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Band V (1993)Spalten 152-154 Autor: Josef Urban

LOCH, Valentin, Dr. theol., katholischer Theologe, * 24.9. 1813 in Bamberg, + 14.6. 1893 in Bamberg. L. studierte von 1832-1838 am Lyzeum in Bamberg Philosophie und katholische Theologie und wurde am 22. September 1838 zum Priester geweiht. Anschließend Theologiestudium und am 14. August 1830 Promotion zum Dr. theol. in München. Kurzzeitig war er in der Stadtpfarrei Coburg tätig. Vom 15.6. 1840 bis zum 15.4. 1842 war er als Hauslehrer und Erzieher beim bayerischen Gesandten Karl Graf zu Spaur und Flavon in Rot tätig. Danach wurde er Kuratus bei St. Johann in München und Religionslehrer an der Landwirtschafts- und Gewerbeschule und am Polytechnikum in München, am 31.1. 1843 Theologieprofessor am Lyzeum in Amberg. Nach Aufhebung der theologischen Fakultät des Lyzeums wurde er am 1.10.1863 pensioniert; L. siedelte deshalb 1864 nach Bamberg über. Hier lehrte er zunächst vom 11. November 1865 an neutestamentliche Exegese, Einleitung ins NT, biblische Hermeneutik und biblische Archäologie und von 1876 an auch die alttestamentliche Exegese am Lyzeum. 1.1. 1868 erzbischöflicher Geistlicher Rat; 4.10. 1884 Emeritierung; 1889 päpstlicher Hausprälat. - Bedeutung erlangte L., »eine sehr kritische Natur, ein Mann des trockenen, reflectierenden Verstandes«, der zum ultramontanen Teil des Bamberger Klerus gehörte, zunächst auf dem wissenschaftlichen Gebiet der Exegese und Bibelübersetzung, indem er z.B. mit dem Regensburger Theologen Wilhelm Th. Reischl die gesamte Hl. Schrift übersetzte und mit praktischen Erklärungen versah. In seiner Bamberger Zeit widmete er sich auch der Landesgeschichte, war von 1875 bis 1883 Vorstand es Historischen Vereins Bamberg und veröffentlichte mehrere geschichtliche Beiträge. - Auf sozial-caritativem Sektor errichtete er Stiftungen (»St.-Martha-Asyl«; Stifung zur Zahlung der Umlagen für finanzschwache Bamberger Bürger; »Bücherstiftung für Kanditaten der Theologie am Lyzeum in Bamberg«) und vermachte zahlreiche testamentarische Legate.

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Werke: Das Dogma der griechischen Kirche vom Purgatorium, Regensburg 1842; Antheil des Markus Eugenikus an dem Fortbestehen des griechischen Schismas durch seine Agitation auf dem Concile zu Florenz und nach demselben, in: Jahresbericht von der Königlichen Studien-Anstalt in Amberg, Amberg 1844, 3-14; Biblia sacra Vulgatae Editionis iuxta exemplaria ex typographia Apostolica Vaticana Romae 1592 & 1593, 4 Bde., Regensburg 1849, 7. Aufl. 1899; Übersetzungsbuch aus dem Hebräischen in das Deutsche, Regensburg 1851; (Mit Wilhelm Reischl), Die heiligen Schriften des alten und neuen Testamentes nach der Vulgata mit steter Vergleichung des Grundtextes, 4 Bde., Regensburg 1851-1866; 2. Aufl. 1867-1870; 3. Aufl. 1883, neue illustrierte Ausgabe in 5 Bänden 1884 f.; 5. Aufl. 1914; Die Evangelien und Lectionen für alle Sonn- und Festtage des katholischen Kirchenjahres und der Fastenzeit, Regensburg 1859, 2. Aufl. 1861; H KAINH # IA # HKH. Novum Testamentum Textum Graecum ex Codice Vaticano, latinum ex Vulgatae editionis exemplaribus Romanis Correctum, Regensburg 1862 (auch in einer nur den griechischen Text enthaltenden Ausgabe); Vetus Testamentum Graece iuxta LXX interpretes, Regensburg 1866, 2. Aufl. 1886; Canones et Decreta sacrosancti oecumeici concilii tridentini, Regensburg 1869 (auch eine Ausgabe des deutschen Textes allein); Materialien zu einer lateinischen Grammatik der Vulgata, Programm zur Schlußfeier des Studienjahres 1869/70, Bamberg 1870; Katechismus nach dem Beschlusse des Concils von Trient für die Pfarrer, Regensburg 1872; Neuauflage von Christian Gottlob Wilke, Lexicon graeco-latinum in libros Novi Testamenti, Regensburg 1858, Jahresbericht im Bericht über das Bestehen und Wirken des historischen Vereins zu Bamberg, Bamberg 1875-1883; Schenkungsbrief von Conrad Zolner an das Kloster von St. Clara dahier, in: Bericht des Historischen Vereins Bamberg 38 (1876), 77-81; Fürstbischof Johann Georg II. als Präsident der Kaiserlichen Commission für den fränkischen Kreis zur Durchführung des Restitutionsedicts im Jahre 1629, ebd. 39 (1877), 33-103; Dr. Adam Martinet, ebd. 40 (1877), 303-316; Gedenkblatt für Herrn Pfarrer Georg Raab, ebd. 44 (1882), XXXXI-XXXXVII; Geschichte der Pfarrei zu Unserer Lieben Frau in Bamberg, im fünften Jahrhundert ihres Bestehens, 1787-1887, ebd. 50 (1888), 1-242; Notizen über den am 20. Mai 1891 auf Michaelsberge gemachten Fund, ebd. 53 (1891), 1-4.

Lit.: Heinrich Joachim Jäck, Zweites Pantheon der Literaten und Künstler Bambergs vom XI. Jahrhunderte bis 1844, Bamberg 1844, 80; - Gutenäcker Joseph, Verzeichnis aller Programme und Gelegenheitsschriften welche an den Kgl. Bayer. Lyceen, Gymnasien und lateinischen Schulen vom Schuljahre 1823/24 bis zum Schlusse des Schuljahres 1859/60 erschienen sind, Bamberg 1862, 112; - Jahres-Bericht über das Königl. Bayer. Lyceum, Gymnasium und über die lateinische Schule zu Bamberg, Bamberg 1866, 7; - Nachruf von Martin Katzenberger in: Königlich-Bayerisches Lyceum in Bamberg. Jahresbericht für 1892/93, Bamberg 1893, 18 f., 22-24; - ADB 52 (1906), 52 f.; - Friedrich Wachter, General-Personal-Schematismus der Erzdiözese Bamberg 1007-1907. Bamberg 1908, 301; - Josef Urban, Die Bamberger Kirche in Auseinandersetzung mit dem 1. Vatikanischen Konzil, Bamberg 1982; - Ders., Das Priesterseminar [Bamberg] und die Bamberger Theologie im 19. Jahrhundert, in: Seminarium Ernestinum. 400 Jahre Priesterseminar Bamberg, Bamberg 1986, 171-197; - Ders., Döllinger und Bamberg, in: Geschichtlichkeit und Glaube. Zum 100. Todestag Johann Joseph Ignaz von Döllingers (1799-1890), München 1990, 171-211.

Josef Urban

Letzte Änderung: 09.04.2011