NAHASCH, Köng der Ammoniter in Rabbat Ammon, Ostjordanland (heute:
Amman); um 1010 v.Chr. - Erstmals erwähnt wegen seines Angriffs
auf Jabesch in Gilead, dessen Bewohner er nicht nur mit Tributzahlung,
sondern auch mit Verstümmelung bedroht. Diese Bedrohung wird Anlaß
zum Auftreten Sauls, dem es gelingt, die israelitischen Stämme zu
vereinigen und N. zu besiegen, und der daraufhin zum König gekrönt
wird. - N. ist der erste König der Ammoniter, der literarisch
bezeugt ist. Er hatte vielleicht für die Anfänge des ammonitischen
Königtums eine ähnliche Bedeutung wie dann Saul auf israelitischer
Seite. Im davidischen Großreich waren die Ammoniter integriert.
N. und später seine Söhne Hanun und Schobi (2.Sam 10,1; 17,27) waren
Vasallen Davids. Diese enge Verbindung fand ihren Ausdruck auch in
der jerusalemer Religions- und Heirats Politik noch zur Zeit Salomos.
- N. ist nur im Alten Testament bezeugt.
Quellen: 1. Sam. 11; 2 Sam 10,1.
Lit.: Karl Budde, Die Bücher Samuel, KHC 8, 1902; -
Martin Noth, Die Nachbarn der israelitischen Stämme im Ostjordanlande,
ZDPV 68, 1946-51, 1-50, jetzt in: Aufsätze zur biblischen Landes-
und Altertumskunde I, 434-475; - Hans Wilhelm Hertzberg, Die Samuelbücher,
ATD 10, 1956; - Hans Joachim Stoebe, Das erste Buch Samuelis,
KAT VIII /1, 1973; - John Raymond Bartlett, Ammon und Israel,
TRE II, 455-463, 1978; - Siegfried Herrmann, Geschichte Israels,
19802; - P. Kyle McCarter jr., 1 Samuel, AncB 8, 1980;
- Fritz Stolz, Das erste und zweite Buch Samuel, ZBK 9, 1981;
- Ralph W. Klein, 1 Samuel, Word Biblical Commentary 10, 1983;
- Siegfried Kreuzer, Die Ammoniter in: Ferdinand Dexinger - Josef
Oesch - Georg Sauer, Jordanien. Auf den Spuren alter Kulturen, 44-48,
1985; - Manfred Görg, Ammon, Neues Bibel-Lexikon I, 88 f., 1988;
- Ulrich Hübner, Die Ammoniter. Untersuchungen zur Geschichte,
Kultur und Religion eines transjordanischen Volkes im 1. Jt. v. Chr.,
ADPV 16, 1992.