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Band XXI (2003) Spalten 1010-1011 Autor: Ekkart Sauser

MODESTUS: hl. Chorbischof in Kärnten, Apostel von Kärnten, * in Irland, † 772 in Maria Saal in Kärnten in Österreich, Fest: 5.2., 24.11., 3.12. - Der neue Slawenherzog Cheitmar ließ kein Jahr vergehen, ohne den Bischof von Salzburg, Virgil, aufzusuchen. Sein besonderes Anliegen war es auch, Virgil zu bewegen, einen profilierten Missionar zur Christianisierung nach Kärnten zu entsenden. Dies geschah auch unverzüglich und Virgil sandte den Chorbischof (Landbischof) Modestus mit einer Anzahl von Priestern und Klerikern nach Kärnten. Diese Art von Bischöfen gab es nach J. Wodka seit Beginn des 8. Jh. im Frankenreich als "ständige Gehilfen und Stellvertreter der Bischöfe, besonders für die Missionssprengel der einzelnen Diözesen." (In: Kirche in Österreich... S. 35). - Wodka umschreibt die Bedeutsamkeit von M. noch mit den Worten: "Modestus war kein Wanderbischof, der im Land umherzog, sondern Chorbischof mit einem festen Sitz, jedoch in Abhängigkeit von Salzburg". (In: Kirche in Österreich... S. 35). - M. errichtete eine Kirche Sancta Maria in Solio, das spätere Maria-Saal gegenüber der Karnburg (civitas Carantana), dem Sitze des Herzogs, in der Nähe des alten Virunum. Dann entstand unter M. als zweite Kirche St. Peter im Holz (In Liburnia Civitate), diese knüpfte an die alte Bischofskirche in Teurnia (Tiburnia), an die dritte Hauptkirche errichtete M. im steirischen Ingeringtal (Undrina), das nach Wodka wohl in Ingering bei Knittelfeld oder im heutigen Fohnsdorf zu suchen ist. - Die eigentliche Residenz von M. war in Maria-Saal. Dort findet sich auch sein Grab, es besteht aus einem karolingischen Tischaltar mit mächtiger Steinmensa auf 6 Säulen. Dieser wurde später vermauert und zu einem Grabmal umgestaltet. Dieses Hochgrab wurde "Zentrum eines lokalem Kults". (R. Härtel). - Nach M. sandte Virgil den Priester Latinus und andere als Glaubensboten nach Kärnten. Erst nachdem Herzog Tassilo III. im Jahre 772 die endgültige Besiegung und Unterwerfung der Karantanen vollzogen hatte, "war der Fortbestand des Christentums bei den alpenländischen Slawenvölkern dauernd gesichert." (In: Kirche in Österreich... S. 36). - Im Bistum Gurk-Klagenfurt wird das Fest des M am 24. November begangen, gemeinsam mit jenem des Salzburger Bischofs Virgil.

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Lit.: LThK2 Bd. 7, Sp. 516-517 (J. Wodka); - LThK3 Bd. 7, Sp. 370-37l (R. Härtel); - J. Wodka: Kirche in Österreich, Wien l959, 35-36; - K. Amon-M. Liebmann: Kirchengeschichte der Steiermark, Graz-Wien-Köln 1993, 33 ff.; - BS 9, 524 f.; - MGSS XI 7 f.; - J. Torsy: Der Große Namenstagskalender, Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe, hrsg. von H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien 19972 318; - V. Schauber-H. M. Schindler: Bildlexikon der Heiligen, Seligen und Namenspatrone, München 1999, 494; - V. Schauber-H. M. Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, München 2001, 624; - Pattloch-Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler ~ Augsburg 1994, 384.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 09.04.2011