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Verlag Traugott Bautz
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JAESCHE, Gottlob [fälschlich auch: Gottlieb] Benjamin, Philosoph und evangelischer Theologe; * 3. [nach russ. Kalender 15.] Juli 1762 in Groß-Wartenberg (Regierungsbezirk Breslau / Schlesien), † 25. August [6. September] 1842 in Dorpat. - Bis zu seinem 15. Lebensjahr wurde J. von seinem Vater, einem Pfarrer, der zugleich das Amt des Rektors der örtlichen Bürgerschule ausübte, unterrichtet. Ein besonderes Gewicht legte J.s Vater in den Jahren des häuslichen Unterrichtes auf die gründliche Erlernung des Hebräischen. Schon als Zehnjähriger soll J., zur nicht geringen Freude der einheimischen jüdischen Gemeinde, imstande gewesen sein, leichte Stücke aus der Hebräischen Bibel zu übersetzen. Gleichfalls dem um seinen vielversprechenden Sohn intensiv bemühten Vater hatte J. es zu verdanken, daß er schon früh über eine kunstmäßige Fertigkeit im Orgel- und Klavierspiel verfügte. Musik und überhaupt die Kunst in ihren verschiedenen Formen blieben dauernd bedeutsame Bestandteile im Leben J.s. Vom Sommer 1777 bis zum Frühjahr 1783 besuchte er das Gymnasium Elisabethanum zu Breslau. Rektor der Schule und Lehrer von J. war der berühmte schlesische Philologe und Gesprächspartner Friedrichs II. und Lessings Johann Caspar Arletius (1707-1784). Texte Lessings gehörten bereits in den Jahren von J.s Schulbesuch zu dem ansonsten noch weithin philologisch-grammatisch angelegten, in den nicht-sprachlichen Fächern stark theologisierten Lehrstoff. Auf eigene Initiative hin beschäftigte J. sich mit der großen lateinischen Logik Christian Wolffs (Christian Wolff: Philosophia rationalis sive logica. Pars 1-3, Frankfurt / Leipzig 1740). Spätere Biographen datierten von diesem Bildungserlebnis her J.s zeitweise intensive Konzentration auf die Wissenschaft der Logik. Von 1783 bis 1785 studierte J. an der Friedrichs-Universität zu Halle evangelische Theologie und Philosophie, unter anderem bei Johann August Nösselt (1734-1807), Karl Friedrich Bahrdt (1741-1792) und Johann August Eberhard (1739-1809). Die Hochschule stand zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihrer Blüte im späten achtzehnten Jahrhundert. Zunächst konzentrierte J. sich auf die bei Nösselt besuchten theologischen Lehrveranstaltungen, denn der Berufswunsch galt dem Pfarramt. Mit wachsender Teilnahme hörte J. aber auch eine Einführung in die Leibniz-Wolffische Philosophie durch Eberhard sowie eine wenig später im Druck erschienene philosophiegeschichtliche Vorlesung (Johann August Eberhard: Allgemeine Geschichte der Philosophie zum Gebrauch academischer Vorlesungen, Halle 1788). Prägend für J.s eigene Denkweise waren zahlreiche Disputierübungen unter Eberhards Leitung, an denen sich auch Johann Gebhard Ehrenreich Maass (1766-1823), ein Studienfreund von J., beteiligte. Neben den erforderlichen Vorlesungen hörte J. ein publice gehaltenes Reisecollegium bei Johann Reinhold Forster (1729-1798). - Nach Ablegung des ersten theologischen Examens im Herbst 1785 war J. zunächst Hauslehrer. Als solcher hatte er lediglich zwei Kinder im frühesten Schulalter privat zu unterweisen. Diese wenig zeitaufwendige Beschäftigung gab ihm die erwünschte Gelegenheit, sich nunmehr auch intensiv mit Immanuel Kants philosophischer Konzeption auseinanderzusetzen. Im Zuge des Studiums der Kantschen Schriften trat immer stärker die Universitätslaufbahn, und zwar in der philosophischen Disziplin, als der für J.s Interessen und Begabungen passendste berufliche Weg hervor. Der Vater willigte in eine solche Laufbahn ein, da er schon bald nach J.s Rückkehr und ersten Predigtversuchen meinte feststellen zu müssen, daß dem Sohn die für einen Landprediger unerläßliche Popularität im Vortrag fehle. Zudem galt J. dem Vater jetzt als so sehr bestimmt von der in Halle durch die führenden Theologen vertretenen liberalen, auf historische Kenntnis sich stützenden modernen Theologie, daß er selbst von einer Pfarrtätigkeit in der noch weithin lutherisch-orthodox orientierten schlesischen Kirche abriet. Immerhin legte J., um überhaupt die Predigterlaubnis zu erhalten, noch vor Ablauf des Jahres 1785 das Examen pro venia concionandi vor dem Oberkonsistorium in Breslau mit glänzendem Erfolg ab. - J. konnte sich nun ungehindert eigenen philosophischen Arbeiten widmen. Als erstes Ergebnis seiner Kant-Studien veröffentlichte er 1789 im 'Berliner Journal für Aufklärung' den »Versuch einer Untersuchung der Frage: Kann reiner Naturalismus Volksreligion werden?