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Verlag Traugott Bautz
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KLEIST, Bernd Wilhelm Heinrich von, Dichter und Schriftsteller, * 18.10. 1777 in Frankfurt a.d.O. als Sohn des Kompaniechefs und Obristen Joachim Friedrich von Kleist und dessen zweiter Ehefrau Ulrike, geb. v. Pannwitz, † 21.11. 1811 in Potsdam am Wannsee. - Ab 1782 erhält der lutherisch getaufte v.K. zusammen mit seinem Vetter Carl von Pannwitz ersten Unterricht bei dem Theologen Christian Ernst Martini und wird nach dem Tode seines Vaters (18.6. 1788) in ein Erziehungsinstitut nach Berlin gegeben. Am 1. Juni 1792 tritt v.K. der Familientradition entsprechend als `Gefreiterkorporal' in das `Garderegiment' zu Potsdam ein und nimmt u.a. am Rheinfeldzug gegen Frankreich teil; aus dieser Zeit (1792/93) stammt wahrscheinlich sein ältestes Gedicht »Der höhere Frieden«. Bereits im Februar 1795 zweifelt v.K. in seinem ersten Brief (25.2. 1795) an seine Halbschwester Ulrike an seiner militärischen Tätigkeit; neben seinem soldatischen Dienst (v.K. wird am 14.5. 1795 Fähnrich, am 7.3. 1797 Leutnant) nimmt v.K. zusammen mit seinem Freund Rühle von Lilienstern privat mathematische und philosophische Studien in Potsdam auf und erwirbt sich den Zugang zur Universität. Formuliert er in einem seinem Freund gewidmeten Aufsatz (»Aufsatz, den sichern Weg des Glücks zu finden, und ungestört, auch unter den größten Drangsalen des Lebens, ihn zu genießen«) Tugend und Bildung des eigenen Ichs als den `Weg zum Glück', so offenbart er seinem ehemaligen Lehrer Martini im März 1799 die Absicht, wegen des wissenschaftlichen Studiums den als unerträglich empfundenen Militärdienst aufzugeben und seinen `Lebensplan' auch gegen den zu erwartenden Widerstand der Familie nicht auf `Reichtum, Würden, Ehren', sondern auf die `Ausbildung' des Geistes zu gründen. Mit der erbetenen und am 4.4. 1799 bestätigten Entlassung aus dem Militär glaubt v.K., dem Ziel seiner Existenz und seiner Bestimmung zur freien Bildung auf dem Weg der Wissenschaft nachkommen zu können, so daß er im April 1799 in Frankfurt a.d.O. Mathematik als Hauptfach und Physik, Kulturgeschichte, Latein und - zur Beruhigung seiner Verwandten - Kameralwissenschaften zu studieren beginnt, um eventuell anschließend in Göttingen Theologie und Philosophie [...] aufzunehmen. Sich in der Bildung des Geistes in sich selbst zu gründen, entspricht der v.K.schen Vorstellung eines Entwurfs eines `Lebensplans', der erst Konsequenz und Zusammenhang in das Leben bringt. Hinter dem aufklärerisch vorgetragenen Appell an die selbständige Lebensführung verbirgt sich der Wunsch, nicht zum `Spiel des Zufalls' oder zu einer `Puppe am Drahte des Schicksals' (Brief an Ulrike vom Mai 1799) zu werden. Die verheißungsvoll begonnene wissenschaftliche Ausbildung vermag v.K. jedoch schon bald nicht mehr voll zu genügen: das Herz verlangt über das Buchwissen hinaus ästhetische Freuden, und der Mensch strebt über das Spezialistentum hinaus zur Ganzheit (der Wissenschaftler erscheint ihm in einem Brief v. 5.2. 1801 wie `eine Raupe auf einem Blatte, jeder glaubt, seines sei das beste, und um den Baum bekümmern sie sich nicht'). Mit dieser Kritik stößt v.K. auf das Unverständnis seiner Umwelt und sieht sich in das Innere seines Wesens zurückgedrängt. 1799 lernt er die Generalstochter Wilhelmine von Zenge kennen, mit der er sich bereits Anfang 1800 verlobt. Im August 1800 reist er zusammen mit seinem Freund Ludwig von Brockes, den er 1796 auf Rügen kennenlernte, über Leipzig, Dresden nach Würzburg, wo er sich vielleicht einer Operation unterzieht oder für die dem preußischen Ministerium unterstellte Technische Deputation Industriespionage betreibt. v.K. wahrt das Mysterium dieser Reise, die ihm aber notwendig erscheint für eine glückliche Beziehung zu seiner Verlobten. Trotz seiner Wilhelmine gegenüber geäußerten didaktischen Appelle zur diesseitigen Pflichterfüllung enttäuscht ihn die im November 1800 begonnene Tätigkeit als Volontär im preußischen Wirtschaftsministerium in Berlin, die seinem Verständnis eines `Lebensplanes' freier Geistesbildung nicht entspricht, den er nunmehr vor sich und seiner Verlobten geistreich zu rechtfertigen versucht (z.B. `Shakespeare war ein Pferdejunge, und jetzt ist er die Bewunderung der Nachwelt.' Brief vom 13.11. 1800 an Wilhelmine). Die berufliche, soziale und individuelle Problematik (»das Leben ist ein schweres Spiel... weil man beständig und immer von neuem eine Karte ziehen soll und doch nicht weiß, was Trumpf ist;« Brief an Ulrike vom 5.2. 1801) verdichtet sich in der sog. `Kant-Krise', von der v.K. im Brief an Wilhelmine vom 22.3. 1801 berichtet. Die `neuere sogenannte Kantische Philosophie' interpretiert er als phänomenalistische Auflösung von Wirklichkeit und als Infragestellung des Wahrheitsbewußtseins der menschlichen Vernunft, die Wirklichkeit in ihrer sinnhaften Struktur zu erfassen. Der so zugespitzten Lebenskrise sucht v.K. zu entgehen, indem er sich auf eine Reise begibt, von der er sich Zerstreuung, Ruhe und Selbstbesinnung verspricht. Am 14.4. 