KONRAD von Urach, Graf (auch K. oder Kuno von Zähringen genannt),
* 1170 oder 1172 (?), + 29.9. 1227, vermutlich (?) in Rom.
- K. war der Sohn des Grafen Egino IV. von Urach und der Agnes,
der Schwester Bertholds V. von Zähringen. Seine Ausbildung erhielt
er unter der Obhut seines Großonkels Rudolf, der Bischof von Lüttich
war. Nach seiner Priesterweihe erhielt K. an der Lütticher Kathedrale
ein Kanonikat (Domherrenstelle), doch schon 1199 verzichtete er darauf
und trat in das Kloster der Zisterzienser in Villers im Brabant ein;
bald wurde er Prior des Klosters und im Jahre 1209 Abt. Im Jahre 1214
wurde er als Abt nach Clairvaux berufen und drei Jahre später nach
Cîtaux, an die Wiege des Zisterzienserordens. Als er im Jahre 1219
in Ordensangelegenheiten in Rom weilte, ernannte ihn Papst Honorius
III., der ihm schon früher wichtige kirchliche Missionen anvertraut
hatte, zum Bischof der suburbikarischen Diözesen Porto und S. Rufina
im Range eines Kardinalbischofs. Der Papst spendete ihm persönlich
die Bischofsweihe. Noch zwei wichtige Missionen sollten K.s Leben
bestimmen: die erste in Frankreich (1220-1223) zielte auf die Bekehrung
der Albigenser, die zweite in Deutschland (1224-1226) auf die Förderung
des Kreuzzugs. Das Ergebnis der beiden Missionen war sehr bescheiden.
K. trug jedoch viel bei zur Hebung der kirchlichen und klösterlichen
Disziplin; er rief Synoden zusammen, gründete Klöster und ließ besondere
Förderung den Dominikanern zuteil werden. Auch sorgte er für die Bestrafung
der Mörder des Kölner Erzbischofs Engelbert I., der am 7.11. 1225
bei Gevelsberg von seinem Vettersohn Friedrich v. Isenburg, Vogt von
Essen, und dessen Genossen ermordet worden war. Im Jahre 1226 kehrte
K. nach Rom zurück, wo er im darauffolgenden Jahr starb. Gemäß seinem
eigenen Wunsch wurde er in der Abtei Clairvaux beigesetzt. Im Menologion
sowie im Kalendarium des Zisterzienserordens und im Katalog des Abtes
Johannes Cirey aus dem Jahre 1491 wird er zu den Seligen, die aus
dem Orden hervorgegangen sind, gezählt, doch ist ein Kult zu seinen
Ehren nicht sicher nachzuweisen.
Lit.: A. Ciaconius, Vitae et res gestae Pontificum Romanorum
et S. R. E. Cardinalium, Rom 16773, II, 60-63; - J. Strange
(Hrsg.), Caesarius Heisterbacensis: Dialogus miraculorum, Köln 1851,
152 f.; - Forschungen zur Dt. Gesch., Göttingen 1860-86, VII,
319-393; - S. Riezler, Gesch. des Hauses Fürstenberg, Tübingen
1883, 69-95; - P. Pressuti (Hrsg.), Regesta Honorii III, Rom 1888,
2 Bde.; - M. Gloning, Augsburg 1901; - A. Clément, Conrad
d'Urach ... Légat en France et en Allemagne, in: Revue bénédictine
22 (1905), 232-243, 23 (1906), 62-81, 373-391; - E. de Moreau,
L'Abbaye Villers-en-Brabant, Brüssel 1909, 51-54; - D. Willi,
Cistercienser-Päpste, -Kardinäle und -Bischöfe (= Cistercinser-Chronik
23-24), Braganza 1911-122, 21 f.; - L. Schmitz-Kallenberg
(Hrsg.)/C. Eubel, Hierarchia catholica medii aevi, Münster 1913-23,
2I, 5, 36; - A. Simon, L'Ordre des Pénitentes de S.te
Marie-Madeleine en Allemagne, Fribourg 1918, 15 ff.; - S. Lenssen,
Hagiologicum Cistercience, Tilburg 1948, I, 293 ff.; - G. Despie,
Bibliographie Nationale, Brüssel 1958/59, Bd. 30; - ECatt IV,
639; - DHGE XIII, 504 ff.; - LThK 2VI, 474.