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Band IV (1992) Spalten 455-456 Autor: Susanne Siebert

KONSTANS I, römischer Kaiser, * 320 od. 323 n. Chr., + Febr. 350 bei Elne. - Flavius Iulius K. wurde als jüngster Sohn Konstantin I u. seiner Frau Fausta 320 od. 323 n. Chr geboren. I.J. 333 wurde er zum Caesar erhoben u. damit als einer der offiziellen Nachfolger eingesetzt. Noch zu Lebzeiten bestimmte Konstantin I die Teile seines Reiches Illyrien, Italien u. Afrika als Herrschaftsgebiete für K. Neben K. waren seine beiden älteren Brüder Konstantius u. Konstantin II (s.d.), sowie Konstantin I Neffen Dalmatius u. Hannibalianus als Nachfolger eingesetzt. Vom Tode Konstantins I am 22. Mai 337 bis zum 9. Sept 337, als der Senat von Rom Konstantius, Konstantin u. Konstans als Augusti proklamierte, galt kein Nachfolger als anerkannt. Am 23. Nov. 337 wurde die Rückkehr aller von Konstantin I verbannten Bischöfe erlassen. K. drängte Konstantin II, den nach Trier verbannten Athanasius (s.d.) nach Alexandrien heimzusenden. Den Abschluß der Wirren, die auf die Ermordung der designierten Nachfolger Hannibalianus u. Dalmatius folgten, bewirkten die Söhne Konstantin I durch die bei ihrem Zusammentreffen im Juni 338 in Viminacium (Widin/Bulgarien) vereinbarten Erlasse. Die gegenseitige Mißgunst der älteren Brüder bewog sie, das Dalmatius zugedachte Reichsgebiet (Dakien, Makedonien u. Thrakien) ungeteilt Konstans zuzusprechen. Konstantin II beanspruchte, eine Art Vormundschaft über K. auszuüben, der jedoch seit dem Herbst 338 die Herrschaft unabhängig vom Willen Konstantinus II wahrnahm. Dieser forderte im Gegenzug die Reichsteile Italien u. Afrika für sich zurück u. fiel schließlich Anfang 340 in Oberitalien ein. Zu Beginn des Apr. 340 wurde sein Heer von Truppen des K. bei Aquileja vernichtend geschlagen u. Konstantin II in der Schlacht getötet. 342 lud K. Bischof Athanasius von Mailand aus nach Trier ein u. drängte seinen Bruder Konstantius in einem Brief, ein Konzil in der Angelegenheit dieses Anhängers des Nicänischen Bekenntnisses einzuberufen, das im Sommer 343 in Sardica (Sofia/Bulgarien) stattfand. In Afrika versuchte K., mit Hilfe seiner Gesandten Paul u. Macarius in den Jahren 347-348 eine Politik der Wiedervereinigung der Donatisten u. Katholiken zu betreiben. Auf dem Konzil von Karthago i.J. 348 wurde die Beseitigung des Schismas bestätigt. Im Jan. 350 kam es zu einer Verschwörung der Beamten u. des Heeres gegen K. u. am 18. Jan. ließ sich der Offizier Magnentius während der Abwesenheit K.s auf einer Jagd zum Kaiser ausrufen. K. floh u. wurde am Kastell Helena (heute Elne) am Fuß der Pyrenäen eingeholt u. getötet.

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Lit.: B.J. Kidd, A History of the Church to A.D. 461, Vol. II (A:D: 313-408), 69-116, Oxford 1922, Reprint New York 1976; - Karl Baus, Eugen Ewig, Hdb. d. KG II, 1 - Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen, Freiburg, Basel, Wien 1973, 34 f., 38 f., 41 f., 63, 85, 144, 256; - Richard Klein, Die Kämpfe um die Nachfolge nach dem Tode Constantins des Großen, in: Byzantinische Forschungen VI (1979), 101-150; - Geschichte der Katholischen Kirche. Ein Grundkurs, hrsg. v. Jos. Lenzenweger, Peter Stockmeier, K. Amon u. R. Zinnhobler, Graz, Wien, Köln, 96, 107-110; - Pauly-Wissowa I, 7, Sp. 948-952; - Catholicisme III, 94 f.; - DHGE XIII, 583-584; - LThK2 VI, 477; - New Catholic Encyclopedia IV, 223, Washington 1967; - DCB I, 649-654.

Susanne Siebert

Letzte Änderung: 06.11.2011