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Band XVIII (2001)Spalten 863-877 Autor: Gisela Riesenberger

MARTIN DU GARD, Roger, * 23.3. 1881 Neuilly-sur-Seine, † 23.8. 1958 Bellême. - Roger Martin du Gard wurde als Sohn eines Anwalts in Neuilly-sur-Seine geboren; seine Vorfahren waren seit mehreren Generationen Juristen. Die Herkunft aus dem Großbürgertum war für seinen Lebensstil ebenso wichtig wie für sein literarisches Werk. M. wuchs in Paris auf und besuchte die École Fénelon. Wegen unbefriedigender schulischer Leistungen schickte sein Vater ihn nach Passy zu Louis Mellerio, Lehrer am Lycée Janson-de-Sailly. Auffällig war M.s großes Interesse an Geschichte und Literatur, dem er nunmehr verstärkt nachkommen konnte. Sein Lehrer führte ihn in die französische Romantradition ein und machte den 17-Jährigen mit Tolstois »Krieg und Frieden« bekannt. Die Lektüre hinterließ bei dem jungen M. einen nachhaltigen Eindruck, so daß er sich entschloß, eine Karriere als Schriftsteller zu wagen. Dieser Entschluß bedeutete eine bewußte Absage an eine lange Familientradition und eine erste Distanzierung von den Zwängen einer bürgerlichen Lebensform, der er in seiner Lebensführung gleichwohl verhaftet blieb; die kritische Auseinandersetzung mit dem Bürgertum aber wurde das große Thema seiner Romane. Im Jahre 1898 legte er am Lycée Janson-de-Sailly die Reifeprüfung ab. - Dem Wunsch seines Vaters nach einer Berufsausbildung folgend, besuchte M. ab 1890 die École des Chartes, die 1897 in die Sorbonne eingegliedert worden war. Mit Unterbrechung durch den Militärdienst schloß er das Studium 1905 als >archiviste-paléographe> ab; seine Examensarbeit befaßte sich mit der archäologischen Erhebung der Abtei von Jumièges (Seine-Maritime). Das Studium an der École des Chartes war für den späteren Romanautor sehr wichtig: Er entwickelte Gespür für Geschichte und zeitgeschichtliche Probleme; er lernte die Bedeutung unparteilicher Objektivität und exakter Dokumentation bei der Darstellung der Wirklichkeit kennen. So prägte sich nach eigener Aussage seine »conscience scientifique«. - Nach dem Studienabschluß (1905) widmete sich M. ganz seinen literarischen Neigungen. Neben französischen Autoren las er englische (G. Eliot, Th. Hardy) und russische Schriftsteller (Tolstoi, Gogol, Tschechow, Dostojewski). Er besuchte die Vorlesungen bekannter Psychologen und Neurologen, was sich für die Darstellung der ärztlichen Tätigkeit und die Beschreibung von Krankheiten im Romanzyklus »Les Thibault«, vor allem in dem Teilband »La Mort du père« (1929), als fruchtbringend erwies. Gleichzeitig arbeitete er an seinem ersten Roman, der aber - da der Autor mit dem Entwurf nicht zufrieden war - unvollständig blieb. 1908 erschien der erste Roman »Devenir!«; einen weiteren Roman vernichtete M. wiederum - Selbstkritik gehörte zu den bemerkenswerten Eigenschaften des Autors. - Erst der Roman »Jean Barois« (1913) brachte den Durchbruch. André Gide äußerte sich begeistert und empfahl dem Herausgeber der Nouvelle Revue Française, das Manuskript zu veröffentlichen. Nach dem Zeugnis eines Zeitgenossen übte der Roman einen tiefen und nachhaltigen Einfluß auf die junge Generation aus, weil er die krisenhafte und fragwürdige Entwicklung der nur scheinbar stabilen bürgerlichen Schicht am Beispiel einer Familie und eines aus den familiären Zwängen ausbrechenden jungen Mannes aufzeigt, der letztlich aber am Widerspruch zwischen Wollen und Wirklichkeit scheitert. Den zeitgeschichtlichen Hintergrund bildet die Dreyfus-Affäre (1894-1906), die das französische Bürgertum nachhaltig erschütterte und zu einem Generationenkonflikt führte. Neben der Antithetik Staatsräson - Gerechtigkeit verkörpert sich in Jean Barois aber auch der Kampf zwischen Wissenschaft und Glaube (vgl. die Auseinandersetzung Paul Bourget - Anatole France). - M. lernte die Gruppe um die Zeitschrift La Nouvelle Revue Française kennen, u. a. den Literaturkritiker und Romancier Jean Schlumberger, den einflußreichen Redaktionssekretär der NRF Jacques Rivière (1886-1925), den Schriftsteller André Gide (1869-1951), mit dem er bis zu dessen Tod in spannungsreicher Freundschaft verbunden war, und schließlich Jacques Copeau (1879-1949), der 1913 das Théâtre du Vieux-Colombier gründete und mit seiner dramatischen Kultur einen großen Einfluß ausübte. Auf ihn ist zurückzuführen, daß M. im August 1913 die Bauernkomödie (»farce paysanne«) »Le Testament du Père Leleu« schrieb, neben »La Gonfle« (1928) seine