1801 verläßt er zusammen mit Ulrike Berlin, ist in Dresden u.a. beeindruckt von den Künstlern, die unbekümmert um die Frage nach der Wahrheit `nur in dem Schönen leben', und von einem (katholischen) Christen, der reflexionslos inbrünstig beten kann (Brief an Wilhelmine vom 21.5. 1801). Über Leipzig, Halle, Göttingen und Straßburg kommen v.K. und Ulrike am 6.7. 1801 in Paris an: angesichts der von ihm als sittenlos erfahrenen Hauptstadt scheinen ihm die Werke der Aufklärung (u.a. Helvétius, Voltaire, Rousseau) durch die Verstrickung in die irrationale Wirklichkeit das Gegenteil ihrer ursprünglichen Absicht zu bewirken (Brief an Wilhelmine vom 15.8. 1801). Abermals verarbeitet v.K. seine enttäuschenden Erfahrungen als Zweifel an der Eindeutigkeit der Vernunft und dem geschichtlichen Wollen. Er sieht sich durch Rousseaus Kulturkritik an der Zwiespältigkeit des `Fortschritts' legitimiert, seine Bestimmung darin zu erblicken, `ein Feld zu bebauen, einen Baum zu pflanzen, und ein Kind zu zeugen.' (Brief vom 10.10. 1801 an Wilhelmine). Er trennt sich von Ulrike und läßt sich nach einem Aufenthalt in Bern, wo er u.a. den Sohn von Christoph Martin Wieland, Ludwig, kennenlernt, ab April 1802 auf der Delosea - Insel im Thuner See (Schweiz) nieder, bricht mit Wilhelmine am 20.5. 1802, als diese seinem Wunsch nicht entspricht, mit ihm zusammen als Bäuerin zu leben, und will nur nach erworbenem Ruhm in sein Vaterland zurückkehren; er arbeitet das bereits in Paris unter dem Titel »Die Familie Ghonorez« begonnene Trauerspiel »Die Familie Schroffenstein« (Anfang 1803 anonym erschienen, am 9.1. 1804 in Graz uraufgeführt) aus, schreibt weiter an seinem nur als Fragment erhaltenen Trauerspiel »Robert Guiskard Herzog der Normänner« (April/Mai 1808 in der Kleist'schen Zeitschrift »Phöbus« erschienen) und beginnt das Lustspiel »Der Zerbrochne Krug« (Uraufführung am 2.3. 1808 in Weimar) - die Krisen scheinen v.K. seiner Bestimmung als Dichter entgegengeführt zu haben - eine Paradoxie des Lebens, die sich für ihn verdichtet zu dem Bild des `gewölbten Tores', `das nur deswegen stehen kann, weil alle Steine auf einmal einstürzen wollen, und so den Triumph im Untergang veranschaulicht (Brief vom 16.11. 1800 an Wilhelmine). Auf Bitten von Ulrike nimmt v.K. die Einladung Ludwig Wielands an, dessen Vater zu besuchen. Im Herbst 1802 zieht v.K. über Basel, Erfurt und Jena nach Weimar (Dezember) und verbringt Anfang 1803 einige Wochen auf dem Wieland'schen Gut in Oßmannstedt, wo er auf das Anraten Wielands weiter an seinem »Guiskard« arbeitet. Nach Zwischenstation in Leipzig (März 1803) kommt v.K. im April in Dresden an, wo er u.a. Friedrich de la Motte Fouqué kennenlernt und seinen Jugendfreund Ernst von Pfuel wiedertrifft, dem er wiederholt gesagt haben soll, es gebe für ihn nur das Ziel, `der größte Dichter seiner Nation zu werden'. - Zusammen mit von Pfuel reist v.K. abermals, diesmal über Bern, Mailand, Genf und Lyon, nach Paris, wo er am 14.2. 1803 ankommt und dort das bisher geschriebene Manuskript des »Guiskard« verbrennt (`Der Himmel versagt mir den Ruhm, das größte der Güter der Erde', Brief an Ulrike vom 26.10. 1803), v.K. faßt, um `den schönen Tod der Schlachten zu sterben' (Brief vom 26.10. 1803), den Entschluß, in der französischen Armee gegen England zu kämpfen, wird aber durch einen Bekannten dazu überredet, nach Potsdam zurückzukehren. Im Dezember 1803 bricht v.K. über Mainz, Leipzig nach Frankfurt a.d.O. auf, um dann in Berlin eine Anstellung im diplomatischen Dienst zu beantragen. Nach einer kurzen Tätigkeit im vom Freiherr vom Stein geleiteten Finanzdepartment (Mitte 1804) arbeitet er ab 1.5. 1805 auf Empfehlung von Hardenbergs als Diätar in Königsberg und läßt sich bei dem Staats- und Wirtschaftstheoretiker Christian Jacob Krause im Finanzwesen ausbilden; in Königsberg trifft er u.a. die inzwischen mit dem Philosophieprofessor Wilhelm Traugott Koch verheirate Wilhelmine wieder, vollendet den »Zerbrochnen Krug« und arbeitet an dem Lustspiel »Amphitryon« (1807 erschienen, Uraufführung 1898 in Berlin), dem Trauerspiel »Penthesilea« (1808 erschienen, Uraufführung 1876 in Berlin) und an den Erzählungen »Michael Kohlhaas« (vollständig 1810 erschienen) und »Das Erdbeben von Chili« (unter dem ursprünglichen Titel »Jeronimo und Josephe« 1807, leicht redigiert 1810 erschienen). Im August 1806 teilt v.K. seinem Freund von Lilienstern seine Absicht mit, aus dem Staatsdienst zu scheiden, um sich nunmehr durch `dramatische Arbeiten' zu ernähren. Auf dem Wege nach Berlin (Januar 1807) werden v.K. und seine Begleiter von den französischen Behörden als angebliche Spione verhaftet, zunächst in das Fort Joux bei Besançon und dann in das Kriegsgefangenenlager Châlons-sur-Marne transportiert, wo er vermutlich die Novelle »Die Marquise von O...« (1808 im »Phöbus« erschienen) schreibt und an der »Penthesilea« weiterarbeitet. Nach seiner Freilassung (12.7. 