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Band IV (1992) Spalten 348-349 Autor: Susanne Siebert

KOLLONITSCH, Sigismund v., Kardinal, * 30.5. 1677 in Wien, + 12.4. 1751 ebd. - K. ist der Neffe des Kardinals Leopold v. K. (s.d.). Nach dem Besuch des dt. Kollegs des Apollinaris in Rom erhielt K. am 22. Okt. 1699 die Priesterweihe. I.J. 1700 wurde er mit dem Kanonikat an der Kathedralkirche von Gran betraut u. zum Bischof von Scutari erhoben. Seit 1705 hatte er die Stellung eines Königl. Ungar. Rates inne. K. stiftete in Waitzen, wo er seit 1709 als Bischof wirkte, ein Piaristenkolleg. In der Nähe des kaiserlichen Hofes befand er sich seit 1716 als Fürstbischof von Wien, wo er 1732 zusammen mit anderen Ministern während einer Reise des Kaisers die Regierungsgeschäfte versah. 1727 wurde K. die Kardinalswürde von Papst Benedikt XII verliehen. 1734 erhielt K. die Berufung in die in die Kommission, die die Klagen der Protestanten in Ungarn untersuchte. 1738 wurde K. zum Konprotektor von Deutschland, 1743 zum Protektor von Ungarn u. Österreich ernannt. Bereits i.J. 1728 hatte K. als letzter seines Geschlechtes die Grafenwürde derer von Kollonitsch an Ladislaus, Freiherr v. Zay (den Sohn der Halbschwester seines Vaters) übertragen.

Lit.: Joseph Kopallik (Hrsg.), Regg. zur Geschichte der Erzdiözese Wien II, 327-372, Wien 1894; - Jöcher III, 717; - Wurzbach XII, 363-364; - Kosch KD II, 2276 f.; - LThK2 VI, 382.

Susanne Siebert

Letzte Änderung: 09.06.1998