, wie er selbst in der Lebensgeschichte zugibt. (LG., 340) Nicolai selbst reagiert öffentlich nicht. Aus seiner Korrespondenz ist aber deutlich zu entnehmen, daß er sich getroffen fühlte und verärgert (Zu der Kontroverse vgl. meine oben genannte Arbeit) war. - Zwei Gegenschriften des Krefelder Kaufmanns Engelbert vom Bruck (1739-1813), ein eifriger Verteidiger Nicolais, bekämpfte J.-S. mit seinen Abhandlungen »Die große Panacee wider die Krankheit des Religionszweifels« (SS, Erg. Bd., 633-706) und »Die Theodicee des Hirtenknaben als Berichtigung und Vertheidigung der Schleuder desselben.« (SS, Erg.Bd., 783-788) Vom Bruck war so erbost auf J.-S., daß er mehrfach versuchte, ihn öffentlich bloßzustellen. J.-S. aber trug ihm dies nicht lange nach. Als vom Bruck ihn mehr als 30 Jahre später bat, bei der Wiederherstellung seines Augenlichtes zu helfen, (Vgl. meine oben genannte Arbeit 296f. Leider ist nicht gesichert, daß J.-S. die Operation vom Brucks selbst durchgeführt hat.) entsprach er dieser Bitte in selbstverständlicher Christenpflicht. Einer der wenigen frohen Stunden der Elberfelder Zeit waren J.-S. am 28.4. 1774 vergönnt, als sich im Haus des frommen Kaufmanns Anton Philipp Caspari (1732-?) eine illustre Runde von so bedeutenden Männern traf wie J.C. Lavater (1741-1801), dessen Zeichner F.G. Schmoll (+ 1785), J.G. Hasenkamp (1734-1777), S. Collenbusch (1724-1803), F.H. Jacobi (1743-1819) und G. Jacobi (1740-1814) sowie einigen weiteren Elberfelder Bürgern. J.-S. beschreibt dieses Treffen in seiner Lebensgeschichte ausführlich. (LG., 318-323) Goethe nutzt die Gelegenheit, nimmt das Manuskript des ersten Teils von J.-S.s Lebensgeschichte mit und wird es ohne dessen Wissen kürzen und zum Druck befördern. Da der Titel »Henrich Stillings Jugend« lautete, wird sich fortan das Pseudonym Stilling untrennbar mit dem Namen J.H. Jungs verbinden und ihn zu dem J.-S. machen, als der er dann in die Geschichte eingeht. Das Erscheinen des ersten Teils im Jahre 1777 war ein so großer Erfolg, daß er 1778 bereits Teil II und III veröffentlichte. Zu Beginn von J.-S.s Marburger Wirksamkeit 1789 erschien dann Teil IV und 1803, im Anschluß an seine Übersiedlung nach Heidelberg, Teil V. Noch im Jahr seines Todes 1817 versuchte er den Teil VI zu schreiben, der allerdings Fragment geblieben ist. Zwar hatte der Druck der »Jugend« J.-S. immerhin 115 »Reichsthaler in Golde« (LG., 344) eingebracht und auch Lersner hatte ihm das fürstliche Honorar trotz der mißglückten Augenkur ausgezahlt, und dennoch belief sich der Stand von J.-S.s Schulden Januar 1778 auf 3.000 Reichstaler. (So brieflich an Lavater vom 29.4.1780, abgedruckt LG., 659-666, bes.663.) Die Studienschulden waren damit auf das doppelte angewachsen. Als er den Ruf auf die Kaiserslauterner Professur im September 1778 erhält, muß er mindestens 500 Reichstaler der dringendsten Schulden bezahlen, (So an Lavater vom 29.4.1780, LG., 665) was mit Hilfe zahlreicher Freunde »auf Stillings Weise« (LG., 364) auch gelingt, so daß er im Oktober 1778 Elberfeld verlassen kann, ohne die Befürchtung in den Schuldturm geworfen zu werden. - Zusammen mit seiner kranken Frau Christine, die gelegentlich unter epileptischen Anfällen leidet, und seinen zwei Kindern Johanna (geb. 1773) und Jacob (geb. 1774) kommt J.-S. in Kaiserslautern an, um hier einen Lehrstuhl für Landwirtschaft, Kunstwissenschaft (das heißt: Technologie, Produktionswissenschaft), Handlungswissenschaft und Vieharzneikunst zu übernehmen. (Zur Kaiserslauterner Zeit vgl. den instruktiven Abschnitt bei G.Merk: J.-S.. Ein Umriß seines Lebens. Kreuztal 1989, 86-107.) Die Hohe Schule war erst 1774 gegründet worden. Entscheidenden Einfluß hatte F.C. Medicus (1736-1808) dabei ausgeübt. Er war es auch, der J.-S. berief. Neben ihm wirkten L.B. Schmidt (1737-1792) und G.A. Succow (1751-1813). Die Verhältnisse sind bescheiden, die Stadt hat nur 2.000 Einwohner, die Hohe Schule nur 25 Studenten. J.-S. stürzt sich mit Eifer in seine Lehrtätigkeit, die einen Umfang von immerhin stattlichen 25 Wochenstunden aufweist. Daneben beginnt er, Lehrbücher zu schreiben. 1779 erscheint sein »Versuch einer Grundlehre sämmtlicher Kameralwissenschaften«, 1781 und 1782 kommt in zwei Bänden sein Lehrbuch der Forstwissenschaft heraus, 1783 publiziert er ein Lehrbuch der Landwirtschaft. Von 1781 bis 1785 schreibt er vier Jahrgänge einer monatlich erscheinenden Zeitschrift mit dem Titel »Der Volkslehrer«, in der er neben wirtschaftlich wichtigen Ratschlägen auch unterhaltsame und allgemein belehrende Beiträge für einen weiteren Leserkreis bietet. Aber auch hier tritt J.-S.s religiöse Position deutlich zutage, gelegentlich kommt sie lediglich indirekt zum Ausdruck, gelegentlich aber äußert er sich auch, vor allem in einigen Erzählungen, ganz offen über religiöse Dinge. - Daneben bringt er vier Romane heraus: 1779 erscheint die zum Teil noch in Elberfeld geschriebene »Geschichte des Herrn von Morgenthau«, 1781 »Die Geschichte Florentins von Fahlendorn«, 1783 »Leben der Theodore von der Linden« und 1784/85 »Theobald oder die Schwärmer«. Hier setzt er sich in der verschlüsselten Form dichterischer Gestaltung mit seiner eigenen Vergangenheit auseinander. J.-S.s Leistung in der Kaiserslauterner Zeit ist außerordentlich umfangreich. Seine schnell dahin geschriebenen Arbeiten sind zwar gelegentlich nicht mit der allergrößten Sorgfalt ausgefeilt, auch mangelt es zumeist an gedanklicher Tiefe, trotzdem ist der Umfang seiner literarischen Produktion erstaunlich. - Die Erhebung von J.