|
Verlag Traugott Bautz
|
![]() |
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
MAXIMILIAN I., Römischer König, Erwählter Römischer Kaiser. * 22.3. 1459 in Wiener Neustadt, † 12.1. 1519 in Wels, begraben in der Georgskirche in Wiener Neustadt, Grabdenkmal in Innsbruck. Sohn des Habsburgers Kaiser Friedrichs III. und der Eleonore von Portugal. - Von den fünf Kindern Friedrichs III. und Eleonores überlebten nur Kunigunde, die spätere Gemahlin Herzog Albrechts IV. von Bayern-München, und Maximilian. Die Kindheit verbrachte Maximilian in Wien und Wiener Neustadt, er wurde geprägt durch eine starke Bindung an die Mutter, die aber 1467 starb. Der Vater ließ ihm eine strenge und nicht immer glückliche Erziehung angedeihen, die gleichermaßen auf die religiöse, geistige und körperliche Ausbildung gerichtet war; er vermittelte dem Sohn seinen unerschütterlichen Glauben an die Auserwählung des habsburgischen Hauses. Friedrich III. vermochte seine universalkaiserlichen Ansprüche wegen seiner bescheidenen Hausmacht nicht zu realisieren, er legte aber den Grundstein für den Aufstieg seines Hauses zur Großmacht, als er bei der Zusammenkunft in Trier (1473) mit Herzog Karl dem Kühnen von Burgund die dynastisch-politische Vereinigung ihrer beiden Häuser festlegte. Nach dem Tod Karls des Kühnen in der Schlacht von Nancy (5.1. 1477) heiratete Maximilian dessen Tochter und Erbin Herzogin Maria (19.8. 1477 in Gent), wurde Mitregent in den burgundischen Niederlanden und führte deren Verteidigung gegen Frankreich, das die französischen Lehen wieder an sich bringen wollte (Schlacht bei Guinegate = Therouanne 1479). Durch die Übernahme des zentralistischen Regierungssystems Karls des Kühnen erregte er den Widerstand der Länder. Als Herzogin Maria nach einem Reitunfall im März 1482 starb, kam es zum Aufstand gegen Maximilian. Der Adel und die Handelsstädte verbanden sich mit Frankreich, entrissen Maximilian die Vormundschaft über seinen Sohn Erzherzog Philipp den Schönen (* 1478) und zwangen ihn zum Abschluß des Friedens von Arras (13.12. 1482) und zur Verlobung seiner Tochter Ezherzogin Margarethe (* 1480) mit dem französischen Dauphin Karl (VIII.). Margarethe mußte an Frankreich ausgeliefert und Herzogtum und Freigrafschaft Burgund als Mitgift an Frankreich abgetreten werden. Erst nach schweren Kämpfen konnte Maximilian die Generalstaaten zur Herausgabe seines Sohnes und zur Anerkennung seiner Vormundschaft zwingen. Am 16. Februar 1486 wurde Maximilian mit Unterstützung durch seinen Vater in Frankfurt zum Römischen König gewählt und am 9. April in Aachen gekrönt, wodurch die habsburgische Erbfolge im Reich gesichert war. Wieder in die rebellierenden Niederlande zurückgekehrt, geriet er 1488 in Brügge in die Gefangenschaft der Aufständischen und wurde von Februar bis Mai festgehalten und an Leib und Leben bedroht, aber von Friedrich III. mit einem Reichsheer befreit. Der Frankfurter Friede von 1489 (22.7. 1489) beendete die erste Phase der niederländischen Kriege, die Herzog Albrecht der Beherzte von Sachsen zu Ende führte, während Maximilian in die österreichischen Erbländer zurückkehrte. Maximilian bewog seinen erbenlosen Vetter Erzherzog Sigismund den Münzreichen, ihm Tirol und die Vorlande abzutreten (16.3. 1490) und bereitete damit die Vereinigung aller habsburgischen Länder in einer Hand vor. Er begann mit umfassenden Verwaltungsreformen nach burgundischem Vorbild. Nach dem plötzlichen Tod des Königs Matthias Corvinus von Ungarn (1490 April 6), der weite Teile der niederösterreichischen Länder samt Wien besetzt hatte, eroberte Maximilian diese Gebiete zurück und stieß nach Ungarn vor, wo er sich vergeblich um die Stephanskrone bewarb. Im Frieden von Preßburg (7.11. 1491) mit dem neuen ungarischen König Wladislaw II. aus dem Haus Jagello sicherte er sich die habsburgischen Herrschaften in den westungarischen Komitaten, den Titel eines Königs von Ungarn und Erbansprüche auf die ungarische Krone. Im Sinne der burgundischen Einkreisungspolitik gegenüber Frankreich heiratete Maximilian in grober Überschätzung seiner Möglichkeiten am 16.12. 1490 durch Stellvertretung (per procuram) Herzogin Anna von der Bretagne. Um der drohenden Umklammerung zu entgehen, fiel Karl VIII. von Frankreich in der Bretagne ein und eroberte das Herzogtum. Da Maximilian seine Gemahlin nicht schützen konnte, willigte Herzogin Anna in die Ehe mit dem König von Frankreich ein (6.12. 1491). Karl VIII. schickte seine Verlobte Erzherzogin Margarethe an ihren Vater zurück, ohne die Mitgift herauszugeben. Durch diesen sogenannten »Brautraub von Britannien« in seiner Ehre schwer getroffen, führte Maximilian einen Rachefeldzug gegen Frankreich. Der darauffolgende Friede von Senlis (23.5. 