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Band XXV (2005) Spalten 719-729 Autor: Dietmar Krause

KRAUSE-GRAUMNITZ, Heinz (Kurt Emil), Komponist, Musikwissenschaftler, geb. 11.5. 1911 in Dresden als zweiter Sohn des Amtsrates Kurt Krause und seiner Ehefrau Helene, geborene Graumnitz, gest. 31.3. 1979 in Leipzig. - Aufgewachsen mit einer fünf Jahre jüngeren Schwester und einem sieben Jahre älteren Bruder wurde er in der Geborgenheit eines liebevollen Elternhauses bereits sehr frühzeitig zum Musizieren angeregt. Wesentlichen Einfluß auf sein Denken und seine Gesamtentwicklung hatte die enge Verbindung zu seinem Bruder, durch den er den Weg zur praktischen Musik und zur Musikwissenschaft fand, wie er sich stets dankbar erinnerte. KrGr. besuchte neben der Grundschule die Dresdner Musikschule und später die Oberrealschule Dresden-Neustadt. Er war während der Schulzeit von 1926 bis zum Abitur und Studienbeginn 1930 bereits als ständiger Vertreter des Kantors der St.Petri-Kirche Dresden mit allen dabei anfallenden Aufgaben betraut. - Seine instrumentalen Fertigkeiten beschränkten sich nicht auf sein vorzügliches Klavier- und Orgelspiel; hatte er sich als Kind bereits auf Blockflöte und Mandoline versucht, spielte er nun auch Violine, Viola und Oboe, sein besonderes Interesse galt jedoch der Vokalmusik. KrGr. studierte ab April 1930 Musikwissenschaft und Germanistik am Landeskonservatorium Leipzig (u.a. bei den Professoren Robert Teichmüller (Klavier), Hermann Grabner (Komposition und Theorie), Max Hochkofler (Dirigieren), und Max Ludwig) und am Musikwissenschaftlichen Institut der Leipziger Universität (u.a. bei den Professoren Helmut Schultz (Musikwissenschaft), Theodor Kroyer (Musikgeschichte, Musikwissenschaft), und Hermann Zenck). Seit Herbst 1930 war er Mitglied des Madrigalkreises Leipziger Studenten (MLS), der Keimzelle des späteren Leipziger Universitätschores unter Leitung des Universitätskantors Friedrich Rabenschlag, dessen Vertreter im Amt er später wurde. Die freundschaftliche Verbindung der beiden Künstler bestand bis zum Tode Friedrich Rabenschlags; noch 1961 führte dieser im Festkonzert zum 35jährigen Bestehen des Leipziger Universtätschores Werke von KrGr. auf. - Mit seiner musikwissenschaftlichen Dissertation "Johann Beer 1655-1700 - Zur Musikauffassung im 17. Jahrhundert" promovierte er 1935 und trat im Juni 1935 eine Stelle als Kantor und Musiklehrer am Ehrlichschen Gestift in Dresden an. Das Studium schloß er dann 1936 mit den Staatsexamina an Konservatorium und Universität ab. Am Ehrlichschen Gestift zu Dresden setzte er seine künstlerische Arbeit u.a. mit der Gründung und Leitung des Heinrich-Schütz-Kreises und später des Collegium musicum der Deutschen Gesellschaft für Musikwissenschaft fort. Die Leistungen des Heinrich-Schütz-Kreises Dresden ragen aus der Schütz-Renaissance in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch seine Erstaufführungen in historisch korrekter Gestalt, großenteils auf Originalinstrumenten, nach den damals aktuell aufgefundenen Quellen heraus, wie uns Kritiker als Zeitzeugen berichten. Die nur kurze Zeit seiner Existenz (der Heinrich-Schütz-Kreis wurde 1937 aufgelöst) mindern diese Leistungen in keiner Weise. - Unser heutiges Bild von der Wieder- und Neuentdeckung des musikalischen Vermächtnisses von Heinrich Schütz in dieser Zeit wäre unvollständig ohne die Kenntnis und Beachtung der Verdienste des Heinrich-Schütz-Kreises Dresden. Außerdem setzte KrGr. auf Anraten seines Ordinarius der Musikwissenschaft Prof. Helmut Schultz (Universität Leipzig) die dort "sehr gut" beendeten Studien fort und widmete sich einer neuen wissenschaftlichen Arbeit über Clamor Heinrich Abel, die als Grundlage für eine spätere Habilitationsschrift dienen sollte, und die leider 1945 in Dresden verbrannte. Ab April 1937 war KrGr. Dozent für Musikgeschichte und Kapellmeister im Lehrauftrag an der Orchesterschule der Staatskapelle und später Dozent am Städtischen Konservatorium Dresden. 