Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band VI (1993)Spalten 1176-1177 Autor: Nicolaus Heutger

OLDECOP, Johann. J.O. ist 1493 im der Hildesheimer Neustadt geboren. Sein Vater war Stadtbaumeister, arbeitete besonders an St. Lamberti umd war auch Oldermann dieser Kirche, also eine Art Kirchenvorsteher. O. saß 1515/16 als Student in Wittenberg zu Luthers Füßen und hörte die Römerbriefvorlesung des Reformators. Er erzählte später, die Studenten hätten Luther gern gehört, da ein solcher Mann bis dahin noch nicht dagewesen sei, der jedes lateinische Wort so tapfer, so treffend, verdeutscht habe. O. ging auch zu Luthers Predigten . Er wurde sogar Beichtkind des künftigen Propheten der Deutschen. Der Hildesheimer merkte aber bereits, daß Luther mit der auch in Hildesheim die gesamte Frömmigkeit bestimmenden Heiligenverehrung nicht recht einverstanden war. Schon 1516 befahl sein besorgter Vater den Studenten wieder nach Hildesheim. Dann war er fünf Jahre in Rom. Erst 1524 kam er für immer nach Hildesheim zurück . O. blieb beim hergebrachten Glauben. 1527 predigte er in der Andreaskirche gegen die lutherische Irrlehre. Er begleitete dann den Vizereichskanzler Merklin auf dessen Reise an viele deutsche Fürstenhöfe und in andere Staaten Europas. - 1531 wurde O. Kanonikus, 1549 Dechant des altehrwürdigen Kreuzstiftes. Hier verfaßte er seine von ca. 1500 bis 1573 reichende, stilistisch frische Chronik, die besonders für Stift und Stadt Hildesheim hohen historischen Wert hat, besonders in den Partien, die Selbsterlebtes darstellen. Der dezidiert altgläubige Standpunkt des Chronisten führt wohl zu abschätzigen Urteilen über die Gestaltung der Reformation in Hildesheim, aber diese persönlichen Äußerungen verfälschen doch nicht die mitgeteilten Tatbestände. Oft lassen sich O. Mitteilungen mit anderen, urkundlichen Nachrichten vergleichen. So ergibt sich ihre durchgehende Zuverlässigkeit. Er starb 1574. Die Stätte seines Wirkens ist weithin erhalten.

weiterlesen ...
Quellen: Karl Euling ed.: Chronik des Johann Oldecop, Tübingen 1891 - Bibliothek des Literarischen Vereins in Stuttgart Bd. 190.

Lit.: Richard Doebner: Studien zur Hildesheimischen Geschichte, Hildesheim 1902, 70-81; - Günter Scholz: Die Aufzeichnungen des Hildesheimer Dechanten Johan Oldecop, Münster 1971 = Reformationsgeschichtliche Studien und Texte 103; - Nicolaus Heutger: Aus Hildesheims Kirchengeschichte, Hildesheim 1984, 65 f.

Nicolaus Heutger

Letzte Änderung: 09.04.2011