-S.s religiöser Position, wie er sie in dieser Zeit vertritt, wird berücksichtigen müssen, daß Regierungsrat Medicus ihm geraten hatte, »nicht zu viel von der Religion zu reden, sondern nur durch Rechtschaffenheit und gute Handlungen sein Licht leuchten zu lassen.« (LG., 370) Seine Lebensgeschichte hatte ihm bei allem Wohlwollen, mit dem man sie auch in der Pfalz aufgenommen hatte, den Ruf eingebracht, »ein feiner Schwärmer zu sein.« (Ebd.) Pietismus galt zu dieser Zeit noch als Schimpfwort und wurde inhaltlich mit Schwärmerei identifiziert. Wegen der Nachhutgefechte in Sachen der Kontroverse mit Nicolai, bzw. vom Bruck war J.-S. außerdem noch in ein schiefes Licht geraten und mußte sich öffentlich verteidigen. Aufgrund seiner großen Schuldenlast war er unbedingt auf eine Erhaltung seiner Anstellung und damit auf eine gedeihliche Zusammenarbeit mit der Regierung angewiesen. Er konnte daher gar nicht anders, als der Empfehlung von Medicus, in religiösen Dingen zurückhaltend zu sein, zu entsprechen. - J.-S. vertritt daher einen weltzugewandten Pietismus, der die Dinge so zu gestalten versucht, daß jedem einzelnen das Streben nach persönlicher Vervollkommnung ermöglicht wird. Auch das Motiv für seine wirtschaftswissenschaftliche Arbeit ist hier zu finden. 1775 hatte er noch individuell formuliert: »Ich muß also die Menschen um Gotteswillen lieben. Diese Liebe erfordert aber auch, daß ich für seine Bedürfnisse sorge, so viel ich kann, denn wer schwache Erkenntnisse von Gott hat und ihm fehlen seine Bedürfnisse zum Leben und Bestehen, so kann er Gott nicht lieben. Wenn ich sie ihm aber im Namen Gottes reiche, so befördere ich die Verherrlichung Gottes«. (SS, Erg.Bd, 811 f.) Mit seiner Lehrtätigkeit und seiner schriftstellerischen Arbeit weitet er diesen Ansatz nun aus. Durch die Ausbildung seiner Studenten und die Informationen, die er in Lehrbüchern, Volksschriften aber auch in Romanen einem breiten Publikum bietet, möchte er das allgemeine Lebensniveau so heben, daß niemandem die Voraussetzungen für persönliche Vervollkommnung und Gottesliebe fehlen. - Daß J.-S. der Einladung seines geschätzten Kollegen L.B. Schmid (1737-1793), Mitglied der pietistisch orientierten Basler Christentumsgesellschaft zu werden, nicht nachkommt, spricht nicht dafür, daß er zu dieser Zeit eine unpietistische Art des Christentums vertritt. Auch nachdem er seine Kameralwissenschaftliche Professur aufgegeben hatte und eine offensive pietistische Position vertrat, wurde er hier ebensowenig Mitglied wie in der Herrnhuter Brüdergemeine, die er anfangs mit Skepsis betrachtete, zu der er später aber intensive freundschaftliche Kontakte pflegte. Mochten diese Gemeinschaften durchaus ihre Aufgaben verfolgen, J.-S. war überzeugt, seine eigene und eigenständige Berufung zu besitzen und ihr nachfolgen zu müssen. Aus dem Roman »Theobald oder die Schwärmer« geht klar hervor, daß er sich zu dieser Zeit als Pietist versteht, der eben nur vernünftig denken gelernt hat. (SS, Bd.VI, 219) Immerhin gehören zu den Pietisten seiner Meinung nach »die edelsten, die besten Menschen.« (Ebd., 229) - Die Zugehörigkeit zu den Freimaurern darf zu dieser Zeit ebenso nicht als Indiz gegen seine pietistische Grundposition angeführt werden. Später äußert er, er sei gewöhnlicher Freimaurer gewesen, »welches zu der Zeit so viel hieße, als nicht Illuminat seyn«. (Zitat nach G.Stecher: J.-S. als Schriftsteller. Palaestra CXX, Berlin 1913.) Den Freimaurern war J.-S. höchstwahrscheinlich beigetreten, um gesellschaftlich nicht erneut so isoliert zu sein wie in Elberfeld. Viele und gerade die angesehenen Bürger jeder deutschen Stadt waren zu dieser Zeit Freimaurer. J.-S., als frisch bestallter Professor sehr auf seinen Ruf bedacht, kam der Orden gerade recht, um nützliche und für sein weiteres Fortkommen wichtige Kontakte zu knüpfen. Als das Freimaurertum sich mehr und mehr zum aufklärerischen Religionsersatz entwickelte, scheint er dann die Beziehungen abgebrochen zu haben. Trotz des großen Engagements verlief auch die Kaiserslauterner Zeit nicht glücklich. J.-S. scheitert als Verwalter des Mustergutes Siegelbach (LG., 374-375 und 385-387) und gerät, da er persönliche Bürgschaften geleistet hatte, auch selbst in neue Schulden hinein. Seine literarische Produktion kann hier wenig helfen. Gelegentlich ist die Lage so brenzlich, daß dem Schwiegervater der Konkurs und ihm selbst der Schuldturm droht. (Vgl. dazu meine oben genannte Arbeit S. 309) Immer aber findet sich in letzter Minute ein Ausweg, in dem J.-S. stets das helfende Eingreifen des Gottes sieht, der ihn mit seiner Führung bis an die jetzige Stelle seines Weges gebracht hat. - Am 18.Oktober 1781 stirbt seine Frau Christine. J.-S. kann seine Kinder nicht allein versorgen und muß sie nach Zweibrücken in ein Heim geben. Auf Vermittlung der Schriftstellerin Sophie von La Roche (1731-1807) gelingt es ihm im Sommer 1782, in Maria Salome (kurz: Selma) von St. George (1760-1790) eine zweite Frau zu finden, die er noch im August desselben Jahres heiratet. Sofort werden die Kinder aus dem Heim zurückgeholt, und trotz mancher Schwierigkeiten, die noch zu überwinden sind, beginnt eine glücklichere Zeit. Selma erweist sich als gute Haushälterin, stellt einen Schuldentilgungsplan auf und beginnt mit der Rückzahlung, was auch die Gläubiger, die ihr Geld zunächst noch nicht erhalten, beruhigt. Selbst sein erster Schwiegervater Heyder, der 1785 stirbt, ist überzeugt, daß J.-S. jetzt seine Schulden bezahlen wird. Selma versteht es auch, das Haus J.-S. zu einem gesellschaftlichen Kristallisationspunkt besonders für die studierende Jugend zu machen und trotzdem die finanziellen Verbindlichkeiten weiterhin abzutragen. - 1784 wird die Hohe Schule von Lautern nach Heidelberg verlegt. (Über die Gründe vgl. G. Merk, J.