1807) reist er über Berlin nach Dresden (ab Ende August 1807), wo er u.a. den Freund Schillers, Christian Gottfried Körner, die Romantiker Ludwig Tieck, G.H. Schubert, C.D. Friedrich und vor allem den Staats- und Geschichtsphilosophen Adam Müller und den Historiker Friedrich Christoph Dahlmann kennenlernt. Zusammen mit Müller gibt v.K. ab Januar 1808 das »Journal für die Kunst«, den »Phöbus« heraus, dessen erstes Heft mit dem Beitrag »Fragment aus dem Trauerspiel: Penthesilea« er u.a. Goethe zusendet, der in einem Antwortschreiben vom 4.2. 1808 seine Verwunderung und sein Unverständnis bekundet. v.K.s Entrüstung über die mißlungene und von Goethe zu verantwortende Inszenierung des »Zerbrochnen Krugs« in Weimar am 2.3. 1808 erklärt sich Goethe mit einer `schweren Verirrung der Natur' und einer `gesteigerten Reizbarkeit der Nerven'. In der Mai - Ausgabe des »Phöbus« erscheinen der 1. Akt des 1807 begonnenen »historischen Ritterschauspiels« »Das Käthchen von Heilbronn« (Uraufführung am 17.3. 1810 in Wien) und einige, auch Goethe persiflierende Epigramme. Im Dezember 1808 vollendet v.K. sein unter dem Eindruck der spanischen Erhebung gegen Napoleon (1808), der Besetzung Preußens und der Anfänge des österreichischen Freiheitskampfes geschriebenes Drama »Die Hermannsschlacht« (erschienen 1821, Uraufführung am 18.10. 1860 in Breslau), das - so v.K. - `mehr als irgend ein anderes für den Augenblick berechnet' ist. In der Zuversicht zum anti-napoleonischen Widerstand zieht er zusammen mit Dahlmann über Aspern, wo Napoleon einige Tage zuvor besiegt wurde (21./22.5. 1809), nach Prag (31.5. 1809), wo v.K. und Dahlmann Zugang zu österreichisch - patriotischen Kreisen bekommen und u.a. das freilich wegen der Kapitulation Österreichs unverwirklicht gebliebene Projekt fassen, ein Wochenblatt mit dem Titel »Germania« als ein Organ der `deutschen Freiheit' herauszugeben, in der u.a. v.K.s sog. politische Schriften »Was gilt es in diesem Kriege?«, »Katechismus der Deutschen abgefaßt nach dem Spanischen, zum Gebrauch für Kinder und Alte«, das »Lehrbuch der französischen Journalistik«, Satiren und die Ode »Germania an ihre Kinder« erscheinen sollen. Einige Tage nach der österreichischen Niederlage in der Schlacht bei Wagram (5./6. Juli 1809) erkrankt v.K. und muß sich für einige Wochen in das Klosterspital der `Barmherzigen Brüder' in Prag begeben. Im November kommt er wieder in Frankfurt a.d.O. an, um einen Monat später wieder in Berlin zu sein, wo er sich mit einer kurzen Unterbrechung für eine Reise nach Frankfurt a.d.O. im Januar 1810 bis zu seinem Tod aufhält. In Berlin lernt v.K. u.a. Arnim, Brentano, Varnhagen und Rahel, Eichendorff und W. Grimm kennen, im April 1810 erscheint der erste Band der v.K.schen Erzählungen (»Michael Kohlhaas«, »Die Marquise von O...«, »Das Erdbeben in Chili«) und im September das »Käthchen von Heilbronn«, das der Direktor der Berliner Bühne aufzuführen ablehnt. Nachdem die Herausgabe des »Phöbus« eingestellt werden mußte, gibt v.K. ab dem 1.10. 1810 die »Berliner Abendblätter« heraus, ein täglich erscheinendes Zeitungsblatt mit lokalen Nachrichten, als dessen Zweck die `Unterhaltung aller Stände des Volkes' und die `Beförderung der Nationalsache' angegeben wird. Als Autoren schreiben u.a. Ernst Moritz Arndt, Achim von Arnim, Clemens Brentano, Adelbert von Chamisso, Rühle von Lilienstern, Friedrich Karl von Savigny und Friedrich August von Staegemann; v.K. selbst läßt u.a. seine Abhandlungen »Gebet des Zoroaster«, »Betrachtungen über den Weltlauf«, »Brief eines Malers an seinen Sohn«, »Allerneuester Erziehungsplan« und vor allem »Über das Marionettentheater« (12.-15.12. 1810) in den »Berliner Abendblättern« veröffentlichen; im Frühjahr 1811 muß die Herausgabe der Zeitung eingestellt werden, weil sie unter verschärfte Zensurbestimmungen gerät. Als sein Versuch scheitert, eine Anstellung in der preußischen Zivilbehörde zu erlangen, und weil auch sein 1809 begonnenes Schauspiel »Prinz von Homburg« (Uraufführung 1821 am Burgtheater in Wien) bis 1814 mit einem Aufführungsverbot durch Friedrich Wilhelm III. belegt wird, muß v.K. innerhalb kurzer Zeit einige Erzählungen schreiben, die dann als zweiter Band seiner Erzählungen veröffentlicht werden (u.a. »Das Bettelweib von Locarno«, »Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik«, »Die Verlobung in St. Domingo«, »Der Findling«). `Nahezu mittellos geworden und so wund, daß mir, ich möchte fast sagen, wenn ich die Nase aus dem Fenster stecke, das Tageslicht wehe tut, das mir darauf schimmert.' (Brief an Marie von Kleist vom 10.10. 1811). Am 21.11. 1811 erschießt v.K. seine Begleiterin, die an Unterleibskrebs erkrankte Henriette Vogel, mit derem Einverständnis und anschließend sich selbst durch den Mund in den Kopf. In seinem letzten Brief an seine Halbschwester Ulrike vom 21.11. 