gelungenste Komödie. Mit über 100 Vorstellungen bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs und mit der Aufnahme in das Repertoire der Comédie-Française (1938) war diese erste Komödie durchaus erfolgreich. M. war vom Theater so fasziniert, daß es seine ganze Kraft in Anspruch nahm. Noch während des Krieges unterstützte er das Projekt Copeaus, dem Théâtre du Vieux-Colombier eine Schauspielschule anzugliedern, um eine moderne Form der Commedia dell'arte zu realisieren. - Den Ersten Weltkrieg erlebte M. als Unteroffizier einer Transporteinheit. Schon in der École Fénelon von seinem Lehrer Marcel Hébert, einem überzeugten Sozialisten und Pazifisten, beeinflußt (vgl. N.s Tagebücher), verabscheute er von Anfang an den Krieg, hielt ihn für eine Barbarei. Seine antikriegerische Einstellung bewog ihn, in den Jahren 1931/32 pazifistische Manifeste zu unterschreiben. Wie viele Intellektuelle dieser Zeit hielt er die Verbindung von Pazifismus und Sozialismus für zukunftweisend; seine Auffassung änderte sich, als er die Unvereinbarkeit von Kommunismus und Individualismus erkannte. - Kurz nach der Entlassung aus der Armee zog sich M. nach Clermont (Oise) zurück und folgte, wie er selbst bekannte, seiner »wahren Berufung - dem Roman«. Auf der Grundlage eines detaillierten Plans begann er mit der Arbeit an dem von Anfang an als Romanzyklus gedachten Projekt »Les Thibault«. Zwischen 1922 und 1929 erschienen sechs Teile des Zyklus: Le Cahier gris (1922), Le Pénitencier (1922), La Belle Saison (2 Bde., 1923), La Consultation (1928), La Sorellina (1928), La Mort du père (1929); die Arbeit am begonnenen siebten Teil gab M. auf, weil die Konzeption ihm nicht mehr überzeugend schien. Den neuen siebten Teil veröffentlichte er 1936 unter dem Titel »L'Été 1914«, im Jahr 1940 erschien der abschließende Teil »Épilogue« (3 Bde.). Diese beiden Teile sind nicht nur umfangreicher als die sechs vorhergehenden zusammen; in »L'Été 1914« löste sich M. - wohl im Zusammenhang mit seiner Politisierung - vom realistisch-psychologischen Familienroman und wandte sich einer stark dokumentarisch geprägten Darstellung der Wochen vom 28. Juni 1914 (Attentat von Sarajewo) bis wenige Tage nach Kriegsbeginn zu; dabei nimmt die Schilderung sozialistisch-pazifistischer Vorstellungen und der Gegenposition einen breiten Raum ein. Für diesen Roman, in dem der Einfluß von Tolstois »Krieg und Frieden« deutlich erkennbar ist (vgl. die Rede in Stockholm), erhielt M. den Grand Prix littéraire de la Ville de Paris und - völlig überraschend für den Autor - den Nobelpreis für Literatur (1937). - Zwischen 1922 und 1937 nahm M. regelmäßig an den von Paul Desjardins (1859-1940) gegründeten und geleiteten »Décades de Pontigny« teil und festigte so seinen Platz in der französischen Literaturszene. Bei den jährlichen Zusammenkünften fanden sich Philosophen wie Léon Brunschvicg (1869-1944) sowie anerkannte Schriftsteller wie André Gide und François Mauriac ein, aber auch junge Autoren wie André Malraux. M. beeindruckte durch seine Zurückhaltung und Freundlichkeit; er ergriff nicht Partei und drängte auch niemandem seine Meinung auf. Neben den »Thibault« erschienen die Novelle »Confidence africaine« (1931), die ländlichen Skizzen »Vieille France« (1933; »roman«) und das Drama »Un Taciturne« (1933). - In der Vorkriegszeit lebte M. in Nizza, in Cassis, auf seinem Landsitz Tertre (Bellême) in der Normandie, während des Zweiten Weltkriegs hauptsächlich in Nizza. Er begann mit der Arbeit an dem Roman »Souvenirs du colonel Maumort«, den er aber nicht beendete. 1951, nach dem Tod André Gides, veröffentlichte er die »Notes sur André Gide«; für die Ausgabe seiner vollständigen Werke stellte er Auszüge aus seinen Tagebüchern zur Verfügung. Seine letzten Jahre waren von Krankheit überschattet. M. glaubte sich überlebt zu haben (»de me survivre«); er starb am 22. August 1958 auf seinem Landsitz Tertre. - Haupt- und Lebenswerk von M. ist der Romanzyklus »Les Thibault«, an dem er von 1920 bis 1940 arbeitete. Im Mittelpunkt dieser umfassenden sozialen Chronik einer französischen Familie vor und in den Wirren des Ersten Weltkriegs steht das gespannte Verhältnis zweier gegensätzlicher Charaktere, der Brüder Antoine und Jacques Thibault. Antoine verkörpert Ordnung und Maß, Jacques dagegen Nonkonformismus und Aufruhr. Mit seinem Romanwerk steht M. ganz in der Tradition des realistischen Gesellschaftsromans. Hier war Gustave Flaubert für den Autor von maßgeblicher