MOOG, Georg, vierter altkatholischer Bischof, * 19.2. 1863, + 28.12. 1935.
- M. wuchs in einer bürgerlichen, altkatholisch geprägten Familie
auf. Sein Bruder empfing wie er die Priesterweihe, seine Schwester
wurde die Ehefrau eines altkatholischen Pfarrers. Von 1881 bis 1884
studierte M. in seiner Heimatstadt Bonn, dem Zentrum der deutschen
Altkatholiken, Theologie und wurde 1884 von Bischof Reinkens zum Priester
geweiht. Im Mai desselben Jahres erwarb er an der Universität Bern
den Titel eines Lizentiaten der Theologie. Anschließend wirkte M.
zunächst als Kaplan, darauf als Pfarrverweser in Köln. 1888 wurde
er Pfarrverweser in Dortmund und 1890 Pfarrer in derselben Stadt.
1898 übernahm er ein Pfarramt in Krefeld. Seine Wirksamkeit erstreckte
sich bald über die einzelne Gemeinde hinaus: So bearbeitete M. neben
seinem Pfarramt Schulbücher für den altkatholischen Religionsunterricht.
1903 wurde er in die Synodalvertretung berufen und gehörte damit zu
dem Kreis der engeren Mitarbeiter des altkatholischen Bischofs. 1907
wurde ihm eine Professur am altkatholischen theologischen Seminar
der Universität Bonn übertragen, wo er zunächst neutestamentliche,
anschließend auch alttestamentliche Exegese und Hebräisch unterrichtete.
Die Universität Bern verlieh ihm 1908 den Titel eines Ehrendoktors
der Theologie. M. verblieb allerdings nicht lange im akademischen
Amt: Im Mai 1911 berief ihn Bischof Demmel zu seinem Generalvikar
und übertrug ihm im November das Amt eines Weihbischofs. Gleichzeitig
übernahm M. die gesamte bischöfliche Verwaltung. Im März 1912 wurde
die Bischofsweihe in M. s Pfarrkirche in Krefeld durch Erzbischof
Gul von Utrecht vollzogen; und im Oktober desselben Jahres erfolgte
die in der altkatholischen Kirche notwendige Bischofswahl durch die
Synode. Nach dem Tod von Bischof Demmel im November 1913 trat M. dessen
Nachfolge an und blieb bis zu seinem Tod das Oberhaupt der deutschen
Altkatholiken. Nicht nur als Kirchenführer, auch als Seelsorger wurde
M. geschätzt. Seine Predigten, Ansprachen, Betrachtungen und theologischen
Untersuchungen sind vor allem im Amtlichen Kirchenblatt, im Altkatholischen
Volksblatt, in der Internationalen kirchlichen Zeitschrift und in
Der Katholik veröffentlicht.