-S., 108f) J.-S., der bereits 1783 zum Mitglied der »Deutschen Gesellschaft« in Mannheim ernannt worden war, hält am 10. November 1784 seine Antrittsvorlesung und bekommt noch im selben Jahr den Titel eines kurpfälzischen Hofrates verliehen. Letzteres geschieht nicht ganz so überraschend, wie J.-S. selbst in der Lebensgeschichte schreibt. (LG., 427) Immerhin scheint er, auf gesellschaftliche Anerkennung durchaus bedacht, um diesen Titel inoffiziell gebeten zu haben. (Siehe O.W.Hahn: J.-S. zwischen Pietismus und Aufklärung. Sein Leben und sein literarisches Werk 1778-1787. Europäische Hochschulschriften, Reihe XXIII, Bd.344. Frankfurt a.M. - Bern - New York - Paris 1988, S.53, Anm.172.) 1786, anläßlich des 400.Jubiläums der Universität, hält J.-S. am 7.11. »die feyerliche Jubelrede im Namen und von Seiten der staatswirthschaftlichen hohen Schule,« (LG., 428f) mit der er einen vielbeachteten Erfolg erringt. Am Tage danach verleiht ihm die Philosophische Fakultät den philosophischen Doktorgrad. (G. Merk, J.-S., 114) Auch in seiner Heidelberger Zeit (1784-1787) arbeitete J.-S. weiter an der Vermehrung der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur. Neben einigen Abhandlungen in Zeitschriften sind hier insbesondere folgende Lehrbücher zu nennen: Lehrbuch der Fabrikwissenschaft (1785), Gemeinnütziges Lehrbuch der Handlungswissenschaft (1785), Versuch eines Lehrbuchs der Vieharzneikunde (Teil I 1785, Teil II 1786), Anleitung zur Kameral-Rechnungswissenschaft. - Als besondere Leistung darf J.-S.s Übersetzung von »Virgils Georgion« in deutsche Hexameter gelten. Sie erschien 1787 in Mannheim. Aber J.-S. fühlte sich zunehmend unwohl in Heidelberg und besonders durch die Lehrtätigkeit der Kollegen eingeengt. Er möchte »ungehindert sein ganzes System ausarbeiten und lehren.« (LG., 430) - Da erreicht ihn im Februar 1787 der Ruf auf den Marburger Lehrstuhl »der Oekonomie-Finanz- und Cameral-Wissenschaften.« (Ebd.) Als Gehalt erhält er fast dreimal so viel wie in Heidelberg. In der Osterzeit des Jahres 1784 zieht die Familie Jung nach Marburg. Aus der Ehe mit Selma waren bis zu diesem Zeitpunkt drei Kinder hervorgegangen, von denen allerdings nur noch das dritte, ein Mädchen namens Lisette (1786-1802) lebt. Hinzu kommen Hanna und Jakob aus der ersten Ehe mit Christine Heyder. November 1787 wird Karoline in Marburg geboren, die 1821 unverheiratet stirbt, einer Totgeburt im Mai 1789 folgt im Mai 1790 der Sohn Franz, der bereits im März des nächsten Jahres stirbt. Als Folge dieses Kindbettes stirbt auch J.-S.s erst knapp dreißigjährige Frau Selma im Mai 1790. Aus dieser Ehe erreichen von sechs geborenen Kindern nur zwei das Konfirmationsalter: Lisette und Karoline. Selma hatte J.-S. nicht nur geholfen, die Schulden zu verringern, sondern auch in seiner ganzen Lebensart, Kleidung und Benehmen ein Niveau zu erreichen, was seiner beruflichen Stellung entsprach. (LG., 462) - Schon vor der letzten Geburt von Todesahnungen erfüllt, hatte Selma ihre Freundin Elise Coing direkt gefragt: »Nicht wahr, liebes Lieschen! sie heiraten meinen Mann, wenn ich todt bin.?« (LG., 460) Damals hatte sie keine Antwort erhalten, sondern war sowohl bei der Betroffenen als auch bei ihrem Mann lediglich auf verständliche Verlegenheit gestoßen. Jedoch heiratet J.-S. Elise Coing (1756-1817) wunschgemäß am 19. November 1790. Der Ehe entstammen vier Kinder: Die 1791 geborene Lubecka stirbt bereits 1793. Der 1795 auf die Welt gekommene Friedrich, lange Zeit das Sorgenkind der Familie, stirbt 1853 in Diensten des russischen Zaren. Die Tochter Amalie (1796-1860) macht sich als Leiterin einer Mannheimer Heimschule um die Frauenbildung verdient, und die jüngste Tochter Christine (1799-1869) veröffentlichte 1860 unter dem Titel »Aus den Papieren einer Tochter J.-S.s« interessante Einzelheiten aus dem Leben der Familie. - In den ersten Jahren seiner Marburger Tätigkeit schreibt J.-S. noch vier wirtschaftswissenschaftliche Lehrbücher: Lehrbuch der Staats-Polizey-Wissenschaft (1788), Lehrbuch der Finanzwissenschaft (1789), Lehrbuch der Kameralwissenschaft oder Kameralpraxis (1790) und System der Staatswirthschaft (1792). Seine Erfahrungen als Augenoperateur faßt er 1791 in der Schrift »Methode den grauen Staar auszuziehen und zu heilen« zusammen. - Große Bedeutung mißt J.-S. seiner Lektüre von Kants Kritik der reinen Vernunft bei, die er auf Anraten des Heidelberger Kirchenrats J.F. Mieg (1744-1819) im Herbst des Jahres 1788 las. Durch die Philosophie von Leibniz und Wolff sei er in die »schwere Gefangenschaft des Determinismus gerathen«, Kant aber habe nun bewiesen, »daß die menschliche Vernunft außer den Gränzen der Sinnenwelt ganz und gar nichts weiß.« (LG., 448ff) J.-S. schließt daraus, daß deshalb der Vernunft im Bereich der Theologie allenfalls eine formal-ordnende Funktion, aber niemals eine inhaltlich normierende Bedeutung zukommen darf. Begeistert teilt er diese seine Schlußfolgerung unter dem Datum des 1.3. 1789 Kant mit und erhält von ihm, obwohl der selbst diese Schlußfolgerung nicht zieht, eine gewisse Bestätigung: »Sie tun auch daran sehr wohl, daß Sie die letzte Befriedigung Ihres nach einem sichern Grund der Lehre und der Hoffnung strebenden Gemüts im Evangelium suchen...« (Vgl. mein oben genanntes Buch 318) J.