1937 heiratete er die zwei Jahre jüngere Annerose Mann, Tochter des Orthopädieschuhmachermeisters Hermann Mann und seiner Ehefrau Hedwig, geb. Schwärig aus Kamenz in Sachsen, die, ebenso wie ihre Schwester Susanne, dem Heinrich-Schütz-Kreis angehört und dort als versierte Continuo-Spielerin gewirkt hatte. Der Zweite Weltkrieg riß KrGr. fast vom ersten Tage an aus seiner Laufbahn. "Glückliche Zufälle", wie er selbst schrieb, führten ihn zu einem Musikkorps, dessen "Musikleiter" er 1942 wurde und mit dem er beachtliche Sinfoniekonzerte, Opern-, Operetten- und Ballettabende, u.a. mit Gesangs- und Ballettsolisten der Wiener Staatsoper, durchführte. Mit fast dem gesamten Musikkorps kam er im April 1945 bei Soest in Westfalen in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst im Oktober 1946 entlassen wurde. Damit begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt, so wie für viele Überlebende des Infernos. Seine Kraft, sein künstlerisches Engagement wollte er nun für die humanistischen Ideale, die er sich durch Schule und Studium erworben und zu eigen gemacht hatte, einsetzen. Die Kriegserlebnisse und der Schmerz über die Folgen, so der Verlust von zahlreichen Verwandten und Freunden, die seelischen Wunden bei den Überlebenden und bei ihm selbst, der Trümmerhaufen, der einmal seine geliebte Vaterstadt war, formten seine Haltung auch zu den Unvollkommenheiten der Nachkriegsgegenwart: "Alles, nur nicht wieder Krieg!" bestimmte seine humanistische Grundhaltung. - Krieg und Nachkriegszeit gaben so durch ihre Zwänge auch dem Leben von KrGr. eine neue, andere Richtung, ohne daß er die Bindungen zur Chormusik und besonders zu Heinrich Schütz je verlor. Bis 1953 folgten zunächst Jahre praktischer Tätigkeit als Theaterkapellmeister und Musikdirektor an verschiedenen Theatern. Diese sieben Spielzeiten waren für ihn von einer außerordentlichen Intensität und Arbeitsfülle gekennzeichnet. Seine frohe Aufbruchstimmung, sein großes Aufatmen nach den Kriegsjahren teilte sich seinen Orchestern und Sängern mit und strahlte auf das Publikum aus, ein dankbares Publikum, dessen Interesse und Fähigkeit, sich der Kunst, sich guter Musik aufzuschließen, es zu wecken galt: War es diesen Menschen doch oft erstmals möglich, weil erschwinglich, Theateraufführungen und Konzerte zu besuchen. Dem Theater- und Kunsthunger gerecht zu werden, erforderte hohe künstlerische Qualität, Vielfalt und eine kulturelle Bildung des Publikums. KrGr. wurde diesen Anforderungen in hohem Maße gerecht. Er dirigierte in diesen sieben Spielzeiten 43 verschiedene Sinfoniekonzerte mit je einem gesonderten Einführungsabend unter Mitwirkung der Orchester, 27 Sonder- und Kammerkonzerte, 22 Opern- und 21 Operetten-Neueinstudierungen, sowie zahlreiche Sonderveranstaltungen der Klangkörper "seiner" Theater. Er schrieb in dieser Zeit u.a. einige Bühnenmusiken, ein "Festliches Vorspiel für Orchester", eine (nie aufgeführte) Operette, einen Hebbel-Liederzyklus sowie zahlreiche Beiträge für die jeweiligen Programmhefte, die fast lückenlos im Krause-Graumnitz-Archiv der Akademie der Künste in Berlin vorliegen. Die damals junge Leipziger Theaterhochschule wurde auf ihn aufmerksam, sie suchte erfahrene Kräfte, die jungen Menschen reiche und gute Erfahrungen aus der Praxis auf hohem wissenschaftlichen Niveau vermitteln sollten. Im Jahre 1953 übernahm er, einer entsprechenden Berufung folgend, hier den Aufbau eines neuen Lehr- und Forschungsbereiches "Musiktheater" und hielt Vorlesungen über "Dramaturgie und Geschichte des Musiktheaters". Neben einer Reihe wissenschaftlicher Veröffentlichungen (u.a. "Der Wahnmonolog", 1960; "Vom Wesen der Oper", 1969) entstanden in dieser Zeit zahlreiche kompositorische Arbeiten, die zum Teil in bedeutsamen Aufführungen in Berlin, Dresden und Leipzig uraufgeführt, fast ausnahmslos vom Rundfunk produziert und zum Teil im Druck, vor