KELLEY, Francis Clement, kath. Priester und Bischof, * 1870 in Kanada,
† 1949. - Im Jahre 1893 wurde K. zum Priester für die Diözese
Detroit, Michigan, geweiht, in der er als Seelsorger wirkte. Im Jahre
1905 gründete er die Catholic Church Extension Society (ein Werk,
das in seiner Bestimmung dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken,
Paderborn, ähnlich ist), die er 19 Jahre lang leitete. Diese Gesellschaft,
der Papst Pius X. die päpstliche Anerkennung verlieh, setzte sich
zum Ziel, bedürftige Pfarreien und Seelsorgestellen in jenen Gebieten
der Vereinigten Staaten zu unterstützen, in denen die Katholiken in
einer Diasporasituation leben; dazu gehört auch die finanzielle Hilfe
für bedürftige Priester und Seminaristen, ein Hilfsprogramm für den
Bau von Kirchen und ein Ausbildungsprogramm für freiwillige Laienmissionare.
K. gründete ebenfalls die Zeitschrift »Extension«, die eine Abonnentenzahl
von 3 Millionen erreicht hat und vom Hauptsitz der Extension Society,
Chicago, herausgegeben wird. - K. war auch diplomatisch aktiv.
Auf der Friedenskonferenz nach dem ersten Weltkrieg unterstützte er
die mexikanischen Bischöfe; der Apostolische Stuhl betraute ihn mit
der Leitung einer vatikanischcn Delegation nach England, usw. Im Jahre
1924 wurde K. Bischof der Diasporadiözese Oklahoma City und Tulsa
(seit 1972 ist Oklahoma City Erzdiözese, und Tulsa ist eigenständige
Diözese). Während seines bischöflichen Dienstes gelang es K., den
Einfluß des mächtigen Ku-Klux-Klan einzudämmen. Aus seiner Feder stammen
auch einige volkstümliche Bücher und Romane, doch sein Hauptwerk ist
die lesenswerte Autobiographie »The Bishop Jots It Down« (1939).