Bedeutung - bereits 1924 nannte ihn die Literaturkritik den Flaubert des 20. Jahrhunderts. Wie seinem großen Vorbild ging es M. darum, die bürgerliche Gesellschaft möglichst objektiv darzustellen: Die Handlung in seinen Romanen ist dem täglichen Leben entnommen; die Personen sind in ihren Handlungen und Empfindungen trotz aller Verstrickungen Durchschnittsmenschen (»pas de monstres et pas de héros«). Darin unterscheidet er sich von seinem Freund André Gide, der sich für den Sonderfall und das Außergewöhnliche interessiert. Anders aber als im klassischen realistischen Roman gewinnen bei M. die einzelnen Personen eine größere Eigenständigkeit, weil der Autor sich um eine tiefere psychologisch-individuelle Ausgestaltung der Charaktere bemüht. So besteht der Roman »Jean Barois« zu weiten Teilen aus Dialogen (Dialog-Roman) - einer Technik, die der Autor meisterhaft beherrscht -, ohne daß die politisch-sozialen Verhältnisse vernachlässigt werden. - Die psychologisch-individuelle Vertiefung der Romanfiguren war eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Gesellschaftsromans zu einem Romanzyklus (roman-fleuve); M. gilt als wichtigster Vertreter dieser Gattung der Zwischenkriegszeit. Hinzu trat eine breitere Darstellung der historischen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse nicht nur als Hintergrund, sondern auch als Handlungsträger. - Bei dem Experiment, einen Romanzyklus vorzulegen, konnte sich M. auf Émile Zola berufen. Während bei Zola die einzelnen Teile jedoch nur lose miteinander verbunden sind, werden sie bei M. dadurch eng verknüpft, daß er den Romanzyklus als Familienroman anlegt. Ein weiteres Vorbild für ihn war Romain Rollands »Jean Christophe« (1904-1912); Rolland, der ebenfalls Tolstoi als seinen Lehrmeister betrachtete, hatte erstmals die Ideen seiner Zeit in den Mittelpunkt eines Romanzyklus gestellt - weniger bedeutend waren die Romanzyklen »La Chronique des Pasquier« (10 Bde., 1933-1946) von Georges Duhamel und »Les Hommes de bonne volonté« (27 Bde., 1932-1947) von Jules Romains. Gemeinsam ist all diesen Romanzyklen, daß sie die gleiche Epoche, ihre sozialen und politischen Spannungen sowie ihre geistigen Strömungen darstellen; unbestritten sind aber die Romane M.s das tiefgründigste Zeugnis dieser Zeit. - In »L'Été 1914«, M.s bestem Roman, ist das Vorbild von Tolstoi besonders deutlich erkennbar; M. war vor allem von der Darstellungskraft und der Romantechnik Tolstois beeindruckt; nicht weniger faszinierte ihn die Verknüpfung von Gesellschaftskritik mit historischer und politischer Entwicklung. Die Geschichte, die Chronologie und die Dokumentation sind die Strukturelemente dieses Romans, in dessen Verlauf die historische Entwicklung das Handeln der Individuen dominiert, wenn auch das politische Geschehen allmählich an Gewicht verliert. - In allen Romanen beschränkt sich M., entsprechend der Tradition des realistischen Gesellschaftsromans, auf die Darstellung der Wirklichkeit. Der Bereich jenseits konkreter Gegebenheiten ist dem menschlichen Verstand nicht zugänglich; er wird aber nicht ausdrücklich geleugnet, so daß existenzielle Fragen wie nach dem Sinn des Lebens bzw. des Todes oder nach den Grenzen des Menschen immer wieder anklingen. Der Stil ist einfach und klar, nicht so ausgefeilt wie bei seinem Vorbild Flaubert. M. bewegte sich letztlich im Rahmen der Denk- und Darstellungsformen des Realismus; er überraschte die zeitgenössische Literatur weder mit intellektuellen Impulsen noch mit formalen Experimenten. Darin liegt wohl auch der Grund, daß M.s so lebendiges Romanwerk zwar vom Publikum und von der Literaturkritik mit großer Zustimmung aufgenommen wurde, daß sich die Literaturwissenschaft jedoch erst in den siebziger Jahren ernsthaft mit diesem Meisterwerk des traditionellen Romans auseinandersetzte. Bereits in den fünfziger und sechziger Jahren wurde M. gerühmt als einer der wenigen Autoren, die an das Fortbestehen einer kulturellen Tradition glaubten; sein Werk galt als »œuvre classique«, als »monument classique«. Ausdruck dieser öffentlichen Wertschätzung ist die Aufnahme seiner »Œuvres complètes« in die »Bibliothèque de la Pléiade« im Jahre 1955. Mit der Verfilmung seines Romanzyklus »Les Thibault« durch die ORTF (1971/72) in sechs Episoden zu je 1 1/2 Stunden erreichte seine Beliebtheit einen neuen Höhepunkt. Inzwischen befaßte sich auch die Literaturwissenschaft intensiv mit M.s Werk, das schon längst zum kulturellen Erbe Frankreichs zählte.

