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Band V (1993)Spalten 651-653 Autor: Klaus Reinhardt

MALVENDA, Thomas. Spanischer Dominikaner, Kirchen- und Ordenshistoriker, Exeget. * Mai 1566, nach anderen Biographen 1565, in Játiva (Valencia), † 7.5. 1628 in Valencia. Nachdem er bei den Dominikanern seiner Heimatstadt die ersten Studien absolviert hatte, trat er 1581 in Llombay (Valencia) in den Dominikanerorden ein. Von 1586 an lehrte er dort Logik und Philosophie, von 1590 bis 1600 Theologie. 1601 wurde vom Generalmagister seines Ordens nach Rom gerufen, um dort an den von Kardinal Baronius herausgegebenen Annales ecclesiastici mitzuarbeiten. Ferner revidierte er auf Geheiß seiner Oberen die liturgischen Bücher seines Ordens (Brevier, Martyrologium, Missale). Im Auftrag der Index-Kongregation unterzog er die Bibliotheca veterum Patrum von Marguerin de La Bigne (in 9 Bänden erstmals erschienen in Paris 1575-79, 2. Auflage 1598) einer kritischen Durchsicht und publizierte zusammen mit den Kardinälen Bellarmin und Baronius in Rom 1605 die Expurgatio Bibliothecae veterum Patrum, die in den späteren Ausgaben der Bibliotheca mitgedruckt wurde. Außerdem verfaßte er im Auftrag des Ordensgenerals eine Geschichte seines Ordens. Weil er darin die ihm zugänglichen Dokumente zunächst nur gesammelt hatte, ohne sie kritisch zu sichten, lehnte er selbst die Autorschaft für dieses Werk ab; es wurde 1627 in Neapel von seinem Mitbruder Domenico Gravina veröffentlicht unter dem Titel: Annalium sacri ordinis praedicatorum centuria prima (bis 1246). 1608 kehrte Malvenda nach Valencia zurück. 1610 wurde er vom Großinquisitor Spaniens, dem Erzbischof von Toledo Bernardo de Rojas y Sandoval, an den königlichen Hof in Madrid gerufen, um den Index novus expurgatorius librorum prohibitorum zu erstellen, der dann 1612 veröffentlicht wurde. Danach lebte M. wieder in Valencia, und zwar im Hause des Erzbischofs, seines Mitbruders Isidoro Aliaga. Dort widmete er sich ganz der Erklärung der Heiligen Schrift. 1615 begann er damit, die ganze Bibel neu ins Lateinische zu übersetzen und zu kommentieren. Das monumentale Werk, das viel Anerkennung, aber auch Kritik (Richard Simon) fand, blieb unvollendet; es bricht, bedingt durch Malvendas Tod, mit dem Kommentar zum Buch Ezechiel (16,6) ab.

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Werke: De antichristo libri XI (Roma 1604); De antichristo libri XIII (Valencia 1621; Lyon 1746); De paradiso voluptatis (Roma 1605); Commentaria in sacram Scripturam una cum nova de verbo ad verbum ex hebraico translatione variisque lectionibus. 5 Bde. (Lyon 1650, in Bd. 1 auch eine Biobibliographie Malvendas von Nicolás Figueres); Duodecim fragmenta ad sacram Scripturam pertinentia (hrsg. von N. Figueres) (Valencia 1655). - Zahlreiche Werke (Kommentare zur Summa theologica des Thomas von Aquin, kirchenhistorische und exegetische Abhandlungen) sind nur handschriftlich überliefert; sie befinden sich heute in der Universitätsbibliothek von Valencia.

Lit.: M. S. Blanquer, Tomás de Malvenda, su obra y su doctrina escatológica (Roma 1964, diss. masch.); - Laureano Robles, Documentación para un estudio sobre Tomás Malvenda, O.P. (1565-1628), in: Revista española de teología 38 (1978) 133-140; - Quétif-Echard I, 454-57; - Hurter III, 763-67; - ECatt VII, 1932-33 (Antonio Romeo); - LThK VI (1961) 1338 (J. Schmid); - RGG IV, 706 (P. F. Barton); - Diccionario de historia eclesiástica de España II (1972) 1406 (L. Galmés).

Klaus Reinhardt

Literaturergänzung:

2008

Gerhard Podskalsky, T.M.s "De Antichristo" (Lyon 1647). Zu e. Eckpfeiler d. byzant. Reichseschatologie, in: Endzeiten. Berlin [u.a.] 2008, S. 363-367.

Letzte Änderung: 09.04.2011