MONTHERLANT, Henry de (eigentl.: Henry Marie-Joseph Frédéric Expédite Millon de Montherlant), * 20.4. 1895 Paris, † 21.9. 1972 Paris. - Die Familie Millon gehörte seit dem 16. Jahrhundert dem königlichen Dienstadel an; erst im Jahre 1864 erhielt sie vom Justizministerium die Erlaubnis, sich Millon de Montherlant zu nennen nach dem Schloß de Montherlant, bei Méru (Dep. Oise, nahe Beauvais) gelegen, das bis 1852 im Besitz der Familie war. - Die unterschiedlichen, teils gegensätzlichen Eindrücke seiner Kindheit und Jugendzeit haben M. und sein Werk geprägt, wie seine persönlichen Erfahrungen auch weiterhin sein literarisches Schaffen stark beeinflußt haben. Die adlige Familie von M.s Mutter, die aus Troyes stammte, war streng katholisch, und seine bretonische Großmutter mütterlicherseits war von einer mystischen und starren Frömmigkeit. Die Züge dieser Großmutter, mit der M. bis zu ihrem Tod zusammenlebte und zu der er ein gutes Verhältnis hatte, verlieh er der Mutter Angélique de Saint-Jean in dem Drama »Port Royal«; Züge von Bruder und Sohn der Großmutter, die beide unverheiratet waren, finden sich in seinem Roman »Les Célibataires« wieder. Sein schweigsamer, düsterer Vater, ein einfacher Finanzinspektor, war leidenschaftlicher Reiter und Kunstsammler. Von Jesuiten erzogen und der Kirche treu ergeben, hielt er Errungenschaften wie elektrisches Licht und Telefon für eine »republikanische Neuerung« und vertrat einen politisch reaktionären Standpunkt. Er schenkte seinem Sohn zum zehnten Geburtstag einen Ring mit der eingravierten Devise »Ehre über alles«. Die finsteren Züge des Vaters gab M. der Gestalt des Monsieur de Bricoule in »Les Bestiaires«. Während der Vater die Liebe zu seinem Sohn hinter Strenge und Unzugänglichkeit verbarg, war das Verhältnis zwischen der hübschen, stolzen wie intelligenten Mutter (vgl. Mme Sevrais in »La Ville dont le prince est un enfant«) und ihrem Sohn sehr offen. Von der Geburt ihres einzigen Kindes erholte sich die fröhliche, aber kränkelnde Frau nie mehr; sie war bis zu ihrem Tod im Jahre 1915 praktisch bettlägerig. Die Sprachlosigkeit zwischen seinen Eltern beschreibt der Autor in dem Roman »Les Garçons«. - Schon früh machte M. erste literarische Versuche. Die Lektüre des historischen Romans »Quo vadis?« von H. Sienkiewicz weckte in ihm die Liebe zur Literatur; er lernte Latein und war von der Vitalität der heidnischen Römer fasziniert: »Ich war nach meinen Römern so verrückt wie Don Quichotte nach seinen Rittern.« Zusammen mit J.-N. Faure-Biguet, einem Mitschüler im Lycée Janson-de-Sailly, verfaßte er eine historische Erzählung, und er schrieb kleine Berichte über Scipio Africanus und Augustus, die er auch illustrierte; sein Leben lang legte er Wert auf ästhetische Buchausgaben mit sorgfältiger Typographie und Illustrationen - von seinem Werk erschienen eine ganze Reihe Luxusausgaben in limitierter Auflage. Da die Familie im Jahre 1907 in das Haus der Großeltern zog - M. lebte dort als einziges Kind unter sechs Verwandten und sechs Hausangestellten -, besuchte er bald eine Schule in Neuilly; einer seiner Mitschüler in Saint-Pierre war Louis Aragon, der wie M. in der avenue de Villars 15 geboren war. M. entdeckte die Liebe zur Tierwelt sowie im Sommer 1909 in Bayonne - auf einer Wallfahrt mit der Großmutter nach Lourdes - zum Stierkampf; im Juli 1911, während eines Ferienaufenthalts in Nordspanien, traf er sich mit seiner Großmutter wieder in Bayonne zu den Stierkämpfen. Heimlich fuhr er nach San Sebastian, um sich von dem Matador Relampaguito in den Stierkampf einweihen zu lassen, und übte mit Jungstieren. Er verspürte den Reiz der Gefahr, die Lebensfreude angesichts Gefahr und Tod und die Befriedigung in der Beherrschung des Stieres, eine viele Jahre andauernde »fast pathologische Leidenschaft« - nach mündlicher Überlieferung stammten die Grafen von Montherlant aus Katalonien. Zur Vorbereitung auf das Abitur wechselte M. gegen den Willen des Vaters Anfang 1911 zu der als liberal bekannten katholischen Privatschule Sainte-Croix über. Neben der Beschäftigung mit der Photographie und einem Lehrbuch über den Stierkampf las er Seneca, Plutarch, Petronius, Marc Aurel, das Buch des Predigers Salomo und Pascal, der ihn nicht mehr loslassen sollte. An die spirituelle Atmosphäre in diesem Collège sowie an sein Erleben von jugendlichem Absolutheitsanspruch und Begeisterungsfähigkeit, von Opferbereitschaft, Nächstenliebe und Hochherzigkeit vor allem in dem Geheimbund, den acht Schüler der Ober- und der Mittelstufe gegründet hatten, hat er sich gern zurückerinnert. Wegen seiner »besonderen Freundschaft« mit einem 12-Jährigen und mit einem 14-Jährigen mußte M. im März 1912 die Schule noch während der letzten Klasse verlassen; auf das Abitur bereitete er sich in Privatstunden vor. Die beiden Freundschaften verschmelzen in der Gestalt des »Serge« in dem Drama »La Ville dont le prince est un enfant« (1951) und in dem Roman »Les