Verlag Traugott Bautz |
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MEINWERK, Bischof von Paderborn, * um 976 (vermutlich in Renkum westlich Arnheim) in den Niederlanden, † 5.6. 1036 in Paderborn. - Der 10. Paderborner Bischof entstammte einem angesehenen sächsischen Adelsgeschlecht, dessen großer Grundbesitz sich zwischen Harz und Zuidersee ausdehnte. Sein Vater verwaltete seinerzeit eine Grafschaft im Bistum Utrecht. Die Eltern Imed und Adela weihten ihren zweitgeborenen Sohn dem Klerikerdienst: Nach der Ausbildung in den Domschulen zu Halberstadt und Hildesheim erhielt Meinwerk ein Kanonikat am Halberstädter Dom und wurde um die erste Jahrtausendwende von Otto III. "ob seines korrekten Lebenswandels" in die königliche Hofkapelle berufen. Heinrich II. behielt seinen Verwandten und Schulfreund aus Hildesheimer Zeiten als Hofkapellan und übertrug ihm 1009 das Bistum Paderborn. Die Weihe erteilte ihm am 13. März 1009 in der Pfalz zu Goslar der Mainzer Metropolit Willigis. - Meinwerks Erhebung auf den Paderborner Bischofsstuhl war ein Glücksfall für die arme Diözese: Ob seiner regen Seelsorge- und Bautätigkeit wird er zu Recht als "zweiter Gründer von Stadt und Bistum Paderborn" angesehen. Bei der Wiederherstellung des Domes, der Errichtung des Abdinghofklosters und des Busdorfstiftes sowie beim Bau der Kaiserpfalz mit der Bartholomäuskapelle halfen ihm sowohl die eigenen Besitztümer als auch die Güterübertragungen vieler Menschen unterschiedlichen Standes, vor allem der Kaiser. Mit Eifer kümmerte sich der "Modellbischof der vorgregorianischen Zeit" (Brandt/Hengst, Die Bischöfe) um die Reformierung der Klöster seines Sprengels. Auch in seinem Königsdienst ließ er sich nicht übertreffen: So zog er mit den Herrschern gegen die Reichsfeinde in Ost und West sowie zu ihrer Krönung nach Italien. Sieben- bzw. achtmal weilten Heinrich II. und Konrad II. meist zu den Hochfesten an der Pader. - Der selige Meinwerk starb am 5. Juni 1036 kurz nach der Weihe seiner Jerusalemkirche am Busdorf. "Wegen des Mannes einzigartiger Tugend und Frömmigkeit" wurden seine Gebeine am Markustag 1376 aus der Grablege in der Krypta auf das Hochchor der Abdinghofkirche erhoben. Nach der Säkularisation seiner ersten Stiftung gelangten sie 1810 in die Busdorfkirche; seit 1936 ruhen sie zum Teil auch in der Bischofsgruft des Hohen Domes.
Klaus Terstesse
Literaturergänzung:
2005
Hagen Keller, M.v.P. u. Heimrad von Hasungen. Spätotton. Kirchenmänner u. Frömmigkeitsformen in Darst. aus d. Zeit Heinrichs IV. u. Friedrich Barbarossas, in: FMSt 39.2005, S. 129-150; -
2009
Für Königtum u. Himmelreich. 1000 Jahre Bischof M.v.P. Hrsg. von Christoph Stiegemann und Martin Kroker. Regensburg 2009; - Vita Meinwerci episcopi Patherbrunnensis = Das Leben Bischofs M.s v. P. Text, Übers., Komm. Guido M. Berndt (Hrsg.). Paderborn 2009; -
2010
Andreas Odenthal, "... hoc sacrificium Deo acceptabile". Der Gottesdienst d. Bischofs M.v.P. (1009-1038) nach d. Zeugnis seiner Vita, in: ZKG 121.2010, S. 11-33.
Letzte Änderung: 09.04.2011