KONSTANS I, römischer Kaiser, * 320 od. 323 n. Chr., + Febr.
350 bei Elne. - Flavius Iulius K. wurde als jüngster Sohn Konstantin
I u. seiner Frau Fausta 320 od. 323 n. Chr geboren. I.J. 333 wurde
er zum Caesar erhoben u. damit als einer der offiziellen Nachfolger
eingesetzt. Noch zu Lebzeiten bestimmte Konstantin I die Teile seines
Reiches Illyrien, Italien u. Afrika als Herrschaftsgebiete für K.
Neben K. waren seine beiden älteren Brüder Konstantius u. Konstantin
II (s.d.), sowie Konstantin I Neffen Dalmatius u. Hannibalianus als
Nachfolger eingesetzt. Vom Tode Konstantins I am 22. Mai 337 bis zum
9. Sept 337, als der Senat von Rom Konstantius, Konstantin u. Konstans
als Augusti proklamierte, galt kein Nachfolger als anerkannt. Am 23.
Nov. 337 wurde die Rückkehr aller von Konstantin I verbannten Bischöfe
erlassen. K. drängte Konstantin II, den nach Trier verbannten Athanasius
(s.d.) nach Alexandrien heimzusenden. Den Abschluß der Wirren, die
auf die Ermordung der designierten Nachfolger Hannibalianus u. Dalmatius
folgten, bewirkten die Söhne Konstantin I durch die bei ihrem Zusammentreffen
im Juni 338 in Viminacium (Widin/Bulgarien) vereinbarten Erlasse.
Die gegenseitige Mißgunst der älteren Brüder bewog sie, das Dalmatius
zugedachte Reichsgebiet (Dakien, Makedonien u. Thrakien) ungeteilt
Konstans zuzusprechen. Konstantin II beanspruchte, eine Art Vormundschaft
über K. auszuüben, der jedoch seit dem Herbst 338 die Herrschaft unabhängig
vom Willen Konstantinus II wahrnahm. Dieser forderte im Gegenzug die
Reichsteile Italien u. Afrika für sich zurück u. fiel schließlich
Anfang 340 in Oberitalien ein. Zu Beginn des Apr. 340 wurde sein Heer
von Truppen des K. bei Aquileja vernichtend geschlagen u. Konstantin
II in der Schlacht getötet. 342 lud K. Bischof Athanasius von Mailand
aus nach Trier ein u. drängte seinen Bruder Konstantius in einem Brief,
ein Konzil in der Angelegenheit dieses Anhängers des Nicänischen Bekenntnisses
einzuberufen, das im Sommer 343 in Sardica (Sofia/Bulgarien) stattfand.
In Afrika versuchte K., mit Hilfe seiner Gesandten Paul u. Macarius
in den Jahren 347-348 eine Politik der Wiedervereinigung der Donatisten
u. Katholiken zu betreiben. Auf dem Konzil von Karthago i.J. 348 wurde
die Beseitigung des Schismas bestätigt. Im Jan. 350 kam es zu einer
Verschwörung der Beamten u. des Heeres gegen K. u. am 18. Jan. ließ
sich der Offizier Magnentius während der Abwesenheit K.s auf einer
Jagd zum Kaiser ausrufen. K. floh u. wurde am Kastell Helena (heute
Elne) am Fuß der Pyrenäen eingeholt u. getötet.
Lit.: B.J. Kidd, A History of the Church to A.D. 461,
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- Karl Baus, Eugen Ewig, Hdb. d. KG II, 1 - Die Reichskirche nach
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Grundkurs, hrsg. v. Jos. Lenzenweger, Peter Stockmeier, K. Amon u.
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Susanne Siebert
Letzte Änderung: 06.11.2011