Garçons« (bereinigte Ausgabe 1969, vollständige Ausgabe postum 1973), seinem großenteils autobiographischen Lebenswerk, das ihn in den verschiedenen Entstehungsphasen bis an sein Lebensende begleitet hat. In dem Roman »Les Garçons«, zu dem Skizzen, teilweise auf der Grundlage seines Tagebuchs, bis in das Jahr 1913/1914 zurückgehen, hat er - anders als etwa Gide - sehr spät erst das Geheimnis seiner Knaben- und Manneszeit preisgegeben. Dem »Paradies der Kinder« ist er treu geblieben. - Nach dem Abitur begann für M. eine »entsetzliche Einsamkeit« trotz eines mondänen Lebens, wo er die Bälle der ausgehenden Belle Epoque besuchte, Akte zeichnete, neben seiner Schriftstellerei sich dem Leben und der Liebe hingab und dabei das im Oktober 1912 am Institut Catholique aufgenommene Jurastudium vernachlässigte. Der Erste Weltkrieg berührte M. zunächst wenig. Die sich verschlimmernde Krankheit seiner Mutter hielt ihn davon ab, sich freiwillig zum Militärdienst zu melden. Als sie - nach dem Tode des Vaters im Jahre 1914 - im August 1915 starb, wurde er wegen einer Herzvergrößerung zunächst zurückgestellt, obwohl er gern mit einem seiner Freunde ins Feld gezogen wäre, um Kriegsabenteuer und Kriegskameradschaft zu erleben; er fühlte sich untätig und ausgeschlossen von der »Kriegsordnung«, der Zeit der großen Taten um ihrer selbst willen: »Das Exil, immer das Exil!« - durch den Helden des ersten Werkes, das er aufbewahren wollte und das er erst 1929 veröffentlichte, des Dramas »L'Exil« vom November 1914, spricht der Autor in seiner Einsamkeit. Neben zeitweiliger Aushilfe in einer Ambulanz in Neuilly und Bibliotheksdienst bei der katholischen Jugend arbeitete M. die meiste Zeit in der Bibliothèque nationale: Er begeisterte sich für Friedrich Nietzsche, las Schriftsteller wie Gustave Flaubert, Victor Hugo, Bossuet und Chateaubriand und entdeckte Maurice Barrès und Gabriele d'Annunzio, Vertreter der Décadence, als Leitbilder. Fast täglich besuchte er den Louvre, vor allem die assyrische Abteilung. Gegen Abend trieb er nun allein oder auch in der Gruppe Sport. Und es beschäftigte ihn immer wieder der Krieg. Da er selbst kein »heroisches Leben« führen konnte, heroisierte er die Frontsoldaten (»La Relève du matin«, 1920), ihren Kampfgeist, ihre Unerschrockenheit und ihre Ritterlichkeit. Nachdem er ab September 1916 Ersatzdienst auf dem Bauernhof geleistet hatte, kam er aufgrund des Einflusses seiner Großmutter im Jahre 1917 zur kämpfenden Truppe im Elsaß. Die Teilnahme an Offiziersanwärterkursen lehnte er ab: Wenn er schon nicht gehorchen wollte, wollte er auch nicht befehlen. M. sah im Krieg die Chance des einzelnen, eine männliche, elitäre Gemeinschaft zu erleben, sich im Krieg zu erproben und an ihm zu wachsen. Er verherrlichte aber nicht wie Drieu la Rochelle den Krieg an sich; Verdun wurde für ihn zu einem Fanal gegen den grauenvollen modernen Massenkrieg (s. »Le Songe«, 1922, und »Chant funèbre pour les morts de Verdun«, 1924). Durch Granatsplitter im Juni 1918 verwundet - weshalb man ihn 1919 ausmusterte -, wäre er gern Dolmetscher bei der amerikanischen Armee geworden, aber als er Ende Oktober mit der Dolmetscherschule fertig war, war der Krieg praktisch aus. - Von 1920 bis 1924 war M. Generalsekretär des »Œuvre de l'Ossuaire de Douaumont« (Verdun), das dazu bestimmt war, Geld zu sammeln für den Bau eines monumentalen Ossuariums [Beinhaus], zu dem Marschall Pétain am 2. September 1920 den Grundstein legte - 1932 wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ab 1920 arbeitete M. regelmäßig an Zeitungen und Zeitschriften mit, etwa an Le Gaulois, Le Figaro, Les Nouvelles littéraires, La Nouvelle Revue Française, lieferte Gedichte, Artikel und Essais, die er dann nach Überarbeitung zusammenfaßte und in Buchform herausbrachte. Die ersten Publikationen erschienen in den frühen zwanziger Jahren: 1920, zunächst auf eigene Kosten gedruckt, »La Relève du matin«, eine Art Vorläufer von »La Ville dont le prince est un enfant«, heftig umstritten, von Paul Claudel und François Mauriac aber sehr gelobt; 1922 dann »Le Songe«, ein mehr oder weniger gelungener Kriegsroman, in dem der lebensprühende, unerschrockene Held zwischen heroischer Begeisterung und Mutlosigkeit schwankt, von der Kritik mit geteilter Meinung aufgenommen, und schließlich 1924, im Jahr der Olympischen Spiele in Colombes, »Les Olympiques«, die den Autor in der Öffentlichkeit bekannt machten. Die Vers- und Prosadichtungen in »Les Olympiques« waren Früchte seiner Begeisterung für die Sportarten im Stadion wie Leichtathletik und Fußball. Sport bedeutete für ihn mehr als reine Körperertüchtigung, seiner Auffassung nach ist er von der Stärkung des Charakters nicht zu trennen. Optimale Nutzung der Körperkraft, Harmonie und Maß, ethisches Ideal und agonaler Charakter des sportlichen Wettkampfs - M. selbst lief 1921 100 Meter in 11,8 Sekunden -, die an den Krieg erinnernden Regularien, die reine Kameradschaft