-S. ist überglücklich, mehr als 20 Jahre will er mit Gebet und Flehen gegen den Riesen des Determinismus vergeblich gekämpft haben und nun auf einmal scheint ihm sein Kampf zu Ende. In beiden Punkten aber übertreibt er, der starke Kampf läßt sich für die fragliche Zeit nicht nachweisen. Im Gegenteil die Argumentation, die er in seinen frühen Schriften gegen Nicolai ins Feld führt, ist genau dieselbe, die er später erst bei Kant kennengelernt haben will: Der Vernunft kommt in religiösen Dingen niemals eine normierende, sondern allenfalls eine formal-ordnende Bedeutung zu. Es mag möglich sein, daß ihm diese Position, die er anfangs gerade an Leibniz und Wolff entwickelt hatte, nicht gut genug begründet war, und er sie mit einer gewissen Unsicherheit vertreten hat. Daß ihn die Leibniz-Wolffsche Philosophie aber gerade in die Determinismuszweifel getrieben habe, ist unzutreffend, es sei denn alle seine frühen Schriften geben seine damalige Meinung nicht richtig wieder. Ebenso unzutreffend ist die Aussage, die Probleme seien mit einem Schlag überwunden gewesen. Noch 1801, also 13 Jahre später, schreibt er an Bergische Freunde: »Ich studierte in Straßburg, hatte aber das Unglück, daß mir der Geist dieser Zeit Pfeile der Versuchung und des Unglaubens in mein Herz schoß, welche Wunden hinterließen, die mich noch immer schmerzen und mir sehr viele Kämpfe verursachen.« (LG., 686) Festzuhalten ist, daß sich dieser Wundschmerz allenfalls in der Heftigkeit zeigt, mit der sich J.-S. besonders in den Frühschriften aber auch in den frühen Romanen seine aufklärerischen Feinde vor die Feder zitiert, um sie allesamt »unwiderleglich« zu besiegen. Auf keinen Fall aber zeigt sich dieser Wundschmerz in der Substanz von J.-S.s Äußerungen. - Ebenso übertreibt J.-S., wenn er dem aus der hallischen Pietismustradition stammenden Pfarrer G.L. Sartorius (+ 1793) die Überwindung seiner Schwierigkeiten mit der Versöhnungslehre zuschreibt. (LG., 455) Zwar zeigen sich in den frühen Schriften oftmals synergistische Aussagen, denen zufolge der sündige Mensch erst einmal den Besserungsprozeß einleiten muß, bevor Gott ihm Gnade und Vergebung schenkt, aber auch nach der Begegnung mit Sartorius argumentiert J.-S. gelegentlich synergistisch (Dies weist Th.Baumann für den 1794-96 geschriebenen Roman »Das Heimweh« nach. In: Zwischen Veränderung und Weltflucht. Zum Wandel der pietistischen Utopie im 17. und 18.Jahrhundert. Lahr-Dillingen 1991, S.55, Anm.177.) Es ist G. Merk zuzustimmen, der diesen Tatbestand auf Einflüsse des damaligen Siegerländer Volks-Calvinismus zurückführt, der damit dem von ihm vertretenen Christentum »einen etwas niedergedrückten, mißvergnügten und daher auch freudlosen Drall« gegeben habe. (Oberbergmeister J.H.Jung. Ein Lebensbild. Kreuztal 1989, S.30) - In der Marburger Zeit nimmt der Ansturm von Augenkranken, die J.-S. konsultieren, ständig zu. Mehrmals wöchentlich, gelegentlich auch am Sonntag, operiert er entweder im lutherischen oder im reformierten Waisenhaus starblinde Patienten. 1790 gründet er eine Unterstützungskasse, in die das Geld fließt, das reiche Patienten für die Operation bezahlen können und aus der der Aufenthalt für diejenigen bezahlt wird, die zu arm sind, um selbst etwas beizusteuern. Zwischen 1788 und 1813 unternimmt J.-S. fünfundzwanzig Reisen, um Augenkranke zu behandeln. (G. Merk J.S., 133) Sie führen ihn von Norddeutschland bis in die Schweiz und vom Elsaß bis in die Lausitz nach Herrnhut. Insgesamt dürfte er zwischen 1.500 und 2.000 Operationen bei einer Erfolgsquote von ca. 85 Prozent durchgeführt haben. - Täglich erreichen ihn mehrere Briefe, die zum Teil seelsorgerlich beantwortet werden müssen. Bis zu 800 Schreiben im Jahr reicht die Zahl. Insgesamt werden es mehr als 20.000 gewesen sein. Das Briefeschreiben bildet folglich einen festen Bestandteil in J.-S.s Tagesablauf. Die Belastung wird so groß, daß die Lebensgeschichte ständig von Magenkrämpfen und Magenschmerzen berichtet. Hinzukommt, daß die im Gefolge der Französischen Revolution entstandene revolutionäre Stimmung auch auf die Universität Marburg übergreift. Hier sieht er die aufklärerischen Kräfte am Werk, die der autonomen menschlichen Vernunft folgen und deswegen den großen Abfall vom wahren Christentum bewirken. Er sieht einen »letzten Kampf zwischen Licht und Finsterniß« (LG., 483) heraufkommen, an dem er selbst sich mit der Waffe seiner Feder beteiligen möchte. In zunehmend umfangreicherem Maße verfaßt er religiöse Schriften, um zu warnen und die wahren Christen zu sammeln. 1793 schreibt er gegen den »Revolutionsgeist unserer Zeit zur Belehrung der bürgerlichen Stände«. Zwischen 1794 und 1796 bringt er seinen umfangreichen Roman »Das Heimweh« heraus, in dem er in allegorischer Verschlüsselung die Reise der heimwehkranken Seele in ihre himmlische Heimat beschreibt. »Szenen aus dem Geisterreich« folgen 1795 und 1801. 1799 veröffentlicht er unter dem Titel »Siegsgeschichte der christlichen Religion« eine Erklärung der Offenbarung des Johannes. 1795 beginnt er unter dem Titel »Der graue Mann« mit einer »Volksschrift«, die er noch bis 1816, kurz bevor er stirbt, weiterführt. - In der Herrnhuter Brüdergemeine, die er im Herbst 1789 anläßlich einer Reise nach Neuwied mit einer ihrer wichtigsten Niederlassungen persönlich kennenlernte und deren Gründungsort er 1803 selbst besuchte, erkennt er »eine wichtige Anstalt zur vorbereitenden Gründung des Reiches Gottes; sie schien ihm ein Seminarium desselben zu sein«. (LG., 515) - 1801 stirbt J.C. Lavater, mit dem er freundschaftlich verbunden war, an einer Schußverletzung, die ihm ein revolutionär gesonnener Gegner beigebracht hatte. J.-S. sieht in ihm einen 'Blutzeugen der Wahrheit'. »Lavaters Tod war gleichsam das Signal zur großen und herrlichen Entwicklung der Schicksale Stillings...