1493) beendete den 15jährige Krieg gegen Frankreich, den Maximilian zur Verteidigung der burgundischen Länder geführt hatte (nur das Herzogtum Burgund und einige an Frankreich grenzende Grafschaften und Städte gingen verloren). Das burgundische Erlebnis war für Maximilian prägend, so wurde nicht nur der Orden vom Goldenen Vlies habsburgischer Hausorden, sondern das burgundische Vorbild wurde entscheidend für sein Staatsdenken, für die Ordnung der Regierung, der Verwaltung, des Kriegswesens (Artillerie), für den Herrscherkult, die Staatspropaganda und auch für die Kunstpflege; auch seine eigenen Werke wären ohne die burgundischen Anregungen kaum denkbar. Nach dem Tod seines Vaters am 19. August 1493 folgte Maximilian im Reich und auch in den östlichen Erbländern. Er führte nun auch hier seine erbländische Verwaltungsreform ein, die er in Tirol und den Vorlanden schon begonnen hatte, nämlich die Schaffung von zwei Ländergruppen mit Ländergruppenbehörden, die mehere Länder zusammenfaßten und als Mittelbehörden für die allgemeine Verwaltung, für die Finanzen und das Gerichtswesen (Regimente und Kammern in Innsbruck und Wien) zwischen den Landesregierungen der einzelnen Länder und den neu geordneten Hof- oder Zentralbehörden eingerichtet wurden, nämlich Hofrat, Hofkammer und Hofkanzlei, die nicht nur für die Erbländer sondern auch für das Reich zuständig waren (1497/98). Diese erbländische Verwaltungsreform bildete die Grundlage für die Entwicklung der österreichischen Länder zum frühmodernen Staat. Das mittelalterliche Lehenssystem wurde durch den modernen Beamtenstaat ersetzt. Hauptanliegen aller Reformen war die Hebung der Steuerkraft der österreichischen Länder, wodurch der frühmoderne Steuerstaat entstand. Andererseits suchte Maximilian engen Anschluß an den städtischen Frühkapitalismus, an die großen süddeutschen Handelshäuser der Fugger, Gossembrot u.a., die durch ihre Darlehen die kaiserlich Universalpolitik laufend finanzierten und sich dafür an den Tiroler Bergwerken schadlos hielten. - Stark in mittelalterlichen Idealen verwurzelt, strebte Maximilian während seiner ganzen Regierungszeit nach der Kaiserkrone, d.h. nach der Krönung durch den Papst, und nach einer Erneuerung des universalen Reiches Karls des Großen, der Ottonen und Staufer. Die vornehmste kaiserliche Aufgabe sah Maximilian in der Verteidigung der Christenheit gegen die von den Osmanen drohende Gefahr, nach der Führung eines gesamtchristlichen Kreuzuges. Diese Ideale prägten auch die maximilianische Propaganda, ihre politische Verwirklichung war Maximilian aber nicht möglich. Maximilian wollte dem Reich durch innere Reformen, durch Stärkung der monarchischen Gewalt, durch eigene Regierungs- und Verwaltungsorgane, durch Landfrieden, Kammergericht, Reichssteuer und stehendes Reichsheer, eine starke innere Ordnung geben und es so zu einer kraftvollen Außenpolitik fähig machen. Auch unter den Fürsten und Ständen gab es eine Reformpartei unter der Führung des Erzkanzlers Bertold von Mainz, aber sie wollten eine schwache Stellung des Monarchen und die Wahrung der reichsfürstlichen Libertät. Auf dem Wormser Reformreichstag von 1495 prallten die Gegensätze insbesondere in der Frage der Reichsregierung aufeinander: Der König wünschte einen Reichsrat seines Vertrauens als seine Vertretung während seiner Abwesenheit aus dem Reich, während die Reichsstände ein ständiges Reichsregiment wünschten, in dem der König nur eine Art von Ehrenvorsitz innehaben sollte. Die Frage, ob königliche Alleinregierung oder ständische Mitregierung, blieb ungelöst, man einigte sich aber auf den Ewigen Landfrieden, der das Ende des mittelalterlichen Fehdewesens bedeutete, und auf das Reichskammergericht sowie auf den Gemeinen Pfennig als Reichssteuer, die erste Kopfsteuer, für deren Einhebung aber dem Reich der Apparat fehlte, sodaß auf die Pfarrer als Steuereintreiber zurückgegriffen werden mußte. Der Lindauer Reichstag (1496/97) und die folgenden Reichstage bis 1500 befaßten sich mit Verbesserungen der Landfriedens- und Kammergerichtsordnung, verweigerten Maximilian aber jegliche Reichshilfe für seinen Italienzug zur Vertreibung des französischen Königs Karls VIII. aus Italien. Auf dem Reichstag in Freiburg im Breisgau (1497/98) wurde die antirömische = antikuriale Stimmung im Reich im Vorfeld der Reformation das erstemal deutlich spürbar. Politische Mißerfolge Maximilians wie der für das Reich unglückliche Ausgang des Schweizerkrieges (1499) und der Verlust des Reichslehens Mailand an Frankreich stärkten die reichsständische Opposition. Auf dem Reichstag zu Augsburg 1500 konnte Maximilian die Einrichtung eines ständischen Reichsrates mit Regierungsgewalt und Kriegshoheit, in dem er nur einen Ehrenvorsitz innehatte, nicht verhindern (2.7. 