allem bei Breitkopf & Härtel und bei Peters verlegt wurden. Seit 1962 erschienen auch mehrere Schallplatten mit seinen Werken. - Aufgrund dieser erfolgreichen künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Tätigkeit erfolgte im Frühjahr 1961 seine Berufung als "Künstlerischer Leiter" an das Konservatorium Rostock mit der Aufgabe, die Umwandlung des Konservatoriums zur Hochschule vorzubereiten, die für 1966 vorgesehen war. Zum 01.01.1963 wurde KrGr. als Direktor dieses Konservatoriums berufen. Nach der Neuprofilierung der Konservatorien durch das Ministerium für Kultur der DDR im Jahre 1963 war von einer Hochschule nicht mehr die Rede, im Gegenteil, es wurde nach Zusammenlegung mit der Volksmusikschule Rostock per 1.9. 1963 als neuer Schultyp das "Konservatorium Rostock, Bezirksmusikschule" gebildet. KrGr. gab durch seine Kompositionen und durch seine Verbundenheit mit dem künstlerischen Laienschaffen insbesondere der Vokalmusik wichtige Impulse, er leitete zusätzlich zu seinen beruflichen Pflichten in Leipzig und Rostock Chöre, die auf diese Weise neben aktuellen Werken auch stets die alten Meister, wie Schütz, Josquin de Prez, die bekannten Klassiker, Romantiker und andere als Basis wertvoller Vokalmusik kennenlernten. Bereits bei Beginn der Neuprofilierung der Konservatorien 1963 erreichte ihn ein Ruf der Theaterhochschule Leipzig zur Rückkehr. Pflichtbewußtsein hielt ihn noch bis 1966 in Rostock, dann folgte er der erneuten dringenden Bitte aus Leipzig und nahm zum Herbstsemester 1966 seine Lehrtätigkeit an der Theaterhochschule wieder auf. Er wirkte hier bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1976. Alsdann setzte er seine lebenslange Forschungstätigkeit mit der Arbeit an seinem musikwissenschaftlichen Hauptwerk "Heinrich Schütz - sein Leben im Werk und in den Dokumenten seiner Zeit" intensiv fort. Obwohl seit langem an einer noch aus dem Kriege stammenden schweren Herzkrankheit leidend, kam sein früher Tod völlig unerwartet. Er riß ihn am 31.3. 1979 mitten aus der Arbeit am Zweiten Buch dieses Werkes. Am Mittag schrieb er als letzte Worte im Manuskript über Schützens "Symphoniae sacrae": "...schweigt die Singstimme", und nach der Mittagsruhe ereilte ihn der plötzliche Herztod. Seine Witwe Annerose, mit Künstlernamen Annerose Mann (Rezitatorin, Stimmbildnerin, Sprecherzieherin, Pianistin) hatte schon zu seinen Lebzeiten intensiv und aktiv am Werk von KrGr. mitgearbeitet. Sie widmete sich in den folgenden Jahren mit Hingabe der Erhaltung seines Werkes, sie konnte u.a. die Errichtung des Krause-Graumnitz-Archivs bei der Akademie der Künste (damals noch "der DDR") erreichen sowie unter unsäglichen Schwierigkeiten seine Schütz-Monographie (als Manuskript gedruckt, Bd. I, Leipzig 1985 und 1988, Bd. II als Fragment, Leipzig 1988) herausgeben. Annerose Mann verstarb nach Jahren schwerer Krankheit am 1.5. 1997. KrGr. und Annerose Mann fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Leipziger Südfriedhof (Abt. XXIII, Rab. 150/151). Die Akademie der Künste in Berlin bewahrt den kompositorischen und wissenschaftlichen Nachlaß von KrGr. (www.adk.de/deutsch/verz_musik_fst.html). Im Familienbesitz befindet sich außerdem das Privatarchiv (www.krause-graumnitz.de), das die Sichtung restlicher Teile des Nachlasses sowie persönlicher Dinge übernommen hat. Das Familienleben im Hause KrGr. war geprägt von Großzügigkeit, ausgleichender Fröhlichkeit und optimistischer Lebenshaltung gepaart mit der Freude an schöpferischem Tun. Goethes Worte aus "Palaeophron und Neoterpe": "Die Tätigkeit ist, was den Menschen glücklich macht" war die oft zitierte Maxime. Heinz Krause-Graumnitz war ein bescheidener, großzügiger Mensch und durch seine Tätigkeiten ein bedeutender Künstler und hervorragender Musikwissenschaftler. Er hat durch sein Wirken gezeigt, daß sich humanistischer Geist unabhängig vom herrschenden System in der Weltsprache Musik artikulieren kann.