1811 schreibt v.K.: `Ich kann nicht sterben, ohne mich, zufrieden und heiter, wie ich bin, mit der ganzen Welt, und somit auch, vor allen anderen, meine teuerste Ulrike, mit Dir versöhnt zu haben... die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war. Und nun lebe wohl; möge Dir der Himmel einen Tod schenken, nur halb an Freude und unaussprechlicher Heiterkeit dem meinigen gleich: das ist der herzlichste und innigste Wunsch, den ich für Dich aufzubringen weiß. Dein Heinrich.' Die noch in dem Todeswunsch angesprochene Einheit von Seligkeit und Katastrophe spiegelt die das v.K.sche Werk durchziehende Ambivalenz der Dinge wieder, durch die alles in Zweideutigkeit und Rätselhaftigkeit verkehrt wird: Menschen glauben, Todfeinde zu töten - und erschlagen die eigenen Kinder (»Die Familie Schroffenstein«), sie glauben, eine Verräterin zu erschießen - und treffen in Wirklichkeit ihre Retterin (»Die Verlobung in St. Domingo«), sie lieben ein Du - und lieben in Wirklichkeit einen Anderen (»Amphitryon«), sie sind die rechtschaffendsten Menschen - und zugleich die entsetzlichsten (»Michael Kohlhaas«), die Religion der Liebe - tötet fanatisch die sich wirklich Liebenden (»Das Erdbeben in Chili«), zum Heilen bestimmte Ärzte machen die Menschen krank (»Charité - Vorfall«), die absolut Liebende wird getrieben, den Geliebten (quasi - kannibalisch) zu vereinnahmen und so die Einheit von `Küssen' und `Bissen' zu bewahrheiten (»Penthesilea «), Menschen schlagen sich tot - aber nur aus Versehen (»Die Familie Schroffenstein«), Personen reden miteinander - aber reden permanent aneinander vorbei (»Amphitryon«, »Penthesilea«, »Der Zerbrochne Krug«), eine Frau wahrt die Treue - aber ihr Leib bezeugt eine Schwangerschaft (»Die Marquise von O...«), ein Angeklagter zieht pflichtgemäß die gesetzlich vorgeschriebene Strafe einer Strafmilderung vor - und wird zum Weiterleben verurteilt (»Der verlegene Magistrat«), das Herz ist die Quelle der Tränen - und des Blutes (»Penthesilea«), der Richter ist zugleich der Angeklagte, der ihn bedrängende Schreiber Licht, der Licht in die Angelegenheit bringen will, will selbst Richter werden (»Der Zerbrochne Krug«), der Redende spricht in der l. Person - und muß sich erst vergewissern, daß er der Sprechende ist, der sich selbst mit `ich' bezeichnet (»Amphitryon«), Menschen haben den Triumph der Seele - und müssen mit dem Kopf bezahlen (»Michael Kohlhaas«), Freiheit ist ein absolutes Gut - auch wenn es in die Katastrophe aller führt (»Katechismus der Deutschen...«), frei ist derjenige , der notwendig handelt und, ergriffen von einer zufällig oder schicksalhaft hereinbrechenden Macht, seine Bestimmtheit erlangt, um, aufgerufen durch das Schicksal, zu seinen letzten Möglichkeiten seiner Existenz zu kommen. Auf eine »bloß zufällige Weise erschüttert«, gerät dieser Mensch in eine `Art rhythmische Bewegung' (»Über das Marionettentheater«), die dem Tanz ähnlich ist; weil er - auf die Probe gestellt - schwerelos (- antigrav -) sich selbst folgend Anmut erlangt, in der Tragik also Schönheit zeigt (nur eine `stolze' und `kräftige' Eiche wird vom Wind zerstört, »Penthesilea«). So wie der Appetit beim Essen kommt, so kommen die Gedanken beim Reden« [...] die Seele wird wie eine Marionette in Schwingungen versetzt und drückt sich authentisch aus, auch wenn das vollkommene Beisichselbstsein erst über den Umweg des Todes möglich sein sollte (»Penthesilea«, »Prinz von Homburg«, »Die Hermannsschlacht«), der furor teutonicus das Mittel der Selbstdarstellung ist (»Die Hermannsschlacht«) oder die vitale Vorwegnahme des Todes als befreiende Entgrenzung der Individuation erfahren werden kann (»Prinz von Homburg«). `Ach, daß wir ein Leben bedürfen, zu lernen, wie wir leben müßten, daß wir im Tode erst ahnden, was der Himmel mit uns will.' (Brief an Adolphine von Werdeck vom 29.7. 1801). Das nihilistische Schweigen kann in dieser paradoxalen Weltsicht beseligend sein (- Ich komme, ich weiß nicht, von wo, ich bin, ich weiß nicht was, ich fahre, ich weiß nicht wohin, mich wundert, daß ich so fröhlich bin - Brief an Heinrich Zschokke vom 1.2. 1802). Was geträumt wird, kann wahrer sein als das `Wirkliche', weil der seinem unbewußten Gefühle Folgende die Welt so vorwegnimmt, wie sie in Wahrheit ist (»Das Käthchen von Heilbronn«); schließlich wird der listige Gott selbst genarrt und muß sein Geschöpf verehren (»Amphitryon«). Wenn angesichts der Rätselhaftigkeit der Wirklichkeit und der ans Nihilistische angrenzenden Tücke des Objekts eine religiöse oder idealistische Theodizee unmöglich wird, tritt an ihre Stelle die Anthropodizee, in der die tragische Schönheit ungewollt die Heiligkeit des `unbegriffenen Gottes' bezeugt. Zu sich selbst verurteilt, kann der - nach moralischen Gesetzen freilich-Schuldige sagen: »Nun ists gut.