auch mit den Turnerinnen sowie die Schönheit der männlichen und der weiblichen Körper ließen ihn die »Aristokraten des Sports« feiern. Seine Vorliebe für die »Ordnung« der männlichen Lebenswelten wie das Internatsleben und den Krieg hat auch bei der Begeisterung für den Sport eine Rolle gespielt; im Stadion fand er die Hochherzigkeit des Collège und des Schlachtfeldes wieder. - Der Tod der Großmutter im Jahre 1923 veränderte das Leben M.s. So entschloß er sich wieder zum Stierkampf und reiste noch im August 1923 nach Andalusien. Nach der - 1925 dann gescheiterten - Verlobung mit der 1000-Meter-Läuferin Dominique (s. »Les Olympiques«) gab er zusammen mit seinem Onkel das Haus in Neuilly auf, um sich ein Jahrzehnt lang rund um das westliche Mittelmeer aufzuhalten. Von Januar bis Juni 1925 war er in Madrid und Sevilla. Beim Stierkampf lernte er den Matador Juan Belmonte kennen und entwickelte, fasziniert von dem Rausch, dem Mut und der sexuellen Aura des von Belmonte neugeschaffenen Stils des Stierkampfes, einen eigenen Stiermythos, der in der Antike seinen Ausgang hat. Im Jahre 1926 erschien, mit Aquarellen von Herrmann-Paul, der Roman »Les Bestiaires«, die gelungene Dichtung des Stierkampfes - nach dem Kriegsschauplatz, nach dem Stadion nun die Arena. Der Roman ist eine biographisch gefärbte Huldigung an Spanien und den Stiermythos - »je sacralisais la corrida, comme j'avais sacralisé le sport« - und eine Huldigung an einen Männlichkeitsmythos, der in den eigenen Heroismus verliebt ist. Der Stier, die Verkörperung der Lebenskraft, wird zum Sinnbild des magischen Zeitalters, der Stierkampf zum kultischen Ritual; der Matador, der Opfernde, »tötet, was er liebt.« Der Autor erlebt hier mit dem stolzen Helden Alban seiner frühen Romane, für dessen Stärken und verborgenen Schwächen er Sympathie empfindet, Gefahr und Ekstase, »Lust und Angst« - ein Leben lang trug M. die Maske der Selbstsicherheit; in seiner Antikensammlung befand sich ein Gelassenheit ausstrahlendes Helmvisier aus römischer Zeit, mit dem sich der antike Krieger schützte und mit dem er den Feind täuschte. Noch einmal kehrte er im Oktober 1925 nach Andalusien zum Stierkampf zurück. Doch nach einer Lungenverletzung im November durch einen abgesonderten Stier gab er die Corrida endgültig auf. Ein Nachklang der Zeit des Stierkampfes findet sich in dem kurzen Drama »Pasiphaé« (Tunis 1936), in dem Stier- und Sonnenkult, Tier, Mensch und Gottheit miteinander verschmelzen. - Über sieben Jahre lang führte M. das unstete Leben »der gehetzten Reisenden«. Am 1. Oktober 1926 reiste er von Paris ab über Spanien ins spanische Marokko, nach Tanger, von dort nach Tunesien - in Tunis ließ er sich nieder. Die Sommermonate nutzte er immer wieder zu Verlagsgeschäften in Paris. Dort erschien am 1. Juni 1927 die Essaysammlung »Aux fontaines du désir«, in der M. erklärt, daß er dem Christentum abgesagt habe, daß er in Nordafrika ein freies, ungebundenes Leben, Sinnen- und Liebeslust gesucht habe. Seine Texte lassen aber auch durchblicken, daß er sich an einem Scheideweg fühlte zwischen einer Existenz als hedonistischer Bohemien und dem Leben als ernsthafter Schriftsteller. Die Lösung für sein Schwanken fand er in der »alternance«, in der Einheit und Vielfalt, in der Vielschichtigkeit und Veränderung der Natur und damit des Menschen, in der zeitlichen Entfaltung der Möglichkeiten zu fühlen und zu leben (s. den Aufsatz »Syncrétisme et alternance«). Hierin liegt dann auch eine Möglichkeit, Antinomien aufzulösen, die Inkohärenz bzw. Wechselhaftigkeit des Menschen zu erklären und sowohl der Welt als auch den Menschen gerecht zu werden, allerdings, wie später kritisch angemerkt wurde, mit der Gefahr der Beliebigkeit und Bequemlichkeit; hierin liegt aber auch ein Schlüssel gerade für das Verständnis von M.s Dramen, die unterschiedliche Interpretationen zulassen. Nach einer zweiten gescheiterten Verlobung reiste M. Ende 1928 wieder nach Nordafrika und nahm Wohnung in Algier. Er las Renan, Amiel, Goethe, Romain Rolland, Stendhal, Saint-Simon, Sainte-Beuve (»Port-Royal«) und Tolstoi, dessen Einfluß in »La Rose de sable« zu spüren ist. 1929 kehrte er über Marokko und Spanien, mit einem dreitätigen Zwischenaufenthalt auf dem Mont Serrat, nach Paris zurück - für immer, wie er glaubte. In »La Petite Infante de Castille« sowie in »Un voyageur solitaire est un diable« faßte er geistreich die Eindrücke und Erfahrungen seiner Reisejahre zusammen, und er plante die Herausgabe seiner Tagebücher. Im Herbst 1930 brach M. erneut nach Algier auf und blieb dort bis März 1932. Er hatte sich in die vorgelagerten Posten in der Sahara gewagt, Elend und Ausbeutung der Araber kennengelernt, und er schrieb in Algier die antikolonialistische »Rose de sable«, seinen ersten inhaltlich und formal >objektiven< Roman. Erst 1967/1968 erschien dieses Werk vollständig; angeblich aus Patriotismus hatte M. bis dahin eine Publikation verweigert. 