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Band V (1993)Spalten 1337-1339 Autor: Martin Persch

MERTEN, Maria Magdalena (Ordensname: Blandine), Ordensfrau; - * 10.7. 1883 in Düppenweiler, † 18.5. 1918 in Trier; - M. war das neunte Kind einer Landwirtsfamilie und genoß nach dem Besuch der Volksschule ab 1898 Privatunterricht zur Vorbereitung auf das Lehrerinnenseminar Marienau bei Vallendar, das sie von April 1899 bis September 1902 besuchte. Nach bestandener Lehramtsprüfung erhielt sie vom 24.11. bis 24.12. 1902 eine Vertretungsstelle in Oberthal/Saar. Vom 1.1. 1903 bis zum 30.06. 1907 unterrichtete sie an der Volksschule in Morscheid (Hunsrück). Am 1.7. 1907 wechselte sie nach Großrosseln an der Saar. Angeregt durch eine Zusammenkunft mit der damaligen Generaloberin der Ursulinen vom Kalvarienberg (Ahrweiler), trat sie am 22. April 1908 in diesen Orden ein und legte am 3. November 1910 im Mutterhaus ihre zeitlichen Gelübde ab. Anschließend war sie in Niederlassungen des Ordens in Saarbrücken und Trier als Lehrerin und Betreuerin von Kindern tätig. Am 4. November 1913 legte sie ihre feierlichen (ewigen) Gelübde ab. Ab dem Monat September 1916 litt sie an einer unheilbaren Tuberkulose. Leben und Streben, Haltung und Verhalten von M. in gesunden und vor allen Dingen kranken Tagen verfestigten in vielen Menschen den Eindruck, man habe es mit einer Heiligen zu tun: »Das spezifische Merkmal ihres Lebens, die stille, bescheidene, aber konsequente Pflichterfüllung, verbunden mit einer großen Kreuzesliebe« (Nikolaus Bares) wurde vielen zum Vorbild. Nach den Worten des Trierer Bischofs Hermann Josef Spital lebt die »liebenswerte Lehr-Meisterin in Glaube, Hoffnung und Liebe... weiter im Herzen der Menschen, in der Gemeinschaft des Ordens, in der Kirche von Trier, in der Weltkirche.« Zehntausende von Gebetserhörungen wurden gemeldet. Am 13. November 1954 wurde der bischöfliche Informativprozeß für die Seligsprechung eröffnet. 1985 wurde die unerklärliche Heilung der an Krebs erkrankten Missionsschwester Irimberta Puntigam auf die Fürsprache von M. in Wien durch Prozeß untersucht; die Heilung wurde im Dezember 1986 von Rom als Wunder anerkannt. Papst Johannes Paul II. sprach M. am 1. November 1987 selig; sie wird am 18. Mai liturgisch verehrt. Die sterblichen Überreste von M. wurden am 18. Mai 1990 in eine nach Plänen des Trierer Architekten Karl P. Böhr auf dem Friedhof Trier - St. Paulin neu errichteten Blandinenkapelle überführt.

Lit.: Hermengildis Visarius, Schwester Blandine Merten, die verborgene Gottesbraut. Nach Erinnerungen, Briefen und Aufzeichnungen dargestellt, 1935, 13. bearb. Aufl. 1987; französisch: 1950, italienisch: 1968; - Dies., Ein frohes Gotteskind. Schwester Blandine Merten. Für die Jugend erzählt nach wahren Begebenheiten, 1943, 71971; - Dies., Neun-Tage-Andacht zu Ehren der Dienerin Gottes Schwester Blandine Merten, 1955, 241987, französisch: 1956, englisch: 1956; - Dies., Aus dem Lebensbild der Schwester Blandine Merten, in: Nach der Schicht Nr. 6 vom 6.2. 1955, 86, Nr. 7 vom 13.2. 1955, 105; - Dies., Kurzes Lebensbild der Dienerin Gottes Scbwester Blandine Merten und Gebetserhörungen vom Jahre 1957, 1958; - Matthias Lang, »Ich habe eine Heilige gesehen«, Schwester Blandine Merten zum Gedenken, in: Paulinus. Trierer Bistumsblatt 83 (1957) Ausgabe Nr. 22 vom 2.6. 1957, 12; - Nikolaus Zimmer, Die Dienerin Gottes Blandine Merten. Ein Tugendleben, 1962, 31975; - Maria Petra Deasing, Schwester Blandine Merten, Ursuline von Calvarienberg. Deutung ihres Lebens nach ihren Schriften 1964, 51975; - Huberta Schmetz, Gelebtes Ja. Leben der Schwester Blandine, OSU, 1965, 61983; - Gabriel Busch, OSB., Schwester Blandine Merten, Unsere Lehrerin, 1970, 21979; - Ders., Blandine hilft. Neun-Tage-Andacht, 111982; - Josef Jochum, Am Ende zählt nur die Liebe. Schwester Blandine Merten. Lebensbild einer Frau von heute, 1975; - Klaus Hemmerle, Balance zwischen Dienst und Innerlichkeit. Lebenszeugnis der Schwester Blandine Merten, in: L'Osservatore Romano, Nr. 43 vom 23.10. 1987, 6; - Schwester Blandine Merten OSU. Zur geistlichen Vorbereitung ihrer Seligsprechung am 1. November 1987; - Im Herzen der Kirche ist unsere Wohnung. Selige Schwester Blandine Merten. Ansprachen und Predigten zur Seligsprechung, 1988; - Presseberichte zur Seligsprechung der Ehrwürdigen Dienerin Gottes Schwester Blandine Merten, OSU, am 1. November 1987, 1987-1988 (Exemplar in der Bibl. des Bischöfl. Priesterseminars Trier, Sign.: EC 412); - Scholastika Roenneper, Die Liebe bleibt, 1989; - Hermann Josef Spital, Was hat Schwester Blandine uns zu sagen?, in: Paulinuskalender 1989, 40-42; - Presseberichte zum Bau der Grabkapelle zu Ehren der seligen Schwester Blandine Merten, OSU, auf dem Friedhof St. Paulin in Trier, 1990 (Exemplar in der Bibliothek des Bischöfl. Priesterseminars Trier, Sign.: BRC 858; - Jakob Schlafke, Wallfahrt im Erzbistum Köln, 1991, 218-219; - Andreas Heinz, Heilige im Saarland, 21991, 123-129, 148-149; - Jakob Torsy, Lexikon der deutschen Heiligen, Seligen, Ehrwürdigen und Gottseligen, Köln 1959, Sp. 90; - LThK 2VII, 314.

Martin Persch

Literaturergänzung:

Anselm Grün, Alles ist mir Himmel. Leben u. Botschaft d. sel. B.M. Münsterschwarzach 2007.

Letzte Änderung: 30.06.2007