MATHILDE, Königin und Heilige (Gedenktag: 14.3.). * um 895 in Engern
(Sachsen); † 14.3. 968 in Quedlinburg. Sie stammte aus dem Geschlecht
Herzog Widukinds. Ihre Eltern waren Graf Dietrich und seine Frau Reinhild,
eine dänisch-friesische Adelige. In dem 789 von Kanonissen in Mudenhorst
gegründeten und 826 nach Herford verlegten Damenstift erhielt M. eine
umfassende Bildung und standesgemäße Erziehung. Im Jahre 909 (bzw.
913) wurde sie mit Herzog Heinrich vermählt, dem späteren König Heinrich
I. (919-936). Zu den fünf Kindern, die aus dieser Ehe hervorgingen,
zählen Herzog Heinrich von Bayern, der von M. nach dem Tod ihres Gatten
in der Thronnachfolge begünstigte spätere Kaiser Otto I. d.Gr. sowie
der Erzbischof und Heilige Bruno I. von Köln. M. stiftete die Klöster
St. Servatius und St. Wicbert in Quedlinburg sowie die Klöster in
Pöhlde, Engern und Nordhausen. Als Wohltäterin verehrt, aber zugleich
durch familiäre Zwistigkeiten belastet, starb M. nach längerer Krankheit
im Kloster Quedlinburg (bei Halberstadt). Ihr Grab befindet sich in
der Krypta des dortigen Domes.
Lit.: (allgemein) Max Heimbucher, Die Orden und Kongregationen
der katholischen Kirche, Bd.I und II, Paderborn 1980; - R. Holtzmann,
Geschichte der sächsischen Kaiserzeit
41961; - Peter Ketsch,
Frauen im Mittelalter, Bd.I und II, 1983/84; - J. Pilschke, Die
Heiratspolitik der Liudolfinger, Diss. Greifswald 1909. - Literatur
(speziell) K. Hauck, Geblütsheiligkeit, in: Liber Floridus, FS P.
Lehmann, St. Ottilien 1950, 190 f.; - M. Lintzel, M., in: Westfälische
Lebensbilder 5, 1937; - ders;, in: AKG 38 (1956), 152-166; -
ders., in: Ausgewählte Schriften II, Berlin 1961, 276-290 und 407-418;
- Erna und Hans Melchers, Das große Buch der Heiligen. Geschichte
und Legende im Jahreslauf, München
91986, 162-163; - Otto
Wimmer und Hartmann Melzer, Lexikon der Namen und Heiligen, Innsbruck-Wien-München
41982, 569-570.
Gabriele Lautenschläger
Literaturergänzung:
Queenship ans sanctity. The Lives of Mathilda and the Epitaph of Adelheid. Transl. with an introd. and notes by Sean Gilsdorf. Washington, DC 2004.
Letzte Änderung: 09.04.2011