1954 veröffentlichte er lediglich das unpolitische Fragment »L'Histoire d'amour de la Rose de sable«, die Liebesgeschichte zwischen Leutnant und Beduinenmädchen. - In dem Roman »Les Céliba-taires« (1934), der seinen Namen als Romanautor gefestigt hat, karikiert M. zynisch bis humorvoll das lebensuntüchtige Verhalten von zwei adligen, zu Bettlern herabgekommenen Sonderlingen, eine Satire auf den Dünkel und die Unangepaßtheit gewisser adliger Familien an die Bedingungen der modernen Welt. Er wendet sich hier stärker vom autobiographischen Roman ab und schenkt seine Sympathie - ähnlich wie in dem erst 1971 erschienenen Roman »Un assassin est mon maître« - den von der Gesellschaft Aufgegebenen; für diesen Roman erhielt er u. a. den Grand Prix du Roman de l'Académie française. Im Mai 1934 lernte M. dann Jeannine L. kennen, die seine Geliebte wurde und die ihm im Herbst 1934 für einen Monat nach Algier nachfolgte, wo er sich immer wieder einmal aufhielt. Zurück in Paris, verlobte er sich, konnte sich aber nicht zur Heirat entschließen. Ende Dezember reiste er für drei Monate in den Süden Marokkos und brach endgültig mit Jeannine, weil er sie nicht »blockieren« und weil er sich selbst frei fühlen wollte. Für ihn war der Mensch, den man liebt, eben dadurch ein Gefangener - »Ich liebte es, zu lieben, aber nicht, geliebt zu werden«, und: »Die Frau opfert sich auf, der Mann opfert sich.« Zwischen 1936 und 1939 erschien, inspiriert vor allem durch das Erlebnis mit Jeannine, die Tetralogie »Les Jeunes Filles« (1936: Les Jeunes Filles; 1936: Pitié pour les femmes; 1937: Le Démon du bien; 1939: Les Lépreuses); Jeannine ist das Hauptmodell für Solange Dandillot, der Autor stilisiert sich selbst in dem arroganten Zyniker Costals. Dieser Roman war einer der größten Erfolge der Zwischenkriegszeit; er machte M. international bekannt; bis 1979 wurden über 1,5 Mill. Exemplare verkauft. In »Les Jeunes Filles« vermittelt der Autor ein Frauenbild, das als Hintergrund für den Männlichkeitsmythos dient, und spiegelt in einem Sittengemälde die Befindlichkeit der Frau der 30er Jahre. Die Frau, »das andere Geschlecht«, stellt sich als dem Mann weder ebenbürtig noch komplementär dar, als ein wenig intelligentes Lustobjekt, als ein Wesen ohne eigenes Profil, aus dem erst durch den Mann und die Liebe eine Persönlichkeit wird: »Die Frau macht sich zu dem, wie sie der Mann will.« Hauptthema der teilweise großartigen Romanszenen sind: die - verlogene - Beziehung zwischen Mann und Frau, legale Ehe und wilde Ehe, Liebe und Lust. M. haßt die eheliche Pflicht, das sexuelle Vergnügen allein zählt. Dieses von der Männerwelt diktierte Frauenbild mußte provozieren. So griff Simone de Beauvoir die Formulierung »le deuxième sexe« als Titel für ihre populärwissenschaftliche Untersuchung über »Sitte und Sexus der Frau« (1949) auf und wendete sie emanzipatorisch. - Da M. an den Kreislauf und die Fatalität der Geschichte, damit auch an die Wiederkunft des Krieges, glaubte, trat er dafür ein, sich mit kühlem Kopf vorzubereiten, gewappnet zu sein gegen die Aggression. Und da er von einem bevorstehenden Krieg überzeugt war, fuhr er im September 1938 mit den Truppen nach Lothringen, wo er von der Nachgiebigkeit Daladiers und Chamberlains auf der Münchener Konferenz erfuhr. Seine Gedanken dazu legte er in »L'Équinoxe de septembre« nieder - der Titel von der Tagundnachtgleiche deutet an, wo sich diese Essaysammlung ansiedelt: an dem Punkt, wo Schatten und Licht, wo die Chancen für Krieg und Frieden gleich sind. Er übte Kritik an der unehrenhaften Nachgiebigkeit Englands und Frankreichs, am Festhalten am Frieden um jeden Preis, und setzte sich damit in Gegensatz zur öffentlichen Meinung in Frankreich. Unterstützt wurde er von Louis Aragon, der über ihn sagte: »Niemand ist mehr Franzose als er«. Wegen seiner Kriegsverwundung, einer zweimaligen Lungenstauung und der damit verbundenen Gefahr der Tuberkulose konnte M. 1939 nicht als Freiwilliger an der Front eingesetzt werden. Im Mai 1940 gelangte er dennoch an den Kriegsschauplatz als Korrespondent des linken Wochenblattes »Marianne«, so daß er sich in der Kampfzone frei bewegen konnte. Von der schnellen Kapitulation Frankreichs war er sehr enttäuscht. Im Oktober 1941, drei Monate nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, der auch von manchen Franzosen als Kreuzzug gegen den Kommunismus empfunden wurde, veröffentlichte er eine - zunächst von den Nazis verbotene - Sammlung von Essays unter dem Titel »Le Solstice de juin« [»Junisonnwende«], in denen er seine Eindrücke über den Zusammenbruch schildert und dem Sinn der Geschichte nachzuspüren versucht, wobei er auf mythologische Entwürfe zurückgreift. Wie den Proteismus in der einzelnen Person, so erklärt er auch die Antagonismen in der Geschichte mit der »alternance«. Überzeugt vom Zufall und von der Wirkungslosigkeit der Handlung des einzelnen, von der Ironie des Schicksals, sieht er den Gang der Geschichte als eine Aufeinanderfolge des Gleichen, als ein Kommen und Gehen, ein Auf und Ab: Heidentum - Christentum - Hakenkreuz - Christentum. In einem Interview in »La Gerbe« vom 18. Februar 1943 unterscheidet er zwischen den »Menschen der niederen Rasse«, für die es »ein Opfer ist, den heroischen Akt zu vollbringen«, und der »heroischen Elite der neuen Zivilisation«, für die es dagegen »ein Opfer ist, den heroischen Akt nicht zu vollbringen.