« (Berliner Journal für Aufklärung 1789 (201-240) und Band 3 (27-60)). Schon ein Jahr später erschien, wiederum anonym, die Schrift: »Ueber reinen Naturalismus, und positive, insonderheit christliche Religion und deren Verhältniß zur Volksaufklärung« (Berlin 1790). Zwar wies J. hier aus theologischer Sicht die Berechtigung der Aufklärungskritik an einem positivistischen Verständnis des christlichen Offenbarungsglaubens nach. Dennoch votierte er selbst aus Gründen einer vermeintlich größeren sittlichen Effizienz für die traditionsgestützte, kirchlich vermittelte Offenbarungsfrömmigkeit. Mit dieser Entscheidung sah er sich im Einklang mit den Grundsätzen und Postulaten der praktischen Vernunft, wie Kant sie zwei Jahre zuvor in seiner »Kritik der praktischen Vernunft« formuliert hatte. Der Sache nach markiert der Text noch ein Frühstadium im Denken J.s, das er schon bald, und zwar stark gefördert durch weitere Kant-Studien, überwinden sollte. - Beide Schriften brachten J. in den führenden Kreisen der schlesischen Geistlichkeit in den Ruf der Heterodoxie. Dieses für J. wenig überraschende Urteil, das noch durch ähnliche Äußerungen aus der konservativen Kirchenleitung gestützt wurde, gab endgültig den Ausschlag für den zukünftigen Weg. Im Herbst 1791 trat J. eine Reise über Warschau nach Königsberg an, wo er sich dem Schülerkreis Kants anschloß. Allerdings scheint J. während dieses ersten, knapp ein halbes Jahr dauernden Aufenthaltes in Königsberg noch keine engeren persönlichen Kontakte geknüpft zu haben. Er wohnte im Collegium Fridericianum und hörte mit äußerster Konzentration Kants Vorlesungen über Metaphysik und Anthropologie. Da der Plan einer Habilitation an der Philosophischen Fakultät sich noch nicht verwirklichen ließ, ging J., hierin auch durch Kant selbst ermutigt, zunächst erneut auf das Angebot einer Hauslehrerstelle ein. Im April 1792 reiste er nach Kurland, wo er unweit von Libau in ein adeliges Haus als Lehrer dreier Kinder eintrat. Hier blieb er bis 1795. Nunmehr ganz von dem philosophischen Entwurf Kants durchdrungen, schrieb J. während seines Kurländischen Aufenthaltes zunächst für Niethammers 'Philosophisches Journal' eine Abhandlung unter dem Titel: »Idee zu einer neuen systematischen Encyklopädie aller Wissenschaften« (Philosophisches Journal einer Gesellschaft Teutscher Gelehrten. Herausgegeben von Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Immanuel Niethammer 1 (1795). Heft 4, 327-372). 1796 erschien der gemeinsam mit Friedrich Gustav Maczewski, einem örtlichen Superintendenten und häufigen Gesprächspartner J.s, verfaßte populäre »Versuch eines faßlichen Grundrisses der Rechts- und Pflichten-Lehre« (Königsberg 1796). Im Jahr zuvor hatte J. in Halle mit einer Dissertation unter dem Titel: »De Parmenide Pantheista eiusque in philosophiam meritis« (Diss. phil. Halle 1795) promoviert. Unterstützt wurde er im Promotionsverfahren von seinem früheren Studienfreund Maass, der zwischenzeitlich Professor der Philosophie an der Universität Halle geworden war. Zu Jahresbeginn 1799 kehrte J. nach Königsberg zurück, um sich mit einer Untersuchung »Arctissimo omnium disciplinarum inter se nexu, philosophiae criticae principiis firmissime fundato. Disputatio philosophia« (Königsberg 1799) zu habilitieren. Die Habilitation erfolgte aufgrund günstiger Voten Kants, Christian Jakob Kraus' (1753-1807) und des Hofpredigers und Professors der Mathematik Johann Schulze [auch: Schultz] (1739-1805). Unmittelbar anschließend nahm er seine Lehrtätigkeit auf, indem er zunächst Vorlesungen über Kants Schriften, namentlich die »Kritik der reinen Vernunft«, vortrug. J. lehrte bis zum Sommersemester 1800 an der Königsberger Philosophischen Fakultät; der Aufenthalt in der ostpreußischen Hauptstadt selbst erstreckte sich bis in das Jahr 1802. Erst in diesen Jahren trat er in freundschaftlichen Umgang zu einigen nahen Schülern Kants wie Kraus, Schulze, Friedrich Theodor Rink (1770-1821) und Theodor Anton Heinrich Schmalz (1760-1831). Auch zu Kant selbst fand er nun persönlichen Zugang. Um 1800 gehörte J. zu jenem Kreis vertrauter Personen, die mehrmals wöchentlich zur Tischgemeinschaft geladen wurden. J. beteiligte sich auch an der Polemik der Kant-Gruppe gegen eine vermeintlich von Herder und Hamann betriebene »metakritische Invasion« (Über die drey Grundvesten des modernsten Empirismus einer phantasirenden Vernunft, Raum, Zeit und Kraft, in: Friedrich Theodor Rink / Gottlob Benjamin Jäsche (Hgg.): Mancherley zur Geschichte der metakritischen Invasion, Königsberg 1800). Im selben Jahr gab er in Kants Auftrag dessen Vorlesungen über Logik heraus (Immanuel Kants Logik ein Handbuch zu Vorlesungen, Königsberg, bey Friedrich Nicolovius. 