Werke: Kompositionen: Quem pastores laudavere, Choralmotette im alten Stil, für gemischten Chor a-cappella (Text: lat., dt.: Nikolaus Herman 1559 u. Matthäus Ludecus 1589), (1930); Fünf geistliche Gesänge nach Gedichten von Hebbel und Eichendorff, zu vier Stimmen, gesetzt für das Klavier und eine Singstimme (Menschenschicksal, Text: Christian Friedrich Hebbel, Morgengebet, Der Einsiedler, Nachtlied, Nachtgruß, Texte: Joseph von Eichendorff), (1930); Zwei Klavierlieder, für Singstimme und Klavier (Es steht eine Burg, Text: Joseph von Eichendorff, Du hast Diamanten und Perlen, Text: Heinrich Heine), (1931); Bühnenmusik zu Georg Büchners Leonce und Lena (1931); Frühlingsnacht, für Singstimme und Klavier (Text: Joseph von Eichendorff), (1932); Die Weihnachtsgeschichte, Motette in zwei Teilen, für vier-(acht)stimmigen gemischten Chor a-cappella (Text: Lukas 2/1-7, 8-11, 13, 14), (1932); Hellendorfer Blasmusik, für 4 Instrumente, (Satzbez.: 1., 2., 3. Beeren-Tantz, 4.), (1939); Die fremde Stadt, Bühnenmusik zu J.B.Pristleys gleichnamigem Stück, für Streichorchester und Harfe (Introduktion, Fanfare, Vorspiel 2.Akt, Vision), (1947); Bühnenmusik zu einem Weihnachtsmärchen (Zwischenaktmusik), für 2 Flöten, evtl. Klarinette, Oboe, Fagott, 3 Hörner, Posaune, Pauken, Harmonium, Violine, Viola., Violoncello, Kontrabaß (1947); Roselind, Bühnenmusik für ein Märchen von Schettler, für kleines Orchester (Tanzlied, Lied des Sängers, Schlummerlied, Schlußchor), (1948); Festliches Vorspiel, für großes Orchester (ca. 1950); Modeste Mignon, Operette nach Honoré de Balzac (Text: Peter Haarst und Gero Hilmar), (1950); Hebbel-Zyklus, für Sopran, Streichorchester, Harfe (Vom Traume, Von den Toten, Vom Glück), (1953);Rosettas Tanzlied, für Singstimme und Streichquartett (auch für Singstimme und Klavier, Text: Georg Büchner), (1953); Brecht-Zyklus, für gemischten Chor a-cappella (In den finsteren Zeiten (auch als Männerchor), Fragen eines lesenden Arbeiters, Gesang der Reiskahnschlepper (auch als Männerchor), Von der Freundlichkeit der Welt (auch als Frauen- und Männerchor), Lied der verderbten Unschuld, An meine Landsleute), (1956); Von Bäumen, Tieren und Menschen, Sechs Chorlieder, für 3-5 gleiche Stimmen nach Worten von Bertolt Brecht (Der Schneider von Ulm, Mailied, Der Pflaumenbaum, Die Pappel vom Karlsplatz, Die Vögel warten im Winter vor dem Fenster, Vom kriegerischen Lehrer), (1956); Bläserquintett Nr.1 (Kadenzen-Quintett), für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott (Introduktion, Elegie, Scherzo, Ballade, Rondo), (1957); Der Schäfer putzte sich zum Tanz, für gemischten Chor a-cappella (Text: Johann Wolfgang von Goethe), (1949, neuer Satz 1958); Lieder für Mädchen, die lieben, Ein Liederkreis, für Sopran und Streichquartett nach Worten von Reiner Kunze (Mädchen, ein Kind betrachtend, Ein