JEEP (Jepp), Johann, Kapellmeister, Organist, Komponist, * 1581 oder 1582 in Dransfeld bei Göttingen, † 19. Nov. 1644 in Hanau. - Joh. Jeep, dessen Vater Bürger zu Dransfeld war, besuchte die Lateinschulen in Göttingen und Celle, um Freye Künste, Sitten und Sprachen zu erlernen. In Celle wurde er wegen seiner guten Stimme in die Hofkapelle aufgenommen, der er mehr als vier Jahre angehörte. Um 1600 geht Jeep nach Nürnberg und Altdorf, um weiterführende musikalische Studien zu betreiben. Allerdings ist nichts über seinen Aufenthalt und seine Tätigkeit in Nürnberg belegt. In den Matrikeln der Nürnberger Universität zu Altdorf ist Joh. Jeep nicht verzeichnet, in einem Nachruf hingegen wird Altdorf als einer der Studienorte genannt. In Nürnberg erschienen Jeeps erste Werke, darunter sein bekanntestes Werk "Studentengärtlein" (1605). Joh. Jeep unternahm Studienreisen nach Frankreich und Italien und wurde im Herbst 1613 Kapellmeister und Organist am Hofe des Grafen Friedrich von Hohenlohe in Weikersheim. Er heiratet 1614 Barbara, die Witwe des Hollenbacher Vogtes Jörg Herbst. 2. Ehe 1624 mit Margarete, Witwe des fürstlich-brandenburgischen Kriegssekretärs Leonhard Sturm zu Ansbach. Ab 1627 arbeitet Jeep vor allem als "Ambts-Keller" (Steuerbeamter) in Hollenbach, bleibt aber zugleich Leiter der gräflichen Kapelle. Die Folgen der Nördlinger Schlacht (1634) treiben Jeep ins Exil. Um 1635 wirkte er etwa ein Jahr lang in Vertretung von Joh. Andreas Herbst als Organist an der Barfüßerkirche in Frankfurt /Main, die neben der kath. Bartholomäuskirche (Dom) seit 1529 die evangelische Hauptkirche der Stadt Frankfurt war. Ein Anstellungsangebot des Deutschen Ordens in Mergentheim hatte Jeep aus Glaubensgründen abgelehnt. Joh. A. Herbst, seit 1623 Leiter der Kirchenmusik an der Barfüßerkirche und zugleich Musikdirektor der Stadt, strebte eine Rückkehr in seine Heimatstadt Nürnberg an. Auf seine Empfehlung hin tritt Johann Jeep im Januar 1637 die Nachfolge von Herbst als Frankfurter Musikdirektor und Organist an. Jeeps Arbeitsbedingungen an seiner neuen Wirkungsstätte waren nicht einfach. Infolge des Krieges bestand Mangel an (gut ausgebildeten) Musikern; zudem litt Jeep an Wechselfieber, wodurch seine Arbeit zusätzlich beeinträchtigt wurde. Nach Ansicht des Stadtrates war Johann Jeep seinen Aufgaben nicht gewachsen, und man sah sich hinter seinem Rücken nach einem Nachfolger um, den man im Januar 1640 mit dem Darmstädter Hofkapellmeister Christian Völckel fand. Der Kündigung widersprach Jeep und erreichte eine Weiterzahlung seines Gehaltes für das laufende Halbjahr nebst einer zusätzlichen Zahlung von 100 fl. . Johann Jeep verließ Frankfurt, um nach Weikersheim zurück zu kehren, verblieb aber in Hanau, wo er vermutlich als Lehrer arbeitete. 1642 wurde Joh. Jeep Kapellmeister und Musikdirektor am Hof des Grafen Johann Ernst von Hanau-Münzenberg; zudem wurde ihm, obwohl er lutherischen Glaubens war, das Organistenamt an der Marienkirche übertragen. Seinen Ruf als Komponist verdankt Joh. Jeep vor allem seinem "Studentengärtlein", das in vielen Auflagen erschien. Grundlage der Strophenlieder (Texte von J. Jeep) ist der homophone Diskant-Satz, der z. Teil bereits monodisch wirkt und dem Sololied nahe steht. Versch. Elemente weisen auf ital. Einflüsse und Hans Leo Hassler hin, der von 1601 bis 1605 Oberster Musicus in Nürnberg war. Jeeps Hauptwerke erschienen im Druck in mehreren Auflagen, die nur z. Teil erhalten sind. Da die Vorworte z. Teil in spätere Auflagen übernommen werden, die Stimmbücher einer Auflage aber versch. Erscheinungsjahre angeben, ist eine genaue Datierung der Drucke bisher nicht möglich.
Werke (in Auswahl) Weltl.: Studentengärtleins erster Theil neuer lustiger weltlicher Liedlein (17 Sätze 3-5stg), Nürnberg 1605, sechs weitere Auflagen bis 1626; Studentengärtleins ander Theil ... .. (17 Sätze 4-5stg) Nürnberg 1614, zwei weitere Auflagen bis 1622; Musikalisches Stücklein, Ms , Ffm 1638 (verschollen). Geistl.: "Fili in tua infirmitate ne despicias teipsum" (3stg), In: Sacrarum meloiarum tribus vocibus compositarum, Nbg. 1605; Geistl. Psalmen und Kirchengesäng (4stg) Nbg. 1609; Christ, heiliger Gott (4stg), Nbg. 1615 (verschollen); Geistl. Psalmen und Kirchengesäng wie sie ... bevorab zu Weikersheim ... zu singen gebräuchlich (4stg), Nbg. 1629; Andächtiges Bettbüchlein, Ulm 1631 (verschollen); "Dies ist mein lieber Sohn", 4stg. Kanon, Ffm. 1635; "Weynachtsgesang", Ffm 1637 (verschollen); Hymnus hymenaeus ... auß dem 2. Capitel deß Hohenliedes Salomonis ... Auf italiänische Madrigalen arth (5stg. + Generalbaß), Hanau 1640; Ach Gott und Herr (4stg) in: Harmonisches Chor- und Figural Gesang-Buch, Ffm 1659.