1500). Den Fürsten war die Beseitigung der königlichen Reichsregierung genug, am Nürnberger Reichsregiment hatten sie wenig Interesse. Maximilian löste es im März 1502 auf und übertrug die Reichsregierung wieder seinem Hofrat. Maximilian hatte bis 1500 Kurfürsten und Fürsten zur Reichsregierung herangezogen, nun aber übertrug er die Geschäfte Grafen und Herren und auch kleinadeligen und bürgerlichen Beamten, Juristen und Geschäftsleuten; nur im Kriegsdienst spielten jüngere Angehörige fürstlicher Häuser eine führende Rolle. 1502 verbanden sich die Kurfürsten im Gelnhäuser Kurverein zum Widerstand gegen Maximilian. Er aber konnte den Erzkanzler Berthold von Mainz ausschalten und im Bayerisch-pfälzischen Krieg die fürstliche Opposition unter der Führung des Pfalzgrafen bei Rhein niederwerfen. Auf Grund seiner Erfolge in diesem Krieg konnte Maximilian auf dem Kölner Reichstag von 1505 seine Machtposition im Reich festigen; die Stände verzichteten auf die Erneuerung des Reichsregiments und akzeptierten seine Alleinregierung. Die weiteren Reichstage unter Maximilian befaßten sich nur mehr mit der Verbesserung der Landfriedens- und der Kammergerichtsordnung sowie mit der Reichssteuer und ihrer Einhebung, das heißt mit der von Maximilian immer wieder geforderten Reichshilfe für seine Außenpolitik, aber auch für andere Bedürfnisse des Reiches wie den Unterhalt des Kammergerichts. Eine wirksame Reichskriegsordnung mit einem stehenden Reichsheer konnte Maximilian nicht durchsetzen; vergebens versuchte er, die Reichsritterschaft als kaiserliche Reichsmiliz für die innere Sicherheit heranzuziehen. Ein bleibendes Ergebnis war die Einrichtung der Reichskreise zur Friedenswahrung. - Das außenpolitische Hauptanliegen Maximilians war Italien und die Wahrung der Reichsrechte in Italien, wo sich nach der Überzeugung des Zeitalters die Frage der Vormacht in Europa entschied. Er heiratete Bianca Maria Sforza von Mailand (16. 3. 1494) und belehnte ihren Onkel Lodovico Moro mit dem Herzogtum, womit er einen mächtigen Bundesgenossen in Oberitalien gewann. Zur Einkreisung Frankreichs schloß Maximilian 1495 mit König Ferdinand von Aragon und Königin Isabella von Kastilien den Vertrag über die habsburgisch - spanische Doppelheirat zwischen ihren Kindern: Erzherzog Philipp von Österreich-Burgund heiratete die Infantin Juana (1496) und Erzherzogin Margarethe den Infanten Juan (1497). Damit war ein enges Familienbündnis begründet, das durch 200 Jahre die europäische Politik bestimmte. Als Karl VIII. von Frankreich 1494 in Italien einfiel und das Königreich Neapel eroberte, schloß Maximilian mit dem Papst, Spanien, Venedig und Mailand die Hl. Liga von Venedig (31.3. 1495) zu Vertreibung der Franzosen aus Italien, um das europäische Gleichgewicht unter den Staaten wiederherzustellen. Im Rahmen der Liga unternahm Maximilian ohne Hilfe des Reiches und mit geringen Mitteln und Truppen der Verbündeten einen Italienzug (Juli - Dezember 1496), den er aber abbrechen mußte, als die Belagerung von Livorno wegen Geldmangel und widriger Wetterverhältnisse gescheitert war; der französische König aber hatte Italien verlassen müssen. Der Schweizerkrieg von 1499, der wegen Grenzstreitigkeiten mit Tirol und Schwaben, aber auch wegen der Frage der Zuständigkeit des Kammergerichts und wegen der Gültigkeit der Wormser Reichsordnungen für die Eidgenossen ausgebrochen war, brachte Maximilian und dem Reich verheerende Niederlagen und führte zum Frieden von Basel (22.9. 1499), der die Eidgenossenschaft faktisch aus der Reichsgemeinschaft entließ. 1499 und endgültig im April 1500 eroberte der französische König Ludwig XII. das Herzogtum Mailand und führte Lodovico Moro gefangen nach Frankreich; Maximilian hatte seinen zahlungskräftigsten Bundesgenossen in Italien nicht retten können. Die Reichsstände verweigerten jegliche Unterstützung für die Italienpolitik. 1500 kam die Grafschaft Görz im Erbweg an Maximilian, wodurch er einen neuen Stützpunkt in Oberitalien gewann. Da Maximilian seine Ziele gegen Frankreich nicht durch Krieg erreichen konnte, suchte er ab Ende 1500 den Ausgleich und schloß im April 1505 in Hagenau mit Ludwig XII. einen Friedensvertrag und einen Heiratsvertrag für seinen Enkel Karl (V.) mit Claudia von Frankreich. Als Ludwig XII. sein Ziel, nämlich die Belehnung mit dem Herzogtum Mailand durch Maximilian erreicht hatte, löste er den Vertrag. Nach dem Tod Georgs des Reichen, des letzten Herzogs von Bayern-Landshut, kam es zum Bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg (1504-05), in dem Maximilian die Erbansprüche von Bayern-München unterstützte; dafür sicherte er sich im Kölner Spruch (30.7. 