Mädchen findet eine Feder, Wie sich an Schritten die Liebe zeigt, Die schlimme Stunde, Kommt er, Liebeslied, Früher Morgen, Gleichnis), (1958); Scherzlied, für gemischten Chor a-cappella, Text: Johanna Kraeger), (1958); Die Erzählung des alten Steuermanns, für Bariton, Männerchor und Instrumente (Text: Reiner Kunze), (1958); Song von der Entscheidung, für Bariton oder Mezzosopran und Instrumente (Text: Horst Blume), (1958); Die Flamme trägt den Himmel, für gemischten Chor a-cappella (Vorab-Bearbeitung aus der Weihnachtskantate Halm und Himmel stehn im Schnee, Text: Reiner Kunze), (1958); Hörspielmusik zu: Die goldenen Fingerspitzen (Text: Lieselotte Sewart), für Chor und Instrumente (1958); Hörspielmusik zu: Der unglücklich-glückliche Schneider (Text: Lieselotte Sewart), (1958); Zwei Chorlieder, für gleiche Stimmen (Du bist min, ich bin din, Text: Wernher vom Tegernsee, Unter der Linde, Text: Walther von der Vogelweide), (1958); Es waren zwei Königskinder, Satz für Frauenchor (Weise bei Friedrich Wilhelm Arnold, Pfennigmagazin, 1853, Text: Ludwig Erk), (1958); Whitman-Ode, für Bariton und Streichorchester nach Worten von Walt Whitman (1956/1959); Halm und Himmel stehn im Schnee, Eine Weinachtskantate nach Worten von Reiner Kunze für Soli, Chor, Kinderchor und Orchester (Am Morgen, Szene auf der Straße, Figuren der Weihnacht, Hymne mit Wiegenlied), (1959); Grabschriften für Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, für gemischten Chor a-cappella, Text: Bertolt Brecht, (1958); An die Nachgeborenen, Kantate nach Worten von Bertolt Brecht, für Soli, Chor und Orchester (Das Lied vom Wasserrad, Verjagt mit gutem Grund 1, Gesang der Reiskahnschlepper, Verjagt mit gutem Grund 2, Lied des Reishändlers, Verjagt mit gutem Grund 3, Keiner oder alle, Verjagt mit gutem Grund 4, Ballade von den Ossegger Witwen, Von der Freundlichkeit der Welt, Orchester-Zwischenspiel, Verjagt mit gutem Grund 5, An die Nachgeborenen), (1959); Hörspielmusik zu: China - Land der Zukunft (1959); Die Musik (Am Baume unter dem Regenbogen), für gemischten Chor a-cappella (auch für Singst. und Streichtrio, auch für 4stimmigen Männerchor), Text: Reiner Kunze, (1960); Zum neuen Jahr, für gemischten Chor a-cappella (auch für Singstimme und Klavier), Text: Siegfried Pfaff, (1960); Alle Welt tönt Harmonie, 4stimmiger Kanon, Text: Heinz Krause-Graumnitz, (1960); Aber hier wie überhaupt, 3stimmiger Kanon, Text: Wilhelm Busch, (1960); Ehre der Musik, 4stimmiger Kanon, Text: Christian Weise, (1960); Liebe, du uralte Weise, 4stimmiger Kanon, Text: Franz Fühmann, (1960); Jolanthe ist in Mais verliebt, für Singst. und Klavier, Text: Werner Lindemann, (1960); Hörspielmusik zu: Der Wunsch des Schmiedes Sebastian, Text: Bohumil Subrt, (ca. 1960); Das lachende Herz für Sopran oder Tenor und Klavier, Text: Johannes R. Becher, (1960); Das