« (LG., 532) formuliert er 1803 unter Anspielung auf seinen Wechsel nach Heidelberg, wo er ausschließlich als religiöser Volksschriftsteller und Berater des Kurfürsten tätig sein durfte. Seine Situation als Professor der Kameralwissenschaften wird immer unerfreulicher. Er hat kaum noch Studenten und weil er in seinem »Grauen Mann« stets kritisch über das revolutionäre und auch das napoleonische Frankreich berichtete, wird die gesamte Marburger Professorenschaft einer Zensurbestimmung unterworfen. Kurfürst Wilhelm IX. wünschte gute Beziehungen zu Frankreich, und da paßte eine so kritische Einstellung wie die J.-S.s nicht ins Konzept. Anläßlich der ersten Reise in die Schweiz (27.3-15.5. 1801) erhält J.-S. die notwendigen finanziellen Mittel, um seine Studienschulden zu bezahlen. Er ist somit nicht unbedingt mehr auf die hohen Einkünfte seiner Marburger Professur angewiesen. Anläßlich seiner zweiten Reise (13.9.-16.11. 1802) führt er am 18. Sept. 1802 mit Karl Friedrich von Baden, den er bereits im Jahr zuvor kennengelernt hatte, ein persönliches Gespräch, um zu erkunden, ob sein ältester Sohn Jacob, der Jurist geworden war, in Baden eine Anstellung finden könnte. J.-S.s Wunsch wird erfüllt und mehr als das. Nicht nur sein Sohn, auch er selbst wird am 31. Mai 1803 in badische Dienste berufen, und zwar als Berater des Kurfürsten und religiöser Volksschriftsteller. - J.-S. erkennt darin einen Wink Gottes und zieht im September 1803, als er die Geschäfte des Sommersemesters erledigt hat, nach Heidelberg. Um seine Tätigkeit als Berater Karl Friedrichs besser ausüben zu können, übersiedelt er im Winter 1806 ins großherzögliche Schloß nach Karlsruhe. Frühjahr 1807 mietet er eine Wohnung in der Stadt und holt seine Familie zu sich. Anfangs bezog er nur ein halb so hohes Gehalt wie in Marburg. Daneben erhielt er aber auch Einkünfte in Form von Naturalien. Zwar werden seine Bezüge 1807 erhöht, als J.-S. den Titel eines Geheimen Hofrats in Geistlichen Sachen bekommen hatte, die Geldsorgen, die er 1801 überwunden glaubte, nehmen aber erneut bedrohliche Ausmaße an. 1811 muß er deswegen sogar in eine kleinere, preiswertere Wohnung umziehen. Täglich führt er Unterredungen mit Karl-Friedrich (1728-1811), der besonders seinen Heimweh-Roman sehr schätzt. Ab 1809 leidet der Großherzog zunehmend unter einer cerebralen Sklerose und der Umgang mit ihm wird schwierig. Nach seinem Tod 1811 werden J.-S.s Dienste nicht mehr benötigt. Trotzdem bricht der Kontakt zum badischen Herrscherhaus nicht gänzlich ab. Als Zar Alexander I., der mit einer Enkelin Karl Friedrichs verheiratet ist, im Sommer 1814 den badischen Hof besucht, kommt es auch zu einer persönlichen Begegnung mit J.-S.. Aus Verehrung für ihn zahlt ihm der Zar eine jährliche Pension von 200 Reichstalern und macht ihm ein einmaliges Geschenk von 3648 Reichstalern. (G. Merk J.S., 172) - Während seiner zweiten Heidelberger (1803-1806) und seiner Karlsruher Zeit (1807-1817) verfaßt J.-S. mit dem christlichen Menschenfreund (1803-1807), dem Taschenbuch für die Freunde des Christenthums (1805-1816) und mit dem Werk »Des christlichen Menschenfreunds Biblische Erzählungen« (1808-1816) mehrere Periodica. Darüber hinaus verfaßt er 1808 eine«Theorie der Geisterkunde», in der er die Frage beantworten möchte,«was von Ahnungen, Geschichten und Geistererscheinungen geglaubt und nicht geglaubt werden müsse». Die Beschäftigung mit den Dingen des Jenseits nimmt zunehmend breiteren Raum ein. Verstärkt bricht im Alter auch ein prophetisches Sendungsbewußtsein durch, das seine Aussagen apodiktisch und gegenüber Andersdenkenden intollerant-verdammend werden läßt. So scheidet sich seine nicht kleine Leserschar zunehmend deutlich in unbedingte Anhänger und kategorische Ablehner. Hatte J.-S. den ersten Teil seiner Lebensgeschichte geschrieben, um den schwankenden Glaubensgrund seiner Freunde zu befestigen, sich also an die Gebildeten unter den Verächtern der Religion gewandt, so schrieb er zum Schluß nur noch für seine Anhänger, und das waren in immer stärkerem Maße die Ungebildeten unter den Verfechtern des Christentums. - Am 2. April 1817 stirbt J.-S. an Brustwassersucht, nachdem seine Frau Elise wenige Tage zuvor heimgegangen war. Auf dem Karlsruher Friedhof wird er noch in der Karwoche des Jahres 1817 zu Grabe getragen. - J.-S. war sich bewußt, daß sein persönlicher Glaube an die Führung seines Lebens durch die Vorsehung Gottes, die er nach dem Maßstab des syllogismus practicus zu erkennen versuchte, nicht für jeden Christen gelten konnte. Für ihn selbst aber bildete gerade diese Art des Glaubens den sichersten Halt. Niemals wurde sie ihm zur Notkonstruktion, deren sichernde Hilfe dann in Anspruch genommen werden mußte, wenn die Vernunft nicht mehr in der Lage war, dem Glauben eine rational suffiziente Begründung zu geben. - Angegriffen durch die Aufklärung ging es J.-S. darum, die Rolle der Vernunft im christlichen Glauben zu bestimmen. Von Beginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit an lautete seine Lösung, ihr dürfe allenfalls logisch-ordnende, niemals aber inhaltlich normierende Bedeutung zukommen. Um seinen pietistischen Glauben denkerisch wirksam gegen aufklärerische Angriffe abzusichern, benutzt J.-S. aber auch die Waffen eben dieser Aufklärungsphilosophie. Aber er benutzt sie, um seine pietistische Position zu verteidigen. Es mag sein, daß er dabei Blessuren bekommen hat, oder gelegentlich, weil er ja kein ausgebildeter Theologe war, auch auf Abwege geraten ist. Jedoch kann ihm das Verdienst nicht abgesprochen werden, eine pietistische Grundposition durch die Zeit der Aufklärung hindurchgerettet zu haben. Damit darf er als einer der Gründungsväter des neuen Pietismus, das heißt der Erweckung gelten.
