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Band XXIII (2004) Spalte 733 Autor: Bernhard Hemmerle

JOHAN van Andernach, rheinischer Glockengießer. Als Schüler des Tilman von Hachenburg führt Johan van Andernach (I) nach dessen Wechsel nach Montabaur die Andernacher Werkstatt (unter Tilmans Leitung ?) weiter. Er arbeitet vor allem im linksrheinischen Territorium des Trierer Erzbistums und ist mit 22 Glocken zwischen 1475 bis 1496 belegt. Allerdings folgt Johan der - auch anderenorts belegten - Tradition, "seine" Glocken nicht zu signieren, solange der Werkstatt - Meister noch lebte. So finden wir im linksrheinischen Gebiet ab 1475 etliche Glocken mit der Inschrift "zv andernach goi man mich", die sich unzweifelhaft der Andernacher Werkstatt zuordnen lassen. Erst nach Tilmans Tod (1486/88) signiert Johan van Andernach seine Glocken und gießt nun auch im rechtsrheinischen Gebiet, das vorher Tilman betreute. Seine erste signierte Glocke goß er 1488 für Alpenrod im Westerwald. Im Jahre 1496 wird Johan van Andernach I wegen Konspiration gegen den Stadtrat aus Andernach verbannt und zum Wohnsitz Köln begnadigt, wo er sich der Overroide-Werkstatt anschloß.

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Lit.: Köster, Kurt, Meister Tilman von Hachenburg, in: Jb. der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung, Bd. 8, Friedberg/Darmstadt 1957; - Poettgen, Jörg, Die Andernacher Glockengießer-Werkstatt nach Tilman von Hachenburg, in: Kurtrierisches Jb. 32, Trier 1992, 21-44; - derselbe: Glocken der Spätgotik. Die Werkstätten 1380-1550, in: Geschichtl. Atlas der Rheinlande, Beiheft XII/4, Köln 1997, 27; - Hemmerle, Bernhard, Erhaltene mittelalterliche Glocken im Westerwaldkreis, MS, Villmar 2001.

Bernhard Hemmerle

Letzte Änderung: 09.04.2011