Bibliographie: Talvart-Place, Bibliographie des auteurs mo-dernes de langue française (1801-1956), Bd. 13, Paris 1956, 195-207; Roger Martin du Gard. Bio-Bibliographischer Anzeiger, Moskau 1958, 43 S. Staatliche Bibliothek der fremdsprachlichen Literatur; O. Klapp, Bibliographie der französischen Literaturwissenschaft, 3 Bde., Frankfurt a. M. 1960-63; J. Schlobach, Geschichte und Fiktion in »L'Été 1914« von Roger Martin du Gard, München 1965, 275-293; Cl. Sicard, État présent des études sur Roger Martin du Gard, in: L'Information littéraire 40 (3-4) 1988, 35-41; J.-Fr. Massol/P. Bardel/A. Daspre, Roger Martin du Gard. Études et publications récentes, in: Revue d'histoire littéraire de la France, Sept.-Okt. 1994, 808-817.

Werke: Ausgaben: Œuvres complètes. Vorw. Albert Camus, 2 Bde., Paris (Pléiade) 1955; Œuvres complètes, 7 Bde., Paris (Folio) 1972. - Weiter: L'Abbaye de Jumièges (Seine-Inférieure). Étude archéologique des ruines, Montdidier 1909; L'Une de nous ... Étude, Paris 1910; Noizemont-les-Vierges, Lüttich 1928; Dialogue, Paris 1930; Discours de Stockholm 1937, in: La Nouvelle Nouvelle Revue Française XIII, Mai 1959, 956-60; Übersetzung des englischen Romans »Olivia« von Olivia in Zusammenarbeit mit dem Autor. Vorwort R. Lehmann, Paris 1949; Correspondance André Gide - Roger Martin du Gard. Einführg. Jean Delay, 2 Bde., Paris 1968; J.-Cl. Airal/M. Rieuneau (Hrsg.), Correspondance génerale de Roger Martin du Gard, Paris 1988.