« (»Penthesilea«, 24. Auftritt). - Die Wirkungsgeschichte v.K.s ist nachhaltig geprägt durch die ablehnenden Urteile Goethes, der bei aller Anerkennung des dichterischen Talents nach einer nahezu 20-jährigen Auseinandersetzung `Schauder und Abscheu' empfindet angesichts des vulkanischen, exzentrischen (`hypochondrischen') `Geistes des Widerspruches', der die `Verwirrung des Gefühls' intendierend nur bei der Vernichtung endigen könne. Die unter dem Titel des `Dämonischen' geführte Polemik soll die nach manchen Krisen errungene Position des erhabenen-ideellen Kompromisses des Klassischen bewahren. Die - so Hegel - von Kleist'schen Individuen sind `dunklen' Mächten traumwandlerisch ausgeliefert und können sich nicht zur geschlossenen Klarheit eines `gediegenen' Charakters durchbilden und enden in ihrem Außersichsein unter Preisgabe ihrer `Würdigkeit' - wie z.B. Käthchen - bei einer `unfreien, knechtischen, hündischen Aufopferung'. v.K. gehört zu den Vertretern eines nachkantischen, entzweiten Reflexionsdenkens, dem das Objektive und Substantielle äußerlich bleibt und aus Wirklichkeitsverlust der Kompensation durch das Mystisch - Wunderbare bedarf. v. Kleist kann erst jenseits der idealistischen und klassischen Klassifikationen und Denkformen Bedeutung gewinnen: sei es in der naturalistischen Welt des 19.Jahrhunderts nach der Goethe-Dämmerung oder innerhalb eines patriotisch - nationalistischen Selbstbewußtseins nach der Reichsgründung. In der Zeit von 1879 bis 1885 erscheinen allein vier Werkausgaben, besonders der »Prinz von Homburg« und die »Hermannsschlacht« (das Hermannsdenkmal wird 1875 eingeweiht!) erleben eine Hochkonjunktur - der »Prinz von Homburg« wird bevorzugt zu Kaisers Geburtstag auf den Bühnen gespielt, Hermann wird u.a. zur Chiffre für Bismarck oder für Wilhelm II. (»In Staub mit allen Feinden Brandenburgs« aus dem »Prinz von Homburg« wird ein beliebtes Zitat.) Die am 4.3. 1920 u.a. von Julius Petersen, Adolf von Harnack, Gerhart Hauptmann und Ricarda Huch gegründete Kleist - Gesellschaft setzt sich u.a. zum Ziel, zur `Vertiefung der Volkstümlichkeit' der Werke v.K.s beizutragen, und beendet ihren Aufruf 1922 mit dem Appell: `Zu Kleist stehen heißt deutsch sein.' Die Unruhe und die Verwirrung dieser Zeit spiegeln sich in der publikationsträchtigen Beschäftigung mit dem `unruhigen' Dichter, der - so Friedrich Gundolf 1924 - die `Reihe der Einsamen' einleitet, die im 19. Jahrhundert den Kampf gegen die bürgerliche Art und Gesinnung, schaffend oder leidend, geführt haben - Georg Büchner, Hebbel, Nietzsche in Deutschland, Stendhal, Flaubert, Baudelaire, Mallarmé in Frankreich, ein Kampf, der in den 20-er Jahren u.a. von den Expressionisten weitergeführt wird. Für Frank Wedekind, aber auch für Heinrich Mann z.B. wird v.K. zum Vertreter eines authentischen Geistes, der - in die Welt der 20-er Jahre versetzt - wahrscheinlich von den Bildungspharisäern und -philistern zensiert würde. Die Kontroverse um die legitimen Erben des v.K.schen Werkes beginnen spätestens seit dem Eklat anläßlich des 150. Geburtstages des Dichters, an dem ein Interpret gegen die opinio communis zu behaupten wagt, v.K. sei ein `Weltbürger' und `Pazifist' und nicht der `heroische Pantragiker'(z.B. Franz Wugk). Soll v.K. von der `kämpfenden Arbeiterklasse' (Friedrich Wolf) allerdings angeeignet werden, müssen sich deren Theoretiker mit Franz Mehring und Georg Lukács auseinandersetzen, die v.K. zur `romantischen Opposition... gegen den klassischen Humanismus der Weimarer Periode Goethes und Schillers' rechnen. Vielleicht verbirgt sich hinter v.K. Werk mehr an Gesellschaftskritik als die `völkische' Vereinnahmung unterstellt: z.B. läßt sich der »Zerbrochne Krug« in der Darstellung der Willkürmaßnahmen des Richters und der Dumpfheit der Dorfbewohner als eine direkte Satire auf den preußischen Obrigkeitsstaat verstehen (z.B. E. Fischer) oder v.K.s Grundkonflikt ist der zwischen der erträumten Citoyen-Polis und der Bourgeois-Wirklichkeit (H. Mayer), so daß v. K. dann in die Nähe Heines, Kafkas, Brechts und Seghers rücken kann. Bei diesen weltanschaulichem Zuordnungsfragen geht häufig die Detailanalyse verloren - deswegen ist seit den 60-er Jahren unter Anknüpfung an eine Untersuchung von Max Kommerell aus dem Jahre 1937 eine stärkere formanalytische Forschung zu konstatieren.
Werke: Heinrich von Kleists gesammelte Schriften. Hrsg. von Ludwig Tieck. 3 Bde. (1826); Werke. Im Verein mit Georg Minde-Pouet und Reinhold Steig hrsg. von Erich Schmidt. 5 Bde. (1904/05); Sämtliche Werke. Hrsg. von Wilhelm Herzog. 6 Bde. (1908-1911); Sämtliche Werke. Hrsg. von Friedrich Michael. (1927); Sämtliche Werke in einem Band. Hrsg. von Erwin Laaths. (1954); Sämtliche Werke und Briefe. Hrsg. von Helmut Sembdner. 2 Bde. (1954) - Neuausg. u. d. T.: Sämtliche Werke und Briefe. 2., vermehrte und auf Grund der Erstdrucke und Handschriften völlig revidierte Aufl. (1961); Gesammelte Werke in vier Bänden. Hrsg. und eingeleitet von Heinrich Deiters (1955); Sämtliche Werke in einem Band. Nach dem Text der Ausgaben letzter Hand und Berücksichtigung der Erstdrucke und Handschriften. Mit Nachwort und Anm. von Curt Grützmacher (1967); Sämtliche Werke. Dramen, Erzählungen. Gedichte. Briefe. Mit einer Einf. in Leben und Werk, hrsg. von K. F. Reinking (1972); Heinrich von Kleist. Werke und Briefe. Hrsg. von Siegfried Streller. 4 Bde. (Berlin-Weimar 1978); Sämtliche Briefe und Werke in zwei Bänden (1987).
