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Band VI (1993)Spalten 423-424 Autor: Rainer Kessler

OMRI, König von Israel 882/78-871 vor Christus. - Als der Streitwagenbefehlshaber Simri in der Residenzstadt Thirza den regierenden König Ela ermordet und sich selbst auf den Thron setzt, erheben die die Philisterstadt Gibbethon belagernden israelitischen Truppen ihrerseits den Heerführer O. zum König. Das Heer belagert Thirza, und Simri kommt nach sieben Tagen um. O.'s Herrschaft wird jedoch zunächst von dem Gegenkönig Thibni bestritten. Erst vier Jahre später kann er nach dessen Tod allein regieren. - O. gründet die Stadt Samaria und gibt damit dem Nordreich eine bleibende Hauptstadt. Im Ostjordanland macht er Eroberungen auf Kosten Moabs (Mesa-Inschrift). Durch die Verheiratung seines Sohnes und Nachfolgers Ahab mit einer sidonischen Prinzessin knüpft er enge Beziehungen zu dem phönizischen Königtum. Auch mit dem bis dahin verfeindeten Südreich Juda schließt möglicherweise schon er Frieden (1Kön 16, 9 f.15-28.31; 22,45). - O. begründet als erster Herrscher Israels eine Dynastie, die vier Herrscher umfasst (Omri selbst, seinen Sohn Ahab und dessen Söhne Ahasja und Joram). Seine Bedeutung als Dynastiegründer kommt darin zum Ausdruck, daß in assyrischen Inschriften noch unter der nachfolgenden Dynastie Israel als »Haus Omris« bezeichnet wird.

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Lit.: Julian Morgenstern, Chronological Data of the Dynasty of O., in: JBL 59, 1940, 385-396; - C.F. Whithley, The Deuteronomic Presentation of the House of O., in: VT 2, 1952, 137-152; - B.D. Napier, The Omrides of Jezreel, in: VT 9, 1959, 366-378; - J. Maxwell Miller, The Elisha Cycle and the Account of the Omride Wars, in: JBL 85, 1966, 441-454; - H.L. Ginsberg, The Omrid-Davidid Alliance and Its Consequences, in: Fourth World Congress of Jewish Studies. Papers. Vol. I, Jerusalem, 1967, 91-93; - P. Kyle McCarter, »Yaw, Son of `Omri«: A Philological Note on Israelite Chronology, in: BASOR 216, 1974, 5-7; - Stefan Timm, Die territoriale Ausdehnung des Staates Israel zur Zeit der Omriden, in: ZDPV 96, 1980, 20-40; - Ders., Die Dynastie O. Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Israels im 9. Jahrhundert vor Christus: FRLANT 124, 1982; - K.A.D. Smelik, De dynastieen van O. en Jehu. De compositie van het boek Koningen (I), in: Amsterdamse cahiers voor exegese en Bijbelse theologie 6, 1985, 43-69; - B. Mazar, The Dynasty of O., in: ders., Biblical Israel. State and People, 1992, 116-126; - IBD, 512 f; - RE XIV, 372-374; - JL IV, 569 f; - RGG IV, 1630; - IDB III, 600 f; - LThK VII, 1155; - BHH II, 1341 f; - BL, 1262; - EncJud XII, 1390 f; - LB, 1014 f; - RBl, 367; - GBL II, 1091.

Rainer Kessler

Literaturergänzung:

1954

Albrecht Alt, Der Stadtstaat Samaria, in: Verhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Phil.-hist. Klasse, Band 101, Heft 5, Berlin (Ost) 1954; -

1959

Albrecht Alt, Kleine Schriften zur Geschichte des Volkes Israel, Band 3, München 1959, S. 258-302; -

2007

Ahab agonistes. The rise and fall of the O. dynasty. Ed. by Lester L. Grabbe. London [u.a.] 2007; -

2008

Nadav Na'aman, Naboth's vineyard and the foundation of Jezreel, in: JSOT 33.2008, S. 197-218; -

2010

Israel Finkelstein ; Oded Lipschits, Omride architecture in Moab. Jahaz and Ataroth, in: ZDPV 126.2010, S. 29-42.

Letzte Änderung: 09.04.2011