Übersetzungen: Die Thibaults. Die Geschichte einer Familie, 6 Bde., Wien 1928/29 (enthält: Das graue Heft, Die Besserungsanstalt, Sommerliche Tage, Die Sprechstunde, Sorellina, Der Tod des Vaters); Berlin 21979; Die Thibaults. Die Geschichte einer Familie, Hamburg/Wien 1960 (vollständig); Die Thibaults. Die Geschichte einer Familie, Reinbek (rororo) 1960 (enthält die ersten 6 Romane); Die Thibaults. Die Geschichte einer Familie, Wien 1984; Jean Barois, Wien 1930; Enge Verhältnisse. Die kleine Welt des Herrn Joigneau, Wien 1963; Das Geständnis, Bremen 1992.

Lit.: R. Lalou, Roger Martin du Gard. Bibliographie von H. Talvart, Paris 1937; - G. Alméras, La médecine dans »Les Thibault« de Roger Martin du Gard, Paris 1946; - Cl. Borgal, Roger Martin du Gard, Paris 1957; - P. Daix, Réflexions sur la méthode de Roger Martin du Gard, Paris 1957; - Hommage à l'écrivain des Thibault, in: Le Figaro littéraire, 30. August 1958 (Sondernummer); - Hommage à Roger Martin du Gard, in: La Nouvelle Revue Française, 1. Dez. 1958 (Sondernummer); - Roger Martin du Gard, in: Les Livres de France, Jan. 1960 (Sondernummer); - J. Schlumberger, Préface aux Thibault, Paris 1960; - G. Brenner, Martin du Gard, Paris 1961; - R. Gibson, Roger Martin du Gard, London 1961; - T. Gorilovics, Recherches sur les origines et les sources de Robert Martin du Gard, Budapest 1962; - D. Boak, Roger Martin du Gard, Oxford 1963; - N. Dormoy-Savage, L'influence de Tolstoï dans l'oeuvre de Roger Martin du Gard, Paris 1964 (Diss. Masch.-Schr.); - R. Robidoux, Roger Martin du Gard et la religion, Paris 1964; - A. Descloux, Psychanalyse du docteur Thibault de Roger Martin du Gard, Paris 1965; - H. Emeis, Medizin, Krankheit und Tod im Werke Martin du Gards, Diss. Kiel 1965; - J. Schlobach, Geschichte und Fiktion in »L'Été 1914« von Roger Martin du Gard, München 1965; - H. Schmökel, Roger Martin du Gard. Versuch einer Einordnung und Deutung seines Werkes, Diss. Kiel 1966; - H. Jacobson, L'expression imagée dans »Les Thibault« de Roger Martin du Gard, Lund 1968; - D. L. Schalk, Roger Martin du Gard. The Novelist and History, New York 1968; - R. Roza, Roger Martin du Gard et la banalité retrouvée, Paris 1970; - M. Gallant, Le thème de la mort chez Roger Martin du Gard, Paris 1971; - R. Garguilo, La genèse des Thibault de Roger Martin du Gard, Paris 1974; - P. Metzke, Roger Martin du Gard in Frankreich. Zur Rezeption von »Les Thibault«, Diss. Heidelberg 1974; - C. Sicard, Roger Martin du Gard. Les années d'apprentissage littéraire (1881-1910), Paris 1976; - R. Jouejati, The Quest for Total Peace. The Political Thought of Martin du Gard, London 1977; - Centenaire de Roger Martin du Gard (1881-1981), in: Bulletin de l'association des amis d'Ande Gide 9 (52) 1981 (Sondernummer); - G. Neumes, Religiosität, Agnostizismus, Objektivität. Studien zu Werk und Ästhetik Roger Martin du Gards, Frankfurt a. M./Bern 1981; - Roger Martin du Gard, in: Revue d'histoire littéraire de la France 82/1982 (Sondernummer); - S. M. Samuels, »Les Thibault« by Martin du Gard. A Study of Point of View and Related Techniques, Oxford 1982; - H. Emeis, L'âme prisonnière. Analyses de l'œuvre de Roger Martin du Gard, Albi 1983; - A. Daspre/J. Schlobach (Hrsg.), Roger Martin du Gard. Colloque de Saarbrücken ..., Paris 1984; - P. M. Cryle, Martin du Gard ou de l'intégrité de l'être à l'intégrité du roman, Paris 1985; - H. Emeis, L'agonie de M. Thibault, in: Revue