« Mit solchen und ähnlichen Formulierungen setzte sich M. dem Verdacht aus, mit den Nationalsozialisten zu sympathisieren; gleichwohl hat er das Regime von Vichy verachtet. Nach dem Krieg betonte er, daß er während der Okkupation keiner politischen Richtung angehört habe, daß er sich geweigert habe, an den Schriftstellerkongressen in Weimar (1941/1942) teilzunehmen, mit der deutschen »Pariser Zeitung« zusammenzuarbeiten oder seine Bücher in der deutschfreundlichen Buchhandlung »Rive gauche« öffentlich zu signieren. Nach der Befreiung von Paris (August 1944) verhängte das »Comité national d'épuration« über ihn ein einjähriges Publikationsverbot wegen Mitarbeit an Zeitungen in der Okkupationszeit. - Hatten M.s Jugenddramen und selbst noch »Pasiphaé« recht wenig Beachtung gefunden, so gelang ihm mit dem Auftragsstück »La Reine morte ou Comment on tue les femmes«, nach dem Stoff von Luis Vélez de Guevara im 17. Jh., allerdings mit veränderten Dialogen und Charakteren, der endgültige Durchbruch als Dramatiker; nach einer glänzenden Uraufführung in der Comédie Française am 8. Dezember 1942, am Marienfest der Unbefleckten Empfängnis, an dem der Autor in der Folge auch die anderen Stücke der »katholischen Trilogie« »Port-Royal« und »La Ville [...]« zur Uraufführung brachte, wurde »La Reine morte« einer der größten Bühnenerfolge sowie ein vielgelesenes Drama des 20. Jhs. (100 Aufführungen in einem einzigen Jahr; 1967: 500.000stes Exemplar in französischer Sprache). Mit diesem Stück war M.s >théâtre de la grandeur< geboren, eine Verbindung von historischem, psychologischem und Problemdrama. Dabei hielt M. respektvollen Abstand von der historischen Fabel, um die in der Vorlage enthaltenen Mythen in seinem Sinne zu verwenden. Die Verarbeitung der geschichtlichen Thematik, der zeitlosen Motive wie Exil, Revolte, Auferstehung und Neubeginn hat man als Parabel auf die deutsche Besatzungsmacht gesehen. Wie in dieser tragischen Komödie handeln M.s Gestalten aus gegensätzlichem Antrieb, aus Eigeninteresse oder Loyalität, aus Angst oder zynischer Scharfsicht; die männlichen Gestalten sind oft auch in sich selbst gespalten. Die großen Dialoge dienen nicht zur Verständigung, sondern laufen aus in parallel geführte Monologe. Diese Merkmale des modernen Dramas finden sich auch in fast allen Werken der Jahre 1943-1951 wieder, seiner großen Schaffenszeit als Dramatiker. »Fils de personne« (1943), ein gewagtes Drama, das in der Zeit der Niederlage Frankreichs spielt, greift den Iphigenie-Mythos auf: Ein Vater, selbst »Opfer des Gottes der menschlichen Strenge«, opfert seinen geliebten, aber mittelmäßigen Sohn dem Bild, das er sich von einem vollwertigen Menschen gemacht hat. So steht oft - auch mit den großen Gestalten der Vergangenheit als Verkörperung der Probleme der Gegenwart - eine elitäre Herrenmoral, gemischt mit Menschenverachtung und Einsamkeit, im Zentrum des Bühnengeschehens. Es folgten, recht unterschiedlich an Qualität und Erfolg, »Malatesta« (1944; Uraufführung 1950 im Théâtre Marigny in der Inszenierung von J.-L. Barrault), »Le Maître de Santiago« (1948), »Demain il fera jour« (1949), »Celles qu'on prend dans ses bras« (1950), nach der Kritik sein schlechtestes Stück. Der Einakter »Port-Royal«, mit dem sich der Dramatiker und Dramaturg nach seinen diversen Mißerfolgen eigentlich vom Theater verabschieden wollte und das in zweiter Fassung 1954 in der Comédie Française mit einer großartigen Besetzung aufgeführt wurde, hatte fulminanten Erfolg und ist ein Höhepunkt in M.s Schaffen. Von früh an war er berührt von der Veruteilung des Jansenismus, den Verfolgungen daraus und dem Drama der Zerstreuung der Herren und der Nonnen von Port-Royal. Die Gespräche der Nonnen in der Ungewißheit ihres Schicksals über die Widerrufung der für ketzerisch erklärten jansenistischen Glaubenssätze und über ihren Glauben an sich, ihre Glaubensfestigkeit bzw. ihre Glaubenszweifel, zeigen großes psychologisches Einfühlungsvermögen und eine ungewöhnlich starke Gestaltungskraft des Autors. M., der in seinem christlichen Unglauben gern gegen das Christentum gelästert hatte, meinte, er habe sich mit diesem Glaubensdrama um die Kirche »verdient gemacht, was immer sie von mir denken mag und was immer auch ich von ihr denke.