Bibliographien: Minde-Pouet, Georg: Kleist-Bibliographie 1914-1937, in: Jahrbuch der Kleist-Gesellschaft 1921 (1922), pp. 89-169; 1922 Ebd. 1922 (1923) pp. 112-163 ; III: 1923-24 Ebd. 1923/24 (1925) pp. 181-230; IV: 1925-1930 Ebd. 1929/30 (1931) pp. 60-193; V: 1931-1937 Ebd. 1933-37 (1937) pp. 186-263; Kluckhohn, Paul: Kleist-Forschung 1926-1943, in: Deutsche Viertelsjahresschrift 21 (1943) Referentenheft pp. 45-87; Rothe, Eva: Kleist-Bibliographie 1945-1960, in: Jahrbuch der deutschen Schiller-Gesellschaft (1961) pp. 414-547; Kreuzer, Helmut: Kleist-Literatur 1955-1960, in: Deutschunterricht 13 (1961) pp. 116-135; Lefévre, Manfred: Kleist-Forschung 1961-1967, in: Colloquia Germanica 3 (1969) pp. 1-86; Bormann, Alexander von: Kleist redivivus. Zur neueren Kleistliteratur, in: Deutsche Bücher. Referatenorgan deutschsprachiger Neuerscheinungen 8. Amsterdam (1979) pp. 214-229; Grathoff, Dirk: Materialistische Kleist-Interpretation. Ihre Geschichte und ihre Entwicklung bis 1945, in: Klaus Kanzog (Hrsg.) Text und Kontext (1979) pp. 117-192; Kleist-Jahrbuch der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft. Hrsg. von Hans-Joachim Kreutzer (1980 ff.); Ribbat, Ernst: Neue Kleist-Forschungen. Ein Zwischenbericht zu einigen Neuerscheinungen 1983-1984, in: Zeitschrift für deutsche Philologie 105 (1986) pp. 283-292; Wichmann, Thomas: Heinrich von Kleist (1988).
Lit.: Brahm, Otto: Heinrich von Kleist (1884-Neuausg. 1911); - Herzog, Wilhelm: Heinrich von Kleist. Sein Leben und sein Werk (1911); - Hellmann, Hanna: Heinrich von Kleist, Darstellung des Problems (1911); - Gundolf, Friedrich: Heinrich von Kleist (1922); - Cassirer, Ernst: Heinrich von Kleist und die Kantische Philosophie (1922); - Witkop, Philipp: Kleist (Leipzig 1922); - Muschg, Walter: Kleist (Zürich 1923); - Braig, Friedrich: Heinrich von Kleist (1925); - Böckmann, Paul: Kleists Aufsatz über das Marionettentheater, in: Euphorion Zeitschrift für Literaturgeschichte Bd. 28 (1927) pp. 218-253; - Mann, Thomas: Kleists »Amphitryon«. Eine Wiedereroberung, in: Die Neue Rundschau 39 (1928) pp. 574-608; auch in: ders., Gesammelte Werke (1960) Bd. 9, pp. 187-228; Fricke, Gerhard: Gefühl und Schicksal bei Heinrich von Kleist. Studien über den inneren Vorgang im Leben und Schaffen des Dichters (1929 - Neudruck 1963); - Ayrault, Roger: Heinrich von Kleist (Paris 1934); - Kommerell, Max: Die Sprache und das Unaussprechliche. Eine Betrachtung über Heinrich von Kleist, in: ders., Geist und Buchstabe der Dichtung (1940, ursprünglich 1937); - Sembdner, Helmut: Die Berliner Abendblätter Heinrich von Kleists, ihre Quellen und ihre Redaktion (1939); - Wiese von, Benno: Die deutsche Tragödie von Lessing bis Hebbel (1983, ursprünglich 1948); - Muth, Ludwig: Kleist und Kant (1954); - Wolff, Hans M.: Heinrich von Kleist. Die Geschichte seines Schaffens (Bern 1954); - Mann, Thomas: Heinrich von Kleist und seine Erzählungen, in: ders., Nachlese Prosa 1951-1955 (1967- ursprünglich 1954); - Hoffmeister, Johannes: Beitrag zur sogenannten Kant-Krise, in: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 33 (1959) pp. 574-587; - Müller-Seidel, Walter: Verstehen und Erkennen. Eine Studie über Heinrich von Kleist (1961); - Mayer, Hans: Heinrich von Kleist. Der geschichtliche Augenblick (1962); - Dürst, Rolf: Heinrich von Kleist. Dichter zwischen Ursprung und Endzeit. Kleists Werk im Licht idealistischer Eschatologie (1965); - Lukács, Georg: Die Tragödie Heinrich von Kleists, in: ders., Deutsche Realisten des 19. Jahrhunderts (1964- ursprünglich 1937); - Kleists Aufsatz »Über das Marionettentheater«. Studien und Interpretationen. Mit einem Nachwort hrsg. von Helmut Sembdner (1967); - Blöcker, Günter: Heinrich von Kleist oder das absolute Ich (1977- ursprünglich 1960); - Mommsen, Katharina: Kleists Kampf mit Goethe. (1974- Neudruck 1979); - Busch, Rolf: Imperialistische und faschistische Kleist-Rezeption 1890-1945. Eine ideologiekritische Untersuchung (1974) : Kleist Geschichte meiner Seele hrsg. von Helmut Sembdner (1977); - Horn, Peter: Heinrich von Kleists Erzählungen. Eine Einführung (1978); - Kleist-Studien Hrsg. von Alexej Ugrinsky (1980); - Kleist-Jahrbuch. Im Auftrage des Vorstandes der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft hrsg. von Hans Joachim Kreutzer (1980 ff.); - Heinrich von Kleists Nachruhm. Hrsg. von Helmut Sembdner (1984-ursprünglich 1967); - Heinrich von Kleists Lebensspuren. Hrsg. von Helmut Sembdner (1984- ursprünglich 1957); - Hohoff, Curt: Kleist (1988- ursprünglich 1958); - Wichmann, Thomas: Heinrich von Kleist (1988).