lachende Herz, Fünf Lieder am Klavier zu singen, für Singstimme und Klavier (Du bist mein, Text: Wernher vom Tegernsee, Unter der Linde, Text: Walther von der Vogelweide, Am Baume unter dem Regenbogen, Text: Reiner Kunze, Von der Freundlichkeit der Welt, Text: Bertolt Brecht, Das lachende Herz, Text: Johannes R. Becher), (1960); Kleine Melodie, für Streicher, Klarinette in A, Gitarre ad. lib., Klavier, Akkordeon und Schlagzeug (1960); Unseren Müttern, 4stimmiger Kanon, Text: Annerose Mann, (ca. 1960); Zur Namensgebung (Sei willkommen, Kind), 4stimmiger Kanon, Text: Gerd Semmer, (ca. 1960); Tanzlied (Unsre Wissenschaft ist heiter), 4stimmiger Kanon, Text: Franz Fühmann, (ca. 1960); O Adame, o Eve, Eine Arno-Holz-Kantate nach einem Text von Reiner Kunze (mit Versen von Arno Holz), für Sopran- und Baß-Solo, gemischten Chor und Kammer-Orchester (Introito glorioso, Dafnis Aufmunterung, Aria d'amore, Das Lied von Klein-Dorette, Dafnis Lob des Unvermeidbaren, Dafnis Grabgesang, Finale festante), (1960); Die Kunst der Tiere, Heitere Chorlieder mit einigen Instrumenten nach Texten von Reiner Kunze, für gemischten Chor und dessen Solisten (Prolog, Das Quartett, Vom Unwert der Lerche, Das Ende der Fabeln, Aber die Nachtigall jubelt), (1960/1961); Nachtschicht, für Baß, gemischten Chor und Orchester, Text: Hermann Feige, (1961); Bühnenmusik zu Goethes Faust für großes Orchester, Orgel und gemischten Chor 1. Fassung (1949), 2. Fassung (1961); Das Lied vom Schwung, für gemischten Chor (oder 1 Singstimme) und Orchester, auch für gemischten Chor a-cappella, auch für Singst. und Klavier, Text: Reiner Kunze (1961); Von der Freundlichkeit der Welt, Sechs Lieder am Klavier zu singen (Der Pflaumenbaum, Die Pappel vom Karlsplatz, Vom kriegerischen Lehrer, Texte: Bertolt Brecht, Die Musik (Am Baume unter dem Regenbogen), Text: Reiner Kunze, Stilles Sonett, Text: Johannes R. Becher, Von der Freundlichkeit der Welt, Text: Bertolt Brecht), (1958-1961); Ich sing den Frieden, Chorzyklus nach Poemen von Víteslav Nezval (Deutsche Nachdichtung von Kurt Barthel) für gemischten Chor a-cappella (1962); Fünf (Sechs) Orchesterlieder, für Singst. und Orchester (Die Musik (Am Baume unter dem Regenbogen), Text: Reiner Kunze, Rosettas Tanzlied, Text: Georg Büchner, Du bist mein, Text: Wernher vom Tegernsee, Unter der Linde, Text: Walther von der Vogelweide, Stilles Sonett, Das lachende Herz, Texte: Johannes R. Becher), (1962); Neue deutsche Weihnachtslieder (Quelle: Weihnachtskantate Halm und Himmel stehn im Schnee, Text: Reiner Kunze), für eine Singstimme und Klavier (Halm und Himmel stehn im Schnee, Die Flamme trägt den Himmel, Am Baume, Weihnachtsmann, alter Bart, Die tollkühnen Schlittenfahrer, Weihnacht, deine Gedanken sind hoch), (1962); Ich geh mit meiner Laterne, Sechs mecklenburgische Lieder, für gemischten Chor