1505) sein »Interesse«, die Herrschaften Kufstein, Rattenberg und Kitzbühel zur Abrundung Tirols und die Herrschaften Mondsee, St. Wolfgang, Neuhaus und Rannariedl für Oberösterreich. Nach dem Tod des spanischen Erbprinzen Juan und anderer Thronanwärter in der Familie der spanischen Könige waren Juana und Philipp der Schöne Thronerben geworden und folgten 1504 Isabella im Königreich Kastilien. Der plötzliche Tod Philipps (29.9. 1506) stellte die spanische Erbfolge für Habsburg wieder in Frage, denn König Ferdinand der Katholische schloß eine zweite Ehe, um seine Dynastie fortzusetzen. Da diese Ehe kinderlos blieb, gelang es Maximilian, nachdem man auch politisch zusammengefunden hatte, die Anerkennung der Erbfolge des Enkels Karl (V., als König von Spanien Karl I.) durch König Ferdinand zu erreichen. 1506 unternahm Maximilian einen Feldzug nach Ungarn, um die habsburgischen Erbansprüche gegen eine nationale Magnatenpartei zu verteidigen und vereinbarte mit König Wladislaw II. für die Zukunft eine habsburgisch-jagellonische Doppelheirat. Nachdem ein gemeinsames Unternehmen Maximilians und seines Sohnes Philipp des Schönen nach Rom zur Kaiserkrönung nicht hatte durchgeführt werden können, suchte Maximilian auf dem Konstanzer Reichstag von 1507 die Unterstützung der Reichsstände für den Krönungszug. Mit der geringen Hilfe des Reiches konnte Maximilian die Grenzsperren der Venezianer nicht überwinden, die ihn am Durchzug durch die Terra ferma hindern sollten. Um die Kaiserkrone gegen französische Ansprüche zu sichern, ließ sich Maximilian am 4.2. 1508 im Dom zu Trient zum »Erwählten Römischen Kaiser« proklamieren; der Papst bestätigte den Titel, der aber Maximilians Bemühungen um die römische Krönung nicht beendete. 1508 begann zwischen den europäischen Mächten in stets wechselnden Bündnissen der große Krieg um Italien, der bis 1516 dauerte. Nach den ersten Niederlagen gegen die Venezianer schloß Maximilian am 10.12. 1508 mit dem Papst, den Königen von Frankreich, Spanien und England die Hl. Liga von Cambrai gegen die Signorie von Venedig; er hoffte, das Reichsgut und Hausgut aus venezianischem Besitz zurückzugewinnen; er konnte mit französischer Waffenhilfe Verona, Padua und Triest und Görz erobern. Aus diesem Bündnis ergaben sich für Maximilian die endgültige Annäherung an König Ferdinand und damit die Sicherung der habsburgischen Erbansprüche und ein besonders enges politisches Bündnis mit Spanien und England (»Dreieinigkeit«). Als Maximilian im September 1511 erfuhr, daß Papst Julius II. todkrank darniederliege, beschäftigte er sich mit dem kühnen Plan, selbst Papst zu werden, ohne aber auf die Kaiserwürde zu verzichten; er wollte ein »priesterlicher Kaiser« sein. Für die Wahl durch ein Konklave in Rom sah Maximilian hohe Bestechungssummen vor; daneben dachte er auch an die Alternative, Koadjutor des schwerkranken Julius II. zu werden. Eine andere, vielleicht realistischere Möglichkeit wäre gewesen, sich vom schismatischen Konzil von Pisa unter der Patronanz des Königs von Frankreich zum Gegenpapst erheben zu lassen; als solcher hätte er sich wahrscheinlich in der deutschen Kirche durchsetzen können, was ihm den Zugriff auf die deutschen Kirchengelder gesichert, aber sicher zu keiner Kirchenreform geführt hätte; ein Schisma wäre unausbleiblich gewesen. Es war das Verdienst König Ferdinands des Katholischen, Maximilian von diesen Plänen abgebracht und ihn zum Bündniswechsel bewogen zu haben, da er eine Lösung der Machtfrage in Italien unter Ausschluß Frankreichs anstrebte. Maximilian schloß mit Venedig Waffenstillstand und trat der neuen Heiligen Liga bei (19.11. 1512), die der Papst, Spanien, Venedig und die Eidgenossen geschlossen hatten, und anerkannte das vom Papst einberufene V. Laterankonzil (1512-1517). Mit Hilfe der Eidgenossen gelang es, die Franzosen aus Italien zu vertreiben. Nun versuchte Maximilian im Bunde mit dem englischen König Heinrich VIII., den König von Frankreich in seinem eigenen Land zu schlagen und zu vernichten, was aber trotz des Sieges über die Franzosen bei Guinegate = Therouanne (16.8. 1513) nicht gelang. Der oft beschworene »große Plan« eines gemeinsamen Vormarsches auf Paris scheiterte an der Uneinigkeit der Bundesgenossen. In Italien ließ Maximilian die Terra ferma durch Raub und Brand verwüsten; nach der vernichtenden Niederlage bei Vicenza (7.10. 1513) schien Venedig am Ende. König Ludwig XII. von Frankreich rettete sich durch den zweifellos nicht ernst gemeinten Vorschlag einer Heirat zwischen seiner Tochter Renate und Erzherzog Ferdinand, dem Enkel Maximilians und Ferdinands von Aragon, wobei sie mit einem Königreich Lombardei ausgestattet werden sollten, das die österreichischen und die spanischen Länder verbinden würde. Dafür löste Maximilian das feierliche Verlöbnis zwischen seinem Enkel Karl (V.) und der englischen Prinzessin Maria. Tief verletzt, schloß Heinrich VIII. ein Bündnis mit Frankreich gegen Maximilian. Damit hatte sich Frankreich aus der gefährlichen Umklammerung durch die »Dreieinigkeit« befreit. Der neue französische König Franz I. griff wieder in Italien ein, schlug die Eidgenossen bei Marignano (13.9. 