Martin Arndt
Werkeergänzung:
2007
Über d. Marionettentheater. Mit e. Beitr. von Wolfgang Kurock. Frankfurt/M. 2007;
2008
Penthesilea. Ein Trauerspiel. Heftbearb.: Uwe Lehmann. Ungekürzter Text. Husum 2009;- Michael Kohlhaas, Vollständige Lesung. Stuttgart 2008. 1 CD;
2009
Die Verlobung in St. Domingo. Gelesen von Heiner Heusinger. Filderstadt 2009. 1 CD.
Literaturergänzung:
1986
Barbara Bondy, Der unversöhnliche Traum. Dichterporträts aus zwei Jahrhunderten. München 1986, S. 40-50; -
2002
Taha Ibrahim Ahmad Badri, K.s Lustspiel Der zerbrochene Krug. Kairo 2002; -
2003
Inka Kording / Anton Phillip Knittel (Hrsg.): Heinrich von Kleist. Neue Wege der Forschung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2003; - Pierre Mari, Kleist, un jour d'orgueil. Paris 2003; - Internat. Konferenz "H.v.K." für Studentinnen u. Studenten, für Nachwuchswiss.lerinnen u. Nachwuchswiss.ler. V. Frankfurter K.-Kolloquium, 22.-23.7.2000. Hrsg. von Peter Ensberg u. Hans-Jochen Marquardt. Stuttgart 2003; -
2004
Beiträge zur Kleist-Forschung, 17 (2003). Hrsg. von Lothar Jordan. Kleist-Museum Frankfurt/Oder 2004; -
2005
Elystan Griffiths, Political change and human emancipation in the works of H.v.K. Rochester, NY 2005; - Kleist - ein moderner Aufklärer? Hrsg. von Marie Haller-Nevermann und Dieter Rehwinkel. Göttingen 2005 (=Genshagener Gespräche; 8); - Grant P. McAllister, Kleist's female leading characters and the subversion of idealist discourse. New York [u.a.] 2005 (=Studies on themes and motifs in literature; 76); - Heinz Ohff, Heinrich von Kleist. München [u.a.] 2005 (=Serie Piper; 4561); - Annegret Kreutz, H.v.K., Michael Kohlhaas. Hrsg. von Johannes Diekhans. Paderborn 2005; - Manfred Weinberg, "... und dich weinen". Natur u. Kunst in H.v.K.s Das Käthchen von Heilbronn, in: DVfLG 79.2005, 568-601; - Karin Ockert, Recht u. Liebe als symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien i.d. Texten H.v.K.s. St. Ingbert 2005 (=Mannheimer Studien zur Literatur- u. Kulturwiss.; 37); - Anke van Kempen, D. Rede vor Gericht. Prozeß, Tribunal, Ermittlung. Forensische Rede und Sprachreflexion bei H.v.K., Georg Büchner u. Peter Weiss. Freiburg i.Br. 2005; - Georg Tscholl, Krumme Geschäfte. K., d. Schrift, d. Geld u.d. Theater. Würzburg 2005; - Fontane, Kleist u. Hölderlin. Hrsg. von Hugo Aust ... Würzburg 2005; - Anna Maria Carpi, Un inquieto batter d'ali. Vita di H.v.K. Milano 2005;- Helga Gallas, K. Gesetz, Begehren, Sexualität. Frankfurt a.M. 2005; -
2006
Martin Halter, D. Aufklärung wird bestreikt. Dorfschwank in d. Mehrzweckhalle: Jan Bosse inszeniert in Zürich K.s "Zerbrochnen Krug", in: FAZ Nr. 42 vom 18.2.2006, S. 40; - Penthesilea von H.v.K. GeschlechterSzenen in Stephan Kimmigs Inszenierung am Thalia-Theater Hamburg. Ortrud Gutjahr (Hg.). Würzburg 2006; - Hans-Georg Schede, Erl. zu H.v.K., Das Erdbeben in Chili. 2. Aufl. Hollfeld 2006; - Thomas Gräff, Lektürehilfen H.v.K., "Michael Kohlhaas". Stuttgart 2006; - Themenband: Sterben u. Tod bei H.v.K. u. in seinem hist. Kontext. Hrsg.: Dietrich von Engelhardt ... Würzburg 2006; - Bernd Ogan, H.v.K., Die Marquise von O... Stuttgart 2006; -
2007
Ulrich Fülleborn, Die frühen Dramen H.v.K.s. Paderborn 2007; - Franz M. Eybl, K.-Lektüren. Wien 2007; - Klaus Peter, Ikarus in Preußen. H.v.K.s Traum von e. besseren Welt. Heidelberg 2007; - Peggy Fiebich, Gefährten im Unglück. Die Protagonisten narrativer Texte von E.T.A. Hoffmann sowie von Novalis, Goethe u. Kleist. Würzburg 2007; - Adam Soboczynski, Versuch über K. Berlin 2007; - Kim Fordham, Trials and tribunals in the dramas of H.v.K. Oxford 2007; - Herbert Kraft, K. Leben u. Werk. Münster 2007; - Ferdinando Castelli, H.v.K., in: CivCatt 158.2007, S. 376-389; - Tilman von Brand, H.v.K., Michael Kohlhaas. Interpretation. München 2007; - Ingeborg Scholz, Erl. zu H.v.K., Michael Kohlhaas. 4. Aufl. Hollfeld 2007; - Dirk Jürgens, Erl. zu H.K., Die Marquise von O... Hollfeld 2007; - Stefan Zweig, Der Kampf mit d. Dämon. Hölderlin, Kleist, Nietzsche. Ungekürzte Ausg. Frankfurt/M. 2007; - Simone Schmon, Machtspruch u. Gesetzesherrschaft. Das Staatsverständnis in H.v.K.s "Prinz Friedrich von Homburg". Köln 2007; - Klaus Krieger, Das Prinzip d. Marionette im Erzählwerk H.v.K.s. Aachen 2007; - Gudrun Debriacher, Die Rede der Seele über d. Körper. Das commercium corporis et animae bei H.v.K. Wien 2007; - Karin Ackermann, Michael Kohlhaas, H.v.K. Inhalt-Hintergrund-Interpretation. München 2007; - Monika Ehlers, Grenzwahrnehmungen. Poetiken d. Übergangs in d. Literatur d. 19. Jhrs. Kleist - Stifter - Poe. Bielefeld 2007; - Themenband: K. im Nationalsozialismus. Hrsg.: Martin Maurach. Würzburg 2007; - Positionen d. Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beisp. von K.s "Das Erdbebeb in Chili". Hrsg. von David E. Wellbery. 5. Aufl. München 2007; - Gerhard Oberlin, Modernität u. Bewusstsein. Die letzten Erzählungen H.v.K.s. Gießen 2007; - James Phillips, The equivocation of reason. K. reading Kant. Stanford, Calif. 2007; -
