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Band XIV. (1998) Spalten 1335-1336 Autor: Harald Zimmermann

OTTO II., Kaiser und König. Ende 955 als Sohn des deutschen Königs Otto I. aus der sächsischen Liudolfingerfamilie und der burgundischen Prinzessin Adelheid aus der Welfendynastie geboren, wurde O. im Mai 961 zum deutschen König gewählt und in Aachen gekrönt, um unter der Leitung der Erzbischöfe Brun von Köln und Wilhelm von Mainz, seines Onkels und seines Stiefbruders, das Reich während des Vaters Romfahrt zu der 962 erfolgten Kaiserkrönung zu regieren. Noch zu Lebzeiten des Vaters wurde auch er am 25. Dezember 967 in Rom von Papst Johannes XIII. zum Kaiser gekrönt. Es war das einzige Doppelkaisertum in der deutschen Kaiserzeit, da laut mittelalterlichen Anschauungen jeweils nur eine Person das universal gedachte Kaisertum repräsentieren sollte. Die am 14. April 972 in Rom geschlossene Ehe mit Theophanu, einer Nichte des damals regierenden byzantinischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes, brachte wenigstens die Anerkennung des erneuerten westlichen Kaisertums durch das ältere östliche, obzwar Theophanu nicht die erwünschte »purpurgeborene« Prinzessin, keine echte Kaisertochter war. Nach dem Tode des Vaters waren kirchenhistorische Höhepunkte von O. Alleinregierung (973-983) das mehrmalige Eingreifen in Rom zugunsten des Papstes, des vertriebenen Benedikt VII. 981 und bei Erhebung Johannes XIV. 983 anstelle des zuerst vom Kaiser in Aussicht genommenen Abtes Maiolus von Cluny, weiters in Deutschland die Vereinigung des jungen, 968 begründetem Bistums Merseburg mit dem Erzbistum Magdeburg 981 auf einer römischen Synode. Wie die kluniazensische Reform förderte der gebildete Kaiser die Wissenschaften und veranstaltete 981 in Ravenna eine Disputation zwischen dem Leiter der Magdeburger Domschule Otrich und dem Reimser Gelehrten Gerbert von Aurillac, den er dann zum Abt von Bobbio machte. In seinen letzten Jahren in einen unglücklichen Krieg um Süditalien verstrickt, das als Mitgift Theophanus beansprucht wurde, nahm O. 982 gegen Byzanz demonstrativ den Titel »imperator Romanorum« an. Schwer erkrankt konnte er noch im Frühjahr 983 auf einem Reichstag in Verona die Wahl seines erst dreijährigen Sohnes Otto III. zum deutschen und italischen König erlangen, ehe er am 7. Dezember 983 in Rom an den Folgen einer falsch behandelten Malaria starb. Als einziger Kaiser fand er sein Grab im römischen Petersdom.

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Quellen und Lit.: Th. v. Sickel, Die Urkunden Ottos II. (= Monumenta Germaniae Historica, Diplomata II/I, Hannover 1888); - H. L. Mikoletzky, Die Regesten des Kaiserreichs unter Otto II. 955-983 (= J. F. Böhmer, Regesta Imperii II/2) (1950); - K. Uhlirz, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. (1902); - B. Askani, Das Bild Kaiser Ottos II. (1963); - H. Zimmermann, Das zehnte Jahrhundert. Ein historisches Porträt (1971); - E. Hlawitschka, Kaiser Otto II. (in: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildem, herausgegeben von K. Schnith, 1990, 144-154); - H. Beumann, Die Ottonen (3. Aufl. 1994, 113-126).

Harald Zimmermann

Literaturergänzung:

2006

Jacek Banaskiewicz, Ein Ritter flieht oder wie Kaiser Otto II. sich vom Schlachtfeld bei Cotrone rettete, in: FMSt 40.2006, S. 145-165; -

2007

Kira Sinu, Kaiserin Theophano. Ein Geschenk aus Byzanz. Hist. Roman. Köln 2007.

Letzte Änderung: 09.04.2011