MERTEN, Maria Magdalena (Ordensname: Blandine), Ordensfrau; -
* 10.7. 1883 in Düppenweiler, † 18.5. 1918 in Trier; -
M. war das neunte Kind einer Landwirtsfamilie und genoß nach dem Besuch
der Volksschule ab 1898 Privatunterricht zur Vorbereitung auf das
Lehrerinnenseminar Marienau bei Vallendar, das sie von April 1899
bis September 1902 besuchte. Nach bestandener Lehramtsprüfung erhielt
sie vom 24.11. bis 24.12. 1902 eine Vertretungsstelle in Oberthal/Saar.
Vom 1.1. 1903 bis zum 30.06. 1907 unterrichtete sie an der Volksschule
in Morscheid (Hunsrück). Am 1.7. 1907 wechselte sie nach Großrosseln
an der Saar. Angeregt durch eine Zusammenkunft mit der damaligen Generaloberin
der Ursulinen vom Kalvarienberg (Ahrweiler), trat sie am 22. April
1908 in diesen Orden ein und legte am 3. November 1910 im Mutterhaus
ihre zeitlichen Gelübde ab. Anschließend war sie in Niederlassungen
des Ordens in Saarbrücken und Trier als Lehrerin und Betreuerin von
Kindern tätig. Am 4. November 1913 legte sie ihre feierlichen (ewigen)
Gelübde ab. Ab dem Monat September 1916 litt sie an einer unheilbaren
Tuberkulose. Leben und Streben, Haltung und Verhalten von M. in gesunden
und vor allen Dingen kranken Tagen verfestigten in vielen Menschen
den Eindruck, man habe es mit einer Heiligen zu tun: »Das spezifische
Merkmal ihres Lebens, die stille, bescheidene, aber konsequente Pflichterfüllung,
verbunden mit einer großen Kreuzesliebe« (Nikolaus Bares) wurde vielen
zum Vorbild. Nach den Worten des Trierer Bischofs Hermann Josef Spital
lebt die »liebenswerte Lehr-Meisterin in Glaube, Hoffnung und Liebe...
weiter im Herzen der Menschen, in der Gemeinschaft des Ordens, in
der Kirche von Trier, in der Weltkirche.« Zehntausende von Gebetserhörungen
wurden gemeldet. Am 13. November 1954 wurde der bischöfliche Informativprozeß
für die Seligsprechung eröffnet. 1985 wurde die unerklärliche Heilung
der an Krebs erkrankten Missionsschwester Irimberta Puntigam auf die
Fürsprache von M. in Wien durch Prozeß untersucht; die Heilung wurde
im Dezember 1986 von Rom als Wunder anerkannt. Papst Johannes Paul
II. sprach M. am 1. November 1987 selig; sie wird am 18. Mai liturgisch
verehrt. Die sterblichen Überreste von M. wurden am 18. Mai 1990 in
eine nach Plänen des Trierer Architekten Karl P. Böhr auf dem Friedhof
Trier - St. Paulin neu errichteten Blandinenkapelle überführt.
Lit.: Hermengildis Visarius, Schwester Blandine Merten,
die verborgene Gottesbraut. Nach Erinnerungen, Briefen und Aufzeichnungen
dargestellt, 1935, 13. bearb. Aufl. 1987; französisch: 1950, italienisch:
1968; - Dies., Ein frohes Gotteskind. Schwester Blandine Merten.
Für die Jugend erzählt nach wahren Begebenheiten, 1943, 71971;
- Dies., Neun-Tage-Andacht zu Ehren der Dienerin Gottes Schwester
Blandine Merten, 1955, 241987, französisch: 1956, englisch:
1956; - Dies., Aus dem Lebensbild der Schwester Blandine Merten,
in: Nach der Schicht Nr. 6 vom 6.2. 1955, 86, Nr. 7 vom 13.2. 1955,
105; - Dies., Kurzes Lebensbild der Dienerin Gottes Scbwester
Blandine Merten und Gebetserhörungen vom Jahre 1957, 1958; - Matthias
Lang, »Ich habe eine Heilige gesehen«, Schwester Blandine Merten zum
Gedenken, in: Paulinus. Trierer Bistumsblatt 83 (1957) Ausgabe Nr.
22 vom 2.6. 1957, 12; - Nikolaus Zimmer, Die Dienerin Gottes
Blandine Merten. Ein Tugendleben, 1962, 31975; - Maria
Petra Deasing, Schwester Blandine Merten, Ursuline von Calvarienberg.
Deutung ihres Lebens nach ihren Schriften 1964, 51975; -
Huberta Schmetz, Gelebtes Ja. Leben der Schwester Blandine, OSU, 1965,
61983; - Gabriel Busch, OSB., Schwester Blandine Merten,
Unsere Lehrerin, 1970, 21979; - Ders., Blandine hilft.
Neun-Tage-Andacht, 111982; - Josef Jochum, Am Ende zählt
nur die Liebe. Schwester Blandine Merten. Lebensbild einer Frau von
heute, 1975; - Klaus Hemmerle, Balance zwischen Dienst und Innerlichkeit.
Lebenszeugnis der Schwester Blandine Merten, in: L'Osservatore Romano,
Nr. 43 vom 23.10. 1987, 6; - Schwester Blandine Merten OSU. Zur
geistlichen Vorbereitung ihrer Seligsprechung am 1. November 1987;
- Im Herzen der Kirche ist unsere Wohnung. Selige Schwester Blandine
Merten. Ansprachen und Predigten zur Seligsprechung, 1988; - Presseberichte
zur Seligsprechung der Ehrwürdigen Dienerin Gottes Schwester Blandine
Merten, OSU, am 1. November 1987, 1987-1988 (Exemplar in der Bibl.
des Bischöfl. Priesterseminars Trier, Sign.: EC 412); - Scholastika
Roenneper, Die Liebe bleibt, 1989; - Hermann Josef Spital, Was
hat Schwester Blandine uns zu sagen?, in: Paulinuskalender 1989, 40-42;
- Presseberichte zum Bau der Grabkapelle zu Ehren der seligen
Schwester Blandine Merten, OSU, auf dem Friedhof St. Paulin in Trier,
1990 (Exemplar in der Bibliothek des Bischöfl. Priesterseminars Trier,
Sign.: BRC 858; - Jakob Schlafke, Wallfahrt im Erzbistum Köln,
1991, 218-219; - Andreas Heinz, Heilige im Saarland, 21991,
123-129, 148-149; - Jakob Torsy, Lexikon der deutschen Heiligen,
Seligen, Ehrwürdigen und Gottseligen, Köln 1959, Sp. 90; - LThK
2VII, 314.
Martin Persch
Literaturergänzung:
Anselm Grün, Alles ist mir Himmel. Leben u. Botschaft d. sel. B.M. Münsterschwarzach 2007.