1515) und eroberte das Herzogtum Mailand zurück. Aus Sorge vor einer französischen Übermacht in Italien, fanden sich Maximilian, König Ferdinand der Katholische, Heinrich VIII. von England und die Eidgenossen zu einer neuen Liga zusammen. 1516 führte Maximilian, selbst schon kränklich, das Heer der Bundesgenossen gegen die Franzosen im Herzogtum Mailand, mußte den Feldzug aber vor der Festung Mailand abbrechen, weil die Truppen wegen Soldmangel und der Aussichtslosigkeit des Unternehmens meuterten. Die Bundesgenossen verließen Maximilian und näherten sich wieder Frankreich und sein Enkel Karl (V.), der inzwischen Herr der Niederlande und König von Spanien geworden war, drängte ihn zum Ausgleich mit Frankreich; es folgten der Waffenstillstand von Noyon (13.8. 1516) und der Friede von Brüssel (3.12. 1516); Maximilian erhielt eine geringe Kriegsentschädigung und einige Orte an der Grenze Tirols zu Venedig (Riva, Rovereto, Ala und Cortina) sowie Tolmein und Idria. Da er diese Kriege ohne Hilfe des Reiches nur mit den Mitteln seiner Erblande geführt hatte, waren diese ausgeblutet und er selbst hoch verschuldet. Sein Ziel einer Wiederherstellung Reichsitaliens hatte er in keiner Weise erreichen können, aber er hatte zumindest der Aufteilung Italiens nicht tatenlos zugesehen und die Ansprüche an Karl V. weitergegeben, der sie mit den Mitteln Spaniens für Habsburg einlösen konnte. - In seiner Ostpolitik waren Maximilian große Erfolge beschieden, auch wenn er seinen Traum eines gesamtchristlichen Kreuzzuges gegen das osmanische Reich, um die Türkengefahr ein für allemal zu bannen, nicht verwirklichen konnte. König Wladislaw von Böhmen und Ungarn sah im Bündnis mit den Habsburgern die einzige Rettung für Ungarn vor den Türken, während sein Bruder König Sigismund von Polen die jagellonische Vorherrschaft im Donau- und Karpatenraum aufrechterhalten wollte. Aber Maximilian konnte eine antipolnische Kalition aufbauen, die den Großfürsten von Moskau, den er als erster mit dem Titel eines »Zaren« auszeichnete, ebenso wie den Deutschen Orden, Dänemark, Brandenburg, Sachsen, die Fürstentümer Moldau und Walachei und die Krimtataren einschließen und der Einkreisung Polens und insbesondere dem Schutz des Deutschen Ordens in Preußen und Livland und seiner Reichszugehörigkeit dienen sollte. Schließlich konnte Maximilian die Zustimmung König Sigismunds für die Wiener Verträge von 1515 für ein wages Zugeständnis in der Frage des Deutschen Ordens erreichen. Auf dem Wiener Kongreß wurde die lang verhandelte Doppelhochzeit zwischen den Kindern König Wladislaws und den Enkeln Maximilians abgeschlossen (22.7. 1515): Kronprinz Ludwig heiratete Erzherzogin Maria und Erzherzog Ferdinand, vertreten durch Maximilian, Prinzessin Anna. Der Heiratsvertrag wurde durch einen habsburgisch-jagellonischen Erb- und Adoptionsvertrag und durch einen Bündnisvertrag gegen die Türken ergänzt. Als Ludwig von Ungarn und Böhmen 1526 gegen die Türken fiel, trat der Erbfall zu Gunsten Habsburgs ein, der die Donaumonarchie begründete. Als einziger der christlichen Fürsten hatte Maximilian die Kreuzzugspläne des Papstes und des Laterankonzils aufgegriffen und seine eigenen Vorstellungen entwickelt, an der Spitze eines Kreuzzugsheeres gegen die Ungläubigen zu ziehen, aber alle Pläne scheiterten am gegenseitigen Mißtrauen der Mächte. Auch die deutschen Reichsstände widersetzten sich dem Ansinnen, eine Türkenzugssteuer aufzubringen, wie dies der Legat Papst Leos X., Kardinal Cajetan (Thomas de Vio), auf dem Reichstag zu Augsburg von 1518 (Juli - Oktober) verlangte. Auf diesem Reichstag verhandelte Maximilian mit den Kurfürsten über eine Wahl Karls (V.) zum Römischen König und konnte unter Einsatz großer Geldmittel, die die Fugger vorstreckten, die meisten Kurfürsten gewinnen, aber der Papst versagte ihm die Kaiserkrönung außerhalb Roms, so daß auch kein Römischer König gewählt werden konnte. - In Augsburg stand auch Martin Luther ein erstes Mal im Mittelpunkt des Interesses. Luther berichtet in seinen Tischreden, daß Maximilian im März 1518 die Thesen kannte und den Gesandten des Kurfürsten Friedrich von Sachsen, Degenhart Pfeffinger, fragte: »Was macht euer Mönch? Seine Thesen sind gewiß nicht zu verachten.