« Eine Aufführung von »La Ville dont le prince est un enfant« (1951) [vgl. Prediger X, 16], der »Tragödie des Opfers«, in der M. das Thema der »besonderen Freundschaft« zwischen Internatszöglingen mit dem Motiv des in seiner seelsorgerlichen Aufgabe gefährdeten Priesters verbindet, ließ er - nach der ablehnenden Haltung von Kardinal Feltin, Erzbischof von Paris - erst 1967 zu; innerhalb von 4 Jahren erlebte das Stück mehr als 1.000 Vorstellungen in Folge. Während Roger Peyrefitte in seinem Roman »Les Amitiés particulières« die Erziehung in katholischen Privatschulen scharf kritisiert, zeigt M. hier Sympathie für das Christentum, zollt den katholischen Priestern Respekt. In »Les enfances de Montherlant« charakterisiert der frühere Mitschüler Faure-Biguet M.s Huldigung an ihre alten Lehrer: »Die Priester [...] schenken nicht immer den Glauben. Aber sie schenken den Sinn für das Innenleben - mit oder ohne Gott«. Wie schon in »Le Maître de Santiago« wird auch in dem Drama »Le Cardinal d'Espagne« (1960) ein extremer Rigorismus thematisiert, der im Bewußtsein der eigenen Überlegenheit die Anpassung an die Mittelmäßigkeit der Umwelt ablehnt und sich gleichzeitig des Anachronismus der eigenen Existenz bewußt ist. Stärker noch Lesedrama als etwa »Port-Royal«, hatte dieses Stück nur wenig Erfolg. Nach »Brocéliande« (1956), M.s traurigstem und lustigstem Drama zugleich, war »Don Juan« (1958), ein Versuch der grotesken Entmythologisierung des Stoffes unter Vermischung der literarischen Gattungen, durchgefallen. Ob Erfolg oder Mißerfolg, M. glaubte seine Stücke immer mißverstanden. - Erstmals im Jahre 1952 wurde M. von einem Mitglied der Académie française schriftlich aufgefordert, sich um eine Kandidatur zu bewerben. Der Autor lehnte zwar die üblichen Bewerbungsrituale ab, erklärte sich aber einverstanden mit einer >spontanen< Wahl. Erst 1960 wurde er - ein ganz außergewöhnlicher Vorgang - nach einer von ihm selbst redigierten Formulierung vom Sekretär der Académie als Nachfolger von A. Siegfried vorgeschlagen und mit 24 von 29 Stimmen gewählt. - In »Le Chaos et la Nuit« (1963), seinem tiefgründigsten Roman, einer Satire auf die moderne Welt, greift M. noch einmal den Stierkult auf. Längst hatte sich der Sinn der Corrida für ihn verändert, zumal seit jenem heißen Sommernachmittag des 18. Juli 1959, an dem er beim Schreiben im Jardin des Tuileries - zeitlebens liebte er das Schreiben in Gärten und öffentlichen Anlagen - einen Sonnenstich erlitt; seither hatte er starke Kopfschmerzen und Schwindelanfälle. Die Corrida hat sich verwandelt in »eine Art Fandango, den das Grauen, das Groteske und das Häßliche miteinander tanzen«; der Mensch ist nicht mehr der stolze Matador, der über die Vitalität des Stieres siegt, sondern er unterliegt als Todgeweihter dem Leben, das ihn mit der Muleta, dem roten Tuch, gehindert hat, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen. Die Kritik M.s an der Erbärmlichkeit seines Jahrhunderts wurde immer schärfer, sie diente aber nicht zuletzt auch der Selbststilisierung. Im Nachwort zu seinem Drama »La Guerre civile« (1965; Prix de la critique dramatique parisienne) stellt er fest, daß die Menschen seiner Zeit zwar für Ideologien sterben, obwohl schon »morgen die Parteien im Tode vereint und übermorgen vergessen« seien, daß aber Anstand und Menschlichkeit ins Exil gegangen sei. In den Tagebüchern von 1958 bis 1964 »Va jouer avec cette poussière« (1966) und von 1968 bis 1971 »La Marée du soir« (1972) wirft er den Franzosen Mangel an hoher Gesinnung und Verstand vor und verhöhnt den Pariser Gesellschaftszirkus. Er war stolz darauf, unzeitgemäß zu denken und zu schreiben; zugleich aber fürchtete er den Beginn einer absinkenden Zivilisation. In »La Marée du soir«, in den Theaternotizen »La Tragédie sans masque« (1972) und in seiner letzten Erzählung »Mais aimons-nous ceux que nous aimons?« (postum 1973), einer Liebesgeschichte aus den Jahren 1918-1925, spricht sich eine verbitterte Selbstbespiegelung aus. - Immer wieder hatte sich M. mit dem Tod beschäftigt: Wenn der Mensch schon sterben muß, dann aus freiem Willen durch sich selbst. Die Essaysammlung »Le Treizième César« (März 1970) verherrlicht den Freitod als die einzige Möglichkeit, sich der Kreatürlichkeit, aber auch dem allgemeinen Niedergang und der um sich greifenden Mittelmäßigkeit zu entziehen. Als M. wegen seiner körperlichen Gebrechen, die sich seit 1966 noch verschlimmert hatten, mit einem Schlaganfall rechnen mußte und als er zu erblinden drohte (im Jahre 1968 hatte er bei einem Unfall das linke Augenlicht verloren), setzte dieser ungewöhnliche Mensch seinem Leben ein Ende: Er erschoß sich in seiner Wohnung am quai Voltaire 25, wo er seit 1939 gelebt hatte, in einem Sessel, der für den Nationalkonvent gearbeitet und Bestand des Mobiliars Napoleons I. in den Tuileries gewesen war, umgeben von römischen Marmorbüsten. Er beendete sein Leben am 21. September 1972 um 16 Uhr, zum Zeitpunkt eines Äquinoktium, »wenn der Tag der Nacht gleich ist, [...] wenn das Ja oder das Nein den Sieg davonträgt. Und der Tag des Lebens und die Nacht des Todes sind für mich gleich und halten sich die Waage. Das eine oder das andere, n o i m p o r t a«; zu einem Zeitpunkt, den er >wählte< wie das Wunschdatum seiner Geburt: »Der bemerkenswerteste Akt, den ich in meiner Jugend vollbracht habe, ist der, daß es mir gelungen ist, an einem 21. April geboren zu werden, d. h. am Geburtstag der Gründung Roms« - M. >wählte< den 21.