Werke: Eine Zusammenstellung der von Jung-Stilling verfaßten Schriften, Aufsätze und Artikel mit den bibliographischen Angaben der Erstveröffentlichungen findet sich bei Max Geiger: Aufklärung und Erweckung. Beiträge zur Erforschung Johann Heinrich Jung-Stillings und der Erweckungstheologie. Basler Studien zur Historischen und Systematischen Theologie Bd. 1. Zürich 1963, 19-31. Ergänzungen, vor allem für das wirtschaftswissenschaftliche Werk, bei Anneliese und Waldemar Wittmann: Jung-Stilling, der »cameralische« Okkultist. In: Medizingeschichte in unserer Zeit. Festgabe für Edith Heischkel-Artelt und Walter Artelt. Stuttgart 1971, 334-340. Eine Gesamtausgabe: seiner Werke, die allerdings die wirtschaftswissenschaftlichen Arbeiten nicht berücksichtigt, erschien unter dem Titel: Johann Heinrich Jung's genannt Stilling...sämmtliche Schriften. Zum erstenmale vollständig gesammelt und herausgegeben von Verwandten, Freunden und Verehrern des Verewigten. Stuttgart 1835-1838. Neudruck: Hildesheim, New York 1979. Werkausgaben, die nach der Zusammenstellung Geigers (1963) erschienen sind: - a) Lebensgeschichte J.H. Jung-Stilling: Heinrich Stillings Jugend, Jünglingsjahre und Wanderschaft und häusliches Leben. Reclams Universalbibliothek Nr.662-666. Stuttgart 1968; Ders., Lebensgeschichte. Vollständiger Text nach den Erstdrucken (1777-1817). Mit einem Nachwort von Wolfgang Pfeifer-Belli. Winkler - Die Fundgrube Bd.37, München 1968; Ders., Lebensgeschichte. Hg. v. Karl Otto Conradi. 1969. Rowolt Nr.516/517; Ders., Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, mit Anmerkungen hg. v. Gustav Adolf Benrath. Darmstadt 1976; Ders., Henrich Stillings Jugend, Jünglingsjahre und Wanderschaft. Herausgegeben, erläutert und mit einem Nachwort versehen von Gabriele Drews. München 1982. - b) Weitere nach 1963 separat erschiene Ausgaben oder Teilausgaben: J.H. Jung-Stilling: Briefe an die St. Gallerin Helene Schlatter-Bernet. (Privatdruck). Hermann Müller (Hg.):...Wenn die Seele geadelt ist. Aus dem Briefwechsel Jung-Stillings. Gießen und Basel 1967; J.H. Jung-Stilling: Briefe an Verwandte, Freunde und Fremde aus den Jahren 1787-1816. Hg. v. Hans W. Panthel. Hildesheim 1978; Ernst Stähelin: Die Christentumsgesellschaft in der Zeit von der Erweckung bis zur Gegenwart. Bd. I, Basel 1970; Bd. II Basel 1974 (= ThZ S II und IV) - Gerhard Merk, Hg.: Jung-Stilling-Lexikon Wirtschaft. Berlin 1987; Ders., Hg.: Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal 1988; Ders., Hg.: J.H.Jung-Stilling, Wirtschaftslehre und Landeswohlstand. Sechs akademische Festreden. Berlin 1988; Ders., Hg.: J.H. Jung-Stilling, Sachgerechtes Wirtschaften. Schriften der J.G. Herder-Bibliothek Siegerland e.V. Bd. 20, Berlin 1988; Ders., Hg.: J.H.Jung-Stilling, Gesellschaft, Leben und Beruf. Geschichten aus dem »Volkslehrer«. Berlin 1990; Ders., Hg.: J.H. Jung-Stilling, Gesellschaftliche Mißstände. Eine Blütenlese aus dem »Volkslehrer«. Berlin 1990; Gustav Adolf Benrath,Hg.: J.H. Jung-Stilling, Tägliche Bibelübungen. Gießen-Basel 1989; Ulrich Ummen, Hg.: J.H.Jung-Stilling, Unter den Sternen des Morgenlandes. Orientalische Erzählungen. Marburg 1990. Gerhard Schwinge, Hg.: J.H. Jung-Stilling, Herr, zeig mir stets die rechte Spur. Geistliche Erzählungen und Gedichte. Lahr-Dillingen 1990.
Lit.: Die bis 1963 erschienene Sekundärliteratur ist verzeichnet bei Geiger a.a.O., 38-46. Danach erschien folgende Literatur: - 1. Monographien über Jung-Stilling: Max Geiger: J.H. Jung-Stilling. Christlicher Glaube zwischen Orthodoxie und moderne. Historisch-theologische Meditation anläßlich des 150. Todestages. Th St (B) 97, 1968; - Albrecht Willert: Religiöse Existenz und literarische Produktion. Jung-Stillings Autobiographie und seine frühen Romane. Europäische Hochschulschriften, R 1, Bd. 471. Frankfurt (Main), Bern 1982; - Friedrich Mehlhose: Der gottesfürchtige Jung-Stilling. Ein Pionier der Star-Extraktion. Düsseldorfer Arbeiten zur Geschichte der Medizin, Beihefte VII. Düsseldorf 1983; - Tatjana Högy, geb. Lanko: Jung-Stilling und Rußland. Untersuchungen über Jung-Stillings Verhältnis zu Rußland und zum Osten in der Regierungszeit Kaiser Alexander I. Schriften der J.G. Herder-Bibliothek Siegerland e.V. Bd. 12. Siegen 1984; - Anne Marie Stenner-Pagenstecher: Das Wunderbare bei Jung-Stilling. Ein Beitrag zur Vorgeschichte der Romantik. Germanistische Studien und Texte Bd. 24. Hildesheim, Zürich, New York 1985; - Rainer Vinke: Jung-Stilling und die Aufklärung. Die polemischen Schriften J.H.Jung-Stillings gegen Friedrich Nicolai (1775/76). VIEG Bd. 129. Stuttgart 1987; - Otto Wilhelm Hahn: Jung-Stilling zwischen Pietismus und Aufklärung. Sein Leben und sein literarisches Werk 1778-1787. Europäische Hochschulschriften R XXIII, Bd. 344. Frankfurt (Main), Bern, New York, Paris 1988; - Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens. Kreuztal 1989; - Wolfgang Lück: J.H. Jung-Stilling 12. Sept.1740 - 2. April 1817. Wirtschaftswissenschaftler, Arzt und Schriftsteller. Lebensbilder und Werk des Siegerländer Gelehrten und Marburger Universitätsprofessors. Marburg 1990; - Reinhard Arhelger: Jung-Stilling - Genese seines Selbstbildes. Europäische Hochschulschriften, R 1, Bd. 1187. Frankfurt (Main), Bern, New York, Paris 1990; - Otto Wilhelm Hahn: Johann Heinrich Jung-Stilling. Wuppertal - Zürich 1990. - 2. Monographien und Überblickswerke, die Jung-Stilling behandeln: Peter Meinhold: Geschichte der kirchlichen Historiographie. Orbis Academicus,5, Bd. II. Freiburg, München 