1800). Als Vorlage für diese Edition diente ein Exemplar des von Georg Friedrich Meier (1718-1777) herausgegebenen »Auszuges aus der Vernunftlehre« (Halle 1752), das Kant selbst seit 1765 in seinen Vorlesungen benutzt und mit sehr zahlreichen handschriftlichen Bemerkungen und Ergänzungen versehen hatte. Zu dieser Hauptquelle nahm J. noch mindestens eine studentische Nachschrift aus dem Jahr 1782 hinzu. Im Ergebnis dürfte J.s Präsentation tatsächlich dem Kantischen Gedankengang nahestehen, doch scheint sie in Ausführung, Darstellung und Anordnung nicht immer an der ursprünglichen Vortragsform orientiert zu sein (vgl. zum neuesten Forschungsstand Werner Stark: Neue Kant-Logiken. Zu gedruckten und ungedruckten Kollegheften nach Kants Vorlesung über Logik, in: Kant-Forschungen 1 (1987), 123-164; die Edition der Kantschen Logik von J. wurde 1923 als Band IX innerhalb der Akademie-Ausgabe noch einmal nachgedruckt). Solcher Differenzen ungeachtet hat J. sich erhebliche Verdienste darum erworben, daß die Vorlesungsnotizen Kants zur Logik und zur Metaphysik wie auch eine größere Sammlung von Briefen Kants in den Besitz der Universitätsbibliothek Dorpat gelangten. Erst durch diesen Umstand konnten sie später für die Editionsarbeiten der Akademie-Ausgabe zur Verfügung stehen. Eine gleichfalls in der Herausgeberschaft von J. liegende Edition der Kantschen Metaphysik, die bereits für 1802 im Verlag von Göbbels und Unzer in Königsberg angekündigt worden war, kam nicht zustande (vgl. hierzu Karl Morgenstern: Litterarische Berichtigungen, in: Dörptische Beyträge 3, 2 (1821), 485: »In Krug's Encyclopädisch-scientif. Literatur, II. Heft, S. 43, ist angeführt: I. Kant's Metaphysik, nach des Verf. Handschrift zum Handgebrauche für Vorlesungen bearbeitet und herausg. von G. B. Jäsche. Königsb. 1802. 8. Dieser Titel hat zwar zu seiner Zeit im Leipziger Meßkatalog gestanden, das Buch aber ist nie erschienen, weil bei näherer Ansicht des Manuskripts sich fand, daß das Wesentliche bereits in den kritischen Werken Kant's enthalten war. Das von Kant's Handschrift Vorhandene bestand übrigens nur in erläuternden und kritischen Anmerkungen zu Baumgarten's Metaphysik.«). - Zum Wintersemester 1800/01 gab J. seine Lehrtätigkeit in Königsberg auf, da ihn ein Ruf an die neu zu errichtende deutschsprachige Universität Dorpat auf eine ordentliche Professur für Theoretische und Praktische Philosophie erreicht hatte. Allerdings kam es während der Regentschaft des russischen Kaisers Paul I. nicht mehr zu der angekündigten Universitätseröffnung, so daß die Berufung förmlich revoziert werden mußte. J. widmete sich nun ohne äußere Bindung weiteren philosophischen Studien. Zeitweise verfolgte er den Plan, gemeinsam mit Rink nach Danzig zu gehen, um dort nach einer Anstellung im höheren Schuldienst nachzusuchen. Nachdem jedoch der Zar, der sich kurz zuvor gegen den Widerstand seiner führenden Militärs mit Napoleon verbündet hatte, in der Nacht vom 11. [23.] zum 12. März 1801 einem Mordanschlag erlegen war, wendete sich die Situation für J. grundlegend. Pauls Nachfolger, Kaiser Alexander I., nahm sich der Universitätsgründung in Dorpat persönlich an, und im März 1802 wurde der Ruf an J. offiziell erneuert. Im April 1802 traf J. in Dorpat ein. Die Eröffnungsfeierlichkeiten der Universität wurden von ihm in einer kleinen, im Ton zurückhaltend bleibenden Schrift geschildert (Geschichte und Beschreibung der Feyerlichkeiten bey Gelegenheit der am 21. und 22. April 1802 geschehenen Eröffnung der neu angelegten Kayserlichen Universität zu Dorpat in Liefland. Mit Genehmigung der akademischen Censur, Dorpat 1803). - Wenige Tage vor seiner Abreise nach Dorpat schloß J. die erste von drei Ehen. Er heiratete die Engländerin