a-cappella (Laternenlied, Hüürt hei woll (Hört ihr wohl), Rosmarinenboom (Rosmarinenbaum), Julchen Smid (Julchen Schmidt), Rosen-Polka, Kleen Mann un groot Fruu (Kleiner Mann und große Frau), Textautor(en): nicht bekannt), (1963); Erhebe, Lied, dich zu den Sternen, Fünf Chorlieder nach Texten von Johannes R. Becher, für vierstimmigen Chor a-cappella (Wir wollen wieder singen lernen, Es sind die alten Weisen, Heimat, meine Trauer, Laßt uns abends sitzen vor den Türen, Es soll nunmehr ein Lied gesungen werden), (1963); Von Land und Lüd, Sechs neue niederdeutsche Lieder, für Singstimme und Klavier (auch in hochdeutscher Fassung zu singen), nach Texten von Fritz Meyer-Scharffenberg (Ick täuw up di (Ich warte auf dich), Verbaden Leiw (Verbotene Liebe), Wenn Pingsten is (Wenn Pfingsten ist), Sneistorm (Schneesturm), Vagel Krahn (Vogel Kran), Swienskopp mit Musik (Schweinskopf mit Kohl)), (1963); Das Unsere, Acht Chorpoeme, für vier- bis achtstimmigen gemischten Chor a-cappella nach Worten von Georg Maurer (aus dem Band "Gestalten der Liebe"), (1963); Quartettino (Streichquartett 1963), für 2 Violinen, Viola und Violoncello (Moderato, Andante cantabile, Allegro agitato, Molto animato), (1963); Vorspruch, für gemischten Chor a-cappella, Text: Heinz Krause-Graumnitz, (1963); Klavierquartett für junge Leute für 2 Violinen (oder Violine, Viola), Violoncello und Klavier), (1966); Land meiner Liebe (Das Lied von der Warnow), Kantate für Solo-Stimmen, Chor und Orchester nach Texten von Fritz Meyer-Scharffenberg 1967); Heiteres Vorspiel für ein Jugendorchester (1968); Vom Fluß der Dinge, Sechs Lieder, für eine Singstimme und Klavier nach Texten von Heinz Kahlau (Über Unruhe, Alles was wahr ist, Tiefer als Tod, Durch dich, Wunsch, Ermutigung), (1969); Land meiner Liebe, Acht Chorlieder, für gemischten Chor a-cappella (Vorspruch, Text: Heinz Krause-Graumnitz, Altdeutsches Minnelied, Text: Wernher vom Tegernsee, Unterm Lindenbaum, Text: Walther von der Vogelweide, Rosmarinenbaum, Textautor: nicht bekannt, Scherzlied, Text: Johanna Kraeger, Swienskopp mit Musik, Pfingstlied, Land meiner Liebe, Texte: Fritz Meyer-Scharffenberg), (Zusammenstellung 1969); Lieder meiner Heimat, Drei Lieder, für Männerchor a-cappella (Vorspruch, Text: Heinz Krause-Graumnitz, Jungsein, Text: Ria Hamdorf, Meine Heimat, Text: Trude Widder), (etwa 1969); Der Tag hebt sein Gesicht, Ein musikalisches Poem, für Sopran- und Tenor-Solo, eine Singgruppe (Männer- und Frauenstimmen), drei Solo-Frauenstimmen, vierstimmigen gemischten Chor und Streichorchester, Text: Johanna Kraeger, (1970); Mit sechzig, 3stimmiger Kanon, Text: Heinz Krause-Graumnitz, (ca. 1971); Drei Miniaturen für Klavier (Rasche Viertel, Ruhige Achtel, Schreitende Viertel), (1973); Seelingstädter Festmusik, für großes Orchester (Allegro, Andante, Allegro molto), (1974).

