KALEB. - Der Name K. bedeutet Hund, was hier wahrscheinlich nicht
abschätzig gemeint ist, sondern eher Anhänglichkeit und Treue bezeichnet.
K., der Sohn Jefunnes, kommt im Altes Testament erstmals in der Kundschaftergeschichte
vor (Num 13 f.). Er ist einer der zwölf Spione, die Mose von Süden
aus nach Kanaan schickt. Bei deren Rückkehr sind es nur Josua, der
Diener des Mose, und K., die darauf vertrauen, daß das verheißene
Land trotz der Größe und Macht der Kanaanäer und ihrer Städte mit
Gottes Hilfe eingenommen werden kann. Als Strafe für das fehlende
Vertrauen auf Jahwe, den Gott Israel, wird die 40jährige Wüstenwanderung
verhängt, so daß erst die nächste Generation ins Land kommen wird.
Nur (Josua und) K. ist es gegönnt, selber ins verheißene Land zu kommen,
»weil ein anderer Geist in ihm ist und er mir (Jahwe) treu nachgefolgt
ist« (Num 14,24 vgl. Dtn 1,36; Jos 14,9). Entsprechend begegnet K.
wieder in den Erzählungen von der Eroberung und Verteilung des Landes.
K. erhält das Gebiet von Hebron im judäischen Bergland, durch das
er einst gezogen war, und er vertreibt (mit seiner Sippe) die Anakiter
(Jos 14,6-15; 15,13-19). Die Einzelheiten in diesen Erzählungen und
die Genealogien (Jos 15; 1. Chr 2.4) zeigen, daß die Erzählungen von
K. Stammesgeschichten der K.-Sippe(n) sind und daß diese in Hebron
und seiner Umgebung beheimatet waren. Daß das Gebiet der Kalebiter
sich in den Süden erstreckte, bzw. daß sie aus dem Süden kamen, zeigt
auch die geographische Bezeichnung »Negev der Kalebiter« (1. Sam 30,14).
Die K.-Sippe, die ihre Zusammengehörigkeit durch den Ahnherrn K. definierte,
war somit wohl ursprünglich eine (halb-) nomadische Gruppe im Negev,
die von Süden ins Kulturland kam und um und in Hebron seßhaft wurde.
In weiterer Folge wurde sie in das sich im Lauf des 11. Jahrhunderts
vor Christi herausbildende Groß-Juda integriert. Das zeigt sich an
den genealogischen Verknüpfungen mit Juda, deren Uneinheitlichkeit
wahrscheinlich verschiedene Stadien der Integration widerspiegelt
(Jos 15; 1. Chr 2), während die Angaben über die Nachkommen K.s innerkalebitische
Verhältnisse widerspiegeln (Jos 15,17-19; 1. Chr 2,18 ff.). Schließlich
verweist die Bezeichnung von K.s Vater Jefunne als Kenasiter (Jos
14,6) und der Name von K.s Bruder Kenas (Jos 15,17) auf eine ursprüngliche
Nähe der Kalebiter zu den Edomitern (vgl. Gen 36,11). Vielleicht kannten
die Kalebiter, so wie es für die Edomiter wahrscheinlich ist, die
Jahweverehrung. Dies könnte der historische Hintergrund für die Betonung
von K.s Treue zu Jahwe sein und hätte sehr wohl auch die Aufnahme
der Kalebiter in Juda bzw. Israel erleichtert. Jedenfalls legitimiert
die Kundschaftergeschichte ausdrücklich K.s Landbesitz und Zugehörigkeit
zu Israel (Jos 14,6-14; vgl. Sir 46,9-12).
Werke: Num 13; 14; 26,65; 32,12; 34,19; Dtn 1,36; Jos
14,15; 21,12; Ri 1; 3,9; 1 Sam 30,14; 1. Chr 2; 4,15; 6,41; Sir 46,9-12;
Lit.: Carl Steuernagel, Deuteronomium und Josua, HK.AT
I/3, 1900; - Heinrich Holzinger, Das Buch Josua, KHC VI, 1901;
Ders., Numeri, KHC IV, 1903; - Martin Noth, Überlieferungsgesch.
des Pentateuch, 1948; - Ders., Josua, HAT I/7, 19713; -
Ders., Das 4. Buch Mose. Numeri, ATD 7, 19773; Kurt Galling,
Die Bücher Chronik, Esra, Nehemia, ATD 12, 1954; D. Winton Thomas,
KELEBH 'dog': its origin and some usages of it in the Old Testament,
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The Murmering Motif in the Wilderness Traditions of the Old Testament,
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