NONNOSUS: hl. Benediktinerabt, geb. um 500, gest. um 565 in Monte Seratto. Fest: 2.9. - N. war zunächst Mönch, dann Abt im berühmten Benediktinerkloster von S. Silvestro auf dem Soracte (Monte Seratto). Gregor d. Gr. rühmte seine Geduld und Demut gegenüber einem herrschsüchtigen und groben Abt, dessen Nachfolger er dann selbst wurde. (Dial. I 7, ed. U. Moricca, Rom 1924, 44). Ein Großteil seiner Reliquien wurde unter Bischof Nitker (1039-1052) nach Freising übertragen. In den Jahren 1661 und 1679 wurden diese Reliquien zum Teil auf den Soracte zurückgebracht. Sein Hochgrab in der Krypta des Freisinger Mariendomes, das aus dem Jahre 1161 stammt, war einst ein sehr bekannter Wallfahrtsort. Dabei erfolgte immer wieder Ölentnahme aus der Lampe beim Grabe. Viele Pilger krochen durch eine Öffnung unter dem Grabe, um vom Heiligen Hilfe zu erlangen. Er ist Patron des Bistums Nepi-Sutri und Mitpatron von Freising. Er wird angerufen gegen allerlei Gebrechen und bei Nöten in der Schule. Er ist meist im schwarzen Benediktinerhabit mit Ölzweig, Glasampel oder Felsberg dargestellt. Im Dom zu Freising existieren zahlreiche Bilder von ihm. Der Kult des N. blühte Mitte des 17. Jh. auf dem Soracte wieder auf. Er verbreitete sich von dort über Mittelitalien.
Lit.: LThK
2 Bd. 7, Sp. 1028 (R. Bauerreiss); - Zimmermann III 4. 6 f., IV 85; - A. Mayer-Pfannholz: Der Brauch am Nonnosus-Grab in der Freisinger Domkrypta: Veröffentlichungen des hist. Ver. v. Freising 3 (Freising 1937); - Baudot-Chaussin IX 46 ff.; - Bauerreiss II 110 f., III 122; - V. Schauber: Pattloch-Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg l994, 259, V. Schauber~H. M. Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, München 200l, 456; - RömMart (Ed. 2001) 465; - J. Torsy: Der Große Namenstagskalender, Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe, hrsg. von H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien 1997
2 240; - LThK
3 Bd. 7, Sp. 902 (A. Merkt); - BHL 6247; - BiblSS 9, 1047-50 (Lit.).
Ekkart Sauser
Letzte Änderung: 09.04.2011