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Band XVIII (2001)Spalten 795-797Eric Steinhauer

KEMPF, Timotheus (Alfons), katholischer Ordenspriester, Missionspublizist, Ordenshistoriker, Mitglied der Kongregation der Mariannhiller Missionare (CMM), * 26.1. 1901 in Holzkirchhausen bei Würzburg, † 14.11. 1986 in Rom. - Alfons Kempf entstammte einer bäuerlichen Familie. Nach dem Besuch der Volks- und Landwirtschaftsschule ging er 1925 nach Reimlingen zur Spätberufenenschule der Mariannhiller Missionare. Dort trat er nach dem Abitur auch ein. Er wurde nach dem Theologiestudium in Würzburg am 24.2. 1934 zum Priester geweiht. Kempf sollte danach seine Studien in Rom fortsetzen, doch eine schwere Krankheit vereitelte das. Er wurde nach seiner Genesung Novizenmeister in Kärnten. Wegen durch der nationalsozialistischen Herrschaft mußte er nach Deutschland zurückkehren und war in der (Schwestern-)Seelsorge tätig. Nach Kriegsende wurde er Schriftleiter der Mariannhiller Missionszeitschrift und des Missionskalenders die ab 1948 bzw. 1950 nach kriegsbedingter Unterbrechung wieder erscheinen konnten. Daneben kümmerte sich Kempf zusammen mit seinem Mitbruder Ferdinand Holzner um die Renovierung der barocken Klosterkirche von Mönchsdeggingen, wohin 1959 die Redaktion der Mariannhiller Missionszeitung umgezogen war. Bis 1965 leitete Kempf die Redaktion, dann widmete er sich dem Seligsprechungsprozeß von Abt Franz Pfanner (1825-1909), dem Gründer der Mariannhiller Missionare. 1964 war Kempf nämlich zum Vizepostulator für die Causa Pfanner ernannt worden. In dieser Eigenschaft sammelte er über lange Jahre, ab 1972 im Generalat in Rom, Schriften und Mitteilungen von und über Franz Pfanner. Dabei machte er ausführliche archivische Forschungen in ganz Europa. Das Ergebnis seiner Arbeit hat Kempf in vier umfangreichen Bänden zusammengetragen. Sie bilden die unerläßliche Quelle für jede ernsthafte Beschäftigung mit Leben und Werk Franz Pfanners und der Frühzeit der Mariannhiller Mission.

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Werke: Kloster Mönchsdeggingen, Öttingen 1964; Paul Coelestin Etighoffer, Kämpfer für Gottes Reich - Lebensbild eines großen Missionars, erg. und erw. von Timotheus Kempf CMM., 2. Aufl. Reimlingen 1967; Der Geist des Gründers. Gesammelte Predigten, Vorträge, Artikel und Aussprüche des Dieners Gottes Abt Franz Pfanner, Mönchsdeggingen 1967; Eine umfangreichere Sammlung hat Kempf in den folgenden vier Bänden vorgelegt: Unter Christen und Muslims: Wendelin P. Franz Pfanner, 1825-1880; ein Voralberger Priester u. Klostergründer; berarb. nach den Akten des Mariannhiller Generalat-Archivs Rom, der Vatikanischen Geheimarchive und zahlreicher europäischer Archive, Rom 1981; Der Herold Gottes in Südafrika - bearbeitet nach den Akten des Mariannhiller Generalats-Archivs, der Geheimarchive des Vatikans und der Propaganda, der von P. Alkuin Weiswurm CMM veröffentlichten Akten südafrikanischer Archive in The Dunbrody Episode, Mariannhill 1975, sowie zahlreicher europaischer Archive, 1. Band: Die mißglückte Abtei, Rom 1982; 2. Band: Mariannhill ist sein Name, Reimlingen 1983; 3. Band: Abt Franz unter dem Kreuz, Reimlingen 1984; Lothar Altmann, Timotheus Kempf, Mönchsdeggingen - Führer durch die Kloster- und Wallfahrtskirche, 3. Aufl. Regensburg 1995. Daneben eine große Zahl von Artikeln in der Mariannhiller Missionszeitung und im Missionskalender.

Lit.: Adalbert Ludwig Balling, Sie waren Boten der Liebe. Gute Menschen sterben nicht - Mariannhiller Portäts, Würzburg 1990, 247-250.

Eric Steinhauer

Letzte Änderung: 06.11.2011