« Nach einer anderen Überlieferung soll der Kaiser den Kurfürsten durch Pfeffinger auch ermahnt haben, sich Luthers anzunehmen, da man ihn vielleicht noch einmal brauchen könne. Auf dem Reichstag zu Augsburg wurde Maximilian durch Kardinal Cajetan informiert, daß aus Luthers Kampf gegen die Mißbräuche im Ablaßwesen ein Streit um die päpstliche Autorität geworden war und Luther sich mit seinen Äußerungen in immer schrofferen Gegensatz zur den geltenden Lehrmeinungen der Kirche gestellt habe. Bei aller scharfen Kritik an den Päpsten seiner Zeit wollte Maximilian am Papsttum nicht rütteln, er mußte nach altem Reichsgesetz einem der Ketzerei bezichtigten Mönch seine Unterstützung entziehen. Als Beweis seiner Treue gegenüber dem Papst richtete Maximilian am 5. August 1518 ein Schreiben an Leo X, für das offensichtlich Cajetan das Konzept erstellt hatte und in dem Maximilian die Aussagen Luthers als häretisch bezeichnete. Wegen der starken romfeindlichen Stimmung in Augsburg bezog Maximilian aber nicht offen Stellung gegen Luther. Als Luther in Augsburg eintraf, hatte Maximilian die Stadt schon verlassen. Maximilian reiste nach Tirol und, als Innsbruck sein Gefolge wegen unbezahlter Schulden nicht aufnahm, weiter in die niederösterreichischen Länder; er starb in Wels nach kurzer Todeskrankheit am 12. Januar 1519. In einem ganz unpolitischen Testament mit Anweisungen für sein Grabmal und für fromme Stiftungen setzte er seine beiden Enkel Karl (V.) und Ferdinand (I.) zu Erben ein, ließ ihnen aber in der Frage einer Reichsteilung völlig freie Hand. - Maximilian war ein großer Freund und Förderer der Wissenschaften und der Künste; er bereitete dem Humanismus die Wege, insbesondere an der Wiener Universität, obwohl er selbst eher mittelalterliche literarische Formen pflegte. Insbesondere interessierte er sich für die Geschichte und die Genealogie seines Hauses und beschäftigte die bedeutendsten Humanisten aus dem Reich und den Erbländern wie Celtis, Cuspinian, Peutinger, Pirckheimer, Spiegel, Mennel u.a., die seiner Hofakademie angehörten, als Herolde seiner Kaiser- und Reichsidee und als Erforscher des habsburgischen Stammbaums. Die Hofkanzlei und ihr literarisch-publizistischer Dienst waren Träger der Propaganda für Kaiser, Reich und das Haus Habsburg. Maximilian förderte die humanistische Dichtung, ließ aber auch die mittelalterlichen Heldensagen sammeln (Ambraser Heldenbuch). Mit seiner berühmten Hofkapelle wirkten die Hofkomponisten Heinrich Isaak und Ludwig Senfl und der Organist Paul Hofheymer zusammen. Im Mittelpunkt des Interesses Maximilians stand das »Gedächtnis«, er wollte selbst das Bild prägen, das seine Zeit und vor allem die Nachwelt von ihm haben sollte. Er versuchte zuerst eine humanistisch beeinflußte lateinische Autobiographie, wandte sich dann den mittelalterlich-burgundisch beeinflußten autobiographischen Bilderchroniken in deutscher Sprache zu: Freidal, Theuerdank und Weißkunig, für die er Entwürfe diktierte, die von vertrauten Mitarbeitern in die letzte Form gegossen wurden. Große Holzschnittfolgen wie Triumphzug und Ehrenpforte sollten seinen Ruhm und die Auserwählung seines Hauses künden. An all diesen Werken arbeiteten seine Hofmaler und Graphiker (Dürer, Altdorfer, Strigel, Kölderer, Burgkmair u.a.) mit, aber auch an den von Maxmilian verfaßten Handbüchern (Jagd- und Fischereibücher, Zeugbücher etc.) und insbesondere an seinen Gebetbüchern. Von ihnen stammten auch die Entwürfe für die Statuen seiner Familienmitglieder und Vorfahren und seiner Vorgänger und Vorbilder für sein Grabmal, das als das großartigste Kaisergrab des Abendlandes gilt. Maximilian war persönlich fromm, hörte täglich die Messe, liebte feierliche Gottesdienste und Prozessionen, war ein großer Verehrer der Leiden Christi und der Heiligen und Seligen, war sehr bibelkundig, liebte Gespräche über religiösen Fragen mit berühmten Theologen seiner Zeit; aber auch der Aberglaube seiner Zeit war ihm nicht fremd, Reliquienverehrung, Magie, Astrologie und Hexenglaube. In seinem Weltbild war der Kaiser das Oberhaupt der christlichen Welt, der erste Sohn der Kirche; er sah aber im Papsttum seiner Zeit in erster Linie eine politische Macht, die er zeitweilig scharf bekämpfte. Für das Anliegen einer inneren Reform der Kirche hatte er kein rechtes Verständnis; auch am Ablaßwesen seiner Zeit und seinem Mißbrauch hatte er Anteil; so legte er seine Hand auf die Gelder, die 1500 für den Jubiläums- und Türkenzugsablaß im Reich gesammelt worden waren. Er war gegen den Einfluß der Kurie im Reich, gegen das Abfließen der deutschen Kirchengelder nach Rom, versuchte aber seinereits seinen Einfluß an der Kurie zu verstärken, indem er sich um die Ernennung deutscher Kardinäle oder die Einrichtung einer Legation für Deutschland bemühte. In seinen Erbländern war er der Vertreter einer straffen landesfürstlichen Kirchenherrschaft.