Sally Stracker aus Newcastle upon Tyne, die jedoch schon 1808 verstarb. Gemeinsam mit seiner Frau unternahm J. 1806 die weiteste seiner wenigen Reisen, indem er deren englische Verwandtschaft besuchte, den Rückweg über Schweden nehmend. Die zweite Ehe ging J. 1809 mit einer Tochter des Dorpater Professors für Provinzialrecht Johann Ludwig Müthel (1764-1812) ein. Schließlich heiratete er die Tochter eines Livländischen Pfarrers, Annette Sahmen, die nach vieljährigem schwerem Leiden 1839 starb. Von den Kindern J.s wurden unter anderem zwei Söhne Mediziner, ein weiterer Sohn russischer Staatsrat. - Mit der Universität Dorpat hatte J. seinen akademischen Wirkungsort gefunden. Während seiner Dorpater Lehrtätigkeit übte er das Amt des Dekans der Philosophischen Fakultät siebenmal aus. Aber auch der Stadt und der Region fühlte er sich verbunden. So setzte er sich für den Ausbau des Schulwesens in den drei baltischen Provinzen ein. 1804 wurde J. zum Mitglied der Dorpater Schulkommission und des Vorstandes des städtischen Allgemeinen Lehrerinstitutes ernannt, wodurch er die Gelegenheit erhielt, an den in diesen Jahren vorgenommenen grundlegenden Planungen für das Schulwesen mitzuwirken. In seiner Eigenschaft als Kommissionsmitglied unternahm er eine Reihe von Schulvisitationsreisen in die Ostsee-Provinzen. Nach Gründung des Pädagogisch-Philologischen Seminariums in Dorpat, das sich in erster Linie der Ausbildung von zukünftigen Gymnasiallehrern widmete, trat J. auch hier in das Direktorium ein. In Anerkennung vor allem dieser Tätigkeit wurde er 1812 zum Kollegienrat, 1822 zum Staatsrat ernannt und mehrfach mit weiteren Auszeichnungen geehrt. An der Universität lehrte J. bis in das Jahr 1839, nachdem er offiziell bereits 1833 emeritiert worden war. 1827 wurde er zum Ritter des Wladimir-Ordens 4. Klasse ernannt. Ein in den letzten Lebensmonaten geplantes und zu einem beträchtlichen Teil auch schon niedergeschriebenes Werk unter dem Titel: »Die beiden Säulen des Herkules, in der Bedeutung des Systems der kritischen Philosophie« wurde nicht mehr vollendet. - Schon seit den ersten Dorpater Jahren stellte sich ein großer Lehrerfolg J.s unter den Studenten ein. »Denn gross war«, wie sein erster Biograph Karl Morgenstern hervorhob, »zumal in den blühenden Jahren und in denen des völlig gereiften Mannes, so wie allgemein anerkannt, sein ausgezeichnetes Lehrtalent, seine beneidenswerthe Gabe eines lange Reihen von Begriffen in der angemessenen Ordnung ungesucht entwickelnden Vortrags«. Im Laufe der insgesamt 37 Jahre währenden Lehrtätigkeit habe er auf die Seelen von Tausenden »durch Erweckung und Vorbereitung richtigerer Begriffe und reinerer Gesinnungen, nach dem Vorgange seines grossen Königsberger Lehrers, besonders in der Sphäre der Anthropologie, ebenso der Moralphilosophie, also in den Gebieten der Pflichten-, Rechts- und Tugendlehre, so wie gleichermassen in der Region einer menschenwürdigen Religionslehre, nah und fern durch öffentlichen und häuslichen, durch mündlichen und schriftlichen Unterricht, in den sämtlichen Ostseeprovinzen Russlands segensreich gewirkt« (Karl Morgenstern: Dr. Gottlob Benjamin Jäsche. Kathedervortrag gegenüber dem Sarge des Verewigten, gehalten den 3. September 1842 in der Aula der Kaiserlichen Universität Dorpat, Dorpat / Leipzig 1843, 40. 39). - J.s literarisches Werk ist in erster Linie der Ethiktheorie, der Verhältnisbestimmung von Philosophie und Religion sowie der Systematik der Wissenschaften gewidmet. In den Auseinandersetzungen der Kant-Schule mit dem spekulativen Idealismus galt seine Kritik den Positionen Fichtes, Herders, Schellings und Hegels. In die Phase der ersten Kant-Begeisterung fallen neben den bereits genannten Texten insbesondere noch die »Grundlinien der Moralphilosophie oder der Philosophischen Rechts- und Tugendlehre« (Dorpat 1804) und auch die erst 1818 veröffentlichten »Grundlinien zu einer Architektonik und systematischen Universal-Encyklopädie der Wissenschaften. Band I« (Dorpat / Leipzig 1818). Beide Bücher entfalten den Gehalt jener Programmschrift von 1795 über »Idee zu einer neuen systematischen Encyklopädie aller Wissenschaften«. Seit 1813 jedoch, als sich die Diskussion im Streit zwischen Schelling und Jacobi zunehmend auf religionsphilosophische Fragen konzentrierte, ist eine Neuorientierung J.s zu beobachten. Denn