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Verlag Traugott Bautz
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MERENSKY, Alexander * 8.6. 1837 in Panten bei Liegnitz (Schlesien), † 22.5. 1918 in Berlin. Glückliche Kinderjahre im Forsthaus fanden durch den Tod des Vaters ein Ende. Vom 11. Jahre an erhielt M. Erziehung und sogar Gymnasialunterricht im Schindlerschen Waisenhaus in Berlin. Durch Einfluß des aus der Erweckungsbewegung bekannten Pastors Gustav Knak kam er zu lebendigem Glauben und wünschte Missionar zu werden. Nach der Ausbildung im Berliner Missionshaus (1855-1858) wurde er 1858 nach Südafrika ausgesandt. Dort angekommen, zog er mit seinem Begleiter etwa 1400 Km. zu Fuß oder im Ochsenwagen nach der Missionsstation Emmaus im Zululand. Von dort aus sollte M. unter den weiter nordwärts wohnenden Swazi eine neue Arbeit beginnen. Da sie dort aber keinen Eingang fanden, wandten sie sich nach Transvaal in das Gebiet der Sotho. M. gründete dort in dem Bereich eines unabhängigen Häuptlings mehrere Gemeinden. Als Sekukuni als neuer Häuptling zur Macht kam, wurden die Christen blutig verfolgt. M. mußte fluchtartig das Sekukuniland mit den Christen Verlassen und gründete 1865 die im Machtbereich der Buren liegende Station Botshabelo (Zufluchtsstätte). Hier entwickelte sich unter den zahlreichen Gemeindegliedern ein geistliches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Bei der Neuordnung der Gemeinden wurde er zum Missionssuperintendenten ernannt. lm Burenkrieg 1881 wirkte er sogar als Militärarzt. Gleichwohl wurde er von den Buren der Englandfreundlichkeit bezichtigt und kehrte daher 1882 nach Deutschland zurück. Von 1883 an arbeitete er als Inspektor der Berliner Stadtmission, ab 1886 bis 1909 als Missionsinspektor der Berliner Mission. Als diese 1891 eine neue Arbeit im Süden des damaligen Deutsch-Ostafrika begann, machte sie M. als erprobten Pioniermissionar zum Leiter des Unternehmens. Als die Arbeit fortschritt, kehrte er in seine Tätigkeit nach Berlin zurück. - Jene Jahre fielen in die Anfangszeit der deutschen Kolonisation in Afrika. Viele Christen sahen damals ihre Aufgabe darin, die unter deutsche Herrschaft gekommenen Afrikaner mit dem christlichen Glauben bekannt zu machen. Auch M. stand der Kolonialbewegung freundlich gegenüber und betonte die Verantwortung eines christlichen Staates gegenüber seiner afrikanischen Bevölkerung. Dabei machte er keine Abstriche vom Inhalt der christlichen Botschaft. - M. war einer der tüchtigsten und bekanntesten Berliner Missionare. Mit und nach dem Missionsdirektor Wangemann war er jahrzehntelang ein maßgeblicher Vertreter der Berliner Mission. Missionarisches Geschick, politischer Weitblick und unermüdliche Einsatzfreudigkeit zeichneten ihn aus.
Werke: Beiträge zur Kenntnis Südafrikas 1875; Kolonisation und Mission, Berlin 1888, 18902; Erinnerungen aus dem Missionsleben in Transvaal, Berlin 1889, 18992; Deutsche Arbeit am Njassa, 1894; Missionsatlas über die Arbeitsgebiete der Berliner Mission, 1900; Stellung der Mission zum Volkstum der Heidenvölker, 1901; Die äthiopische Bewegung und die eingeborenen Christen Südafrikas, Berlin 1905.
Lit.: Nachrufe in entsprechenden Zeitschriften.
Ernst Dammann
Literaturergänzung:
2008
Ulrich van der Heyden, Die Inszenierung e. Flucht e. Berliner Missionars vor d. Heiden. Der Mythos von A.M.s Rettung vor d. Pedi im Jahre 1864, in: Border crossings. Stuttgart 2008, S. 67-9; - Ulrich van der Heyden, Hopeful beginning - abrupt ending. The mission attempt of the Berlin Mission Society amongst the Bakopa, in: Miss 36.2008, S. 121-138.
Letzte Änderung: 22.07.2009