Verlag Traugott Bautz |
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OLEARIUS, Johannes, ev. Theologe und Hymnologe, * 17.9. 1611 in Halle als dritter Sohn des gleichnamigen dortigen Superintendenten (1546-1623). Verheiratet, 5 Söhne. + 14.4. 1684 in Weißenfels. Nach frühem Verlust der Eltern bei dem Rechtsgelehrten Andreas Sartorius in Halle und dann in Merseburg bei Superintendent Simon Gedicke aufgewachsen, bezog O. 1629 die Universität Wittenberg, wurde 1632 Magister und 1637 Lic.theol. 1637 als Superintendent nach Querfurt berufen, kam er 1643 als Oberhofprediger des Herzogs August von Sachsen-Weißenfels nach Halle, wurde im gleichen Jahr in Wittenberg Dr.theol., 1657 Kirchenrat und 1664 Generalsuperintendent. Als nach dem Tod Herzog Augusts das Erzstift Magdeburg an Brandenburg fiel, wurde O. von Halle nach Weißenfels versetzt, wo er am 14.4. 1684 starb. Durch zahlreiche Liederdichtungen und als Herausgeber der »Geistlichen Singekunst« (1671) mit 1218 Liedern (davon - nach Koch-296 eigene, nach Lueken u.a. 240) erlangte er Bedeutung für die hymnologische Forschung. Im Stammteil des EKG finden sich von ihm vier Lieder: Wunderbarer Gnadenthron (31), Gelobet sei der Herr (111), Herr, öffne mir des Herzens Tür (144) und Gott Lob, der Sonntag kommt herbei (332). Neben Erbauungsschriften (z.B. Geistliche Gedenkkunst, Christliche Betschule, 1665, Sterbensschule, Wunderliche Güte Gottes) verfaßte er wissenschaftliche Arbeiten. Der Hebung des Schulwesens galt sein besonderes Interesse. O. war ein der Reformorthodoxie nahestehender luth. Theologe, der mit Philipp Jakob Spener in freundschaftlichem Verkehr stand.
Lit.: Johann Bernhard Liebler, Hymnopoeographia Oleariana oder Olearische Liederhistorien, darinnen unterschiedene Olearii als berühmte Liederdichter und Liederfreunde aufgeführt werden, Naumburg 1727; - ADB XXIV, 279 f; - RE XIV, 355 f; - Hdb. z. EKG II/1, 1957, 159 f.; III/1, 1970, 198 f., 420 f., 505 f.; III/2, 1990, 393 f.; - Hbd. z. EKG, Sonderband, 1958, 65 f., 181, 234, 519 f; - RGG3 IV, 1625.
Karl Dienst
Literaturergänzung:
Allgemeine Deutsche Biographie, 24. Band van Noort - Ovelacker. Historische Commission bei der Königl. Akademie der Wissenschaften, Leipzig 1887 (http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adb/images/adb024/@ebt-link?target=idmatch(entityref,adb0240281) (22.2.2005).
Letzte Änderung: 09.04.2011