schon in der Abhandlung »Die Philosophie des vernünftelnden Verstandes im Gegensatze gegen die Philosophie des Verstandes und der Vernunft« (erschienen im ersten Jahrgang der 'Dörptischen Beyträge' von 1813) nahm J. einen Standpunkt ein, der sich im Kontext des Streites über die göttlichen Dinge eng an die dualistische Position Jacobis bzw. Fries' anschloß. Dabei konnte er selbst der prononcierten Auffassung Jacobis zustimmen, die vom Subjekt ausgehende Lehre Schellings sei der Sache nach als »umgekehrter Spinozismus« anzusehen. Einer Vermittlung der von Kant für die Ethik und die Religionsphilosophie formulierten Grundsätze mit dem kritischen Standpunkt Jacobis und Fries' diente denn auch weithin die spätere Arbeit J.s. So bestimmte etwa Jacobis differenzierte Einschätzung der Kantschen Ethik-Konzeption J.s »Grundlinien der Ethik oder philosophischen Sittenlehre« (Dorpat 1824) und auch seine »Kurze Darstellung der reinen Vernunftreligion« (Dorpat 1825), die ein Jahr später erschien. (Ein im Vorlesungsverzeichnis bereits angekündigtes Werk ähnlicher Art unter dem Titel: »Kurze Darstellung der philosophischen Religionslehre« [angezeigt auch bei Hamberger / Meusel: Das gelehrte Teutschland. Fünfte Auflage. Band XXIII, Lemgo 1834, 16] kam nicht zustande.) Vor allem aber schlägt sich die Anknüpfung an Jacobi und Fries in dem dreibändigen Werk »Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen, seinem Ursprung und Fortgange, seinem speculativen und praktischen Werth und Gehalt. Ein Beitrag zur Geschichte und Kritik dieser Lehre in alter und neuer Philosophie« nieder. Dieses Hauptwerk J.s, das zwischen 1826 und 1832 in dem Berliner Verlag von Georg Reimer, dem Verleger auch Schleiermachers, erschien, verfolgt die Absicht, die weite Verbreitung pantheistischer Motive in der neueren, d.h. idealistischen, Philosophie und Theologie aufzuzeigen und ihr unter Hinweis auf ethische Defizite des Pantheismus entgegenzutreten. Besonders im abschließenden dritten Band, der unter dem separaten Titel: »Allheit und Absolutheit oder die alte kosmotheistische Lehre des 'hen kai pan' in ihren modernen idealistischen Hauptformen und Ausbildungsweisen« (Berlin 1832) erschien, und hier vor allem im letzten, fünften Abschnitt, gibt J. eine Zusammenstellung seiner »kritischen Betrachtungen und Reflexionen über den theoretischen und praktischen Werth pantheistischer Speculazionen, vornehmlich in besonderer Beziehung auf die modernen, idealistischen Hauptformen und Ausbildungsweisen der alten kosmotheistischen Lehre«. Mit der Zurückweisung des Pantheismus aus Gründen der ethischen Handlungstheorie übernahm J. im wesentlichen eine Einschätzung, die Jacobi bereits im Streit um Lessings Spinozismus vorgetragen hatte. - Von den meisten Vertretern der Kant-Schule ist J.s Pantheismus-Kritik mit Zurückhaltung aufgenommen worden. Rosenkranz meinte, daß über J.s »ausführliche Bekämpfung des Pantheismus« nur zu sagen sei, »daß er [scil.: Jaesche] diesen überall findet, wo er nicht den Deismus trifft«. Aus diesem Grund sei seine Kritik »voll von ungewollten Ungerechtigkeiten« (Karl Rosenkranz: Geschichte der Kant'schen Philosophie, Leipzig 1840, 245). - Trotz seiner eigenen späteren Entwicklung blieb J. zeitlebens Kant als der prägenden geistigen Persönlichkeit verpflichtet; ein Umstand, der sich auch in fakultätspolitischer Hinsicht äußerte: So widersetzte J. sich bis zuletzt erfolgreich der Berufung des Hegelianers Johann Eduard Erdmann (1805-1892) auf seinen Lehrstuhl. J.s entschiedene Ablehnung pantheistischer Motive im religiösen und philosophischen Denken wurde von den Schülern kompromißlos festgehalten: Noch während der von Mozarts Requiem eingeleiteten Trauerfeier stellten sie in programmatischer Abänderung einer bekannten altrömischen Bestattungsformel die Grablegung unter das Wort: »Nos te ordine, quo Deus [statt: Natura] permiserit, cuncti sequemur.«
Werke: Die folgende Bibliographie bemüht sich um Vollständigkeit. Sie geht in Teilen zurück auf die Angaben in: Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller angefangen von Georg Christoph Hamberger fortgeführt von Johann Georg Meusel. Fünfte Auflage, Lemgo 1796-1834 [Nachdruck: Hildesheim 1965-1967]. (Für hilfreiche Hinweise danke ich Herrn Dr. Werner Stark vom Institut für Philosophie der Philipps-Universität Marburg.)