2008
Klaus Maßem - Penthesilea oder d. Ende d. Denkens. Zeichnungen zu d. Drama von H.v.K. Heidelberg 2008; - Katharine Weder, K.s magnet. Poesie. Experimente d. Mesmerismus. Göttingen 2008; - Cécile-Eugénie Clot, K. épistolier. Bern 2008; - Susanne Kaul, Poetik d. Gerechtigkeit. Shakespeare - Kleist. Paderborn 2008; - Yuhsien Lin, H.v.K. u.d. Französische Revolution. Das Erdbeben in Chili, Die Verlobung in St. Domingo u. Michael Kohlhaas. Marburg 2008; - Karina Becker, Autonomie u. Humanität. Grenzen d. Aufklärung in Goethes "Iphigenie", Kleists "Penthesilea" u. Grillparzers "Medea". Frankfurt/M. 2008; - Torsten Hahn, Das schwarze Unternehmen. Zur Funktion d. Verschwörung bei Friedrich Schiller u. H.v.K. Heidelberg 2008; - H.v.K. Hrsg. von Ortrud Gutjahr. Würzburg 2008;- Albrecht Weber, K. Würzburg 2008; - Anja Gerigk, Literar. Hochkomik in d. Moderne. Theorie u. Interpretationen. Tübingen 2008; - Gesine Heddrich ; Wolfgang Friedrichs, H.v.K., Michael Kohlhaas. Analyse, Unterricht, Materialien. Rot a.d. Rot 2008;- Ingeborg Scholz, Erl. zu H.v.K., Michael Kohlhaas. 5. Aufl. Hollfeld 2008; - Brigitte Lühl-Wiese, H.v.K. Eine Paradoxe. Oberhausen 2008; - Penthesileas Versprechen. Exemplar. Studien über d. literar. Referenz. Rüdiger Campe (Hg.). Freiburg/Br. 2008; - Hans-Georg Schede, H.v.K. Reinbek bei Hamburg 2008; - K.-Handbuch. Leben-Werk-Wirkung. Hrsg. von Ingo Breuer. Stuttgart 2008; - Michael Rösener, K.-Rezeption in Frankreich anhand ausgew. Beisp. aus d. Zeitraum 1807 - 1955. Saarbrücken 2008; - Themen: K.s Briefwechsel - K. u. Königsberg 1806. Hrsg. von Lothar Jordan. Würzburg 2008;-
2009
Peter Horn, Verbale Gewalt oder K. auf d. Couch. Über d. Problematik d. Psychoanalyse von literar. Texten. Oberhausen 2009; - Dagmar Fischer, Kants Als-Ob-Wendungen in Kleists und Kafkas Prosa. Aufklärung/Kategorischer Imperativ d. Pflicht contra Passion/Juvenilität. Frankfurt/M. 2009; - Christine Mersiowsky, H.v.K., Die Marquise von O. u. weitere Texte. Unter Mitw. von Olaf Hildebrand. Hrsg. von Johannes Diekhans. Paderborn 2009; - Franziska Ehinger, Kritik u. Reflexion. Pathis in d. dt. Tragödie. Studien zu Andreas Gryphius, Friedrich Schiller, Heinrich von Kleist, Friedrich Hebbel u. Conrad Ferdinand Meyer. Würzburg 2009; - Jelko Peters, Heinrich von Kleist, Prinz Friedrich von Homburg. Textausg. mit Materialien. Braunschweig 2009; - Christine Mersiowsky, H.v.K., Die Marquise von O ..., Das Erdbeben in Chili u. weitere Texte. Hrsg. von Johannes Diekhans. Paderborn 2009;- Roland Kroemer u. Christia Melli, H.v.K., Prinz Friedrich von Homburg. Hrsg. von Johannes Diekhans. Paderborn 2009; - Max Kommerell, Geist u. Buchstabe d. Dichtung. Goethe - Schiller - Kleist - Hölderlin. Sonderausg., basierend auf d. 6. erg. Aufl. von 1991. Frankfurt/M. 2009; - Ghorbanali Askarian, Dramat. Handlung in Schillers "Wilhelm Tell" u. Ks. "Prinz Friedrich von Homburg". Berlin 2009; - Helmut Bachmaier, H.v.K., Amphitryon. Unter Mitarb. von Thomas Horst. Durchges. Ausg. Stuttgart 2009; - Claus Schlegel, Heinrich von Kleist, Prinz Friedrich von Homburg. Mit Materialien. Stuttgart 2009; - Hans-Georg Schede, H.v.K., Michael Kohlhaas. Braunschweig 2009; - Olaf Hildebrand, H.v.K., Die Verlobung in St. Domingo. Hrsg. von Johannes Diekhans. Paderborn 2009; - H.v.K., Prinz Friedrich von Homburg. Erarb. von Roland Kroemer und Christa Melli. Hrsg. von Johannes Diekhans. Paderborn 2009; - Maud Duval, L'influence de la soeur chez Goethe, Kleist, Brentano et Nietzsche. Paris 2009; - Wilhelm Große, H.v.K., Die Marquise von O... u. andere Prosa. Informationen f. Lehrerinnen u. Lehrer. Braunschweig 2009; - David Deißner, Moral u. Motivation im Werk H.v.K.s. Tübingen 2009;- Anna Kerkel, Das Absurde bei K. Berlin 2009; - Steven R. Huff, H.v.K.'s poetics of passivity. Rochester, NY 2009.
Letzte Änderung: 16.03.2010