Werke: Fragmente einer lateinischen Autobiographie Kaiser Maximilians I., hrsg. Alwin Schultz, in: Jb. d. kunsthist. Sammlungen 6, 1888, 421-446; Freydal. Des Kaisers Maximilian I. Turniere und Mummereien, hrsg. Quirin Leitner. Mit einer geschichtlichen Einleitung, einem facsimilierten Namensverzeichnis und 255 Heliogravuren, 1880-1882; Theuerdank. Facsimile-Reproduktion nach der ersten Auflage vom Jahre 1517, hrsg. Simon Laschitzer, Jb. d. kunsthist. Sammlungen 8, 1888; Kaiser Maximilian I. Theuerdank, mit einem Nachwort von Horst Appuhn (Die Bibliophilen Taschenbücher) 1979; Der Weisskunig. Nach den Dictaten und eigenhändigen Aufzeichnungen Kaiser Maximilians I. zusammengestellt von Marx Treitzsauerwein von Ehrentreitz, hrsg. Alwin Schultz, Jb. d. kunsthist. Sammlungen 6, 1888; Kaiser Maximilians I. Weißkunig, hrsg. H. Th. Musper in Verbindung mit Rudolf Buchner, Heinz-Otto Burger und Erwin Petermann, 2 Bde, 1956; Kaiser Maximilian I. Triumph, hrsg. Franz Schestag, in: Jb. d. kunsthist. Sammlungen 1, 1883, 154-181 und Supplement; Der Triumphzug Kaiser Maximilians I. 1516-1518. 147 Holzschnitte von Albrecht Altdorfer, Hans Burgkmair, Albrecht Dürer u.a. Mit dem von Kaiser Maximilian diktierten Programm und einem Nachwort von Hort Appuhn (Die Bibliophilen Taschenbücher) 1979; Franz Winzinger, Die Miniaturen zum Triumphzug Kaiser Maximilians I. Faksimileband und Textband (= Veröffentlichungen der Albertina 5) 1972-1973; Die Ehrenpforte des Kaisers Maximilian I., 36 Tafeln, hrsg. Eduard Chmelarz, in: Jb. d. kunsthist. Sammlungen 4, 1886, 289-319 und Supplement; Das ältere Gebetbuch Maximilians I. Vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat des Codex Vindobonensis 1907 der Österreichischen Nationalbibliothek. Einführung Wolfgang Hilger, 1973; Kaiser Maximilians I. Gebetbuch. Mit Zeichnungen von Albrecht Dürer und anderen Künstlern. Faksimile-Ausgabe, hrsg. Karl Giehlow, 1907; Die Heiligen aus der Sipp- und Mag- und Schwägerschaft des Kaisers Maximilian I., hrsg. Simon Laschitzer, in: Jb.d. kunsthist. Sammlungen 4 und 5, 1886-1887, 70-288 u. 117-262; Die Genealogie des Kaisers Maximilian I., hrsg. Simon Laschitzer, Jb.d. kunsthist. Sammlungen 7, 1888; Kaiser Maximilians I. geheimes Jagdbuch, hrsg. Th. von Karajan, 1858; K. Ausserer, Ein »Tiroler Jagdbuch Kaiser Maximilians I.«, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 56 (1948) 385-417; Das Jagdbuch des Kaisers Maximilian I., hrsg. Michael Mayr, 1901; Das Tiroler Fischereibuch Maximilians I. Verfaßt und geschrieben im Jahre 1504 von Wolfgang Hohenleiter. Mit Bildern von Jörg Kölderer. Codex Vindobonensis 7962, hrsg. F. Unterkircher (1967); Die Zeugbücher des Kaisers Maximilian I., hrsg. W. Boeheim, in: Jb. d. kunsthist. Sammlungen 13 u. 15, 1892-1894, 94-201 u. 295-391; Über des Kaisers Maximilians I. Gedenkbücher in der k.k. Ambraser Sammlung, hrsg. Aloys Primisser, in: Hormayr's Taschenbuch 4 (1823) 163-174, 8 (1827) 186-219; Zweites Gedenkbuch des Kaisers Maximilians I. aus den Handschriften der k.k. Ambraser Sammlung zu Wien, hrsg. Aloys Primisser, in: Hormayr's Taschenbuch 5 (1824) 39-81; Maximilians I. vertraulicher Briefwechsel mit Sigmund Prüschenk, Freiherrn von Stettenberg, nebst einer Anzahl zeitgenössischer, das Leben am Hof beleuchtender Briefe, hrsg. Victor von Kraus, 1875; Corréspondance de l'empereur Maximilien Ier et de Marguerite d'Autriche, sa fille, gouvernante des Pays-Bas, de 1507 à 1519, 2 Bde, hrsg. André Joseph Ghislain Le Glay, 1839, Nachdruck 1966.
