KISTEMAKER, Johannes Hyazinth, * 15.8. 1754 in Nordhorn, † 2.3.
1834 in Münster (Westfalen). - Nach Absolvierung der vorgeschriebenen
philosophischen und theologischen Studien empfing K. im Jahre 1777
die Priesterweihe. Zunächst im höheren Schuldienst, wird K. 1794 Gymnasialdirektor
(bis 1813). Er wirkt mit bei der Reform des höheren Schulwesens in
Westfalen. Ab 1795 bekleidet er auch die Professur für Exegese an
der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster. Als
Exeget wandte er sich energisch gegen jegliche rationalistische Deutung
des Alten Testaments. Im Jahre 1823 wurde K. auch in das Domkapitel
berufen. Zusammen mit seinem Freund B. Overberg gehörte er dem sog.
Gallitzin-Kreis an.
Werke: Die heiligen Schrr. des NT.s (Evangelien, Apostelgesch.,
Briefe), Münster 1818-1824, 7 Bde.; Biblia sacra Vulgatae editionis,
ebd. 1824, 3 Bde.
Lit.: Westfäl. Lebensbilder, Münster 1930, I, 417-431;
- E. Reinhard, Die Münsterische »Familia sacra«, ebd. 1953; -
Westfäl. Zschr. 103/104 (1954), 203-210; - E. Hegel, Westfalen
29 (1961), 58-65; - LThK 2VI, 308.
Johannes Madey
Letzte Änderung: 06.11.2011