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Band XVIII (2001)Spalten 835-836 Autor: Eric Steinhauer

LIESHOUT, Eustáquio van, katholischer Ordenspriester, Mitglied der »Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä und der Ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarssakramentes (SS.CC.)«, auch bekannt als »Picpus-Patres« oder »Arnsteiner Patres«. * 3.11. 1890 in Aarle-Rixtel/Niederlande, † 30.8. 1943 in Belo Horizonte/Brasilien. - P. Eustáquio gehörte zu den ersten Brasilienmissionaren seiner Ordensgemeinschaft. Er wollte schon von frühster Kindheit an Priester werden und besuchte zuerst die Lateinschule in Gemert, dann ab 1905 die höhere Schule der Picpus-Patres in Grave. Besonderen Eindruck hatte auf ihn der bekannte Südsee- und Aussätzigenmissionar der Kongregation, Damian de Veuster, gemacht. 1913 begann van Lieshout sein Noviziat im belgischen Tremelo. Seine erste Profeß legte er am 27.1. 1915 ab. Nach den ordensüblichen Studien wurde er am 10.8. 1919 zum Priester geweiht. Nach seiner Priesterweihe war er zunächst in der Seelsorge tätig, von 1919-1920 in Vierlingsbeek und von 1920-1925 in Bavel. 1925 nahm die niederländische Provinz die Mission in Brasilien auf, an der sich P. van Lieshout als einer der ersten beteiligte. Er gehört so zu den Gründervätern der brasilianischen Provinz. Wie schon in seiner niederländischen Heimat, so arbeitete er auch in Brasilien in der Pfarrseelsorge. Seine erste Station war Água Suja. 1934 wurde er nach Poá versetzt. P. Eustáquio kümmerte sich nicht nur um die seelischen Nöte der Menschen, er bot ihnen auch eine medizinische Grundversorgung an. In diesem Zusammenhang erwarb er sich einen Ruf als »Wunderheiler«. Die Menschen kam in einem solchen Andrang zu ihm, daß er 1941 unter dem Namen »P. José« nach Rio de Janeiro ging. Aber auch hier wurde er aufgespürt. Es folgten weitere Versetzungen nach Patrocinio und nach Belo Horizonte, doch der Strom der hilfesuchenden Menschen riß nicht ab. P. Eustáquio starb am 30.8. 1943 an den Folgen eines Insektenstiches. Nach seinem Tod setzte eine große Verehrung seines Grabes ein. Der Seligsprechungsprozeß ist eingeleitet.

Lit.: José Vicente de Andrade, Mão que abanção. Vida de Padre Eustáquio, Belo Horizonte 1973; - ders., Padre Eustáquio, Belo Horizonte 1990; - Alfred Elfrink, Posições e Artigos para a Construção do Proceso Informativo Ordinário da Causa de Beatificação e Canonização do Servo de Deus R.P. Eustáquio van Lieshout ss.cc., Belo Horizonte 1962; - Venancio Hulselmans, Padre Eustaquio Van Lieshout, o Vigario de Poá, Rio de Janeiro 1944; - Dalmas Mouly, Des miracles révolutionnent l'Amérique. Le Père Eustache thaumaturge du Brésil, Paris 1947; - Cor Rademaker, Geroepen om te dienen - De congregatie van de Heilige Harten (1800-1987), Bavel 1987, 285-287; - Sérgio Stein, Padre Eustáquio van Lieshout. Como encarnou a Carisma da Congregaçâo dos Sagrados Coraçôes de Jesus e de Maria, (Diss. Universitá Gregoriana) Rome 1991; - o.V., Ein neuer Seliger? P. Eustáquio van Lieshout SSCC (1890-1943), in: apostel 1999, 52-53.

Eric Steinhauer

Textanmerkungen:

Am 15 Juni 2006 wurde Lieshout seliggesprochen.

Literaturergänzung:

Benedictus PP. XVI, Venerabili Dei servo Eustachio van Lieshout, SS.CC., beatorum honores decernuntur, in: AAS 98.2006, S. 789-791.

Letzte Änderung: 28.01.2009