Gedruckte Quellen (in Auswahl): D. Martin Luthers Werke, Kritische Gesamtausgabe (=Weimarer Ausgabe), 2. Abt.: Briefwechsel I, 3. Abt.: Tischreden V, 1919 u. 1930; Deutsche Reichstagsakten. Mittlere Reihe: Deutsche Reichstagsakten unter Maximilian I. Bisher: Bde I/1-2: Der Reichstag zu Frankfurt 1486, bearb. Heinz Angermeier unter Mitwirkung von Reinhard Seyboth, 1989, III/1-2: 1488-1490, bearb. Ernst Bock, 1972-1973, V/1-2: Reichstag von Worms, bearb. Heinz Angermeier, 1981, VI: Reichstage von Lindau, Worms und Freiburg 1496-1498, bearb. Heinz Gollwitzer, 1979; Ausgewählte Regesten des Kaiserreichs unter Maximilian I. 1493-1519, bearb. Hermann Wiesflecker unter Mitwirkung von Manfred Hollegger, Kurt Riedl, Ingeborg Wiesflecker-Friedhuber u.a. Bisher Bde I/1-3: 1493-1495, II/1-2: 1496-1498, III/1-2: 1499-1501 (J. F. Böhmer, Regesta Imperii XIV) 1989-1998; Quellen zur Geschichte Maximilians I. und seiner Zeit, hsrs. Inge Wiesflecker-Friedhuber (Ausgewählte Quellen zur deutsche Geschichte der Neuzeit, Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 14) 1996.
Lit. (in Auswahl): Leopold von Ranke, Geschichten der romanischen und germanischen Völker von 1494 bis 1514, 3. Aufl. 1884; - Heinrich Ulmann, Kaiser Maximilian I. Auf urkundlicher Grundlage dargestellt. 2 Bde, 1884-1891, Neudruck Wien 1967; - Willy Andreas, Deutschland vor der Reformation. Eine Zeitenwende, 5.Aufl. 1948; - Katalog der Ausstellung Maximilian I. 1459-1519 Wien 1959; - Katalog der Ausstellung Maximilian I. Innsbruck 1969; - Sabine Weiß, Kaiser Maximilian I., das Reich, die Erbländer und Europa im Jahre 1518, Diss. Graz 1962; - Ingetraut Ludolphy, Friedrich der Weise, 1984; - Hermann Wiesflecker, Kaiser Maximilian I. Das Reich, Österreich und Europa an der Wende zur Neuzeit, 5 Bde, 1971-1986. (Dort die gedruckten Quellen und die Literatur bis 1985); - Ders., Maximilian I. Die Fundamente des habsburgischen Weltreichs, 1991; - Ders., Joseph Grünpecks Redaktionen der lateinischen Autobiographie Maximilians I., in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 78 (1970) 416-431; - Ders., Kaiser Maximilian I. und seine Hofkapelle, in: Forschungen zur Geschichte des Alpen-Adria-Raumes. Festgabe Othmar Pickl zum 70. Geburtstag (Schriftenreihe des Instituts für Geschichte [der Karl-Franzens-Universität Graz] 9) 1997, 433-445; - Ders., Österreich im Zeitalter Maximilians I. Die Vereinigung der Länder zum frühmodernen Staat. Der Aufstieg zur Weltmacht, 1999; - Jan-Dirk Müller, Gedechntnus. Literatur und Hofgesellschaft (Forschungen zur Geschichte der älteren deutschen Literatur 2) 1982; - Manfred Hollegger, Zur »Beamtenethik« um 1500. Standards von Räten, Beamten, Amtleuten und Dienern Maximilians I., in: Geschichtsforschung in Graz. FS zum 125-Jahr-Jubiläum des Instituts für Geschichte der Karl-Franzens-Universität in Graz, 1990, 139-145; - Alois Niederstätter, Das Jahrhundert der Mitte. An der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit (Österreichische Geschichte: 1400-1522, hrsg. Herwig Wolfram) 1996.
Lit.: ADB XX, 725-736; - NDB XVI, 458-471; - LThK VII, 204-206; - Neuauflage X, 4 f.; - Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas III, 130-132; - Contemporaries of Erasmus II; - Lexikon des Mittelalters X, 420-424.
Inge Wiesflecker-Friedhuber
Literaturergänzung:
1986
Dieter Mertens, M.s gekrönte Dichter über Krieg u. Frieden, in: Krieg u. Frieden im Horizont d. Renaissancehumanismus. Weinheim 1986, S. 105-123; -
2004
Ludwig Boyer, Das Prunk-ABC-Buch für Maximilian I. Wien 2004; -
2006
Susanne Wolf, Die Doppelregierung Kaiser Friedrichs III. und König Maximilians (1486 - 1493). Köln [u.a.] 2005 (=Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters; 25); - Manfred Hollegger, M. I. (1459-1519). Stuttgart 2005; - Monika Frenzel, Thomas Kuster (Hg.), Maximilian I. Triumph eines Kaisers. Herrscher mit europäischen Visionen. Ausstellung in der Kaiserlichen Hofburg Innsbruck. Innsbruck 2005/2006; - Thomas Kuster, Die Moreskentänze(r). Eine Form von "fürstlich kurzweil", in: Kulturgüter in Tirol. Maximilian I. Triumph eines Kaisers. Innsbruck 2005/2006, 42-47; -
2007
Jochen A. Fühner, Kaiser M.I. u.d. Juden in d. österreich. Erblanden. Herne 2007; - Silvano Giordano, La missione del maestro Gracián de Vilanova, carmelitano, presso M. d'Asburgo, re dei Romani (1486-1487), in: Il labore requies. Roma 2007, S. 303-321; -
2008
Hermann Schreiber, Ritter, Tod u. Teufel. Kaiser M. I. u. seine Zeit. Augsburg 2008; -
2009
Kaiser Maximilian I. (1459-1519) u.d. Hofkultur seiner Zeit. Hrsg. von Sieglinde Hartmann und Freimut Löser. Wiesbaden 2009.
Letzte Änderung: 21.08.2009