[!] 4. 1896[!] statt seines tatsächlichen Geburtsdatums. Nach seinem Willen streuten Freunde seine Asche über das Forum und in den Tiber - er wollte seinen geliebten großen Römern nahe sein. - Mit Drieu la Rochelle, Bernanos und Malraux gehört M. zu jenen Schriftstellern, die auf die 30er-Generation großen Einfluß hatten; über sie schrieb Paul Nizan: »In dem Augenblick, als Hegel und Marx in der Bewunderung der Jugend Rimbaud und Lautréamont verdrängten, trat ein historischer Wandel ein. Die Jugend von heute haßt alles Frivole, sie fürchtet die Heiterkeit [...]. Sie ist maßvoll, hart, mißtrauisch und asketisch und sieht den Sinn des Lebens nur im individuellen Heldentum der Tat [...]. Ihre Götter sind Malraux und Montherlant, wie Breton und Cocteau die unsrigen waren.« Die Romane, die M. erst in seiner letzten Schaffensperiode veröffentlicht hat - Le Chaos et la Nuit, La Rose de sable, Les Garçons, Un assassin est mon maître -, kamen für die 68er-Generation (fast) zu spät, so daß er letztlich in die Kategorie der traditionellen Romanciers eingereiht wurde. Mal mehr subjektiver, mal mehr objektiver Realist, gehörte er keiner literarischen Bewegung an; und seine Werke entziehen sich jedem stilistischen Vergleich. M.s Sprache ist vor allem in den Dramen von fast vollendeter, wenn auch mitunter maniriert wirkender Klassizität, während in seinem Prosaschaffen neben geradezu poetischen Passagen sich tragischer Ernst und spielerische Heiterkeit oft ungeniert mischen. Ob Theater oder - stärker noch - Roman, beziehen seine Gestalten ihre Lebendigkeit und besondere psychologische Färbung aus seiner persönlichen Erfahrung. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er zwar der markanteste Dramatiker Frankreichs, wohl wegen seiner erhaben-klassizistischen Intentionen im Rückgriff auf Stoffe vergangener Zeiten; gerade deshalb aber waren seine prunkvollen Dramen weniger innovativ als die von Giraudoux, Anouilh oder Claudel. In den sechziger Jahren mußte M. erkennen, daß seine heroische Überhöhung, seine -oft kalten - erhabenen Helden des Absoluten nicht mehr zeitgemäß waren, daß »die heroischen Gesten ihren Sinn verlieren, wenn die Menschen, die dafür Verständnis aufbringen könnten, eine allzu geringe Minderheit geworden sind.«
Bibliographie: H. Talvart/J. Place/G. Place, Bibliographie des auteurs modernes de langue française, Bd. 20: 1801-1972, Paris 1973, 29-189 sowie Bd. 21: 1801-1974, Paris 1975, 7-78; s. auch: G. Place, Montherlant [analytische Bibliographie], Paris 1974.
Werke: Ausgaben: Carnets [1930-1944], Paris 1957; Va jouer avec cette poussière [Tagebücher 1958-1964], Paris 1966; La Marée du soir [Tagebücher 1968-1971], Paris 1972; Tous feux éteints [Tagebücher 1965, 1966 und 1967, undatierte Tagebücher und Tagebuch 1972], Paris 1975; Romans et œuvres de fiction non théâtrales. Vorw. Roger Secrétain, Paris (Pléiade) 1959; Romans. Hrsg. R. Secrétain/M. Raimond, 2 Bde., Paris (Pléiade) 1960-1982; Essais. Vorw. P. Sipriot, Paris (Pléiade) 1963; Théâtre. Vorw. Jacques de Laprade und ergänzendes Vorw. Ph de Saint-Robert, Paris (Pléiade) 1972. [S. die bekannteren Werke auch in: der Reihe »Folio«, Gallimard, Paris 1972ff.] Correspondance. Hrsg. R. Peyrefitte/P. Sipriot, Paris 1983. - Weiter: Discours de réception à l'Académie française [mit der Entgegnung des Duc de Lévis Mirepoix], Paris 1963; Hommes et Taureaux, Paris 1963; Le Bestiaire céleste, Paris 1968; Le Treizième César, Paris 1970; La Marée du soir, Paris 1972; La Tragédie sans masque, Paris 1972; Mais aimons-nous ceux que nous aimons?, Paris 1973.
Übersetzungen: Die tote Königin, Hamburg 1947; Port-Royal, Emsdetten 1956; Theaterstücke, Köln/Berlin 1962 [enthält: Der Kardinal von Spanien, Port-Royal, Die Stadt, deren König ein Kind ist, Die tote Königin]; Erbarmen mit den Frauen, 4 Bde., München (dtv) 1980 (Köln/Berlin 11957) [enthält: Die jungen Mädchen, Erbarmen mit den Frauen, Der Dämon des Guten, Die Aussätzigen]. - Weiter: Tiermenschen, Leipzig 1929, Köln 1959, München (dtv) 1964, Göttingen 1998; Die Junggesellen, Köln 1956, München (dtv) 1963, Leipzig (Reclam) 1981, Frankfurt (Suhrkamp) 1983; Das Chaos und die Nacht, Köln/Berlin 1964, München (dtv) 1966; Geh, spiel mit diesem Staube, Köln/Berlin 1968; Tagebücher 1930-1944, München (dtv) 1976; Die Knaben, Frankfurt a. M./Berlin 1977, Berlin 1996; Ein Mörder ist mein Herr und Meister, Berlin 1977; Erbarmen mit den Frauen, München 1980, München (dtv) 1986; Die Aussätzigen, München (dtv) 1988; Der Dämon des Guten, München (dtv) 1988 (11986); Die Wüstenrose, München 1992; Moustique, Frankfurt (Suhrkamp) 1999; Die jungen Mädchen, München (dtv) 2000 (11989).