1967; - Ingo Bertolini: Studien zur Autobiographie des deutschen Pietismus. Diss. Wien 1968; - Georg Misch: Geschichte der Autobiographie. Vierter Bd., zweite Hälfte. Von der Renaissance bis zu den autobiographischen Hauptwerken des 18. und 19. Jahrhunderts. Bearbeiter Bernd Neumann, Frankfurt 1969. Bernd Neumann: Identität und Rollenzwang. Zur Theorie der Autobiographie. Athenäum Paperback Germanistik 3. Frankfurt 1970; - Ralph-Rainer Wuthenow: Das erinnerte Ich. Europäische Autobiographie und Selbstdarstellung im 18. Jahrhundert. München 1974; - Günter Niggl: Geschichte der deutschen Autobiographie im 18. Jahrhundert. Theoretische Grundlegung und literarische Entfaltung. Stuttgart 1977; - Ulrich Stadler: Die theuren Dinge. Studien zu Bunyan, Jung-Stilling und Novalis. Bern 1980; - Thomas Baumann: Zwischen Veränderung und Weltflucht. Zum Wandel der pietistischen Utopie im 17. und 18. Jahrhundert. Lahr-Dillingen 1991. - 3. Aufsätze und Artikel: Winfried Willer: Die Bibliothek der Churpfälzischen Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft 1770-1804. In: Bibliothek und Wissenschaft 1967, 240-301; - Lothar Przybylski: Jung-Stilling in Elberfeld von 1772-1778. Monatshefte für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 19 (1970) 162-171; - Klaus Pfeifer: Jung-Stilling und Christoph Wilhelm Hufeland. In: Siegerland 47 (1970) 69-72; - Wolfgang Leiser: Jung-Stilling und Karl Friedrich von Baden. In: Alemannisches Jahrbuch 1970, 273-279; - Erich Hüttenhein: Zur Geheimschrift Jung-Stillings. In: Siegerland 48 (1971) 37-42; - Annneliese und Waldemar Wittmann: Jung-Stilling, der »cameralische« Okkultist. In: Medizingeschichte in unserer Zeit. Festgabe für Edith Heischkel-Artelt und Walter Artelt. Stuttgart 1971, 300-340; - Gustav Adolf Benrath: Karl Friedrich von Baden und Johann Heinrich Jung-Stilling. In: Ekkart, Jahrbuch für das Badener Land 1972, 73-82; - Ders.: Die Freundschaft zwischen Jung-Stilling und Lavater. In: Bleibendes im Wandel der Kirchengeschichte. Kirchenhistorische Studien. Hg.v. Bernd Moeller und Gerhard Ruhbach. Tübingen 1973, 251-305; - Ders.: Jung-Stillings Tagebuch von 1803. In: Der Pietismus in Gestalten und Wirkungen. Martin Schmidt zum 65. Geburtstag. Hg. v. Heinrich Bornkamm, Friedrich Heyer, Alfred Schindler. AGP 14, 1975, 50-83; - Ders.: J.H. Jung-Stilling. In: Karl Corino, Hg., Genie und Geld. Vom Auskommen deutscher Schriftsteller. Nördlingen 1987, 129-139; - Ders.: Art., J.H. Jung-Stilling. In: TRE, Bd. 17, 1988, 467-470; - Ders.: Jung-Stillings Notizbuch aus den Jahren 1778-1813. In: Monatshefte für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 39 (1990) 85-113; - Ders.: Jung-Stilling in Kaiserslautern 1778-1784. In: Pfälzische Heimat, 42 (1991) 63-73; - Hans W. Panthel: Jung-Stillings Weltendzeit und Zar Alexander I. von Rußland. In Germano-Slavia 1973, 61-65; - Ders.: Zu Jung-Stillings Darstellung des Siegerländers. Ein brieflicher Nachtrag. In: Siegerland 51 (1974) H. 1-2; - Alfred Lück: Jung-Stilling als Arzt. In: Siegerland 50 (1973) 23-27; - Karl Koch: Jung-Stilling und Goethe in Straßburg. In: Siegerland 51 (1974) 164-169; - Hans-Gerhard Winkler und Markwart Michler: Art., Jung, J.H. genannt Stilling. In: NDB 10, 1974, 665-667; - Dieter Gutzen: J.H. Jung-Stilling. In: Deutsche Dichter des 18. Jahrhunderts. Hg. v. Benno von Wiese. Berlin 1977, 446-461; - Alfred Lück: Jung-Stilling in Amerika. In: Siegerland 54 (1977) 192; - Claus Palm: Jung-Stilling in Bingen. In: Siegerland 54 (1977) 192-194; - Victor G. Doerksen: From Jung-Stilling to Rudy Wiebe: »Christian Fiction« and the Mennonite Imagination. In: Mennonite Images. Historical, Cultural, and Literary Essays Dealing with Mennonite Issues, Edited by Harry Loewen. Winnipeg 1980, 197-208; - Arden Ernst Jung: Die »russischen« Nachfahren Jung-Stillings. Der letzte Namensträger. In: Siegerland 58 (1981) 167-175; - Ders., Geheimschrift beseitigte letzte Zweifel. Jung-Stilling Relief von Johann Heinrich von Dannecker. In: Siegerland 69 (1983) 91; - Wingolf Scherer: Heinrich Jung-Stillings »Berufung« zum Studium der Medizin. Begegnung mit Johann Baptist Molitor. In: Siegerland 58 (1981) 163-166; - Rainer Vinke: Jung-Stilling-Forschung seit 1963. ThR 48 (1983) 156-186 und 254-272; - Ders., Jung-Stilling bei Flender (1763- 1770). Ein Abschnitt auf dem Weg zu seiner »Bestimmung«. In ThZ 41 (1985) 359-390; - Ders., J.H. Jung-Stillings Reaktion auf die Französische Revolution. In: Deutschland und Europa in der Neuzeit. Festschrift für Karl Otmar Frhr. von Aretin zum 65. Geburtstag. Hg. v. Ralf Melville u.a. Stuttgart 1988, 469-487; - Ders., Das Verhältnis Jung-Stillings und der Erweckung zur Revolution. In: Monatshefte für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 39 (1990) 59-83; - Arden Peter Jung: Die »russischen« Nachfahren Jung-Stillings 2. Teil. In: Siegerland 61 (1984) 80-88; - Franz Della Casa: Burgdorf und seine »Stars«. In: Klin. Monatsbl. für Augenheilkunde. 