Separate Veröffentlichungen: [Anonym:] Ueber reinen Naturalismus, und positive, insonderheit christliche Religion und deren Verhältniß zur Volksaufklärung, Berlin 1790; Parmenide Pantheista eiusque in philosophiam meritis. Diss. phil. Halle 1795; [Anonym; zusammen mit Friedrich Gustav Maczewski:] Versuch eines faßlichen Grundrisses der Rechts- und Pflichten-Lehre; zum Unterricht der reifern und gebildetern Jugend in Schulen und bey der häuslichen Erziehung, Königsberg 1796; Gottlob Benjamin Jaesche / August Bogislaus Kuhn (Resp.) / Friedrich Johann Ernst Schulz (Opp.) / Gustav Bernhard Erdmann (Opp.): Arctissimo omnium disciplinarum inter se nexu, philosophiae criticae principiis firmissime fundato. Disputatio philosophia quam consentiente ampliss. facult. philosoph. pro receptione in eandem d. xi. Octobr. MDCC LXXXXVIIII in auditorio philosophico publice defendet Gottlob Benjamin Iaesche philos. D. L. A. M. societat. litterar. quae Francof. ad Viad. est, sod. assumto Augusto Bogislav. Kuhn Tilsa-Bor. I.U.C., Königsberg 1799 (20 Seiten und 5 Thesen auf S. 21/22); Stimme eines Arktikers über Fichte und sein Verfahren gegen die Kantianer, von D. R., Königsberg 1799 [Autorschaft zweifelhaft]; Geschichte und Beschreibung der Feyerlichkeiten bey Gelegenheit der am 21sten und 22sten April 1802 geschehenen Eröffnung der neu angelegten Kayserlichen Universität zu Dorpat in Lievland. Mit Genehmigung der akademischen Censur, Dorpat 1802; Grundlinien der Moralphilosophie oder der philosophischen Rechts- und Tugendlehre. Nach Kants Metaphysik der Sitten entworfen, Dorpat 1804; Was heißt Studiren? Eine Anrede an die Studirenden, Dorpat 1808; Einleitung zu einer Architektonik der Wissenschaften; nebst einer Skiagraphie und allgemeinen Tafel des gesammten Systems menschlicher Wissenschaften, nach architektonischem Plane. Zunächst zum Gebrauch für seine encyclopädischen Vorlesungen, Dorpat 1816; Grundlinien zu einer Architektonik und systematischen Universal-Encyclopädie der Wissenschaften. Zunächst zum Gebrauche academischer Vorlesungen entworfen. Band I, Dorpat / Leipzig 1818 [Band II ist nicht erschienen]; Grundlinien der Ethik oder philosophischen Sittenlehre. Zunächst zum Gebrauche academischer Vorlesungen entworfen, Dorpat 1824 [Nachdruck: Actas kantiana. Bruyelles 1973]; Kurze Darstellung der reinen Vernunftreligion. Zum Gebrauch seiner Vorlesungen über die Religionsphilosophie aus W. T. Krug's philos. Handbuche ausgezogen, Dorpat 1825; Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen, seinem Ursprung und Fortgange, seinem speculativen und praktischen Werth und Gehalt. Ein Beitrag zur Geschichte und Kritik dieser Lehre in alter und neuer Philosophie. Drei Bände. Band 1, Berlin 1826 / Band 2, Berlin 1828 / Band 3 [unter dem separaten Titel:] Allheit und Absolutheit oder die alte kosmotheistische Lehre des 'hen kai pan' in ihren modernen idealistischen Hauptformen und Ausbildungsweisen, Berlin 1832 [Nachdruck: Aetas Kantiana. Band 123, Bruxelles 1970].
Aufsätze und Beiträge zu Sammelbänden: [Anonym:] Versuch einer Untersuchung der Frage: Kann reiner Naturalismus Volksreligion werden?, in: Berliner Journal für Aufklärung 1789. Band 2. St. 3. März 1789 (201-240) und Band 3. St. 1 und 3. April 1789 (27-60); Idee zu einer neuen systematischen Encyklopädie aller Wissenschaften, in: Philosophisches Journal einer Gesellschaft Teutscher Gelehrten. Herausgegeben von Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Immanuel Niethammer. 1 (1795). Heft 4, 327-372; Über die drey Grundvesten des modernsten Empirismus einer phantasirenden Vernunft, Raum, Zeit und Kraft, in: Friedrich Theodor Rink / Gottlob Benjamin Jäsche (Hgg.): Mancherley zur Geschichte der metacritischen Invasion; nebst einem Fragment einer ältern Metacritik von Johann Georg Hamann, genannt Magus des Norden, und einigen Aufsätzen, die Kritische Philosophie betreffend, Königsberg 1800, 57-119 [Nachdruck: Aetas Kantiana, Brüssel 1968]; [zusammen mit Friedrich Nicolovius:] Aufforderung an die Correspondenten des verstorbenen Professors Immanuel Kant, in: Königsberger Hartungsche Zeitung. Nr. 192 vom 7. Dezember 1805; Die Philosophie des vernünftelnden Verstandes im Gegensatze gegen die Philosophie des Verstandes und der Vernunft, in: Dörptische Beyträge für Freunde der Philosophie, Litteratur und Kunst. Herausgegeben von Karl Morgenstern 1 (1813), 1-64; Ansichten des Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen, in: Dörptische Beyträge für Freunde der Philosophie, Litteratur und Kunst. Herausgegeben von Karl Morgenstern 2 (1815), 125-185 und 3 (1816), 267-332; Über ein neues Krypto-Identitäts-System in der Form einer durch die Logik versuchten Begründung der Philosophie, in: Dörptische Beyträge für Freunde der Philosophie, Litteratur und Kunst. Herausgegeben von Karl Morgenstern 3 (1816), 1-25.