d'histoire littéraire de la France 88 (4) 1988, 748-757; - C. N. Lee, The Theme of Death in War and Peace and The Thibaults, in: J. G. Harris (Hrsg.), American Contributions to the Tenth International Congress of Slavists, Sofia, September 1988: Literature, Columbus 1988, 241-253; - R. Mallaghan, Le Lieutenant-Colonel de Maumort. A Posthumous Life, in: R. Gibson (Hrsg.), Studies in French Fiction in Honour of Vivienne Milne, London 1988, 241-253; - M. J. Taylor, Martin du Gard's »Jean Barois«. A Study in Irony, in: Nottingham French Studies 27 (1), Mai 1988, 24-34; - Br. Pocknell, The »Théâtre du Vieux-Colombier« and the Re-newal of the commedia dell'arte in France, in: D. Pietropaolo/M. de P. Lorch (Hrsg.), The Science of Buffoonery. Theory and History of the commedia dell'arte, Ottawa 1989, 279-298; - J.-Fr. Massol, La nouvelle et le roman-fleuve. À propos de Martin du Gard, in: Poétique 21 (81), Febr.1990, 748-757; - J. Malavie, De la sincérité difficile au mensonge dans »La Belle Saison« de Martin du Gard, in: L'information littéraire 43 (2) 1991, 30-42; - M. Rieuneau, L'Épistolier, in: Europe - Revue littéraire mensuelle 70 (762), Okt. 1992, 79-97; - J. Schlobach, Les Thibault. Du roman d'une famille au roman d'une époque, in: ebd., 30 41; - D. Durosay, L'Afrique de Martin du Gard et celle de Gide. Réponse à David Steel sur l'influence de »La Belle Saison« dans les motivations du »Voyage au Congo«, in: Bulletin des amis d'André Gide 20 (94), April 1992, 151-175; - D. Steel, Coïncidences africaines. »La Belle Saison« des Thibault et le »Voyage au Congo«. D'un film à l'autre, in: ebd., 143-149; - B. Alluin (Hrsg.), »La Belle Saison« et »L'Été 1914« de Roger Martin du Gard, in: Revue d'étude du roman du XXe siècle 15, Mai 1993; - H. Emeis, André Gide et »Un Taciturne«, in: Bulletin des amis d'André Gide 22 (101), Jan. 1994, 113-125; - A. Ablamowicz, Deux frères et deux mondes opposés, in: G.-A. Perouse (Hrsg.), Doubles et dédoublement en littérature, Saint-Étienne 1995, 151-160; - Fl. Callu, Georges Duhamel et Roger Martin du Gard dans l'entre-deux-guerres, in: A. Lafay (Hrsg.), Georges Duhamel et l'ideé de la civilisation, Dijon 1995; - A. Daspre, Du bonheur selon Roger Martin du Gard, in: C. Biondi u. a. (Hrsg.), La quête du bonheur et l'expression de la douleur dans la littérature et la pensée françaises, Genf 1995; - P. Ruter, L'apparition des personnages dans »Les Thibault«, in: Littératures 34, Frühjahr 1996, 277-287; - Cl. Sicard, Roger Martin du Gard et Gustave Flaubert. Sous bénéfice d'inventaire, in: J.-L. Cabanes (Hrsg.), Voix de l'écrivain, Toulouse 1996, 277-287; - Th. Clerc, Dimensions pragmatiques du Journal de Roger Martin du Gard, in: S. Vignes/L. Cantaloube-Ferrieu (Hrsg.), Chemins ouverts, Toulouse 1998, 257-264; - A. Daspre, Roger Martin du Gard et Anton Tchekhov. Convergences, in: ebd., 265-270; - B. Duchâtelet, »Encore Romain Rolland ...«. Maumort et Roger Martin du Gard, in: ebd., 165-175; - Cl. Sicard, Roger [Martin du Gard], Jean-Richard [Bloch] ... et Cie ..., in: Fr.-Ch. Gaudard (Hrsg.), L'esprit et les lettres, Toulouse 1999, 477-483.

Gisela Riesenberger

Literaturergänzung:

2006

Harald Emeis, Présence d'André Gide dans Les Thibault de R.M. du G. 2 Bde. Essen 2006; -

2007

Emmanuel Cabello, La crisis modernista y la encíclica "Pascendi" en la novela "Jean Barois" (de R. Martin du Gard), in: AHI 16.2007, S. 119-130.

Letzte Änderung: 26.09.2008