186 (1985) 239-244; - Ders., Burgdorf und seine »Stars«. In: Burgdorfer Jahrbuch 53 (1987) 115-129; - Johannes Harder: Jung-Stilling, Rußland und die endzeitlichen Erwartungen bei rußlanddeutschen Kolonisten im 19. Jahrhundert. In: Jung-Stilling Studien. Schriften der J.G. Herder-Bibliothek Siegerland e.V. Bd. 15, 9-25. Siegen 19872; - Erich Mertens: Max von Schenkendorf und J.H. Jung-Stilling. In: Jung-Stilling Studien. Schriften der J.G. Herder-Bibliothek Siegerland e.V. Bd. 15, 27-l14. Siegen 1987; - Gerhard Schwinge: Jung-Stilling am Hofe Karl Friedrichs in Karlsruhe: Zu seinem 170. Todestag. In: ZGO 135 (1987) 183-205; - Ders., Heimweh nach dem Reich des Herrn. In: Aufbruch. Evangelische Kirchenzeitung für Baden 23 (1987) Nr. 14, 14-15; - Ders., Jung-Stilling und seine Beziehung zur Basler Christentumsgesellschaft. In: ThZ 44 (1988) 32-53; - Ders., Jung-Stilling - zwar keine Badener von Geburt, doch zum Karlsruher geworden. Zu einer Ausstellung der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe aus Anlaß seines 250. Geburtstages. In Badische Heimat (1990) 627-638; - Thomas Baumann: Jung-Stilling und die Französische Revolution. In: PuN 16 (1990) 132-154; - Gerhard Berneaud- Kötz: In memoriam: J.H.Jung-Stilling - Seine Bedeutung für die zeitgenössische Augenheilkunde-. In: Sitzungsbericht, 152. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte am 5. u. 6.Mai 1990 in Lüdenscheid. Balve 1990, 27-32; - Peter Jung: Jung-Stillings zweite Gattin: Selma von Saint George und ihre Familie. In: Siegerland 67 (1990) 71-76; - Gerhard Merk: J.H. Jung-Stilling als Landwirt. In: Land, Agrarwirtschaft und Gesellschaft. Zeitschrift für Land- und Agrarsoziologie 7 (1990) 239-259; - Heinrich Nolting: Dr. med. J.H. Jung-Stilling. Ein Professor für »Viearzneykunde« des 18. Jahrhunderts. Vortrag gehalten am 8. September 1990 auf dem 24. Kongreß für Veterinärmedizin in Karlruhe; - Klaus Pfeifer: Beiträge zu einer Jung-Stilling-Bibliographie. In: Das 18. Jahrhundert. Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts. 14 (1990) 122-130; - Michael Titzmann: Art., Jung-Stilling. In: Literatur Lexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache, Bd. 6, hg. v. Walter Killy. Gütersloh-München 1990, 160-162; - Jung-Stilling: Arzt - Kameralist - Schriftsteller zwischen Aufklärung und Erweckung; eine Ausstellung der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Stadt Siegen, Siegerlandmuseum und in Verbindung mit dem Generallandesarchiv Karlsruhe; Ausstellungskatalog, hg. v. der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe 1990. Darin: Gerhard Berneaud-Kötz, Jung-Stilling als Augenoperateur, 24-39; - Reinhard Siegert, »Der Rettungsengel: Hofrath Dr.Jung.« Eine Staroperation Jung-Stillings, beschrieben aus der Sicht des Patienten, 40-47; - Rainer Vinke, Jung-Stillings Auseinandersetzung mit der Aufklärung, 48-70; - Wolfgang Lück, Jung-Stilling als Wirtschaftswissenschaftler, 71-80; - Walter Lauterwasser, Jung-Stilling als Erzähler, 81-111; - Gerhard Schwinge, Prophet und Weltkind - Jung-Stilling und Goethe, 112-142; - Hans Schwarzmeier, Jung-Stilling und der Karlsruher Hof, 143-165; - Otto Wilhelm Hahn, Jung-Stillings Weg zur Erweckung, 165-182; - Michael Frost, Hg.: Blicke auf Jung-Stilling. Festschrift zum 60. Geburtstag von Gerhard Merk. Kreuztal 1990. Darin: Gustav Adolf Benrath, Jung-Stillings Leben, Denken, Wirken. Ein Überblick, 9-18; - Gerhard Bernaud-Kötz, Jung-Stilling als Arztpersönlichkeit. Laienmediziner, Arzt, Augenarzt und Staroperateur, 19-39; - Michael Frost, Jung-Stilling und sein Patenonkel J.H. Jung, 41-49; - Klaus Pfeifer, J.H.Jung-Stilling und sein Verleger George Jacob Decker, 50-61; - Gerhard Schwinge, ...wie aus einer anderen Welt...« Jung-Stilling und Johann Peter Hebel, 63-78; - Rainer Vinke, J.H. Jung-Stilling und Immanuuel Kant, 79-94; - Gustav Adolf Benrath, Jung-Stillings Frömmigkeit 95-113; - Otto Wilhelm Hahn, Jung-Stillings »Heimweh«, 115-134; - Erich Mertens Jung-Stilling in der Dichtung Max von Schenkendorfs, 135-159; - Demnächst, Rainer Vinke: Jung-Stilling-Forschung von 1983-1990. In: PuN 17 (1991)
Rainer Vinke
Nachträge
Werkeergänzung:
2007
Der Graue Mann. Nach d. Erstdr. hrsg. u. komm. von Erich Mertens u. Martin Völkel. 4 Bde. Nordhausen 2007; -
2009
Der Graue Mann. Eine Volksschrift. Nach d. Erstdr. hrsg. u. komm. von Erich Mertens und Martin Völkel. Register. Nordhausen 2009.
Webseitenergänzung:
Der Graue Mann eine Volksschrift, von Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling, bearbeitet von Erich Mertens und Martin Völkel (http://www.jung-stilling-forschung.de); - Martin Völkel: "Die Lebensgeschichte Jesu Christi. Jung-Stilling als Erzähler und Ausleger". Veröffentlicht unter: http://www.jung-stilling-forschung.de/ (30.4.2005); - Martin Völkel, Bemerkungen zu den Briefen Johann Heinrich Jung-Stillings und Johann Anton Sulzers über Katholicimus und Protestantismus. Eine theologiegeschichtliche Momentaufnahme. Veröffentlicht unter: http://www.jung-stilling-forschung.de; - Martin Völkel, Zur Entstehung des "Grauen Mannes" und zu Jung-Stillings Frömmigkeit. In: http://www.jung-stilling-fortschung.de.
Literaturergänzung:
1992
Mertens, Erich: Jung-Stilling und der Kreis um Frau Krüdener. In: Zwischen Straßburg und St. Petersburg (Hg. Peter Wörster), Siegen, 1992, S. 41-96; -
2006
Jacques Fabry, Kosmologie u. Pneumatologie bei J,-S. Siegen 2006; -
2008
Martin Völkel, Jung-Stilling: Ein Heimweh muß doch eine Heimat haben. Annäherungen an Leben und Werk 1740 - 1817. Nordhausen, 2008; - Nicole Vogel, Licht in Marburgs Gassen, Aus dem Leben von Jung-Stilling, Historischer Roman, 2008; -
2009
Gerhard Schwinge, Hebels "Biblische Geschichten" von 1824 im Vergleich mit ebenfalls in Baden verbreiteten oder entstandenen Bibelbearbeitungen für Kinder von Hübner (1799/1811/1817), Schmid (1810/1813), Galura (1806) u. Ewald (1814-1817) sowie Grimm (1817) und Jung-Stilling (1806-1816), in: JbKRG 3.2009, S. 223-246.
Letzte Änderung: 07.02.2010