Schriften: Johann Beer (1655-1700) Zur Musikauffassung im 17.Jahrhundert, Diss. Leipzig 1935; Michail Iwanowitsch Glinka, in: Jahresfestschrift "kulturelle Gedenktage", Berlin 1957; Der Wahnmonolog, Studie zu Richard Wagners "Meistersinger von Nürnberg", in: Schriften zur Theaterwissenschaft, Bd. 2, Berlin 1960; Richard Wagners Wesendonklieder; Nachwort zur Faksimile-Ausgabe; Leipzig 1962; Georg Friedrich Händel: "Alexander", Zum festlichen Auftakt der Händel-Ehrung 1962, in: Gestaltung und Gestalten, Jahrbuch der Staatstheater Dresden, Dresden 1962; Banchieri: "La Pazzia Senile" (Madrigalkomödie) und Montverdi: 7 Madrigale, Wissenschaftliche Werkeinführung mit Notenbeispielen, Schallplattenbegleitheft Berlin 1967; Heinrich Schütz: "Die sieben Worte Jesu Christi am Kreuz" und "Kleine geistliche Konzerte", Werkeinführung (Schallplattentasche), Berlin 1967; Vom Wesen der Oper, Anthologie zur Geschichte des Musiktheaters, Berlin 1969; Heinrich Schütz: "Autobiographie (Memorial 1651)", Vorwort und Anmerkungen zur Faksimile-Ausgabe, Leipzig, 1972; Heinrich Schütz: Schütz-Biographie und Nekrologe, Vorwort und Anmerkungen zur Faksimile-Ausgabe, Leipzig 1972; Heinrich Schütz' schöpferische Gestaltung der zyklischen Großform - dargestellt an seinen "Musikalischen Exequien" des Jahres 1636, in: Bericht über die wissenschaftliche Konferenz für die Heinrich-Schütz-Festtage der DDR 1972, Berlin 1974 und in: "Heinrich Schütz in seiner Zeit" Hrsg. Walter Blankenburg, Darmstadt 1985; Richard Wagner: "Lohengrin", Einführung zur Faksimile-Ausgabe des Vorspiels zur Oper und der Einleitung zum 3. Aufzug, Leipzig, 1974; Johann Beer: "Musikalische Diskurse", Nachwort zur Reprint-Ausgabe Nürnberg 1729, Leipzig 1982; Heinrich Schütz - sein Leben im Werk und in den Dokumenten seiner Zeit, Erstes Buch: Auf dem Wege zum Hofkapellmeister (1585-1628), Hrsg. Annerose Mann, Leipzig 1985, 19882; Heinrich Schütz - sein Leben im Werk und in den Dokumenten seiner Zeit, Zweites Buch: Der Hofkapellmeister (1628-1642), (Fragment), Hrsg. Annerose Mann, Leipzig 1989; ferner: verschiedene Artikel in: Theaterdienst, Theater der Zeit, Musik und Gesellschaft u.a.

Lit.: Monika Freihof: Dort, wo meine Musik lebt, in: Leipziger Volkszeitung, 18.05.1961; - Werner Wolf: Heinz Krause-Graumnitz zum 60., in: Musik und Gesellschaft 5/1971; - Karl Laux: Schützsche Züge in der Musik der Gegenwart, in: Heinrich Schütz und seine Zeit, Bericht über die wissenschaftliche Konferenz des Komitees für die Heinrich-Schütz-Festtage der DDR 1972; Hrsg.: Kulturbund der DDR, Berlin 1974; - Autor unbek.: Hervorragende Leistungen mit Kunstpreisen geehrt (Kunstpreis der Stadt Leipzig 1976), in: Leipziger Volkszeitung, 13.10.1976; - Michael Stephanides: Heinz Krause-Graumnitz: Heinrich Schütz, in: Österreichische Musikzeitschrift Nr. 10/1985 Seite 559; - Matthias Herrmann: Der Heinrich-Schütz-Kreis, in: Sächsisches Tageblatt Dresden, 3.10.1985; - Dieter Härtwig und Karl Heller: MGG XI, Spalte 984, Kassel, Basel, London, New York 1963; - Josef Weiland: Heinz Krause-Graumnitz: Heinrich Schütz, in: Neue Zeitschrift für Musik, Nr.4/1986; - Hans Böhm: H. Krause-Graumnitz unvergessen, Sächsische Neueste Nachrichten, Mai 1986; - Dietmar Hiller: Bücher zu Heinrich Schütz, in: Musik und Gesellschaft 8/1986; - R.R.: Zu Ehren von Heinz Krause-Graumnitz, Mitteldeutsche Neueste Nachrichten, 20.11.1986; - T.S.: Schaffen von Heinz Krause-Graumnitz gewürdigt, Leipziger Volkszeitung; 22./23.11.1986; - Dietmar Krause: Der Heinrich-Schütz-Kreis in Dresden (1935 - 1937) Ein Beitrag zur Schütz-Renaissance in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Leipzig 2003 und in: Beiträge zur musikalischen Quellenforschung, Band 6, Bad Köstritz 2005.

Dietmar Krause

Letzte Änderung: 07.10.2005