Herausgeber: Immanuel Kants Logik ein Handbuch zu Vorlesungen. Königsberg, bey Friedrich Nicolovius. 1800 [Nachdruck mit Einleitung und Anmerkungen in: Immanuel Kant: Gesammelte Schriften. Band IX: Logik. Physische Geographie. Pädagogik, Berlin 1923, 1-150. 503-508; weiterer Nachdruck: Immanuel Kant's Logik. Ein Handbuch zu Vorlesungen, herausgegeben von Gottlieb Benjamin Jäsche nebst Erläuterungen von Julius Hermann von Kirchmann (Philosophische Bibliothek. Band 23 und 54), Berlin 1869/1872; Immanuel Kants Logik. Ein Handbuch zu Vorlesungen zuerst herausgegeben von Gottlob Benjamin Jäsche. Neu herausgegeben, mit einer Einleitung sowie einem Personen- und Sachregister versehen von Walter Kinkel (Philosophische Bibliothek. Band 43), Leipzig 1904 (davon: Dritte Auflage, Leipzig 1920)]; Einige Gesichtspuncte zur Würdigung des Werthes öffentlicher Schulanstalten von Dr. S. Malmgren, 1810.
Veröffentlichungen aus dem Nachlaß: [Autobiographische Aufzeichnungen. Niedergeschrieben im März 1829], in: Karl Morgenstern: Dr. Gottlob Benjamin Jäsche. Kathedervortrag gegenüber dem Sarge des Verewigten, gehalten den 3. September 1842 in der Aula der Kaiserlichen Universität Dorpat, Dorpat / Leipzig 1843, 34-37; Antikritik der Rosenkranzischen Kritik meiner Geschichte des Pantheismus [niedergeschrieben vermutlich 1841], in: Karl Morgenstern: Dr. Gottlob Benjamin Jäsche, 56-57; Brief an den Generalsuperintendenten Dr. Roehr über eine Recension seiner Geschichte des Pantheismus, in: Inland (1849), 724-726. - Eine von Morgenstern geplante Publikation bereits fertiggestellter Partien des Werkes: »Die beiden Säulen des Herkules, in der Bedeutung des Systems der kritischen Philosophie« unterblieb. Ebenso wenig kam die Veröffentlichung eines nach Jaesches Tod im Nachlaß vorliegenden Manuskripts »popular-philosophischen« Inhalts sowie eine durch Morgenstern »getroffene kleine Auswahl ungedruckter denkwürdiger Briefe an Ihn und über Ihn als Menschen und als Philosophen« zustande (vgl. hierzu: Karl Morgenstern: Dr. Gottlob Benjamin Jäsche, 57-58).
Lit.: [Anonym; wahrscheinlich Johann Friedrich Herbart:] [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Grundlinien der Ethik oder philosophischen Sittenlehre, Dorpat 1824, in: Leipziger Litteraturzeitung 1827. Nr. 76 und 77; - P. P.: [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen. Band 1, Berlin 1826, in: Hallische Allgemeine Literaturzeitung 1827. Nr. 6; - Friedrich Bouterwek: [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen. Band 1, Berlin 1826, in: Göttingische Gelehrte Anzeigen 1828, St. 141; - [Anonym; wahrscheinlich Johann Friedrich Herbart:] [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen. Band 1, Berlin 1826, in: Leipziger Litteraturzeitung 1828. Nr. 76 und 77; - [Anonym:] [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen. Band 1, Berlin 1826, in: [Röhr's] Kritische Prediger-Bibliothek 1828. Band IX. Heft 6, 1034-1042; - [Anonym; wahrscheinlich Johann Friedrich Herbart:] [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen. Band 2, Berlin 1828, in: Leipziger Litteraturzeitung 1829. Nr. 106 und 107; - Allgemeines Schriftsteller und Gelehrten-Lexikon der Provinzen Livland, Esthland und Kurland. Band II. Bearbeitet von J. F. von Recke und K. E. Napiersky, 1829; - [Anonym:] [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen. Band 2, Berlin 1828, in: [Röhr's] Kritische Prediger-Bibliothek 1830. Band XI. Heft 2, 254-266; - [Anonym:] [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen. Band 3, Berlin 1832, in: [Röhr's] Kritische Prediger-Bibliothek 1832. Band XVIII. Heft 2, 191-209; - Johann Eduard Erdmann: [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen. Band 1-3, Berlin 1826-1832, in: Dorpater Jahrbücher. II. Band, 218-239; - [Anonym:] [Rezension zu:] Gottlob Benjamin Jaesche: Der Pantheismus nach seinen verschiedenen Hauptformen. Band 3: Allheit und Absolutheit oder die alte kosmotheistische Lehre des 'hen kai pan' in ihren modernen idealistischen