MAX v. Sachsen: Herzog von Sachsen, * 17.11. 1870 in Dresden, † 12.1. 1951 in Fribourg. - Seine Eltern waren Prinz Georg, Herzog zu Sachyen, später König von Sachsen, und Donna Maria Anna, geb. Infantin von Portugal, älteste Tochter der Regierenden Königin von Portugal, Donna Maria da Gloria. - 1892 juristisches Doktorexamen an der Universität Leipzig. 1893 Eintritt in den geistlichen Stand durch die Erteilung der Tonsur und der 4 niederen Weihen. Dreijährige Aufenthalt im Priesterseminar zu Eichstätt. Am 26. Juli 1896 wurde M. in der Schutzengelkirche zu Eichstätt zum Priester geweiht. 1896-1897 war er tätig in der Seelsorge zu London in der dortigen deutschen katholischen Mission. 1897-1898 Kaplan an der St. Walburgapfarrei zu Eichstätt. 1898 weilte M. mehrere Monate an der Universität in Würzburg zur Vorbereitung auf das Doktorat in Theologie. In den Jahren 1889-1900 war M. in der Seelsorge in Nürnberg tätig, besonders an der dortigen St. Josephskirche wie am großen Institut der Englischen Fräulein. 1900-1911 übte er das Professorenamt für Liturgik an der theologischen Fakultät der Universität Fribourg aus. In diese Zeit fallen auch viele Reisen in den Osten und ein intensives Studium der östlichen Riten. Immer deutlicher wird sein Streben nach der Einheit der Kirche des Westens und des Ostens. Aus diesen Bemühungen erstand sein umstrittener Artikel in: "Roma e l'Oriente": "Peusees sur l'union des Eglises", der in Grottaferrata erschien. Die Aufregung darüber war groß und M. verließ Fribourg im Jahre 1912. In den Jahren 1912-1914 wurde er auf Antrag des Erzbischofs von Köln, Kardinal Fischer, Professor am Kölner Priesterseminar. - Im Ersten Weltkrieg war M. Feld- und Lazarett-Geistlicher. - In diese Zeit beginnt M., sich intensiv mit Lebensform, Tierschutz und Frieden auseinanderzusetzen. Im Frühjahr 1921 kehrte er wieder in die Schweiz zurück. Wieder wurde er Professor an der Universität in Fribourg, diesmal jedoch an der phil. Fakultät, mit dem Lehrauftrag über "die Literaturen und Kulturen des christlichen Ostens." Reich waren seine Vorlesungen über die kirchliche wie die politische Geschichte Russlands, seine Darlegungen des östlichen Mönchtums, der Heiligtümer des Ostens, des Athos, der armenischen Gesichte, des Kirchenvaters Ephraem des Syrers u. a. 1941 erfolgte seine Pensionierung in Fribourg. Immer wieder hat es Versuche gegeben, das Genie M. kurz zu kennzeichnen. - Iso Baumer spricht von ihm als einem "Propheten - oder doch Narr in Christus." Seine allumfassende Art, mit den Religionen und allen Menschen umzugehen, machte ihn zu einem wahren "katholischen Kosmopoliten". - I. Baumer sagt daher: Er hatte eine große Vision, er sah im Umgang mit den Vertretern der verschiedenen Kirchen (und Religionen) wie sehr der Weg zur Trennung mit Mißverständnissen und menschlichen Unzulänglichkeiten gepflastert war und letztlich vom Mangel an Liebe abhing. Der Rückkehr konnte daher nur durch Wachstum an Liebe angetreten werden, was Versöhnung nach einem Schuldbekenntnis voraussetzt, das alle Beteiligten genau gleich einfordert, ohne juristisches Abwägen der Prozentsätze an Schuld. Diesen Weg konnte er aus bekannten Gründen nicht weitergehen. Kompetente Leute sind der Ansicht, daß seine Verurteilung die Wiedervereinigung um Jahrzehnte zurückgeworfen habe. Rückschläge sind auf diesem Wege seither immer wieder aufgetreten. Die Einsichten des Prinzen Max von Sachsen sind aber "unverzichtbar, noch heute nach achtzig Jahren" (In: Max von Sachsen - Prinz und Prophet, Freiburg-Schweiz 1992, 323). - Und es ist wahr, was Baumer ebenfalls feststellt: "Heute sind seine Grundanliegen gesellschaftsfähig geworden."