Lit.: P.-A. Constant, Un prince des jeunes lettres françaises: Henry de Montherlant, Paris 1923; - J.-N. Faure-Biguet, Montherlant, homme de la Renaissance, Paris 1923; - M. Gauchez, Romantiques d'aujourd'hui, Brüssel 1924, 249-266; - Léon Meyer, L'œuvre de Montherlant, Paris 1925; - P. Archambault, Jeunes maîtres. États d'âme d'aujourd'hui, Paris 1926, 21-55; - A. Marichalar, »Las Olimpicas« de Henry de Montherlant, Madrid 1926; - J. Wach, Henry de Montherlant, ein Dichter des heroischen Lebens, Berlin 1927; - M. Calvo, La evolucion de Henry de Montherlant, Santiago 1928; - Fr. Empaytaz, Essai sur Montherlant, ou la généra-tion de trente ans, Paris 1928; - Fr. Lehner, Henry de Montherlant, Wien 1928; - É. Burnet, Montherlant et les mystères, in: ders., Essences, Paris 1929, 81-163; - Ch. Jossmann, Der Sportgedanke im neueren französischen Geistesleben, Berlin 1930; - É. Champion, Montherlant vivant [Rede vom 13. April 1934 in der Académie de la Coupole], Paris 1934; - M. Pomès, Deux aspects de Montherlant [Montherlant et l'Espagne; La poésie de Montherlant; Encore un instant de bonheur], Paris 1934; - A. Denis-Dagieu, Montherlant et le merveilleux, Tunis 1936; - É. Mériel, Henry de Montherlant, Paris 1936; - P. J. Schmitt, À la recherche de nouvelles formes de vie [J. Schlumberger und H. de Montherlant], Braunschweig u. a. 1936; - H. Magy, Les femmes dans l'œuvre de Montherlant, Toulouse 1937; - A. Denis-Dagieu, Montherlant et le merveilleux, Tunis 1938; - E. Benisti, La main de l'écrivain [chirologische Studie über Montherlant], Paris 1939; - M. Tournier, Montherlant, prince de l'humour, Tunis 1940; - J. Paulhan, Les fleurs de Tarbes [eine Studie über »Le Songe«], Paris 1941; - K. Epting, Frankreich im Widerspruch, Hamburg 1943, 37-46 u. 146-151; - M. Mohrt, Montherlant, homme libre, Paris 1943; Paris 1959; Paris 1972; - É. Lecerf, Montherlant, ou la guerre permanente, Brüssel 1944; - R. Bodart, À la rencontre de Montherlant, Brüssel 1946; - Ders., Montherlant, ou l'armure vide, Brüssel 1946; - J.-N. Faure-Biguet, Les enfances de Montherlant, suivi de: Montherlant, homme de la Renaissance, Paris 1948; - R. Magermans, Un peu de sable. Notes sur Montherlant, Paris 1948; - A. Thérive, Moralistes de ce temps, Paris 1948, 115-170; - S. de Beauvoir, Montherlant ou le pain du dégoût, in: dies., Le deuxième sexe, Paris 1949, 311-331; - M. de Saint-Pierre, Montherlant bourreau de soi-même, Paris 1949; - J. de Laprade, Le théâtre de Montherlant, Paris 1950; - J. Sandelion, Montherlant et les femmes [mit 45 unveröffentlichten Briefen von H. de Montherlant; von der Académie française ausgezeichnet], Paris 1950; - M.-M. Martin, La vie de Sigismond Malatesta. Vorw. von H. de Montherlant, Paris 1951; - G. Morreale, An Introduction to the Theatre of Montherlant, New York 1951; - Cl. Paulus, Témoignage du théâtre. »Le Maître de Santiago« ou l'extase sans Dieu, Brüssel 1951; - M. Pomès, À Rome avec Montherlant, Paris 1951; - S. Cornil, Inès de Castro, Brüssel 1952; - Marguerite Lauze /Jeanne Eichelberger, Deux mères lisent »La Ville dont le prince est un enfant«. Vorw. von H. de Montherlant, Paris 1952; - R. Brulard, Montherlant et ses masques, Brüssel 1953; - G. Bordonove, Henry de Montherlant (»Classiques du XXe siècle«), Paris 1954; Paris 1958; - J. Datain, Montherlant et le mystère Malatesta, Alençon 1954; - L. Criscuolo, L'élément religieux dans l'art de Montherlant, Diss. Neapel 1956; - J. Datain, Montherlant et l'héritage de la Renaissance; darin weiter: L. de Saint-Pierre, Le sang des Malatesta sowie: ders., Montherlant et les généalogistes, Paris (»Artistes et écrivains«) 1956; - H. Perruchot, La haine des masques [Montherlant, Camus, Shaw], Paris 1956; - B. Foldenauer, Antikheidnische und christliche religiöse Elemente im Werk von Montherlant, Diss. Tübingen 1957 (Masch.-Schr.); - L. Becker, The Dramatic Production of Henry de Montherlant, Diss. University of Columbia 1958; - J. Chiari, The Contemporary French Theatre, London 1959; - Montherlant vu par des jeunes de dix-sept à vingt-sept ans, Paris 1959; - L. Barjon, Le monde de l'alternance, in: ders., Mondes d'écrivains. Destinées d'hommes, Paris 1960, 165-194; - A. Blanchet, Le »Port-Royal« de Montherlant, in: ders., La littérature et le spirituel, Bd. 2, Paris 1960, 85-102; - W. Croon, Erscheinungsformen der »alternance« im Werk Montherlants, Düsseldorf 1960; - N. Debrie-Panel, Montherlant, l'art et l'amour. Vorw. von H. de Montherlant, Lyon/Paris (»Singuliers et mal connus«) 1960; - La Table ronde, Nr. 155, Nov. 1960: Sondernummer »Montherlant« mit Aufsätzen von P. Sipriot, G. Bordonove u. a.; - A. Blanchet, »Le Cardinal d'Espagne« ou le mystique manqué, in: ders., La littérature et le spirituel, Bd. 3, Paris 1961, 251-271; - S. Chevalley, Henry de Montherlant, homme de théâtre (Coll. de la Comédie Française), Paris 1961; - Fr. N. 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