Hauptformen und Ausbildungsweisen, Berlin 1832, in: Ergänzende Blätter der Halleschen Allgemeinen Litteraturzeitung 1836. Nr. 52 bis 54; - Karl Rosenkranz: Geschichte der Kant'schen Philosophie (Immanuel Kant's Sämmtliche Werke. Herausgegeben von Karl Rosenkranz und Friedrich Wilhelm Schubert. Zwölfter Theil), Leipzig 1840 [Nachdruck: Karl Rosenkranz: Geschichte der Kant'schen Philosophie. Herausgegeben von Steffen Dietzsch (Philosophiehistorische Texte), Berlin 1987]; - Christian Weiss: [Rezension zu:] Karl Rosenkranz: Geschichte der Kant'schen Philosophie, Leipzig 1840, in: Allgemeine Litteraturzeitung. November 1841, Nr. 204 bis 208; - Karl Morgenstern: Dr. Gottlob Benjamin Jäsche, Universitäts-Senior, emeritirter Professor, Staatsrath und Ritter. Kathedervortrag gegenüber dem Sarge des Verewigten, gehalten den 3. September 1842 in der Aula der Kaiserlichen Universität Dorpat, Dorpat / Leipzig 1843; - Allgemeines Schriftsteller und Gelehrten-Lexikon der Provinzen Livland, Esthland und Kurland. Band II. Bearbeitet von J. F. von Recke und K. E. Napiersky. Erster Nachtragsband, 1859; - Karl Morgenstern: Catalogus mss. Bibliothecae Carol Morgenstern. Academn. Halens. Gedanens. Dorpatens. Professoris. Pars I. II. cum supplemento, Dorpat 1868; - Schüler-Album des Dorpatschen Gymnasiums von 1804 bis 1879, Dorpat 1879; - Karl Prantl: Jäsche, Gottlieb Benjamin, in: Allgemeine Deutsche Biographie. Band 13, Leipzig 1881, 730; - Benno Erdmann (Hrsg.): Reflexionen Kants zur kritischen Philosophie. Aus Kants handschriftlichen Aufzeichnungen. Erster Band, erstes Heft: Reflexionen Kants zur Anthropologie, Leipzig 1882; - Benno Erdmann (Hrsg.): Reflexionen Kants zur kritischen Philosophie. Aus Kants handschriftlichen Aufzeichnungen. Zweiter Band: Reflexionen Kants zur Kritik der reinen Vernunft, Leipzig 1884; - Erich Adickes: German Kantian Bibliography, in: Philosophical Review. May 1893 - June 1896 [Nachdruck: Würzburg o.J. (1970)]; - Robert Reininger: Kant, seine Anhänger und seine Gegner (Geschichte der Philosophie in Einzeldarstellungen. Abt. VII: Die Philosophie der neuesten Zeit. Teil I. Band 27/28), München 1923; - Max Frischeisen-Köhler / Willy Moog: Die Philosophie der Neuzeit bis zum Ende des XVIII. Jahrhunderts. Zwölfte, mit einem Philosophen- und Literatoren-Register versehene Auflage. Völlig neubearbeitet (Friedrich Ueberwegs Grundriss der Geschichte der Philosophie. Dritter Teil), Berlin 1924; - Roderich von Engelhardt: Die Deutsche Universität Dorpat in ihrer geistesgeschichtlichen Bedeutung, Reval 1933 [Nachdruck: Hannover 1969] (siehe hier zu Karl Morgenstern: 46-57); - Reinhard Wittram: Die Universität Dorpat im 19. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Ostforschung 1 (1952), 195-219; - Reinhard Wittram: Dorpat II. Universität, in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Dritte Auflage. Band 2, Tübingen 1958, 251-255; - Hans-Jürgen Engfer: Jäsche, Gottlob Benjamin, in: Neue Deutsche Biographie. Zehnter Band, Berlin, 1974, 268-269; Reinhard Brandt / Werner Stark (Hgg.): Kant-Forschungen, Hamburg 1987ff.; - Steffen Dietzsch: Karl Rosenkranz und die Geschichte der Kantschen Philosophie, in: Karl Rosenkranz: Geschichte der Kant'schen Philosophie. Herausgegeben von Steffen Dietzsch (Philosophiehistorische Texte), Berlin 1987, 417-431; - Werner Stark: Nachforschungen zu Briefen und Handschriften Immanuel Kants, Berlin 1993; - Kiira Schmidt: Karl Morgenstern und seine Privatbibliothek, in: Bibliothek. Forschung und Praxis 18, 2 (1994), 384-387; - Porträt: Lithographie von F. Schlater nach einer Zeichnung von Eduard Hau, in: Sammlung von Portaits der Professoren an der Kaiserlichen Universität Dorpat, Dorpat 1837. - Eine nicht veröffentlichte Magisterarbeit über Gottlob Benjamin Jaesche hat 1988/89 Eduard Parhomenko an der Philosophischen Fakultät der Universität Tartu vorgelegt (in estnischer Sprache); - DBE 5, 287-288; - DBI II 4, 1614; - DBA I 597, 252-267; - DBA II 646, 8.
Matthias Wolfes
Letzte Änderung: 26.09.1999